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Was müsste geschehen damit ihr an das Metaphysische glaubt?
#16
(13-01-2026, 13:17)Zero1 schrieb: Stellt man etwas -wie hier ja mehrfach geschehen - Z.B. "die Meta-Physik") in Frage  (behauptet diese gäbe es nicht , man brauche sie nicht), muss Derjenige  - um wirklich ernstgenommen zu werden - dann eigentlich etwas Handfestes bringen.

Die Bringschuld liegt bei dem "Vertreter" der Behauptung

also bei den komikern, die ständig sinnloserweise eine "metaphysik" für alles mögliche (esoterische) in anspruch nehmen

nicht wir pöhsen "wissenschafsgläubigen materialisten" sind es, die ständig mit "metaphysik" wedeln, als wäre damit rgendetwas ausgesagt oder gar begründet

Zitat:
Übrigens : Könnte man einige Erkenntnisse d. Quanten- Physik (der letzten 50 Jahre) schon auch (fast) als "Meta-Physik" ansehen

nein

nicht sinnvollerweise

aber natürlich durch in dem sinne, wie man den hundehaufen, in den man gerade getreten ist, als gottesbeweis ansehen könnte

welcher sinn halt eben unsinn wäre
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#17
(11-01-2026, 18:14)subdil schrieb: Es gibt auch innerhalb des naturwissenschaftlich-materialistischen Weltbildes natürlich Nuancen und feine Unterschiede. Aber was "euch" vereint ist die Verneinung des Metaphysischen im weitesten Sinne.

Schon diese Aussage, die du ja gewissermaßen als eine Art "Prämisse" aufstellst, ist ganz grundsätzlich falsch. Man kann nichts "verneinen", dass - per definitionem - der empirischen Verifizierbarkeit nicht zugänglich ist, weil es - per definitionem - nicht Teil des empirisch verifizierbaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhanges ist. Deshalb sind derartige Aussagen nicht nur willkürlich und beliebig, sondern dergleichen "Metaphysikalismen", gehen den in der materiellen Ursache-Wirkungs-Welt existierenden Menschen - per definitionem - ganz einfach überhaupt nichts an.


(11-01-2026, 18:14)subdil schrieb: Denn - und das ist bei diesem Threadthema der entscheidende Punkt überhaupt - als Wissenschaftler bzw. wissenschaftlich denkende Menschen müsst ihr ja immer offen für neue Informationen und Erkenntnisse sein. Ich denke, darüber sind wir uns einig.

Sehr richtig! Daher, wenn du auch nur irgendeine, nicht ans Materielle und mit diesem im Ursache-Wirkungs-Zusammenhange stehende, "metaphysische Entität" empirisch nachprüfbar belegen kannst, wird dir in der Behauptung der Existenz derselben kein "wissenschaftlich denkender Mensch" widersprechen.

Wenn du aber die bloße Behauptung aufstellst, dass dieses und jenes "Metaphysische" zwar existiere, man aber weder dessen Existenz noch dessen Nichtexistenz emprisch verifizierbar beweisen könne, dann muss dir doch klar sein, dass solche Aussagen völlig willkürlich und damit völlig beliebig sind und obendrein unendlich viele davon aufgestellt werden können. Warum ein vernünftiger Mensch irgendeiner derartigen Behauptung "Glauben" schenken sollte, ist doch weit und breit nicht abzusehen.


(11-01-2026, 18:14)subdil schrieb: Also was würde da für euch funktionieren? Würde eine revolutionäre Erkenntnis in der Quantenphysik ausreichen?

Das gilt jetzt nicht nur für dich: Bitte, BITTE, BITTE - lasst doch endlich mal die arme Quantenmechanik in Ruhe, wenn ihr davon so überhaupt nichts verstanden habt! Das produziert bestenfalls nur peinliche Eigentore...



(11-01-2026, 18:14)subdil schrieb: Fangen wir einmal ganz allgemein an: Was müsste denn geschehen, damit ihr euer naturwissenschaftlich-materialistisches Weltbild hinterfragen würdet? Dies ist ja eine sehr bescheidene Fragestellung, da hier von euch noch gar nicht der Schritt zum Glauben an das Metaphysische im Allgemeinen geschweige denn ein konkretes Glaubensbekenntnis erwartet wird, sondern es ginge lediglich darum, dass ihr euer Weltbild einmal grundsätzlich in Frage stellen würdet.
...
Was müsste geschehen, damit ihr an Jesus Christus glaubt?

