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Exodus‐Geschichte
#42
Schalom, Ulan Icon_lol 
- Dein Text ueberschnitt sich teils mit etwas, was ich hier gerade gleichzeitig am Erlaeutern war. 

@Ulan "... Stecken da zum Teil alte Erzaehlungen drin? - Sicher. - Nur, mit Geschichte hat das dann alles nichts mehr zu tun." 
- kein Problem. Mir waere im Geschichts-Unterricht an Schule oder Uni nie der Gedanke gekommen oder unterbreitet worden, vorher, nachher zum Verursacher des "Historischen Lehrbuchs" liebevoll zu beten und etwa aus dessen Bericht ueber die "Cimbern und Teutonen" oder "ueber den 7-jaehrigen Krieg" etwa Lebens-Regeln Friedrichs dGr "fuer mein Leben" zu entnehmen zu beherzigen. 
- Eine "Heilige Schrift" wie die jued. und christl. Bibel(n) (oder "Qur'an" oder "Bagvadgita") hatte nie die Funktion, eine international-akademisch neutrale Bericht-Erstattung zu sein. Am ehesten kann man vergleichen, dass es in der Zeit, als absehbar Kaiser Karl dGr "1000-Jahre"-Reichs-Gesetz-Geltung im 19. Jhd abgelaufen sein wuerden, die "Voelker der Welt" reihenweise ihre "nationalen Sagas" ausgruben bzw auf Basis von Volks-Liedern, Tracht-Merkmalen, eigner Sprache (ab nun schriftlich gedruckt), z.B. Finnland seine "Kalevala" und das sprachlich und vom Herkommen aus jenseits des Ob (=As) in Sibirien verwandte Estland seinen "Kalevipoeg", Daenemark den "Beowulf" (handelt in Kopenhagen, schon schriftlich in ca 650 ndZ bekannt). Deutsche liessen ihre "Nibelungen-Saga" (in der Kreuzfahrer-Zeit schonmal besungen) wieder aufleben - auch eine "Mongolen-Saga" wurde gesammelt und aufgeschrieben. 
- Zweck der Uebung war kein neutrales Historiker-Produkt, sondern eine "eigen-nationale Vergewisserung der Sippen-Verknuepfungen". Ein anzumeldender "Kaiser" wuerde wohl 70 regierte Nationen vorweisen sollen, dafuer brachte Russland sogar einmal 135 Nation-Voelker zusammen, das kleinste waren 200 Einwohner der Insel Taimyr im Eismeer, mit einer turk-verwandten, eignen Sprache. 
- Modernes Beispiel: Esten identifizierten am suedlichen Peipus-See ein Holzfaeller-"Setu"-Volk, das dort nur ueberwinderte, aber sommers auf Floessen wohnte, Baumstaemme aus Sued-Russland fuer den Schiffs-Bau  in den Norden holend als weder russisch noch estnisch, ob sie eine eigne Saga haben, weiss ich nicht, aber ich traf schonmal einen, der richtig gluecklich war, dass ich von Setukesen wie ihm schon einiges wusste (sie feiern in auffaelliger Tracht  mit beim estnischen Volks-Singe-und-Tanz-Fest (im Herkunfts-Land meiner Mutter) und assoziieren sich lieber zu Esten und deren Staat als zu Russland. Ab 3000 Mitgliedern kann man in Estland eine "nationale Minderheit" anmelden, mit Kindergaerten und Schulen in eigner Regie und Sprache, ich meine, dass sie orthodoxe Christen sind, weiss aber nicht genau ob russ.-alt-orthodox (ca 1713-Vertriebene) oder russ.-zarist.-orthodox (1917-Vertriebene) oder Moskauer russ.-orth. (1920 von Lenin genehmigte Rest-Kirche) - oder griech.-orthodox (was viele Esten sind, dies seit ihrer 1920-Unabhaengigkeit gewaehlt habend,, deren meiste aus balten-deutscher Zeit her evangelisch-lutheran. sind), in der Sowjet-Zeit war ja alles Vereins-Leben ausser der Partei, soweit Mitglieder ueberlebten, bis ca 1985 im Untergrund. 

- Das erzaehl ich nur, weil das nicht wahllos ist, und weil es auch heute so existiert, und weil darin noch nein "Nationalisten-Wahn" intoleranter Art liegt, sondern in Familien-Verknuepfungen gewachsene, regional "Heimat"-konzentrierte, ganz natuerliche Menschen-Treue, die erstaunlich belastbar ist. 

