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Engagement für religiös Verfolgte in Rußland
#16
Ich habe das schon verstanden. Dennoch behauptest du, es gäbe eine Religion der Liebe und eine der Gewalt und der Macht. Wie soll ich das verstehen? Meines Wissens schmückt sich jede Religion mit dem Etikett "Liebe" ("Sie predigten öffentlich Wasser"), meint aber Gewalt (gegen Andersdenkende und Abtrünnige) und (die Verteidigung ihrer eigenen) Macht ("und tranken heimlich Wein").
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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#17
(09-08-2012, 16:52)schmalhans schrieb: Ich habe das schon verstanden. Dennoch behauptest du, es gäbe eine Religion der Liebe und eine der Gewalt und der Macht. Wie soll ich das verstehen? Meines Wissens schmückt sich jede Religion mit dem Etikett "Liebe" ("Sie predigten öffentlich Wasser"), meint aber Gewalt (gegen Andersdenkende und Abtrünnige) und (die Verteidigung ihrer eigenen) Macht ("und tranken heimlich Wein").

du kennst aber viele religionen

und alle so ganz genau...

...im zweifel sogar besser als deren angehörige

das ist beeindruckend
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#18
(09-08-2012, 16:52)schmalhans schrieb: Dennoch behauptest du, es gäbe eine Religion der Liebe und eine der Gewalt und der Macht. Wie soll ich das verstehen?

Eine Religion der Liebe zu leben, lässt sich biblisch ebenso begründen, wie einer Religion der Gewalt anzuhängen. Auch dazu gibt es genügend historische Beispiele. Maßnahmen gegen Ketzer, Hexen, etc. waren (auch) biblisch begründet.
MfG B.
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#19
(08-08-2012, 19:41)schmalhans schrieb:
(08-08-2012, 18:38)Ekkard schrieb: ... M.a.W. sie sind gottlos ...

Es sagt sich leicht, dass jemand anderes gottlos sei und ich im Besitz der Wahrheit. Besser ist es doch, man kann es auch beweisen. Woher weisst du, was Gott wirklich will, wen er schützt, wen er benutzt und wen er fallen lässt?

Sind sie nicht - wie alle anderen RGen auch - viel mehr daran interessiert, sich ihren Gott so zusammen zu basteln, dass das Bild von ihm genau zur eigenen Handlungsweise passt? Ein Gummiband, das auf alles und nichts passt?
Ich habe nie behauptet, im Besitz irgendwelcher Wahrheiten zu sein. Ehrlicherweise muss ich sagen: Ich bin entsetzt, was die russich-orthodoxe Kirche da tut. Das ist im Sinne unserer (zumindest protestantischen) Vorstellungen von Kirche absolut verwerflich, weil es sich gegen Menschen richtet. Ich persönlich empfinde solches Tun als Unterdrückung. Aus einer solchen Kirche würde ich sofort austreten (wenn man mich lässt).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#20
(09-08-2012, 17:16)Bion schrieb:
(09-08-2012, 16:52)schmalhans schrieb: Dennoch behauptest du, es gäbe eine Religion der Liebe und eine der Gewalt und der Macht. Wie soll ich das verstehen?

Eine Religion der Liebe zu leben, lässt sich biblisch ebenso begründen, wie einer Religion der Gewalt anzuhängen. Auch dazu gibt es genügend historische Beispiele. Maßnahmen gegen Ketzer, Hexen, etc. waren (auch) biblisch begründet.

Und wie heißen nun diese Religionen, von denen du das sprichst?
Keine mir bekannte passt auf deine Beschreibung, weder Christentum noch die keltische Religion, weder der Islam noch die griechisch-antike oder römisch-antike, auch nicht der Hinduismus (beim Buddhismus bin ich mir unsicher, ich halte ihn bekannterweise ja nicht für eine Religion), Judentum vielleicht? Jainismus? Die persischen Lehren des Zoroaster? Ein Ahnenkult Ozeaniens? Eine ganz neue Religion?

Meinst du vielleicht: "Ich lebe meine Religion im Sinne der Nächsten- und Feindesliebe und stelle mich damit bewusst gegen meine Religionsgemeinschaft (die doch sehr der Macht verfallen ist), egal ob es mein Seelenheil kostet - ich vertraue einfach auf Jesus"? Das ist aber eine ganz individuelle Auslegung - und damit ein selbstgebastelter Glauben, aber keine Religion.
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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#21
(09-08-2012, 18:01)Ekkard schrieb: Ich habe nie behauptet, im Besitz irgendwelcher Wahrheiten zu sein. Ehrlicherweise muss ich sagen: Ich bin entsetzt, was die russich-orthodoxe Kirche da tut. Das ist im Sinne unserer (zumindest protestantischen) Vorstellungen von Kirche absolut verwerflich, weil es sich gegen Menschen richtet. Ich persönlich empfinde solches Tun als Unterdrückung. Aus einer solchen Kirche würde ich sofort austreten (wenn man mich lässt).

