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Der Weisheitsschatz Indiens
#3
Noch ein bisschen mehr Nektar..................:D

Kapitel 14
Die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur
(Gunatraya-vibhaga-yoga)

Vers 1
Der Höchste Herr sprach: Nun werde Ich dir das höchste Wissen vermitteln, durch das die Weisen die höchste Vollkommenheit erlangt haben.

Vers 2
Indem man dieses Wissen verwirklicht, wird man die transzendentale Natur erreichen, die Meinem Wesen entspricht. Wer so vervollkommnet ist, wird weder zur Zeit der Universalen Schöpfung geboren, noch zur Zeit ihrer Vernichtung Leid erfahren.

Vers 3
O Bharata, die materielle Natur ist die Quelle aller Geburten, und Ich befruchte sie, so dass alle Lebewesen in ihren entsprechenden Verkörperungen ins Dasein treten können.

Vers 4
O Kaunteya, die materielle Natur (prakrti) ist die Mutter aller verschiedenen Lebensformen und Ich bin der samengebende Vater.


Vers 5
Die materielle Natur gliedert sich in drei Erscheinungsweisen: Reinheit (sattva-guna), Leidenschaft (rajo-guna) und Unwissenheit (tamo-guna), o heldenhafter Arjuna. Wenn die Seele (atma) mit dieser Natur in Berührung kommt, wird sie durch diese Erscheinungsweisen bedingt.

Vers 6
O Sündloser, die Erscheinungsweise der Reinheit ist aufgrund ihres Wesens höher als die anderen beiden. Sie ist erhellend und von friedvollem Charakter. Jemand, der sich in dieser Erscheinungsweise befindet, wird durch die Illusion von materiellem Glück und Wissen gebunden.

Vers 7
O Sohn Kuntis, die Erscheinungsweise der Leidenschaft äußert sich in dem Streben nach sinnlichen Genüssen. Aus ihr entstehen Lust und Gier, die das verkörperte Lebewesen an fruchtbringendes Handeln binden.

Vers 8
O Bharata, die Erscheinungsweise der Unwissenheit entsteht aus der Dunkelheit und verursacht die Täuschung aller Lebewesen. Sie äußert sich durch Verrücktheit, Faulheit, Trägheit und übermäßigen Schlaf.


Vers 9
O Arjuna, die Reinheit bindet die Seele (atma) durch illusorisches Glück, die Leidenschaft durch fruchtbringendes Handeln und die Unwissenheit durch Verrücktheit, die das Wissen der Lebewesen verschleiert.

Vers 10
O Bharata, manchmal gewinnt die Erscheinungsweise der Reinheit die Oberhand über die Erscheinungsweisen der Leidenschaft und Unwissenheit, ein anderes Mal besiegt die Erscheinungsweise der Leidenschaft Reinheit und Unwissenheit und manchmal herrscht die Erscheinungsweise der Unwissenheit über Reinheit und Leidenschaft. Auf diese Weise findet ein ständiger Kampf um Vorherrschaft statt.


Vers 11
Die Merkmale der Erscheinungsweise der Reinheit werden erfahren, wenn alle Sinne des Körpers Glück erleben, da sie die eigentliche Natur ihrer Objekte auf richtige Weise wahrnehmen.

Vers 12
O Arjuna, wenn die Erscheinungsweise der Leidenschaft vorherrscht, offenbaren sich die Anzeichen von Gier, ehrgeizigen Bemühungen, grenzenlosen materiellen Wünschen und unbeherrschtem Verlangen nach Sinnesfreuden.

Vers 13
O Nachkomme der Kurus, wenn die Erscheinungsweise der Unwissenheit vorherrscht, manifestieren sich Falschheit, Trägheit, Faulheit, Dummheit und Verrücktheit.

Vers 14
Wenn jemand beim Verlassen seines Körpers vorwiegend von der Erscheinungsweise der Reinheit beeinflusst wird, erreicht er die höheren Planeten, auf denen die Geweihten der devas leben.

Vers 15
Wenn jemand in der Erscheinungsweise der Leidenschaft seinen Körper aufgibt, wird er unter den Menschen geboren, die fruchtbringenden Tätigkeiten nachgehen (karmis). Wenn jedoch jemand in der Erscheinungsweise der Unwissenheit seinen Körper verlässt, wird er im Tierreich wiedergeboren werden.

Vers 16
Die Weisen erklären, dass tugendhaftes Handeln zu Glück und Frieden führt, leidenschaftliche Handlungen Leid bringen und Tätigkeiten in Unwissenheit in Dummheit enden.

Vers 17
Aus der Erscheinungsweise der Reinheit entwickelt sich Wissen, aus der Erscheinungsweise der Leidenschaft entsteht die Gier und aus der Erscheinungsweise der Unwissenheit entwickeln sich Verrücktheit, Verwirrung und Illusion.


Vers 18
Diejenigen, die sich vorwiegend in der Erscheinungsweise der Reinheit befinden, gelangen zu den höheren, himmlischen Planeten (bis nach Satyaloka); jene, die vorwiegend in der Erscheinungsweise der Leidenschaft leben, verbleiben auf den mittleren Planeten (in der menschlichen Gesellschaft) und diejenigen, die von der Erscheinungsweise der Unwissenheit beherrscht werden, fallen nach und nach auf die niederen, höllischen Planeten hinab.

Vers 19
Derjenige, der erkennt, dass allein die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur aktiv sind und versteht, dass Ich jenseits davon existiere, kann göttliche Liebe zu Mir entwickeln.

Vers 20
Wenn jemand bereits in diesem Körper, der aus den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur hervorging, die drei Erscheinungsweisen überwindet und so von Geburt, Alter und Tod und den sich daraus ergebenden Leiden frei wird, kann er den Nektar der göttlichen Liebe erfahren.

Vers 21
Arjuna fragte: O Herr, (1.) an welchen Merkmalen erkennt man jemanden, der die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur transzendiert hat, (2.) wie verhält er sich und (3.) wie hat er sie überwunden?

Verse 22-25
Der Höchste Herr sprach: O Pandava, (1.) jemand, der weder Erkenntnis, Verlangen oder Illusion ablehnt noch sie begehrt; der gleichmütig bleibt trotz der Wirkungen der materiellen Erscheinungsweisen, indem er sich bewusst ist, dass nur sie allein wirksam sind; (2.) der ausgeglichen ist in materiellen Freuden und auch Sorgen; der im Selbst verankert ist; der einen Erdklumpen, einen Stein und ein Goldstück mit gleicher Sicht betrachtet; der Gleichmut bewahrt, wenn er Wünschenswertes oder Unerwünschtes erhält; der über eine stetige Intelligenz verfügt und innerlich gelassen bleibt bei Lob oder Beleidigung, Ehre oder Schmach; der sowohl Freund als auch Feind wohlgesonnen ist; der alle materiellen Bestrebungen hinter sich gelassen hat - von ihm sagt man, er habe die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur transzendiert.

Vers 26
(3)Jemand, der sich Mir in vollkommener liebevoller Hingabe geweiht hat, transzendiert die drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur. Auf diese Weise erlebt er seine innere göttliche Identität.

Vers 27
Ich bin die Grundlage des transzendentalen Bewusstseins, der höchsten Freude, der ewigen göttlichen Spiele und der unendlichen göttlichen Liebe.
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Der Weisheitsschatz Indiens - von Gast - 20-01-2003, 10:41
[Kein Betreff] - von Shia - 20-01-2003, 10:44
[Kein Betreff] - von Gast - 21-01-2003, 13:24
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[Kein Betreff] - von Peter - 24-04-2004, 08:35

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