11-02-2010, 13:24
(11-02-2010, 12:19)petronius schrieb: was ja dem toleranzgedanken noch nicht widerspricht. ich kann deine haltung als für mich oder sogar für die allgemeinheit falsch bezeichnen (z.b., weil sie nicht in sich stimmig, logisch und rational nachvollziehbar ist), sie dir aber trotzdem zugestehen - und mich dadurch als tolerant erweisen
toleranz heißt ja nicht zustimmung
Da hast du natürlich recht. Deshalb schrieb ich ja, dass das auch so rübergebracht wird. Das eben nicht einfach gesagt wird "das macht durch logische Überlegungen keinen Sinn" sondern dass der Gläubige oft als naiv oder dümmlich belächelt wird. Zumindest habe ich schon öfter diese Erfahrung gemacht, meist aber von Atheisten die sich selbst noch nie mit Religion beschäftigten.
(11-02-2010, 12:19)petronius schrieb: aber wovon hikikomori spricht, ist ja etwas anderes: dem nicht gläubigen steht das argument "gott will es so (und nicht anders)!" nicht zur verfügung, um die haltung des bzw. der anderen für "falsch" zu erklären
Hier gebe ich Hikikomori auch recht, wenn gesagt wird dass das in vielen Teilen der Welt (leider) noch so ist. Aber zumindest in Europa geht ja die Tendenz eher weg vom einfachen "Gott will es so" -Denken. Zumindest ist das meine Erfahrung.
(11-02-2010, 12:19)petronius schrieb: das habe nun wieder ich noch nie erlebt. wäre ja auch höchst unsinnig - denn kein mensch denkt, entscheidet, handelt immer und ausschließlich nur logisch
Nein, tut er nicht. Aber viele Atheisten meinen Gläubige seien nicht in der Lage oder bereit naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu verstehen und versuchen dann oftmals den Glauben mit diesen Kenntnissen zu widerlegen. Greifen damit aber eigentlich oftmals nur fundamentalistische Gedanken an (ala Schöpfungsgeschichte). Dass das aber Unsinn ist, wissen auch hier die meißten Gläubigen. Und das halte ich für falsch. Das Atheisten oft (natürlich nicht immer) meinen sie würden, im Gegensatz zu Gläubigen, mehr auf logischen Gebieten verstehen. Viele Gläubige in meinem Bekanntenkreis sind sehr rationale Menschen. Ich sehe daher auch keinen Sinn darin religiöse Weltanschauungen logisch ergründen zu wollen. Aber natürlich darf sich diese Weltanschauung wissenschaftlichen Kenntnissen nicht verschließen.
Ich denke auch einige Atheisten machen sich nicht wirklich die Mühe zu verstehen was Glaube für den einzellnen Menschen bedeutet und das verschiedene Menschen auch verschiedene Ansichten von Gott und Religion haben. Meißt wird lediglich ein ganz bestimmtes Gottesbild versucht zu widerlegen, welches so aber vieleicht gar nicht für jeden Gläubigen das richtige Gottesbild ist.
Sind zumindest meine Erfahrungen.
(11-02-2010, 12:19)petronius schrieb: daß gläubige es so auffassen (wollen), daß man ihnen die fähigkeit zu logischem denken generell aberkenne, nur weil man einzelne glaubenspositionen aufgrund ihrer widersprüchlichkeit kritisiert, das allerdings habe ich schon mehrfach erlebt
Wie gesagt, eine religiöse Weltanschauung sollte sich wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht verschließen. Sie behindern sich meiner Meinung nach aber nicht gegenseitig.
