Da müßte man auf einen krassen Mentalitätsunterschied zwischen insbesondere Deutschen und Amis hinweisen. Deutschland war immer klein (bis ins 19. Jahrhundert noch viel kleiner, da in zahlreiche Mini-Staaten aufgespalten), da hat sich im Lauf der Zeit so ein Selbstverständnis von Kuschelfürsorge entwickelt, bei dem (nach heutigen Begriffen jedenfalls) auch der letzte Penner oder Behinderte, der sich nicht selber den Hintern wischen kann, Mindestansprüche an die Gesellschaft im Ganzen stellen kann, wie gerade Sozialhilfe, Krankenversorgung, Unterkunft etc.
Die Amis aber sehen sich bis heute stolz in der Tradition der Siedler und Pioniere, die sich ihre Lebensgrundlagen mit eigener Hände harter Arbeit erworben haben und denen selten was geschenkt wurde, die es nicht selten sogar als Beleidigung empfunden hätten, hätte sich irgendwer angemaßt, ihnen irgendwelche staatlichen "Hilfen" (mit welchen Hintergedanken??) in den Hintern zu blasen (man denke nur an die Puritaner, die ja vor der Staatsgewalt im eigenen Heimatland geflohen waren, und die so etwas zweifellos als neuerlichen Versuch von staatlicher Bevormundung und Gängelung empfunden hätten), und dieses Selbstgefühl zieht sich in den USA bis heute durch alle Schichten. Die Einwanderer in die USA waren buntest gemixt, vom Tagelöhner oder landlosen Bauern, der sich hier besseres erhoffte, bis zum entfleuchten Adelssproß war da wirklich alles dabei, und die Gesellschaft hat nie die beinahe undurchdringlich strengen Abgrenzungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten (land- und besitzloses Volk wie etwa Dienstboten, landbesitzende Bauern, eigenständige und in Gilden organisierte Handwerker, Adel...) entwickelt so wie es in der Alten Welt, gerade auch in Deutschland, ja noch durchaus Anfang 20. Jahrhundert üblich war. Die Amis sind stolz (wirklich!) darauf, daß es dieses "Kastenwesen" bei ihnen nie gab, da kann sich jeder sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär (oder Präsidenten, was jedem Kind schon in der Schule eingetrichtert wird) hocharbeiten ...
aber der Sturz in die umgekehrte Richtung ist eben genauso möglich. Das immer so hochgehaltene, im weiteren Text der Verfassung garantierte "Streben nach Glück" ist eine individuelle Sache, in der auch das eigene Vermögen, die eigene Leistung eine wichtige Rolle spielt. Wer dauerhaft Tellerwäscher bleibt (oder wie zitiert, Empfänger von Mindestlohn mit 2 Jobs, der trotzdem nicht über die Runden kommt, Obdachloser, mittelloser Rentner...), der hatte halt nicht das "Vermögen", es zu was besseres zu bringen, nicht die "zündende Idee", mit der er sich selber am Schopf aus dem Sumpf zieht...
das klingt brutal und nach Ellenbogen-Mentalität, hat aber, wie gesagt, mit Selbstverständnis zu tun und ist eigentlich viel vernünftiger und "anständiger" als diese deutsche "Zurücklehnen-und-der-liebe-gute-Staat-wird´s-schon-richten"-Einstellung, die keine Tugend, sondern ein massiver Charakterfehler ist!
Unterschiede gibt es auch in der Konzeption von Gesetzestexten, namentlich der Verfassung. Wenn im deutschen Grundgesetz was von Gleichberechtigung, Menschenwürde, Schutz der Familie (etc. etc. sämtliche Paragraphen durch) steht, gilt dem Deutschen das als Aufforderung, daß gefälligst der Staat dafür zu sorgen hätte, daß das alles auch durchgesetzt wird. Anders die Amerikaner: Wenn bei denen was vom Streben nach Glück, der zitierten "Förderung der Sozialfürsorge" oder ähnlichem in der Verfassung steht, dann versteht der Ami darunter in erster Linie, daß der Staat gefälligst nicht Bestrebungen, die diese Aussagen zu verwirklichen suchen, im Weg stehen darf.
In Kurzfassung, der Ami empfindet von Natur aus ein tiefes Mißtrauen gegenüber dem Staat und seinen durchführenden Organen. Ganz anders als der Kuscheldeutsche, der sich am liebsten in seine Gesetzestexte einwickeln und damit zudecken möchte, damit ihm auch ja keine eigene Anstrengung zugemutet wird...
Uuuund... wer sorgt jetzt dann für die zitierte "Förderung der Sozialfürsorge" und alles andere?
Ganz klar: auch das ist - Privatsache! "Privat" reicht hier von kleinen lokalen Eigeninitiativen, von denen es in den USA nur so wimmelt, bis zu den großen Lobbys, die ganz konkret und massiv Einfluß in Washington und New York nehmen. In "gemeinnützigen" Organisationen (aller Art) sind die Amis ganz groß. Auch wieder eine typische Eigenart - die Initiativen auf lokaler Ebene sind großteils Auswuchs der propagierten "Hausfrauenehen" vom Mitte 20. Jahrhundert, bei der eben viele gelangweilte Hausfrauen nix besseres zu tun hatten, als Kuchenback-Kreise, Geldspendeaktionen, "Unsere-Stadt-soll-schöner-werden" und was es da alles gab, zu organisieren. Von diesen "Graswurzel"- Initiativen lebt ein Großteil des Landes in sozialer Hinsicht bis heute. Das hat natürlich auch einen winzigkleinen Nachteil - die Leute verlassen sich oft so sehr darauf, daß eben so ziemlich alles in Eigenregie, ohne staatliche Unterstützung, gemanagt werden kann, daß sie immer dann dumm dastehen, wenn ein Ereignis eintritt, das zu groß ist, um von diesen Strukturen abgefangen zu werden. Der Hurrikan "Katrina" samt Beinahe-Untergang von New Orleans war ein gutes Beispiel dafür - die staatlichen Stellen haben, eben im Vertrauen auf Eigen- und Privatinitiativen, viel zu spät reagiert, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war...
Die Amis aber sehen sich bis heute stolz in der Tradition der Siedler und Pioniere, die sich ihre Lebensgrundlagen mit eigener Hände harter Arbeit erworben haben und denen selten was geschenkt wurde, die es nicht selten sogar als Beleidigung empfunden hätten, hätte sich irgendwer angemaßt, ihnen irgendwelche staatlichen "Hilfen" (mit welchen Hintergedanken??) in den Hintern zu blasen (man denke nur an die Puritaner, die ja vor der Staatsgewalt im eigenen Heimatland geflohen waren, und die so etwas zweifellos als neuerlichen Versuch von staatlicher Bevormundung und Gängelung empfunden hätten), und dieses Selbstgefühl zieht sich in den USA bis heute durch alle Schichten. Die Einwanderer in die USA waren buntest gemixt, vom Tagelöhner oder landlosen Bauern, der sich hier besseres erhoffte, bis zum entfleuchten Adelssproß war da wirklich alles dabei, und die Gesellschaft hat nie die beinahe undurchdringlich strengen Abgrenzungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsschichten (land- und besitzloses Volk wie etwa Dienstboten, landbesitzende Bauern, eigenständige und in Gilden organisierte Handwerker, Adel...) entwickelt so wie es in der Alten Welt, gerade auch in Deutschland, ja noch durchaus Anfang 20. Jahrhundert üblich war. Die Amis sind stolz (wirklich!) darauf, daß es dieses "Kastenwesen" bei ihnen nie gab, da kann sich jeder sprichwörtlich vom Tellerwäscher zum Millionär (oder Präsidenten, was jedem Kind schon in der Schule eingetrichtert wird) hocharbeiten ...