@Ulan "Die Bibel weiss weder, dass Kanaan aegyptisch war, noch, dass die Israeliten Kanaanaeer waren, was man ja schon daran sieht, dass Hebraeisch seinen Ursprung als kanaanaischer Dialekt hat. Einfach irgendwelche vagen Parallelen zu suchen, bringt nicht viel." 
- Aua, aua! - das sagst Du im Spass, ja? 
- Aus dem eben-Gesagten wirst Du entnehmen koennen, dass die juedische Bibel nicht "wissen" muss, dass "Kanaan aaegyptsch" waere. 
- Die Stamm-Tafeln ab Adam und ab Noah "wissen" (und behaupten, uebrigens von Zeitgenossen historisch unangefochten), dass Kanaan (Kna'an, Wort fuer "sich geflissentlich /dienend verbeugen", wie Kna'anij "Haendler") Sohn des 2. Sohns Hham des Noah war, der entstand erst waehrend der Sintflut, eine Episode auf der Arche nennt ihn so (- keineswegs auf Kajn Sohn des Adam (Qjn, "Speer, Lanze") als "Stamm-Vater" bezogen, oder Keniter (Qinij sind Seth-Adamiten - Qijnah, "Klage-Lied", aus Qijnan Sohn des Enosch Sohn des Scheth), die Beziehung ist nur die, dass es auch-jued. Brauch ist, einem naechsten Neu-Geborenen nach Tod eines alten Verwandten, der (mit oder ohne Erben) stirbt, dessen "Namen weiter leben zu lassen".  
- Aegypter (Mitsrij) sind auch "Hamiten", sozusagen Kanaans Cousins. Aber wenn man eine Sippe aus dem 1.Sohn "Schem" ist, Sippe Abram Sohn des Therahh, der sich davon (in aller Freundschaft) zwecks Auswanderung loeste, die ausdruecklich grad erst dann durch Gebiete Kanaans wanderte, doch aus Staedten vom Euphrat her kam, mit semitisch-aramaeischer Sprache, dann sind es nicht gleich "Kanaanaeer", und wenn Hebraeisch als Sprache (zu Salomos Zeiten) ebenfalls ein (im Sinai-Raum erst-gebrauchtes) Ziffern-Alphabeth zum Schreiben benutzte, hatte das keinen "Ursprung als Kanaanaeischer Dialekt" - das haetten auch einheimische Kanaaniter nicht gebilligt. 
- Wuerdest Du sagen, dass wir hier im Forum unser Deutsch als "so eine Art britische /oder polnische Mundart" schreiben? - Es ist einfach nicht so, auch wenn sich die Alphabete aehneln, so doch nichtmal die Aussprachen. Daran arbeiten Sprach-Wissenschaftler wirklich zu gruendlich, Sprach-Stammbaeume zu erstellen. 

- Auch ist Hebraeisch nicht selbst das auch-semitische Aramaeisch, wenn auch Letzteres seinerzeit (die syrische) Verkehrs-Sprache des Vorderen Orients war, und dann Schul-Sprache der Talmudisten wurde, zumal die 2 groessten Thorah-Talmud-Hochschulen mehrere hundert Jahre lang im Kern-Gebiet des Therahh (Abrahams Vater) wohnten und lehrten. Um die juedischen Thorah-Gebote zu beachten, ergaenzte man das zu Lernende um viele Realien (im Wissens-Ausmass vergleichbar mit Oxford und Cambridge, 60 Baende Talmud "ganz" zu studieren, dauerte 30 Jahre) 

@Ulan "Die Keniter-Hypothese hat natuerlich eine neue Renaissance gesehen, nicht zuletzt deshalb, weil man da und in einigen verwandten Staemmen den Ursrpung des Stammes Juda sieht, der anscheinend erst spaeter dazugestossen ist. Die Keniter haben ja Kain als ihren Stamm-Vater - auch ein schoenes Beispiel, wie ein einst hochangesehener Stammes-"Urvater" in der Bibel zum Erzschurken wird." 
- Letzteres meinst Du doch sicher auch nicht ernst? 

