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Entwicklung der Vernunft?
#13
(12-03-2010, 11:59)Gundi schrieb:
(12-03-2010, 10:39)petronius schrieb: da wäre "entwicklung" ja schon wieder eindeutig und einseitig positiv besetzt, also teleologisch als "entwicklung zum guten" (was auch immer das sein mag) verstanden. das ist natürlich unsinnig - die realität richtet sich nicht nach dem, was wir gerne hätten

Das ist ja eine Frage die sich aus der Problematik ergibt: Gibt es eine positive Entwicklung unserer Gesellschaftssysteme?

selbstverständlich. die frage ist nur: wo und für wen?

du formulierst deine frage noch immer so, als gäbe es nur eine entwicklung der einen gesellschaft, und als könnte man irgendwie "objektiv" festlegen, was nun als "positiv" anzusehen sei

die realität ist viel komplexer und unübersichtlicher. einfache antworten auf komplexe fragen können nur falsch sein

Zitat:Ich würde ihn nicht so verstehen dass er ideologische Heilsversprechen direkt für bare Münze nimmt. Das diese sich als Luftblasen erweisen ist ihm , denke ich, bewusst.
Vielmehr kritisiert er dass wir aber immer wieder neu davon ausgehen, dem richtigen Ideal zu folgen. Das wir überhaupt einem Ideal folgen. Einem Ideal welches es so nicht gibt. Ich denke darin sieht er die Gefahr

ideale gibt es auch. auch solche, die intersubjektiv als "richtig" angesehen werden. ihnen zu folgen, ist auch nicht falsch. daraus aber abzuleiten, alles wäre erlaubt, um dem ideal näherzukommen (daß es nir erreicht werden kann, ist ja geradezu die definition von "ideal"), daß also der zweck jedes mittel heilige - das ist natürlich gefährlicher unsinn

klar kann ich z.b. das ideal verfolgen, aids auszurotten. eine zweckdienliche maßnahme wäre z.b., sämtliche hiv-infizierten sofort nach diagnose umzubringen

klar, worauf ich damit hinaus will?

Zitat:Sicher war der Irakkrieg nicht vordergründig dazu da Demokratie zu verbreiten. Er wurde aber unter diesem Namen geführt. Und auch diese Verlogenheit ist ein Teil unserer Demokratie (von welcher viele ausgehen dass sich aus ihr eine beste Gesellschaft entwickelt)

sie ist weniger "Teil unserer Demokratie" (ist das denn in diktaturen anders oder gar besser?), sondern viel mehr teil der menschlichen natur. der idealist ist nicht gefährlich, weil er ideale hat - sonden, weil er sie mit der realität verwechselt

Zitat:Mal noch ein weiteres Zitat von Gray: "Es geht nicht darum die Welt zu verändern, sondern darum sie richtig zu verstehen."

kann ich nicht so sehen. es geht selbstverständlich darum, die welt zu verändern. auch das liegt in der natur des menschen (sonst würden wir eben noch in höhlen hausen). das aber geht nur dann zielgerichtet, wenn wir uns vorher bemüht haben, sie zu verstehen

Zitat:Kommt einem ja in ähnlicher Weise durchaus bekannt vor. Nur das Gray eben meint, die Welt mit idealistischen Ideen (auch denen der Humanisten) zu verändern bringt nichts. Eher ein erkennen und damit leben.
Das klingt für viele, welche wirklich an eine positive Entwicklung der Menschheit glauben, natürlich sehr pessimistisch.

ist es auch. derlei fatalismus ("nimm halt alles hin, so wie es ist") kann ja nun auch keine lösung sein und ist auch nicht das einzig mögliche gegenstück zum irrealen glauben an eine notwenigerweise "positive entwicklung" der gesellschaft oder gar menschheit. es geht darum, zusammenhänge (auch einschränkungen und zwänge) zu erkennen, um auf diesem verständnis aufbauend wege zu finden, den gesteckten zielen näher zu kommen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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