aber der Sturz in die umgekehrte Richtung ist eben genauso möglich. Das immer so hochgehaltene, im weiteren Text der Verfassung garantierte "Streben nach Glück" ist eine individuelle Sache, in der auch das eigene Vermögen, die eigene Leistung eine wichtige Rolle spielt. Wer dauerhaft Tellerwäscher bleibt (oder wie zitiert, Empfänger von Mindestlohn mit 2 Jobs, der trotzdem nicht über die Runden kommt, Obdachloser, mittelloser Rentner...), der hatte halt nicht das "Vermögen", es zu was besseres zu bringen, nicht die "zündende Idee", mit der er sich selber am Schopf aus dem Sumpf zieht...
das klingt brutal und nach Ellenbogen-Mentalität, hat aber, wie gesagt, mit Selbstverständnis zu tun und ist eigentlich viel vernünftiger und "anständiger" als diese deutsche "Zurücklehnen-und-der-liebe-gute-Staat-wird´s-schon-richten"-Einstellung, die keine Tugend, sondern ein massiver Charakterfehler ist!
Unterschiede gibt es auch in der Konzeption von Gesetzestexten, namentlich der Verfassung. Wenn im deutschen Grundgesetz was von Gleichberechtigung, Menschenwürde, Schutz der Familie (etc. etc. sämtliche Paragraphen durch) steht, gilt dem Deutschen das als Aufforderung, daß gefälligst der Staat dafür zu sorgen hätte, daß das alles auch durchgesetzt wird. Anders die Amerikaner: Wenn bei denen was vom Streben nach Glück, der zitierten "Förderung der Sozialfürsorge" oder ähnlichem in der Verfassung steht, dann versteht der Ami darunter in erster Linie, daß der Staat gefälligst nicht Bestrebungen, die diese Aussagen zu verwirklichen suchen, im Weg stehen darf.
In Kurzfassung, der Ami empfindet von Natur aus ein tiefes Mißtrauen gegenüber dem Staat und seinen durchführenden Organen. Ganz anders als der Kuscheldeutsche, der sich am liebsten in seine Gesetzestexte einwickeln und damit zudecken möchte, damit ihm auch ja keine eigene Anstrengung zugemutet wird...
Uuuund... wer sorgt jetzt dann für die zitierte "Förderung der Sozialfürsorge" und alles andere?
Ganz klar: auch das ist - Privatsache! "Privat" reicht hier von kleinen lokalen Eigeninitiativen, von denen es in den USA nur so wimmelt, bis zu den großen Lobbys, die ganz konkret und massiv Einfluß in Washington und New York nehmen. In "gemeinnützigen" Organisationen (aller Art) sind die Amis ganz groß. Auch wieder eine typische Eigenart - die Initiativen auf lokaler Ebene sind großteils Auswuchs der propagierten "Hausfrauenehen" vom Mitte 20. Jahrhundert, bei der eben viele gelangweilte Hausfrauen nix besseres zu tun hatten, als Kuchenback-Kreise, Geldspendeaktionen, "Unsere-Stadt-soll-schöner-werden" und was es da alles gab, zu organisieren. Von diesen "Graswurzel"- Initiativen lebt ein Großteil des Landes in sozialer Hinsicht bis heute. Das hat natürlich auch einen winzigkleinen Nachteil - die Leute verlassen sich oft so sehr darauf, daß eben so ziemlich alles in Eigenregie, ohne staatliche Unterstützung, gemanagt werden kann, daß sie immer dann dumm dastehen, wenn ein Ereignis eintritt, das zu groß ist, um von diesen Strukturen abgefangen zu werden. Der Hurrikan "Katrina" samt Beinahe-Untergang von New Orleans war ein gutes Beispiel dafür - die staatlichen Stellen haben, eben im Vertrauen auf Eigen- und Privatinitiativen, viel zu spät reagiert, als das Kind schon in den Brunnen gefallen war...