- wie schon beschrieben, ist es biblisch ausgeschlossen, dass nach dem Neustart der Sintflut irgend-ein Stamm den alten Nomaden-Qajn zum Vater hat. Der wird aber auch nicht als sonderlich boese (Erz-Schurke?) stilisiert, nur ganz simpel, dass es ihm missfiel, wie schoen Abels Opferrauch aus Fetten aufstieg und sein eigner aus Getreiden eben nicht, er "fiel auf den (Abel) drauf (und er starb)" steht da woertlich, Abel (Hhewel als Wort ist ein "im Ansatz steckenbleiben" (der wurde ja nicht mehr Vater), andererseits im Codex Hammurabi "abilum", irgend-jemand Mensch) und verwirkte sein Recht als sesshafter Ackersmann zu arbeiten damit, den toten Bruder dann in fruchtbarem Boden zu vergraben (das verdirbt Garten-Boeden), um das Unglueck zu verheimlichen. Es wird sogar dafuer gesorgt, dass niemand ihn zur Vergeltung erschlagen duerfen soll (was er nun befuerchtete), er soll nur eben weg gehn und von anderem leben, man registrierte seine Lebens-Jahre nicht, auch die seiner Nachkommen nicht. 
- Aber der Suender, der gebuesst hat, darf nicht weiter diffamiert werden, das Suendigen war ein falsches Tun, kein Attribut dieser Person. 
- Ob Qajn ein "hoch-angesehener" Stamm-Vater war, ist biblisch unerwaehnt. doch man traf einander ja wegen der Nuetzlichkeit der unsesshaften Berufe, doch ausgerechnet deren letzte begannen, zu prahlen, dass sie unmaessig Rache nehmen: "ich erschlug fuer 1 Strieme 1 Juengling, fuer 1 Mann sogar 7", also ein ziemlich unsympathischer Ausklang. Irgend-wessen Stammvater war er eben nur so lange. 
- Aber mit den anderen ging es auch nicht sonderlich gerecht weiter, es gipfelt lediglich in der Aussage, dass Nuahh "gerecht" war, bei seiner Geburt (50 Jahre nach Adams Tod) hiess es hoffnungsvoll "Trost wird kommen", er zog 3 Soehne auf und "er fand das (vorhandene) Wohlwollen in den Augen des HERR". 
- Im Bereich einer Ahnen-Aufzaehlung zum Auswendig-gelernt-Tradieren gab es nur kurze Anmerkungen (z.B. dass ein Hhenokh nach 365 "schanah" (Jahre, aber wir wissen nicht wieviele Tage das damals umfasste) einem Wir-Verein anschloss (und ab dann wohl anonym und fuer den Rest seines Lebens persoenlich undatierbar war). 
- Menschheit vor und nach der Flut neigt eben mal zum Guten mal zum Boesen, ist gleich danach im Text auch eine biblisch nuechterne Feststellung. 

@Ulan "Ansonsten muss man auf griechische Geschichten, die Figuren anderer Voelker zu irgendwelchen Helden umfunktionierten, nichts geben. Das war uebliche Praxis der Geschichten-Spinnerei, die keinerlei Anspruch auf Geschichtlichkeit hatte." 
- falls Du das darauf beziehst, was ich ueber Osiris und Isis und jene koeniglich regierenden Menschen als in hellenischer Sicht ploetzlich rein geistige Vereinswesen kritisierte, sprachen die ja den Gruendern des Nil-Tal-Reichs das historische Real-existiert-Haben ab, in der Beziehung war es fuer Juden ein Schritt in die falsche Richtung. Die Mythen um jene Auseinandersetzungen um die Macht im Nil-Tal und dessen Peripherie erzaehlte und schrieb man ja lange vor den Hellenen. Mir scheint, Juden und Aegypter setzten durchaus historisch gemeinte im Prinzip datierbare Existenz dieser Leute voraus, auch wenn man Spass am Erzaehlen und drastischen Ausschmuecken hatte. 
- Wer wuerde die Existenz Karl dGr und Harum al Raschis (trotz "1001 Nacht"-Buch) bezweifeln, wenn eine karolingische Chronik zu melden weiss, dass der maechtige Kalif zu Bagdad dem maechtigen Franken-Koenig zur Kaiser-Reich-Gruendung Geschenke nach Aachen schickte und gratulierte? 

- Griechen definieren "Historia" als eine Muse - eine Kunst wie Musik oder Malerei etc, und man setzte voraus, dass ein Historiker die recherchierten, realen Daten arrangiert und "komponiert", dass es seinem Broetchen-Geber dann auch zusagt? - unter den jeweiligen Zeitgenossen mit auch Annalen ihrerseits kam man nie lange durch, haette man ein Gross-Ereignis glatt erfunden. 
- In dieser Hinsicht gibt es mehr als genug Belege darueber, dass auf Bibel-Texte gut aufgepasst wurde, und die Orte und Leute (soweit im Umfeld der fuers Judentum religioes interessierenden Gebote und Gesetze dazu-berichtet) real existierten, auch wenn die Vielsprachigkeit der Bibel-Buecher es erschwert, je laenger es her ist, akademisch-genau "festzustellen", wer - wann - wo war. 
- Das aendert doch nichts an unseren religioesen Liebes-Pflichten und der Schicksals-Verbundenheit auch heutiger Nachkommen mit ihren Vorgaengern. 
- (was m.E. fuer alle Religionen und Nationen gilt) 

Schalom - Pax - Salaam 
mfG WiT Icon_lol 
(§/*_*§)   ;))),
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