Beiträge: 16309
Themen: 110
Registriert seit: Oct 2013
(25-01-2026, 18:46)subdil schrieb: Das Metaphysische ist einfach das, was über die materielle Wirklichkeit hinausgeht. Aber hier stehen wir schon vor einem interessanten Problem: Denn genau genommen ist ja schon alleine das Phänomen des Bewusstseins meta-physisch! Sogar wenn man das Bewusstsein im Sinne des Materialismus als ein Epiphänomen des Gehirns betrachtet, stimmt dies in gewisser Weise. Denn Bewusstsein ist offenkundig nicht physisch. Also was ist es dann?
Ekkard hat ja mittlerweile die Definition geliefert. Meine Frage bezog sich dabei spezifisch auf Deinen Gebrauch des Wortes, was eher so wie "Uebernatuerliches" oder halt auch "Paranormales" klingt.
(25-01-2026, 18:46)subdil schrieb: Zugegebenermaßen ist diese Aufnahmebedingung eine hohe Hürde. Aber ich denke, sie erfüllt zwei Funktionen: Zum einen stellt sie sicher, dass die Gemeinde nicht durch reine Theoretiker verwässert wird. Zum anderen beweist die Existenz dieser Hürde, dass es der Gemeinde wirklich ernst mit ihrem Anliegen ist und es ihr nicht einfach nur um eine möglichst hohe Mitgliederzahl geht. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass die Gemeinde mindestens doppelt so viele Mitglieder hätte, gäbe es diese Hürde nicht. Jeder Marketingberater würde den freikirchlichen Gemeinden wohl nahelegen, diese Hürde abzubauen.
Oh, keineswegs! Nur wenn die Gemeinden/Kirchen klein bleiben, kann man sich als etwas Besonderes fuehlen. Die Mitglieder gehoeren zu einem exklusiven Club! Exklusivitaet steigert das Selbstwertgefuehl. Wenn die Exklusivitaet verloren ginge, wuerden die Menschen, die so etwas brauchen, die Gemeinde verlassen. Und solche exklusiven Clubs gibt's in verschiedenen Ausrichtungen, die verschiedene Menschentypen ansprechen; da muss auch jede ihre Besonderheit haben, damit das funktioniert.
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
25-01-2026, 23:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 25-01-2026, 23:43 von Geobacter.)
(25-01-2026, 18:46)subdil schrieb: hier stellt sich die interessante Frage, wo eigentlich Glauben aufhört und Wissen anfängt. Denn man kann ja zu Gott und auch ganz spezifisch zu Jesus Christus auch schon im irdischen Leben eine Beziehung aufbauen, die dann im Grunde über das reine Glauben hinausgeht.
Im "Grunde".... ? Aber eigentlich doch nicht wirklich?
Glauben bedeutet nicht wissen. "Man - (allgemein und prinzipiell jeder) - könne schon im irdischen Leben zu Jesus als auch zu Gott eine Beziehung aufbauen", die über den persönlichen Glauben hinausgehe, ist ein unwahres Versprechen. Jesus ist ein idealisierter Heldenmythos. Wundersamer Protagonist einer literarischen Erzählung. (Übernatürlicher Supermann).... Gott ist ein ausgedachtes Erklärungsmodell .. Wunder, Magie und Zauberei.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 14129
Themen: 308
Registriert seit: Apr 2004
Also, ich benutze das Wort "Glauben" eher so wie "Vertrauen auf ein Lehrgebäude". Religionen sind ja Lehren (Lehrgebäude). Eine Lehre ist die Vermittlung irgendwelcher Inhalte, Meinungen, Übungsabläufe, Gedankengänge, meditative Erfahrungen, Kunst. Und ja, es gehören auch Beziehungen dazu insbesondere zu Propheten, verehrten Lehrmeistern und natürlich Jesus (Christus, Herr) und schließlich Gott. Dem allen liegt primär eine Lehre zugrunde, welcher der Adept (Hörer, Anfänger, Schüler) vertrauen muss.
