24-05-2010, 19:13
(23-05-2010, 20:35)alwin schrieb: Beim Islam frage ich mich, ob nicht deren Religionswächter die wirklich Mächtigen im Machtgefüge sind. Wenn ich so am Rande mitbekommen habe, wie in den asiatischen Problemstaaten (Iran usw.) der Religionsrat über Minister und Parlament "wacht" und der oberste islamische Geistliche seine Ansichten ins Spiel bringt, da habe ich so meine Zweifel an politischen Unabhängigkeiten
von der religion politisch unabhängige staatswesen hatte der islam sicher nie als mögliches konzept im auge, ebenso wenig wie (zumindest de facto) das christentum. letzteres mußte sich hin zur akzeptanz der säkularen demokratie emanzipieren, sicher nicht freiwillig, aber letztlich doch, und teils sogar aus überzeugung. billigt man dem islam als später gegründete religion auch zu, daß auch das christentum lange bis zur aufklärung gebraucht hat, so ist die theokratie z.b. im iran doch als historischer rückfall zu werten (natürlich unter ganz bestimmten randbedingungen, (die nicht vernachlässigt oder pauschal auf andere staaten verallgemeinert werden dürfen)
vielleicht aber wird die mullah-diktatur des iran in ihrem scheitern doch noch die initialzündung zu einer emanzipation des islam. noch steht in teheran der nächtliche ruf allahu-akbar für die forderung nach demokratischer mitbestimmung und menschenrecht
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)