Dieser Schwenk von den (vorgeblichen) allgemein-grundsätzlichen philosophischen Erwägungen über "Metaphysiches" hin zu deinen ganz konkreten bibel-christlichen Glaubensüberzeugungen war so unausweichlich wie das Amen in der Kirche!

Denn auch hier im Forum sehe ich momentan keine Ausnahme von der Regel, dass kaum jemand, der sich in öffentliche, philosophische Grundsatzdiskussionen mit der Überzeugung einschaltet, die Existenz "metaphysicher" Unerweislichkeiten sei nicht nur möglich, sondern sogar eine ausgemachte Sache, dies nur allein dieser grundsätzlichen, "erkenntnistheoretischen" Erwägungen wegen täte. Sondern fast ausnahmslos ist es so, dass von ganz konkreten "religiösen" Glaubensvorstellungen und -konstrukten überzeugte Zeitgenossen versuchen, damit ihren ganz konkreten "Glaubens"-Konstrukten, die eben ganz und gar bloß "geglaubt" werden können (was Willkürlichkeit und Beliebigkeit derselben zur unausweichlichen Folge hat), irgendeinen "wissenschaftlich-philosophischen" Anhauch zu verpassen.

Und daher ist es auch nicht dein erster Beitrag, indem du eine "Schluss-Kette" der folgenden Art präsentierst:

Man kann sich vorstellen, dass "Metaphysisches" existiert  ---> daraus "folgt", dass "Metaphysisches" existiert ---> daraus "folgt", dass es sich dabei um einen und nur einen "Gott" handelt ---> daraus folgt, dass es sich bei diesem einen "Gott" nur um den biblischen Jehova handeln kann, und die biblischen Schriften die alleinige "Wahrheit" verkünden.

Ganz offenkundig ist darin natürllich nirgendwo auch nur der schwächste Hauch irgendeines "Sequitur" enthalten. Sondern vielmehr ist offensichtlich, dass der "Ausgangspunkt" hier nicht irgendwelche grundsätzlichen philosophischen Erwägungen über "Metaphysiches" sind, sondern die Überzeugung von der alleinigen Wahrheit der bibel-christlichen Glaubenslehren, die dann im Rückwärtsgang auf Biegen und Brechen irgendwie mit "Philosophie" in Verbindung gebracht werden sollen.

So funktioniert vielleicht die von dir so genannte "Glaubenslogik". Aber mit Logik, mit der du "wissenschaftlich denkende Menschen" ansprechen oder gar "überzeugen" könntest, hat das natürlich nicht das Geringste zu tun.


Sodann: Behauptungen über irgendwelche unerweisliche "metaphysische" Konstrukte, Entitäten usw. sind selbst dann willkürlich und folglich beliebig, wenn sie in sich nicht widersprüchlich sind.

Wenn sie aber, wie z.B. die von dir gepredigten bibel-christlichen Glaubenslehren, nicht nur in sich von vorne bis hinten noch nicht mal ansatzweise zusammenpassen und obendrein auch noch bar jeglicher fundamentalen Ethik daherkommen, dann sind solche Verkündigungen des Glaubens vollends unwürdig - "Metaphysik" hin oder her!




(11-01-2026, 18:14)subdil schrieb: (und durch die Tatsache, dass er für alle Menschen sichtbar erscheint)

An solchen Aussagen zeigt sich, dass du das "naturwissenschaftlich-materialistische Weltbild", über das du ja immerfort redest, überhaupt nicht verstanden hast: Wenn nämlich der liebe Herr Jesus "für alle Menschen sichtbar" ist und seine Existenz empirisch nachprüfbar verifiziert werden kann, braucht kein Mensch mehr an dessen Existenz bloß zu "glauben" - dann weiß man es halt.
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#18
@Reklov: Dein Schlusswort lautet: "Engel glauben nicht, - sie wissen". Die Engel, das himmlische Geflügel, sind aber nicht die einzigen. Es gibt auch lebende Menschenkinder, darunter Physikprofessoren, die einigen Hauptaussagen einer gemäßigten Esoterik aus Eigenerfahrung zustimmen. Natürlich nur als Privatäußerung.

Ein solcher Professor könnte aber wohl keine einzige der sehr zahlreichen Aussagen von @Ekkard, einem promovierten Physiker, die er zum Thema Jenseits und vor allem zur Gottesfrage hier im Forum gemacht hat, beanstanden. Ekkard legt nämlich die für jedermann verständlichen Voraussetzungen einer wissenschaftlichen Physik ausführlich dar, und zeigt auf, dass sie bis heute jede Beweismöglichkeit für Metaphysisches im genannten Sinne ausschließen. 

Was ist aber, wenn nun ein hochqualifizierter Wissenschaftler behauptet, Eigenerfahrung mit sogenannten okkulten Phänomenen zu besitzen? Man braucht nicht einmal seine Glaubwürdigkeit anzuzweifeln, sondern kann ihm Psychopathologisches unterstellen, das ihm unbewusst ist. Beweisen kann er ohnehin nichts.

Wer überhaupt keine Schwierigkeit mit einer Gottesvorstellung hatte, waren neben vielen anderen Zeitgenossen die beiden 1685 geborenen Musikgiganten Bach und Händel. Viele ihrer Werke signierten sie mit "SDG" (Soli Deo Gloria / Allein Gott die Ehre). Warum? Bei der Uraufführung von Händels Messias in England erfuhr es der König am eigenen Leib. Als das berühmte Halleluja erklang, riss es ihn vom Sitz. Er erhob sich - und schließlich das gesamte riesige Auditorium. Seither ist es bis heute in England unveränderliche Tradition, dass an dieser Stelle des Messias  immer alle Anwesenden aufstehen. - Händel selbst schrieb über dieses Halleluja: "Ob ich im Leibe gewesen bin oder außer dem Leibe, als ich schrieb, ich weiß es nicht. Gott weiß es." - Beethoven über Händel: "Ich würde mein Haupt entblößen und auf seinem Grabe knien." - Bach über Händel: Händel ist der einzige, den ich sehen möchte, ehe ich sterbe, und der ich sein möchte, wenn ich nicht der Bach wäre.." 

Goethe über Bach, nachdem ihm das Wunderkind Mendelssohn Bachsche Fugen vorgespielt hatte und auf Goethes Schoß sitzen durfte: "Es ist, als wenn die ewige Harmonie sich mit sich selbst unterhielte, wie sich's etwa in Gottes Busen kurz vor der Weltenschöpfung möchte zugetragen haben." - (Alle Zitate aus "Der Meister Tön und Weisen" von Friedrich Herzfeld (1951) Im Deutschen Verlag Berlin.)

Unser Thema lautet: "Was müsste geschehen, damit ihr ..... ?" - Was musste geschehen, damit der große Einstein die sogenannte Verschränkung innerhalb der Quantenphysik nicht mehr wie zunächst ablehnte, sondern später als Realität anzuerkennen gezwungen war?  In der Zeitschrift "Bild der Wissenschaft" 12/2025 auf Seite 15 ist zu lesen: "Albert Einstein nannte dieses in der klassischen Physik undenkbare Phänomen deshalb einst "spukhafte Fernwirkung". Er hielt die Verschränkung für eine Täuschung, die einem unvollständigen Bild der Quantenmechanik entspringt und war überzeugt, dass eine verbesserte Theorie der Quantenwelt dem für ihn ein Ende bereiten würde. Doch Einstein irrte sich mit dieser Einschätzung. Inzwischen sind die Existenz und die Folgen der quantenmechanischen Verschränkung durch Experimente klar bestätigt."

Brillanter, stets sachlicher und vor allem immer höflicher Ekkard: Könnte es dem im Weltbestseller "Der Gotteswahn" von Dawkins beschworenen Abgesang auf die Gottesvorstellung auch einmal so ergehen? Immerhin schließt der Autor Dawkins das nicht aus, falls absolut neue Erkenntnisse das wissenschaftlich zwingend beweisen.
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#19
@Felix: Danke für die "Blumen"!
Zum "Metaphysischen":
Vielleicht hätte ich meinen Beitrag zum "Metaphysischen" doch besser hier gepostet. Nun, er beantwortet nicht die hier gestellte Frage, drum lass' ich ihn im Unterforum Feedback: (Link)

Zur Sache hier:
Die Metaphysik ist ein Zweig der Philosophie und behandelt, wie wir Themen angehen im Kant'schen Sinne a priori also vor jeder Erfahrung. Konsequent zuende gedacht ist "a priori" ohne jegliche Erfahrung nicht denkbar. Aber es zeigt, dass wir Denkstrukturen antrainieren, mit denen wir an "alle möglichen" Bereiche der Wirklichkeit herangehen. Zur Wirklichkeit gehören natürlich auch Wertvorstellungen, die jemand oder eine Gruppe hat.

Stellen wir die Threadfrage anders: Welchen Wert würde ich einem irgendwie gearteten Erweckungserlebnis beimessen?

Nach Stand meines Wissens würde ich von einer psychischen Fehlsteuerung ausgehen. Ich würde versuchen das (eventuelle) Trauma möglichst rasch zu überwinden - notfalls mit professioneller Hilfe.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#20
(Gestern, 00:05)Ekkard schrieb: Stellen wir die Threadfrage anders: Welchen Wert würde ich einem irgendwie gearteten Erweckungserlebnis beimessen?

Nach Stand meines Wissens würde ich von einer psychischen Fehlsteuerung ausgehen. Ich würde versuchen das (eventuelle) Trauma möglichst rasch zu überwinden - notfalls mit professioneller Hilfe.

Es ist irgendwie faszinierend, nicht wahr? Solche Erlebnisse scheinen manche Personen voellig aus der Bahn zu werfen, weil sie so bestimmend in ihrem Leben werden, dass sie einen normalen Umgang mit anderen Leuten, auch guten Freunden oder gar der eigenen Familie, zumindest erschweren. Manchmal aendert sich das persoenliche Umfeld voellig. Ich fand's in einem anderen Forum (wo ich nur gelesen habe) etwas bedrueckend, wenn das gegenseitige auf die Schulter Klopfen ob der Schilderungen der Erweckungserlebnisse umschlug in ein Bohren ob das Erlebnis nun "korrekt" oder doch irgendwie "nicht echt" gewesen sei oder ob derjenige nicht doch vielleicht von einem Daemon getaeuscht wurde... Und nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Muss man aber nicht vertiefen.

Aber das steht ja schon bei Lukas 14:26 (LUT):
"Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Frau, Kinder, Brüder, Schwestern, dazu auch sein eigenes Leben, der kann nicht mein Jünger sein."
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#21
(13-01-2026, 16:11)Reklov schrieb: der Mensch "er-klärt" sich die Raumzeit-Struktur mit Hilfe des "Urknalls", und "stellt sich eben vor", dass davor NICHTS gewesen sei !?

nein

und das wurde dir schon gefühlt tausende male auseinandergesetzt

Zitat:TRANSZENDENZ bedeutet "überschreiten" des Erfahrbaren, der weltlichen Wirklichkeit, - das jenseits unserer Sinne liegende

was nicht erfahren werden kann, existiert (nach jeder vernünftigen definition von existenz) nicht. alles geschwafel darüber ist so sinnvoll wie eine weltsicht, in der uns die unsichtbaren grün-rosa-gestreiften elefanten auf der rückseite des monds beherschen und fernsteuern

Zitat:In der Psychologie ist es das Über-Ich

da hat wohl einer seinen freud nicht verstanden, und wohl auch ert gar nicht gelesen

wie auch - bei so gut wie allem, wo du dich auf große namen berufst, hast du deren werk nicht verstanden oder gibst es zumindest grausam verzerrt wieder, um es mal höflich auszudrücken

Zitat:Und wer z.B. auf die unbestritten doch sehr kurzen individuellen Lebensstrecken blickt, dem stellt sich zumindest die Frage, ob denn menschliches Dasein auf diesem Planeten schon als "absoluter Sinn" bezeichnet werden kann/sollte? 

der übliche extradämliche und extra-überhebliche strohmann...


bezieh dich doch mal aufs thema, auf das, was andere hierzu vorbringen - statt deiner fantasie freien lauf zu lassen und so sinnbefreit wie am thema vorbei or dich hin zu schwafeln
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#22
(13-01-2026, 22:44)Felix schrieb: Unser Thema lautet: "Was müsste geschehen, damit ihr ..... ?" - Was musste geschehen, damit der große Einstein die sogenannte Verschränkung innerhalb der Quantenphysik nicht mehr wie zunächst ablehnte, sondern später als Realität anzuerkennen gezwungen war?

Ganz einfach: Mathematisch bearbeitete und interpretierte Experimente an der Materie. Verifizierbare Empirie also. Dass dieser Umstand zur Begeisterung für "Metaphysisches" beitragen könnte, ist eigentlich nicht recht erkennbar.



(13-01-2026, 22:44)Felix schrieb: Wer überhaupt keine Schwierigkeit mit einer Gottesvorstellung hatte, waren neben vielen anderen Zeitgenossen die beiden 1685 geborenen Musikgiganten Bach und Händel. Viele ihrer Werke signierten sie mit "SDG" (Soli Deo Gloria / Allein Gott die Ehre). Warum? Bei der Uraufführung von Händels Messias in England erfuhr es der König am eigenen Leib. Als das berühmte Halleluja erklang, riss es ihn vom Sitz. Er erhob sich - und schließlich das gesamte riesige Auditorium. Seither ist es bis heute in England unveränderliche Tradition, dass an dieser Stelle des Messias  immer alle Anwesenden aufstehen. - Händel selbst schrieb über dieses Halleluja: "Ob ich im Leibe gewesen bin oder außer dem Leibe, als ich schrieb, ich weiß es nicht. Gott weiß es." - Beethoven über Händel: "Ich würde mein Haupt entblößen und auf seinem Grabe knien." - Bach über Händel: Händel ist der einzige, den ich sehen möchte, ehe ich sterbe, und der ich sein möchte, wenn ich nicht der Bach wäre.." 

Goethe über Bach, nachdem ihm das Wunderkind Mendelssohn Bachsche Fugen vorgespielt hatte und auf Goethes Schoß sitzen durfte: "Es ist, als wenn die ewige Harmonie sich mit sich selbst unterhielte, wie sich's etwa in Gottes Busen kurz vor der Weltenschöpfung möchte zugetragen haben." - (Alle Zitate aus "Der Meister Tön und Weisen" von Friedrich Herzfeld (1951) Im Deutschen Verlag Berlin.)

Was genau du damit sagen willst, lässt du freilich im Unklaren. Und dies offenbar ganz gezielt, wenn ich deine Formulierungsweise richtig einschätze. Wenn du damit ausdrücken willst, was ich vermute, dass du es ausdrücken willst, dann erlaube ich mir deine obige Aufzählung wie folgt zu ergänzen:

Ohne jegliche Schwierigkeiten mit "Gottesvorstellungen" wurden ganze Völkerstämme und Kulturen ausgerottet, unaufhörlich (bis heute!) blutrünstigste Glaubens- und sonstige Kriege mit endlosen Massakern und bestialischsten Grausamkeiten geführt, Sklaverrei, Menschenhandel, Unterdrückung und brutalster Intoleranz jeglicher Art installiert und am Leben erhalten - alles mit einem "Gott allein sei Lob und Ehr" auf den frommen Lippen. Wie etwa der letzte Deutsche Kaiser, ein strenger und konsequenter Protestant, der auch mitten im Krieg jeden Tag innig betend und mit einer Andacht begann, bei der er häufig höchstselbst die "Predigt" hielt - um anschließend immer mehr der zahlosen unglücklichen Soldaten in die Kriegs-Blutmühle mit dem "göttlichen" Auftrag zu schicken, so viele "Feinde" wie möglich zu massakrieren. SOLI DEO GLORIA!


(13-01-2026, 22:44)Felix schrieb: Könnte es dem im Weltbestseller "Der Gotteswahn" von Dawkins beschworenen Abgesang auf die Gottesvorstellung auch einmal so ergehen? Immerhin schließt der Autor Dawkins das nicht aus, falls absolut neue Erkenntnisse das wissenschaftlich zwingend beweisen.

Zum einen: Ein "Gott", dessen Existenz samt zugehörigen Eigenschaften "wissenschaftlich zwingend" - also empirisch verifizierbar - "bewiesen" werden kann, wäre ja, wie der Mensch auch, nichts weiter als irgendeine, den Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen unserer immanenten Welt unterworfene "Entität", mithin also selbst wiederum bedingt/verursacht usw. - an welche man folglich auch nicht mehr bloß "glauben" müsste und bezüglich der das Adjektiv "höher", wenn es denn jemals irgendeinen Sinn ergeben hätte, dann endgültig überhaupt keinen mehr ergibt. Auch kein rechter Grund zum Glauben an "Metaphysisches"...

Allerdings stimme ich keineswegs in einen "Abgesang" auf die verschiedenen "Gottes"-Fantasien ein. Ganz im Gegenteil. Denn, wie bereits erwähnt: Für Menschenfreundlichkeit bedarf es keinerlei Autorisierung oder "Rechtfertigung" durch irgendwelche "höheren Wesen". Sehr wohl aber und geradezu zwingend für jegliche aus menschlicher Dummheit und Bosheit entspringende Abartigkeit. Die "Theismen" jeglicher Couleur werden daher mit ziemlicher Sicherheit immer wieder fröhliche Urständ feiern, solange sich Menschen auf dieser Erde zu schaffen machen.
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#23
Was einen rein naturwissenschaftlich denkenden Menschen zum Glauben bringen kann, ist wie schon angeklungen die eigene subjektive Glaubenserfahrung.
Soweit ich informiert bin, sind gläubige Menschen wissenschaftlich belegt im Durchschnitt glücklicher als ungläubige Menschen. Der Glaube ist somit funktional
vernünftig. Ein materialistischer Nihilismus ist es nicht. 

Der Irrtum besteht darin zu glauben, dass man für den Glauben irgendein Erweckungserlebnis bräuchte oder eine genetische Veranlagung. Nein, Glauben kann man lernen: Schritt für Schritt. Es gilt das gleiche Motto wie bei den anonymen Alkoholikern: "Fake it, till you make it". Man muss sich nur darauf einlassen und ernsthaft an der Liturgie und der Gemeinschaft teilnehmen und es wird sich mit der Zeit etwas einstellen.
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#24
@bellevue: Du bist noch nicht so lange hier, und weißt deshalb auch nicht, dass die bibel- und religionskritische Fachliteratur im Forum schon vielfach empfehlend angesprochen wurde, auch von mir mir.
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#25
(Vor 9 Stunden)Felix schrieb: @bellevue: Du bist noch nicht so lange hier, und weißt deshalb auch nicht, dass die bibel- und religionskritische Fachliteratur im Forum schon vielfach empfehlend angesprochen wurde, auch von mir mir.

Angesichts dessen, was hier in summa geschrieben wird, ist ganz gewisslich davon auszugehen, dass vielen Diskutanten dieses Forums religionskritische Literatur vertraut ist. Nur kann ich noch nicht recht erkennen, inwiefern die Konstatierung dieses unwidersprochenen Umstandes eine Entgegung auf meinen Beitrag sein könnte.
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#26
(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Soweit ich informiert bin, sind gläubige Menschen wissenschaftlich belegt im Durchschnitt glücklicher als ungläubige Menschen.

Nun, das ist doch mal ein gewichtiger Grund - und das ist durchaus ernst gemeint! Denn dies ist letztlich nichts weniger als die einzige verbleibende, auf das Wohl und Wehe des eigenen Egos abstellende Motivation, sich "Gottes"-, Welt- und Menschenbilder zu eigen zu machen, die bei reinem Verstandes-Lichte betrachtet willkürlich-merkwürdig bis absurd und ethisch allzu oft gruselig sind.

Sich die Welt und das Leben schön zu "glauben", kann schlechterdings niemandem angekreidet oder verwehrt werden. Der schwerwiegende Pferdefuß bei der Sache ist aber, dass rein menschliche Gedanken und Urteile mal eben zu "Göttlichem", "Höherem", mithin also vom begrenzten, irdischen Menschlein nicht mehr Hinterfragbarem erklärt werden. Dass auf diese Weise das Tor zur Hölle sperrangelweit aufsteht, dürfe doch wohl offensichtlich sein.




(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Ein materialistischer Nihilismus ist es nicht. 

Was soll das denn bitte schön sein?
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#27
(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Soweit ich informiert bin, sind gläubige Menschen wissenschaftlich belegt im Durchschnitt glücklicher als ungläubige Menschen.
Da sind Sie falsch informiert.
Zitat:In diesem Streudiagramm ist das gesellschaftliche Glück in 30 europäischen Nationen diesesmal gegen die Bedeutungslosigkeit der Religion im Alltag aufgetragen (BG = Bulgarien versteckt sich übrigens unter der Legende, wurde aber in den Auswertungen beachtet). Mit einer statistischen Signifikanz von p=0,009 haben wir also folgendes Resultat:

Je weniger Bedeutung Religion im Alltag der Bevölkerung hat, desto größer ist das gesellschaftliche Glück
.
Q.:ht*tps://glaube-ist-heilbar.blogspot.com/2011/07/religion-und-ungluck.html
Das Diagramm findet sich in der Q. die Hervorhebung ist von mir.

(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Nein, Glauben kann man lernen: Schritt für Schritt. Es gilt das gleiche Motto wie bei den anonymen Alkoholikern: "Fake it, till you make it".
Ein Alkoholiker bleibt Alkoholiker, egal was er sich einredet. Der geringste Anlass und die Sauferei geht wieder los. Ähnlich wird es beim Glauben vs. Denken sein, der geringste Anlass und die Denkerei geht wieder los. Dass Anspruch und Wirklichkeit bei den meisten Glaubensgemeinschaften nicht übereinstimmen, dafür braucht es keine grossen Denker. Warum sollte ich also bestrebt sein, bei so etwas mitzumachen?

(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Man muss sich nur darauf einlassen und ernsthaft an der Liturgie und der Gemeinschaft teilnehmen und es wird sich mit der Zeit etwas einstellen.
Mir reichen meine Erfahrungen mit den Katholiken, auf eine weitere Gemeinschaft mit Denkverweigerern lege ich keinen Wert.
Kein Mensch mit Humor hat jemals eine Religion gegründet.
Robert Green Ingersoll
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#28
Fall 1: Besonderes Erweckungserlebnis, Rettung aus Lebensgefahr, gar Extrakorporation...
(Gestern, 01:52)Ulan schrieb: Solche Erlebnisse scheinen manche Personen voellig aus der Bahn zu werfen, weil sie so bestimmend in ihrem Leben werden, dass sie einen normalen Umgang mit anderen Leuten, auch guten Freunden oder gar der eigenen Familie, zumindest erschweren....

Fall 2: Training, Erziehung
(Vor 9 Stunden)Thomas der Ungläubige schrieb: Glauben kann man lernen: Schritt für Schritt. Es gilt das gleiche Motto wie bei den anonymen Alkoholikern: "Fake it, till you make it". Man muss sich nur darauf einlassen und ernsthaft an der Liturgie und der Gemeinschaft teilnehmen und es wird sich mit der Zeit etwas einstellen.

Aus meiner persönlichen Sicht und dem, was ich aus der Psychologie mitgenommen habe, sind beide Fälle Formen der "Gehirnwäsche". Die Persönlichkeit ist nicht so stabil, wie man selbst glauben mag. Sie kann durch Ereignisse und Personen verändert werden. Deshalb meide ich gefühlslastige Regungen, was mir bei Ärger nicht so leicht fällt. Bei "frommen Regungen" habe ich gelernt abzuschalten. Da hilft mir die simple Frage nach dem prüfbaren (oder von anderen geprüften) Sachverhalt. Und dann ist schnell vorbei mit: "Glauben kann man lernen". Stimmt, kann man, aber will ich das und warum sollte ich?

(Gestern, 01:52)Ulan schrieb: Manchmal aendert sich das persoenliche Umfeld voellig. Ich fand's in einem anderen Forum (wo ich nur gelesen habe) etwas bedrueckend, wenn das gegenseitige auf die Schulter Klopfen ob der Schilderungen der Erweckungserlebnisse umschlug in ein Bohren ob das Erlebnis nun "korrekt" oder doch irgendwie "nicht echt" gewesen sei oder ob derjenige nicht doch vielleicht von einem Daemon getaeuscht wurde... Und nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. Muss man aber nicht vertiefen.
Aber es zeigt, dass die wissenschaftliche Methode die klarere ist: Die Schilderungen gehen allesamt als Kopfgeburten durch. Da wäre Ockham's razor segensreich!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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