Formulierungen, es stelle sich die Frage, wo Glaube aufhört und Wissen beginne, verkennen die unterschiedlichen Ebenen (Daseinsebenen, Denk-Kategorien). Glaube hört in keinem Fall auf, um in Wissen überzugehen. Lehre und ihre Akzeptanz beim Hörer bleibt immer eine Beziehung auf psychischer Ebene. Das geht bis tief in Beschreibungen hinein, die zwar wissenschaftlich untersucht werden könnten (Irrealis!), gleichwohl im Vagen verharren und nur dem Hörensagen bekannt sind.
Wissen gehört zu einer anderen Kategorie. Wissen erlangt man nie dadurch, dass Viele oder Autoritäten, Lehrer etwas behaupten, sondern, dass es Prüfverfahren gibt, die Zutreffendes ohne jeden Zweifel bestätigen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
26-01-2026, 09:32
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 26-01-2026, 09:57 von Geobacter.)
Es geht ums "Abheben"...über alle materielle Wirklichkeit hinaus, in Richtung einer allerhöchsten, elitären Maxime. Lediglich "Auserwählten" sind derart hehere transzendente Welten - (nach den Regeln immateriell gedachter Hierarchien) - überhaupt zugänglich. Wofür es aber über den gewöhnlichen Glauben - (geistig unbedarfter Material-Realisten) - hinaus, auch noch zusätzlich eines hehern geheimen Wissens bedürfe. usw. usf.
Magisches Denken ist ein psychologisches Muster – keine Realität. Magisches Denken und Größenwahn (Megalomanie) sind eng verwandte psychische Phänomene, die auf einer verzerrten Realitätswahrnehmung basieren. Auch bezüglich der eigenen Wirklichkeit.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 14129
Themen: 308
Registriert seit: Apr 2004
(26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Es geht ums "Abheben"...über alle materielle Wirklichkeit hinaus, in Richtung einer allerhöchsten, elitären Maxime. Das sehe ich genauso! Mir ging es um die Frage, wie und warum solche geistigen "Höhenflüge" vorgenommen bzw. veranstaltet werden. Ich wollte aufzeigen, dass man damit kein Wissen erlangen kann.
(26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Lediglich "Auserwählten" sind derart hehere transzendente Welten - (nach den Regeln immateriell gedachter Hierarchien) - überhaupt zugänglich. Wofür es aber über den gewöhnlichen Glauben - (geistig unbedarfter Material-Realisten) - hinaus, auch noch zusätzlich eines hehern geheimen Wissens bedürfe. Ja, aber eben nicht Wissen, sondern ebenfalls nur Glaube. Offensichtlich kann der beschriebene geistige Vorgang dabei so überzeugend wirken, dass Realismus und skeptisches Nachdenken als verwerflich erscheint.
(26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Magisches Denken ist ein psychologisches Muster – keine Realität. Magisches Denken und Größenwahn (Megalomanie) sind eng verwandte psychische Phänomene, die auf einer verzerrten Realitätswahrnehmung basieren. Auch bezüglich der eigenen Wirklichkeit. Genau! Aber auch einfaches Glauben i. S. von Vertrauen in eine Lehre kann bereits Züge von Gehirnwäsche enthalten - sagen wir: Glaubensbegeisterung.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
Gestern, 09:19
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 09:26 von Geobacter.)
(26-01-2026, 21:26)Ekkard schrieb: (26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Magisches Denken ist ein psychologisches Muster – keine Realität. Magisches Denken und Größenwahn (Megalomanie) sind eng verwandte psychische Phänomene, die auf einer verzerrten Realitätswahrnehmung basieren. Auch bezüglich der eigenen Wirklichkeit. Genau! Aber auch einfaches Glauben i. S. von Vertrauen in eine Lehre kann bereits Züge von Gehirnwäsche enthalten - sagen wir: Glaubensbegeisterung.
D'rumm frag ich mich ja dauernd, was es wohl bedeuten mag, dass uns all jene die zwanghaft an wundersam übernatürliche Metaphysik, Geister und Gespenster, an allmächtig intelligente Designer.. usw usf. glauben wollen, weil sie ansonsten auch sich selber nicht ganz als "vollwertige" Menschen wahrnehmen wöllten, ständig versuchen, mittels Manipulation der ihren Begeisterung zu unterwerfen? [/ironie-off]
Prinzipiell könnte man auch leicht auf die Idee kommen, dass es "diesen Leuten" gar nicht mal so sehr um "Wahrheit" geht. Aber die wirklichen Abgründe dahinter, sind halt wahrscheinlich noch um vieles komplexer.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 4334
Themen: 135
Registriert seit: Feb 2021
Gestern, 13:41
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 13:44 von Reklov.)