Das finde ich sehr lobens- und unterstützenswert. Dennoch - hat sich deine protestantische RG dazu geäußert? Der Pressesprecher etwas dagegen gesagt, sich distanziert? Der Rat der EKD? Eine der Landeskirchen?
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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#22
Nein, hat er nicht. Das habe ich leider feststellen müssen. Ich werd' tatsächlich mal nachbohren.

..., was soeben geschehen ist.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#23
(09-08-2012, 18:17)Ekkard schrieb: Nein, hat er nicht. Das habe ich leider feststellen müssen. Ich werd' tatsächlich mal nachbohren.

Danke. Die Antwort würde mich interessieren.
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#24
(09-08-2012, 18:01)schmalhans schrieb: Und wie heißen nun diese Religionen, von denen du das sprichst?

Na, wie wird sie denn wohl heißen, wenn von "biblisch begründet" die Rede ist?

Zitat:Keine mir bekannte passt auf deine Beschreibung, weder Christentum…

Dann empfehle ich, sich mit Tradition und Geschichte des Christentums zu beschäftigen.

Zitat:…noch die keltische Religion, weder der Islam noch die griechisch-antike oder römisch-antike, auch nicht der Hinduismus (beim Buddhismus bin ich mir unsicher, ich halte ihn bekannterweise ja nicht für eine Religion), Judentum vielleicht? Jainismus? Die persischen Lehren des Zoroaster? Ein Ahnenkult Ozeaniens? Eine ganz neue Religion?

Wenn von "biblisch begründet" die Rede ist, passt das für keine der von Dir sonst noch angemerkten Religionen.

Zitat:Meinst du vielleicht: "Ich lebe meine Religion im Sinne der Nächsten- und Feindesliebe und stelle mich damit bewusst gegen meine Religionsgemeinschaft (die doch sehr der Macht verfallen ist), egal ob es mein Seelenheil kostet - ich vertraue einfach auf Jesus"?

Wenn ich es so gemeint hätte, hätte ich es so geschrieben.

Zitat:Das ist aber eine ganz individuelle Auslegung - und damit ein selbstgebastelter Glauben, aber keine Religion.

Ich bin Agnostiker. Was genau möchtest Du diskutieren?
MfG B.
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#25
Jetzt mal Butter bei die Fische. Wenn ich es richtig verstehe, sagst du, die russisch-orthodoxe Kirche lehrt eine Religion der Gewalt und Repression. Da diese RG der Religion "Christentum" zuzuordnen ist, ist das Christentum also eine Religion der Gewalt und Repression. Ist es das, was du sagen willst?
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#26
(09-08-2012, 19:14)schmalhans schrieb: Wenn ich es richtig verstehe, sagst du, die russisch-orthodoxe Kirche lehrt eine Religion der Gewalt und Repression.

Du hast mich nicht richtig verstanden.

Zu dem, was die Kirchen lehren, habe ich kein Wort gesagt. Ich habe gesagt, dass sie eine Religion der Gewalt und Repression praktizieren, wenn sie sich mit den Unterdrückern solidarisieren und nicht mit den Unterdrückten.

Zitat:Da diese RG der Religion "Christentum" zuzuordnen ist, ist das Christentum also eine Religion der Gewalt und Repression. Ist es das, was du sagen willst?

Nochmals nein!

Wenn ich es so hätte sagen wollen, hätte ich es auch so gesagt.
MfG B.
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#27
Ach, du meinst die Art und Weise, WIE sie ihre Religion, das Christentum, ausüben (praktizieren) - nun, aber wird nicht jede Religion so praktiziert?
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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#28
Es ist für die Menschen nicht wesentlich, was gesagt wird (geschrieben steht), sondern was getan wird (welche Handlungen werden gesetzt, wie werden sie gerechtfertigt).
MfG B.
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#29
(09-08-2012, 20:03)Bion schrieb: Es ist für die Menschen nicht wesentlich, was gesagt wird (geschrieben steht), sondern was getan wird (welche Handlungen werden gesetzt, wie werden sie gerechtfertigt).

Natürlich werden Menschen und Institutionen an ihren Taten gemessen. Deshalb ist es letzten Endes auch Wurscht, was in der Bibel steht. Entscheidend ist, wie sich eine RG aufführt - in Worten und Taten. Und welche RG praktiziert ihre Religion auschließlich im Sinne einer Nächstenliebe?
Es gibt weder gut noch böse in der Natur, es gibt keine moralische Entgegensetzung, sondern es gibt eine ethische Differenz. (Gilles Deleuze)
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#30
(09-08-2012, 20:10)schmalhans schrieb: Und welche RG praktiziert ihre Religion auschließlich im Sinne einer Nächstenliebe?

Keine.

Zwei Beispiele:

Mk 12,31 und andere Stellen: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

Christen, die sich nach diesem Gebot richteten, praktizierten eine Religion der Liebe.

Ex 22,17 Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen.

Christen, die sich nach diesem Gebot richteten, praktizierten eine Religion der Gewalt.
MfG B.
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