19-03-2010, 19:52
Beim Zölibat handelt es sich um eine, für eine bestimmte gesellschaftliche Gruppe eigenartige und schwierige Lebensweise, sofern der- oder diejenige starke sexuelle Wünsche in sich verspürt.
Gesellschaftliche Gruppen neigen dazu, sich durch solche "Eigenarten" von anderen abzugrenzen und zu überhöhen. Gruppenmitglieder betrachten sich allenthalben als die "besseren" Menschen. Sind die Gruppenmitglieder auch noch Priester ist der elitäre Status fest im Kopf.
Von diesen Zirkeln fühlen sich all' jene angezogen, die intelligent genug sind, um zu der Clique gehören zu können, und sie unterschätzen ihr Triebpotenzial oder haben keins. Jedenfalls verbiegt der Zwangszölibat diese Gruppe (entweder Triebunterdrückung oder Anlocken pathologischer Menschen).
Die Zugehörigkeit zu dieser elitären Gruppe ist also objektiv ein Mangelzustand im Hinblick auf das Leben der vielen anderen im Lande, ohne dies bewusst wahr zu nehmen.
Wie eine solche, sich selbst stabilisierende Struktur aufzuheben ist, ist mir schleierhaft. Denn: "ich bin hervorragend" (Stolz), ist eines der stärksten Gruppenmotive. Ich vermute sogar, dass unter diesem Zugehörigkeitszwang gegen jede Vernunft beschönigt, gelogen, betrogen und vertuscht wird (eben nicht nur auf sexuellem Gebiet!).
Wir sollten generell überlegen, ob und wie wir elitäre Strukturen beachten und hochachten. Wenn ich mir die "priesterlichen Sockel" in unseren Gemeinden (auch den protestantischen!) ansehe, dann habe ich wenig Hoffnung.
Gesellschaftliche Gruppen neigen dazu, sich durch solche "Eigenarten" von anderen abzugrenzen und zu überhöhen. Gruppenmitglieder betrachten sich allenthalben als die "besseren" Menschen. Sind die Gruppenmitglieder auch noch Priester ist der elitäre Status fest im Kopf.
Von diesen Zirkeln fühlen sich all' jene angezogen, die intelligent genug sind, um zu der Clique gehören zu können, und sie unterschätzen ihr Triebpotenzial oder haben keins. Jedenfalls verbiegt der Zwangszölibat diese Gruppe (entweder Triebunterdrückung oder Anlocken pathologischer Menschen).
Die Zugehörigkeit zu dieser elitären Gruppe ist also objektiv ein Mangelzustand im Hinblick auf das Leben der vielen anderen im Lande, ohne dies bewusst wahr zu nehmen.
Wie eine solche, sich selbst stabilisierende Struktur aufzuheben ist, ist mir schleierhaft. Denn: "ich bin hervorragend" (Stolz), ist eines der stärksten Gruppenmotive. Ich vermute sogar, dass unter diesem Zugehörigkeitszwang gegen jede Vernunft beschönigt, gelogen, betrogen und vertuscht wird (eben nicht nur auf sexuellem Gebiet!).
Bion schrieb:Sollten antike Vorstellungen, wonach kultische Reinheit von sexueller Enthaltsamkeit abhängt, heute nicht überholt sein?Ja, sollten sie. Aber beachte den Stolz, den diese hervor ragende Besonderheit intern erzeugt.
Bion schrieb:Sollen wirtschaftliche Überlegungen, die im 11. Jh erstmals zu einem gesamtkirchlichen Verbot der Priesterehe (Reichssynode v. Pavia 1022) geführt haben, heute noch unselig wirken dürfen?Seit Priester im Kirchendienst Gehalt beziehen, dürfte dieser Aspekt kaum mehr eine Rolle spielen. Die Versorgung der unmündigen Nachkommen und der Ehefrauen könnte ohne Weiteres wie im Beamtenrecht oder Angestelltenrecht geregelt werden.
Bion schrieb:Soll der Mönch Hildebrand (Gregor VII.), ...Das fällt genau in die Kategorie "Stolz". So etwas auszurotten ist fast unmöglich.
Bion schrieb:Haben Priester bis 1139 (...) unwürdig gelebt?Ich glaube, dies spielt bei "elitären Kennzeichen" keine Rolle. Genauso könnte man Fragen, ob Christen "rituelle Schmutzfinken" sind, weil sie nicht beschnitten sind.
Wir sollten generell überlegen, ob und wie wir elitäre Strukturen beachten und hochachten. Wenn ich mir die "priesterlichen Sockel" in unseren Gemeinden (auch den protestantischen!) ansehe, dann habe ich wenig Hoffnung.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