(25-01-2026, 23:15)Geobacter schrieb: (25-01-2026, 18:46)subdil schrieb: hier stellt sich die interessante Frage, wo eigentlich Glauben aufhört und Wissen anfängt. Denn man kann ja zu Gott und auch ganz spezifisch zu Jesus Christus auch schon im irdischen Leben eine Beziehung aufbauen, die dann im Grunde über das reine Glauben hinausgeht.
Im "Grunde".... ? Aber eigentlich doch nicht wirklich?
Glauben bedeutet nicht wissen. "Man - (allgemein und prinzipiell jeder) - könne schon im irdischen Leben zu Jesus als auch zu Gott eine Beziehung aufbauen", die über den persönlichen Glauben hinausgehe, ist ein unwahres Versprechen. Jesus ist ein idealisierter Heldenmythos. Wundersamer Protagonist einer literarischen Erzählung. (Übernatürlicher Supermann).... Gott ist ein ausgedachtes Erklärungsmodell .. Wunder, Magie und Zauberei.
... ein "Erklärungsmodell" hat nichts mit Wunder, Magie und Zauberei zu tun! Dies gilt auch für wissenschaftliche "Erklärungsmodelle", deren theoretische Konstrukte dazu dienen, komplexe Phänomene zu verstehen, zu ordnen oder vorherzusagen.
Sie basieren auf Hypothesen, Theorien oder Gesetzen, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu verdeutlichen.
Das "Erklärungsmodell" der Gläubigen setzt eben einen "Gesetzgeber" voraus und dies hat nichts mit Magie zu tun, sondern mehr mit dem, was in unserer Sprache als "übernatürlich" bezeichnet wird, was ja nichts weiter bedeutet, als dass es "über oder außerhalb von dem liegt, was wir als "Natur" er- und begreifen können.-
Sollte Jesus keine historische Person gewesen sein, wären deine Zeilen korrekt. - Hat er aber gelebt und so gewirkt, wie ihn die Evangelisten "beschreiben", so kann man ihm zumindest ein ausgeprägtes "Gottesbewusstsein" bescheinigen.
In der heutigen Zeit wäre so eine Person wohl ein religiös orientierter Psychotherapeut, - oder ein gläubiger Mediziner.
Vor Jahren konnte ich lesen, dass ein renommierter US-Chirurg vor jeder OP um "Beistand von oben" bittet, da er glaubt, dass es mit solcher Hilfe ein besseres Gelingen für ihn gibt.
Man sieht ja auch oft, dass sich Profi-Fußballer flüchtig bekreuzigen, bevor der Wettkampf auf dem Rasen beginnt.
Damit bekunden sie, dass der " persönliche GLAUBE" nicht in der Kabine gelassen wird.
Gruß von Reklov
Beiträge: 4334
Themen: 135
Registriert seit: Feb 2021
(Gestern, 09:19)Geobacter schrieb: (26-01-2026, 21:26)Ekkard schrieb: (26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Magisches Denken ist ein psychologisches Muster – keine Realität. Magisches Denken und Größenwahn (Megalomanie) sind eng verwandte psychische Phänomene, die auf einer verzerrten Realitätswahrnehmung basieren. Auch bezüglich der eigenen Wirklichkeit. Genau! Aber auch einfaches Glauben i. S. von Vertrauen in eine Lehre kann bereits Züge von Gehirnwäsche enthalten - sagen wir: Glaubensbegeisterung.
D'rumm frag ich mich ja dauernd, was es wohl bedeuten mag, dass uns all jene die zwanghaft an wundersam übernatürliche Metaphysik, Geister und Gespenster, an allmächtig intelligente Designer.. usw usf. glauben wollen, weil sie ansonsten auch sich selber nicht ganz als "vollwertige" Menschen wahrnehmen wöllten, ständig versuchen, mittels Manipulation der ihren Begeisterung zu unterwerfen? [/ironie-off]
Prinzipiell könnte man auch leicht auf die Idee kommen, dass es "diesen Leuten" gar nicht mal so sehr um "Wahrheit" geht. Aber die wirklichen Abgründe dahinter, sind halt wahrscheinlich noch um vieles komplexer. 
... "vollwertig" ist schon mal ein schwieriges Wort, denn das "Verfallsdatum" unseres Körpers belegt dies nur in sehr kurzer Zeitspanne!
Beide Gruppen (Atheisten und Gläubige!) streben mit ihren Möglichkeiten und auf ihre Weise nach WAHRHEIT. Diese ist aber nicht nur mit menschlicher Logik (im gewöhnlichen Sinne!) verbunden. Auch kann in Frage gestellt werden, inwieweit unser Gefühl WAHRHEIT wissen kann?
In unserer Zeit ist bereits der Sinn des WAHREN banal und platt geworden und viele sind bereit, die WAHRHEIT als hohle oder ideologische Idee zu verwerfen.
Gelehrte erklären, wissenschaftliche Forschung habe nichts mit WAHRHEIT zu tun. Linguisten verzichten darauf, die Wahrheit in ihrer Sprachtheorie zu berücksichtigen und Politiker verkünden sie nur, wenn sie einer Klasse im Volk dient.
Sowohl Banalisierung, wie auch Ablehnung des Wortes WAHRHEIT haben ihren Grund in mangelnder Tiefe.
Welcher Mensch aber wollte oder kann behaupten, er habe die nötige "Ausrüstung", um sich in diese Tiefe zu begeben?
Nicht nur in diesem Forum darf sich jeder user fragen, was das WAHRE für Wesen, die in der Zeit leben, bedeutet, - bedeuten könnte?
Wir leben nun mal nicht unmittelbar im SEIN, deswegen besitzen wir die WAHRHEIT nicht! Wir leben in der ZEIT und Wahrheit kann somit nur ein Weg für uns sein. Wahrheit betrifft nicht allein nur die Erkenntnisprozesse, die Forschung, die Einssicht.
Wenn wir handeln oder etwas Grundlegendes erfassen, wenn wir lieben, so kommt der Sinn stets aus ihr. Und weil wir nach ihr suchen, so müssen Zweifel und Gewissheit, Verzweiflung und Hoffnung einander wieder gegenseitig hervorbringen.
Es wäre zumindest förderlich, würde dies (auch hier im Forum) besser anerkannt/eingestanden werden!
Gruß von Reklov
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
Gestern, 17:06
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 17:08 von Geobacter.)
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: (Gestern, 09:19)Geobacter schrieb: (26-01-2026, 21:26)Ekkard schrieb: (26-01-2026, 09:32)Geobacter schrieb: Magisches Denken ist ein psychologisches Muster – keine Realität. Magisches Denken und Größenwahn (Megalomanie) sind eng verwandte psychische Phänomene, die auf einer verzerrten Realitätswahrnehmung basieren. Auch bezüglich der eigenen Wirklichkeit. Genau! Aber auch einfaches Glauben i. S. von Vertrauen in eine Lehre kann bereits Züge von Gehirnwäsche enthalten - sagen wir: Glaubensbegeisterung.
D'rumm frag ich mich ja dauernd, was es wohl bedeuten mag, dass uns all jene die zwanghaft an wundersam übernatürliche Metaphysik, Geister und Gespenster, an allmächtig intelligente Designer.. usw usf. glauben wollen, weil sie ansonsten auch sich selber nicht ganz als "vollwertige" Menschen wahrnehmen wöllten, ständig versuchen, mittels Manipulation der ihren Begeisterung zu unterwerfen? [/ironie-off]
Prinzipiell könnte man auch leicht auf die Idee kommen, dass es "diesen Leuten" gar nicht mal so sehr um "Wahrheit" geht. Aber die wirklichen Abgründe dahinter, sind halt wahrscheinlich noch um vieles komplexer. 
