21-08-2010, 02:58
(20-08-2010, 16:36)Der-Einsiedler schrieb:(20-08-2010, 16:20)ThePassenger schrieb: Gerade durch ihre kategorische Abgrenzung hat die Mormonenkirche ihr Charisma und ihre Glaubensethik, trotz innerer Widerstreitigkeiten, erhalten können. durch ihren Anspruch, die einzige wahre und wiederhergestelle Kirche Christi in dieser Evangeliumszeit zu sein.
Aber das ist doch geradezu die Voraussetzung für Intoleranz und Abwertung aller anderen Konfessionen und Religionen und Nichtreligionen. Da bleibt doch kein Platz mehr, andere zu respektieren und zu akzeptieren und zu tolerieren, denn wenn die eigene Kirche die "einzige wahre" ist, dann MÜSSEN alle anderen falsch sein und man kann sie nur missionieren, aber nicht tolerieren.
Klipp und klar: Was hältst Du von Toleranz? Muss oder kann man andere (Nicht-)Religionen tolerieren? Oder noch klarer: Tust DU es?
DE
Andere Religionen sind mir relativ egal. Eine gewisse Affinität habe ich zum japanischen Shintoismus, was aber nichts mit der Spiritualität zu tun hat, die ich bei der Kirche Jesu Christi empfinde. Die anderen christlichen Kirchen, die ich kenne, sagen mir nichts. Insbesonders die Ev.-Luth. Kirche lehne ich ab, weil ich auch die vier soli ablehne:
Der gemeinsame Nenner der evangelischen Kirchen sind die „vier Soli“ der Reformation:
* Sola fide – allein durch den Glauben wird der Mensch gerechtfertigt, nicht durch gute Werke – Röm 3,28 EU: So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
* Sola gratia – allein durch die Gnade Gottes wird der Mensch errettet, nicht durch eigenes Tun
* Solus Christus – allein Christus, nicht die Kirche, hat Autorität über Gläubige
* Sola scriptura – allein die (Heilige) Schrift ist die Grundlage des christlichen Glaubens, nicht die Tradition der Kirche
Soli 1, 2 und 4 lehne ich ab. Solus Christus bedingt, weil ich eher an Gott selbst als höchste Autorität glaube.
Wie gesagt, da ich aufgrund meiner persönlichen Historie natürlich christlich orientiert bin, steht auch diese Glaubensrichtung bei mir im vordergrund. Früher war ich ja mal ev.-luth., und Du weißt ja selbst, wie es beim Evangelismus bzw. Evangelikalen ist: keine andere Gaubensrichtung hat derart viele Fraktionen hervorgebracht und ist sich derart uneins. Bei der Ev.-Luth. Kirche verurteile ich eine ganze Menge, auf die ich jetzt nicht eingehen werde. Sie ist eine der wenigen Kirchen, gegen die ich eine regelrechte Aversion entwickelt habe. Ansonsten kann ich mit anderen Religionen leben, denn ich bin nicht missionarisch geprägt. Andere Menschen (von wenigen Ausnahmen abgesehen) sind mit relativ egal, und somit auch deren Beziehung zu Gott. Was ich entschieden ablehne, ist die Tendenz zur Vergötzung des Menschen und die Hinwendung zum reinen Materialismus ("das Leben ist kurz, man muß rausholen, was man kann, Karriere, Geld, Macht usw.") und seinen Exzessen. Da ich dieses Leben nur als Episode betrachte, regen mich andere mit ihren Religionen nicht auf, sofern ich keinen Bezug dazu habe (mit Ausnahme der Ev.-Luth. Kirche).
