12-12-2010, 13:30
(12-12-2010, 12:48)Karla schrieb: Der Unterschied zwischen einem Wissenschaftler und einem Dogmatiker ist unter anderem folgender:Es gibt bei dir so kleine Bedeutungsverschiebungen, die den Sinn dessen verdrehen, was unter Naturwissenschaftlern Konsens ist: Richtig ist, empirische Erkenntnisse sind vorläufig. Aber dies gilt nur im Hinblick auf die mehr oder weniger detaillierte Modellvorstellung (Theoriebildung). Die (anerkannten) Modelle geben einen Sachverhalt zutreffend wider und gelten „lokal“ unwiderruflich. Vorläufig ist nur die Frage, bis zu welchem Detaillierungsgrad Messergebnisse (empirische Erlebnisse) die Natur der betreffenden Phänomene reproduzieren.
Der Wissenschaftler leitet Hypothesen oder Gesetze ab aus empirischen Untersuchungen. Diese formulierten Gesetze sind immer nur vorläufig.
Der Dogmatiker aber macht aus den beobachteten Gesetzen Dogmen. Er meint, es seien objektive Gesetzmäßigkeiten, die unabhängig von der empirischen Untersuchung vorhanden seien. Er leugnet, dass die Empirie immer nur vorläufig ist. Für ihn sind einmal gefundene Gesetze quasi unveränderlich wie göttliche Wahrheiten.
So gibt zum Beispiel das Gravitationsgesetz i. S. Newtons die Bewegung von Massen auf der Erdoberfläche vollkommen richtig wider und damit lokal „immer“. Anders sieht die Sache aus, wenn auch empirische Befunde der Astronomie beurteilt werden sollen. Soweit reicht die Reproduktionsfähigkeit der Newtonschen Kinematik halt nicht.
Die Dogmatik im geisteswissenschaftlichen Bereich hat eine ganz andere Bedeutung als die Theoriebildung im Bereich der Naturwissenschaften. Dogmen setzen bestimmte Lehrinhalte als verbindliche Standpunkte fest bis hinein in abstruse mythische Vorstellungen hinein (Beispiel: Dogma der unbefleckten Empfängnis einer ganz bestimmten Frau - und bei allen anderen nicht).
(12-12-2010, 12:48)Karla schrieb: Mit Dogmatikern kann man nie diskutieren. Sie blenden alles aus, was das Dogma hinterfragen könnte. So ein SatzFreilich kann dies auch ein „echter Wissenschaftler“ von sich geben. Denn es handelt sich bei dem Verhältnis Mensch/Wasser schlicht um eine reale Erkenntnis. Sie gilt (a posteriori – nach den empirischen Befunden) immer, ohne Ausnahme. Es mag kleine leichte Wesen geben, deren behaarte Beine die Oberflächenspannung des Wassers nicht zu durchdringen vermögen. Das ist natürlich auch richtig, gilt aber für Menschen nicht. Die Möglichkeit, dass ein Mensch über Wasser geht, ist völlig ausgeschlossen.(12-12-2010, 12:32)humanist schrieb: Schließt ihr wirklich nicht die Möglichkeit aus, dass ein Mensch auf Wasser laufen kann?könnte niemals von einem echten Wissenschaftler kommen. Denn der schließt eben nichts aus. Es ist typisch für einen Dogmatiker.
(12-12-2010, 12:48)Karla schrieb: Der Wissenschaftler weiß, dass Gesetze nur in genau dem Rahmen gelten, in dem sie definiert sind. Andere Definitionen ergäben andere Resultate.Andere Anschauungsweisen (also Standpunkte) ergeben nur ertrunkene, nasse oder schwimmende Leute. Die dazu erforderlichen empirischen Daten liegen vor.
Nur andere Bezugsrahmen ergeben andere Resultate, wie das Beispiel Wasserläufer zeigt, oder tiefe Temperaturen, oder besondere Beimischungen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard

