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Wann kann man sich berechtigt als Christ bezeichnen?
#1
Es gibt sehr viele unterschiedliche Auffassungen, was ein Christ ist. Aber welche Auffassung ist richtig? Ist man Christ, wenn man
  1. getauft ist?
  2. regelmäßig in die Kirche geht?
  3. regelmäßig in der Bibel liest?
  4. Jesus als Gott anbetet?
  5. an das Kreuz als Evangelium glaubt?
  6. umkehrt und ein frommes Leben führt?
  7. sich und sein Leben völlig Gott bzw. Jesus unterordnet?
  8. wiedergeboren ist? (Was heißt das überhaupt genau?)
(Mehrfachnennungen sind möglich)

() Nagarjuna
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#2
Hi Nagarjuna!

Diese Fragen werden sehr wahrscheinlich von alles Trifft zu bis zu eins von allen reicht aus, beantwortet werden. Später werde ich noch ein paar Links auf bisherige Gespräche setzen oder Du kannst hier im Forum oder in den Archiven selbst stöbern oder die Anworten der anderen User abwarten.

Liebe Grüße
Gerhard
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#3
Nagarjuna schrieb:Es gibt sehr viele unterschiedliche Auffassungen, was ein Christ ist. Aber welche Auffassung ist richtig?....() Nagarjuna
In meiner Sicht, Nagarjuna,
ist auch hier wieder die Klärung Jesu aus Matthäus 7
am deutlichsten:

21 Nicht jeder, der zu mir sagt: «Herr, Herr», wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.
22 Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Taten vollbracht?
23 Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!...

"Christ" ist demnach in Jesu Sicht der,
der Jesus in Wort und Tat nachfolgt,
d.h. dem Vater konsequent gehorsam ist und in seinem Geist der Liebe und Gerechtigkeit lebt.
Es gilt also, nicht nur an Jesus zu glauben,
sondern auch wie Jesus.

Wenn du deinen Punkt 6 oder 7 so verstehst,
stimmst du mit Jesus überein.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#4
Hallo Nagarjuna!

Das folgende Evangelienzitat, daß ich in meinem Eintrag in einem Beitrag zitiert habe gilt auch für Christen:

Das Evangelium nach Matthäus Kapitel 22,37-40

37Jesus aber antwortete ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt» (5. Mose 6,5). 38Dies ist das höchste und größte Gebot. 39Das andere aber ist dem gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst» (3. Mose 19,18). 40In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.


Ich schließe mich im Übrigen dem was Mandingo schreibt an.

LG Gerhard
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#5
Mandingo schrieb:"Christ" ist demnach in Jesu Sicht der,
der Jesus in Wort und Tat nachfolgt,
d.h. dem Vater konsequent gehorsam ist und in seinem Geist der Liebe und Gerechtigkeit lebt.
Es gilt also, nicht nur an Jesus zu glauben,
sondern auch wie Jesus.
Wenn es also möglich wäre, zu glauben ohne entsprechende Taten, gehe ich dann richtig in der Annahme, dass ein solcher Mensch demnach kein Christ wäre und nicht errettet würde? Führt Glaube zu entsprechenden Werken, sodass gemäß dem Wort der Schrift "an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen" fehlende Werke auf fehlenden Glauben hindeuten?

Wie ist aber dann das protestantische Prinzip sola fide zu verstehen? Glaube ohne Werke wäre so etwas wie eine billige Gnade. Wenn ich die Paulus-Briefe lese, dann habe ich den Eindruck, dass Glaube allein schon genügen würde und gute Werke nur die Größe der Belohnung, die Stellung im Himmel bestimmen würden.

() Nagarjuna
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#6
Hallo Nagrjuna!

Du schreibst also, daß Dir die Paulusbriefe sagen, das Glauben ohne
dementsprechende oder sogar entgegengesetzte Werke ausreicht.

Ich zitiere hier mal Römer 1,17-18.

Röm 1,17 Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie es in der Schrift heißt: Der aus Glauben Gerechte wird leben.

Röm 1,18 Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten.

Am besten liest Du das ganze Kapitel durch. Solltest Du keine Bibel zur Hand haben, macht nichts, dann kannst Du zum Beispiel www.diebibel.de anklicken.

Wodurch entsteht Dein dieser Eindruck von den Paulusbriefen? Nenne und zitiere bitte hier die dementsprechende Stelle/n.

Folgendes habe ich im weltweiten Datennetz zu Paulusbriefe gefunden bei reformiert online Lektion 7: Die sieben echten Paulusbriefe

Auch wenn Luther sagt: Errettung allein durch Gnade, so wird er sicherlich nicht damit meinen, daß man tun und lassen kann, was man woll, ohne auf seinen Glauben zu achten. Ich bin der festen Überzeugung, das richtig verstandener Glaube zu den entsprechenden guten Früchten führt.

LG Gerhard
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#7
Hallo Gerhard!

Die von Dir zitierte Stelle widerspricht ja nicht unbedingt dem, was ich geschrieben habe (außerdem habe ich, abgesehen von meinem Eindruck, nur Fragen gestellt). Der Eindruck gründet sich auf Stellen wie

Röm 3,21-28
21 Jetzt aber ist ohne Gesetz Gottes Gerechtigkeit geoffenbart worden, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten:
22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus für alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied,
23 denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes
24 und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.
25 Ihn hat Gott hingestellt als einen Sühneort durch den Glauben an sein Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden
26 unter der Nachsicht Gottes; zum Erweis seiner Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit, daß er gerecht sei und den rechtfertige, der des Glaubens an Jesus ist.
27 Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist ausgeschlossen. Durch was für ein Gesetz? Der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens.
28 Denn wir urteilen, daß Mensch durch Glauben gerechtfertigt wird, ohne Gesetzeswerke.

Röm 4,1-4
1 Was wollen wir denn sagen, daß Abraham, unser Vater nach dem Fleisch, gefunden habe?
2 Denn wenn Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, so hat er etwas zum Rühmen, aber nicht vor Gott.
3 Denn was sagt die Schrift? "Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet."
4 Dem aber, der Werke tut, wird der Lohn nicht angerechnet nach Gnade, sondern nach Schuldigkeit.

Röm 4,16
16 Darum ist es aus Glauben, daß es nach Gnade , damit die Verheißung der ganzen Nachkommenschaft sicher sei, nicht allein der vom Gesetz, sondern auch der vom Glauben Abrahams, der unser aller Vater ist,

Gal 2,16
16 aber wir wissen, daß der Mensch nicht aus Gesetzeswerken gerechtfertigt wird, sondern nur durch den Glauben an Christus Jesus, haben wir auch an Christus Jesus geglaubt, damit wir aus Glauben an Christus gerechtfertigt werden und nicht aus Gesetzeswerken, weil aus Gesetzeswerken kein Fleisch gerechtfertigt wird.

Gal 3,10-14
10 Denn alle, die aus Gesetzeswerken sind, die sind unter dem Fluch; denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was im Buch des Gesetzes geschrieben ist, um es zu tun!"
11 Daß aber durch Gesetz niemand vor Gott gerechtfertigt wird, ist offenbar, denn "der Gerechte wird aus Glauben leben".
12 Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: "Wer diese Dinge getan hat, wird durch sie leben."
13 Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch für uns geworden ist - denn es steht geschrieben: "Verflucht ist jeder, der am Holz hängt!" -,
14 damit der Segen Abrahams in Christus Jesus zu den Nationen komme, damit wir die Verheißung des Geistes durch den Glauben empfingen.

Eph 2,8-9
8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es;
9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

usw.

Natürlich steht auch so etwas geschrieben:

Röm 6,16
16 Wißt ihr nicht, daß, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder der Sünde zum Tod oder des Gehorsams zur Gerechtigkeit?

Jak 1,22-25
22 Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen!
23 Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet.
24 Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.
25 Wer aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit hineingeschaut hat und dabei geblieben ist, indem er nicht ein vergeßlicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird in seinem Tun glückselig sein.

Jak 2,17-24
17 So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot.
18 Es wird aber jemand sagen: Du hast Glauben, und ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben ohne Werke, und ich werde dir aus meinen Werken den Glauben zeigen!
19 Du glaubst, daß einer Gott ist? Du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern.
20 Willst du aber erkennen, du eitler Mensch, daß der Glaube ohne die Werke nutzlos ist?
21 Ist nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt worden, da er Isaak, seinen Sohn, auf den Opferaltar legte?
22 Du siehst, daß der Glaube mit seinen Werken zusammenwirkte und der Glaube aus den Werken vollendet wurde.
23 Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: "Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet", und er wurde "Freund Gottes" genannt.
24 Ihr seht , daß ein Mensch aus Werken gerechtfertigt wird und nicht aus Glauben allein.

Luther wollte bekanntlich den Jakobus-Brief aus der Bibel entfernen.

() Nagarjuna
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#8
Hallo Nagarjuna,

das mit dem Jakobusbrief ist interessant - auch im buddhistischen Umfeld.
Sravaka - 'Hörer' - ist ja auch das Hauptideal des Theravada-Buddhismus,
der eben deswegen vom Mahayana als 'Hinayana' abqualifiziert wurde... :)

() qilin
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#9
Nagarjuna schrieb:...Wie ist aber dann das protestantische Prinzip sola fide zu verstehen? Glaube ohne Werke wäre so etwas wie eine billige Gnade. Wenn ich die Paulus-Briefe lese, dann habe ich den Eindruck, dass Glaube allein schon genügen würde und gute Werke nur die Größe der Belohnung, die Stellung im Himmel bestimmen würden.
() Nagarjuna
Die Gegenüberstellung von Glaube und Werken, Nagarjuna,
ist eine Angelegenheit der aktuellen Diskussion.
Luther kam vom Kampf gegen den Ablass-Handel und die sog. Werke-Gerechtigkeit seiner damaligen Kirche her,
nach der man sich mit "Werken" das Himmelreich "verdiente".

Luther geht es um das "Sein" des Menschen
statt des "Habens" von Ansehen durch gute Werke.
So wie es Jesus (siehe das Matthäus 22-Zitat von Gerhard!) um "Gott lieben von ganzem Herzen und ganzer Seele" geht,
das ohne angewandte Nächstenliebe gar nicht möglich ist.
Die Trennung ist rein theoretisch und in der Praxis für Jesus und auch Luther indiskutabel.

Wenn du den schönsten Text von Paulus dazu lesen willst, dann nimm

1. Korintherbrief, Kapitel 13
Das Hohelied der Liebe


1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis
und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir' s nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird
und die Erkenntnis aufhören wird.
9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene,
so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#10
Es handelt sich hier, so bin ich der Meinung, um die 'Verwechslung' verschiedener Begriffe:

-Gerechtfertigt

-Christ sein

-Tat

-Glaube

Das sind alles unterschiedliche Begriffe der Theologie. Wenn man von gerechtfertigt redet, dann meint die christliche Theologie, das man Vergebung für seine Sünden geschenkt bekam von Gott. Der Zusatz "durch den Glauben", bedeutet eben, dass es sich um eine Rechtfertigung handelt die alleine darauf beruht, das man ein intuitives Verständnis von der Liebe Gottes hat. Man kann dazu Jesus als Gottes sohn herannehmen, aber mittlerweile bin ich der meinung, dass wenn vergebung stattfindet, und wenn von Sünde die REde ist, dass es sich alleine um "das schlechte Gewissen" des Menschen handelt, und Gott dort eben für UNS das alles ermöglicht. Ervergibt aus unserem Glauben heraus, das er uns vergeben wird. Wer dieses Vertrauen Gott entgegenbringt, dem 'kann' Gott auch vergeben.

Taten, so wie sie im Jakobusbrief beschrieben sind (würde mich interessieren, ob es wissenschaftliche Quellen gibt die Belegen, dass es tatsächlich so war, das Luther diesen Brief 'abschaffen' wollte.) so handelt es sich bei diesen Taten also nicht um einen Verdienst im Sinne von "Wie erlange ich durch dies und das REchtfertigung", sondern "Wie lebe ich mit dieser konstruktiv?", denn der Glaube an die Liebe Gottes fordert auch, dass wir diesen Glauben nicht nur bekennen, sondern glauben. Wie sollen menschen das aber 'erfahren', wenn sie keine Resultate sehen? Sie können nicht in uns hineinsehen. (Das ist aber eher ein weniger starker Grund). Wichtiger ist noch, dass wir durch einen Gelebten Glauben diesen unseren eigenen Festigen können, und, wenn wir schon von der Liebe Gottes überzeugt sind, diese auch in die Welt tragen, damit sie andere erreicht, die evtl anderes glauben (glauben sich etwas verdienen oder opfern zu müssen, um vergebung für etwas zu bekommen, was Gott ja von uns garnicht verlangt, sondern ganz im gegenteil sagt "Kommt her, ich liebe euch egal was war oder ist, ich bin doch euer Vater".

Ob ich dann Christ bin, ist wieder etwas seperates, denn an die Liebe und Vergebung kann ich auch so glauben. Jesus stellt, als christ gesprochen, in meinen Augen DAS Abbild Gottes dar, das genaueste.
Heisst, wenn ich mehr von Gott wissen möchte, dann bekomm ich das beste Bild, wenn ich auf Jesus schaue.

Das was Du dann geschrieben hast hier:

Zitat: 1. getauft ist?
2. regelmäßig in die Kirche geht?
3. regelmäßig in der Bibel liest?
4. Jesus als Gott anbetet?
5. an das Kreuz als Evangelium glaubt?
6. umkehrt und ein frommes Leben führt?
7. sich und sein Leben völlig Gott bzw. Jesus unterordnet?
8. wiedergeboren ist? (Was heißt das überhaupt genau?)

Bezeichnen Rituale und rituelle Vorgänge, die von Christen dann ausgeführt werden.

1.Man tauft als Zeichen des Einstiegs in den Glauben (zumindest ist das die Idee)

2.Man trifft dann andere des selben Glaubens, um sich zu helfen, und zu wissen ich bin nicht alleine.

3.Man liest die Bibel, weil man von Jesus mehr wissen möchte, und diesen liebenden Gott kennenlernen möchte, die Geschichte die die Menschheit mit ihm schon hatte, also irgendwie auch unsere Geschichte.

4.Jesus wird nicht als Gott angebetet, sondern als Offenbarung Gottes. Durch ihn hat sich gott in einem Menschen voll Offenbart, ganz und gar. Wenn einige ihn nicht als göttlich sehen möchten, spielt das keine Rolle (ich z.B. sehe ihn als göttlich an, aber richtig brauchen 'tuts das nicht'). Jesus ist Gott, der uns zeigt, dass er uns so sehr liebt, dass er uns sogar unser dummes schlechtes Gewissen hilft zu bereinigen indem sich Gott eben selbst 'opfert' um seine Liebe zu zeigen (Johannes 3:16)

5.Ich denk nicht das man an "das kreuz" als Evangelium glaubt, sondern das das Kreuz nur ein Ausdruck war, dür das Evangelium. D.h. die Heilsbotschaft von Gottes uneingeschränkter Liebe zu seinen Kindern.

6.Hmm, umkehrt?! Das ist uch so ein wort. Und was ist eigentlich ein frommes leben. Ich kann eigentlich nicht fromm sein, also glauben. Und umkehren, naja, das muss jeden Tag, bei jeder Entscheidung neu passieren.

7.Ich würde es nicht als Unterordnen bezeichnen, sondern als anvertrauen. Ich vertraue die Basis für mein Leben Gott an, und dem Glauben daran das er uns liebt, das er uns diese Liebe als Jesus lehrte und zeigte.

8.Die Wiedergeburt ist ein rein subjektives Empfinden Gott bei sich zu haben. Man kannst weder definieren noch normiert beschreiben. Es handelt sich um den Zustand indem realisiert wurde, das eigentlich nichts uns von Gott je getrennt hat. Nur wir selbst. Es wird auch als Geschenkt Gottes bezeichnet. Es findet eigentlich in verbindung mit gebeten statt. Die Wiedergeburt verändert einen Menschen von Grund auf, wenn er diese Erkenntnis vorher nie 'gespürt' hat. Und diese "Neue Bewusstseinsebene", diese Energie Gottes die dann in uns zugänglich wird und durch uns inder Welt wirken kann (wenn wir denn das auch zulassen wollen) nennt sich denn Heiliger Geist, der Prozess nennt sich "Geistestaufe".

Ich hoffe hier nicht etwas doppelt gemoppelt zu haben, und nicht Dinge wiederhoöt habe, die bereits erwähnt wurden (will ja niemand langweilen).


XP

Jazzter
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#11
Jazzter schrieb:...würde mich interessieren, ob es wissenschaftliche Quellen gibt die Belegen, dass es tatsächlich so war, das Luther diesen Brief 'abschaffen' wollte...Jazzter
So viel ich weiß,
wollte Luther nicht den Jakobusbrief abschaffen,
er nannte ihn nur "eine stroherne Epistel",
weil der die Taten in den Vordergrund stellte,
während Luther gerade auf dem "Glauben ohne Werke-Trip" war.

Für uns heute ist diese Trennung belanglos,
weil es Glauben ohne Liebe und soziale Gerechtigkeit nicht geben kann,
denn Glaube ist für Jesus Nachfolge,
und die geschieht in Wort und Tat.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#12
Jep - an den Ausdruck 'ströherne Epistel' kann ich mich ebenfalls erinnern...
denke aber, daß Luther auch nichts gegen gute Werke hatte, nur dagegen
auftrat, daß man sich durch die auch schon 'gerechtfertigt' glaubte :wink: :mrgreen:

() qilin
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#13
Die Trennung ist keineswegs bedeutungslos, obwohl Jakobus sehr schön herausstreicht, dass Glauben ohne Werke eigentlich unmöglich ist.

Jedoch bringt gerade die Reformation schön ans Licht, dass die Errettung ursprünglich durch Glauben, durch eine echte Beziehung zu Gott und Jesus, geschieht. Das ist ein einmaliges Ereignis. Die Werke folgen danach. Wenn sie ausbleiben, darf die vorhergegangene "Errettung" aber in Frage gestellt werden, denn "an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen".

Die Gefahr ist allein die, dass Menschen aufgefordert werden, gute Werke und Nächstenliebe zu zeigen, aber am Ende nicht erlöst sind. Dann werden sie vor dem Himmelstor stehen und sagen, "Aber Herr, haben wir nicht dies und das in deinem Namen gemacht" und er wird ihnen antworten "Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!"
Denn es ist unmöglich, gerecht zu werden ohne die Erlösung allein durch den Glauben, denn "sein Blut reinigt uns von aller Schuld", und es gibt kein anderes Mittel dazu.
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#14
Christ schrieb:... denn "sein Blut reinigt uns von aller Schuld", und es gibt kein anderes Mittel dazu.
Klar ´gibt es ein anderes Mittel dazu,
nämlich die unendliche Gnade des Vaters,
der immer schon lange vor Jesu Tod seinen Kindern die Sünden vergab, wenn sie ihn reumütig darum baten.
Gott muss nicht Blut flíeßen sehen
oder ein Menschenopfer haben, um Sünden nicht mehr anzurechnen!
Gott ist auch kein Bankier,
der Schuldscheine tilgen lassen muss,
indem jemand anders für uns bezahlt.

Er ist unser Vater,
der keinem Gesetz untersteht,
sondern vergeben kann, wem er will,
wie er es seinem Volk schon im Alten Testament zusagte:

Ps 85,2 du hast vergeben die Ungerechtigkeit deines Volkes, all ihre Sünde hast du zugedeckt.
Du hast zurückgezogen all deinen Grimm, hast dich abgewendet von der Glut deines Zornes.

Ps 103,3 Der da vergibt alle deine Ungerechtigkeit, der da heilt alle deine Krankheiten;

Jes 33,24 Und kein Einwohner wird sagen: Ich bin schwach. Dem Volke, das darin wohnt, wird die Missetat vergeben sein.

Jeremia 7, 22: „Ich habe euren Vätern ...nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern, sondern dies habe ich ihnen geboten: Gehorcht meinem Wort, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein...“

Auch im NT gibt es genug Hinweise, die gegen die längst überholte Sühnopfer-Theologie sprechen, z.B,.

Mt 6,14: Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.

Mk 1,4: Johannes der Täufer war in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden.

Siehe dazu den interessanten Artikel von F.J. Nocke ("Für uns gekreuzigt"?):
http://www.kath.de/nd/kmf/hirschbg/04_02/apr0208.htm
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)
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#15
Ich glaube an die ganze Bibel. Wenn du von der "längst überholten Sühnopfer-Theologie" sprichst, kommst du nicht umhin, Teile der Bibel zu streichen, vor allem die Briefe des Paulus, der ebendiese sehr klar vertreten hat.
Deine ersten paar Aussagen sind ganz klar direkt gegen Aussagen des Paulus gerichtet.

Wir beide haben nicht die gleiche Diskussionsbasis, ich glaube an die Bibel als Wort Gottes, du offensichtlich nicht oder nur teilweise. Deshalb ist dieser Streit um Theologie müßig.

Ich möchte aber festhalten, dass deine Position nicht haltbar ist, wenn die ganze Bibel Gottes inspiriertes Wort ist.
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