... "vollwertig" ist schon mal ein schwieriges Wort, denn das "Verfallsdatum" unseres Körpers belegt dies nur in sehr kurzer Zeitspanne!
Beide Gruppen (Atheisten und Gläubige!) streben mit ihren Möglichkeiten und auf ihre Weise nach WAHRHEIT.
Jaja..Freilich .. Mich überzeugt deine Methode nach Wahrheit zu streben aber trotzdem nicht.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
Gestern, 17:22
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 17:24 von Geobacter.)
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Sowohl Banalisierung, wie auch Ablehnung des Wortes WAHRHEIT haben ihren Grund in mangelnder Tiefe.
Welcher Mensch aber wollte oder kann behaupten, er habe die nötige "Ausrüstung", um sich in diese Tiefe zu begeben? Du überschätzt dein persönliches Urteilsvermögen. Dir mangelst es schon nur deswegen an Tiefe.
Einem chronischen Egozentriker ist es halt nicht möglich über den Horizont zu schauen. Aber Menschen die sich gut in andere hineinversetzten können, können über deren Sinne auch über den eigenen Horizont hinausschauen.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
Gestern, 17:41
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 17:51 von Geobacter.)
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Wir leben nun mal nicht unmittelbar im SEIN, deswegen besitzen wir die WAHRHEIT nicht!
Entweder ist eine Aussage in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit wahr, oder sie ist es nicht. Wovon sich allein schon herleiten ließe, dass es keine eine, "alles umgreifende Wahrheit" geben kann.
Was soll also dein megaloid schwangeres "Geschwurbel" dem keinerlei Wahrheit zugrunde liegt? Und falls du in deinem hohen Alter noch immer im Nichtsein zu leben meinst, frag einfach mal deine Frau. Die weis ganz sicher, in welchem Sein du lebst.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 158
Themen: 1
Registriert seit: Sep 2017
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Beide Gruppen (Atheisten und Gläubige!)
Da wir uns hier ja im "Philosophie"-Raum befinden, müsste es (halbwegs) sinnvollerweise heißen "Atheisten und Theisten". Hingegen ist der Begriff "Gläubige" eine beliebig befüllbare Schwafel-Vokabel: "Glauben" kann jeder - ob nun Atheist, Theist oder was sonst auch immer - ganz nach schier unendlichem Belieben an alles Mögliche und Unmögliche...
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Beide Gruppen (Atheisten und Gläubige!) streben mit ihren Möglichkeiten und auf ihre Weise nach WAHRHEIT.
Nein, das tun sie eben nicht! Denn, um mich ein weiters Mal zu wiederholen: "Wahrheit" ist nichts anderes als die Substantivierung, also die bloße sprachliche Umformung des logischen Partikels "wahr" und bezieht sich ausschließlich auf "menschliche" Aussagen. Und selbst im Umgangsspachlichen, als wo der Gebrauch der Adjekiv-Substantivierung "Wahrheit" normal und überhaupt nicht zu beanstanden ist, erlangt es keine andere Bedeutung.
Hieraus folgt bezüglich dieser Aussage
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Diese ist aber nicht nur mit menschlicher Logik (im gewöhnlichen Sinne!) verbunden.
dass die Fomulierung "menschliche Logik" nichts weiter als eine Art Pleonasmus à la "gefrorenes Eis" oder "alkoholhaltiger Schnaps" ist...
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Auch kann in Frage gestellt werden, inwieweit unser Gefühl WAHRHEIT wissen kann?
Ja, genau: Fühle die "Wahrheit"...
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Auch In unserer Zeit ist bereits der Sinn des WAHREN banal und platt geworden und viele sind bereit, die WAHRHEIT als hohle oder ideologische Idee zu verwerfen.
Es werden hier keine "ideologischen Ideen" verworfen, sondern völlig inhaltsleere Worthülsen, wie nebst "die Wahrheit" auch "das Wahre".
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Gelehrte erklären, wissenschaftliche Forschung habe nichts mit WAHRHEIT zu tun.
Richtigerweise, weil wissenschaftliche Forschung nicht zur "Wahrheit", sondern zu Erkenntnis führt. Dass dies für dich alles sanft köchelnd im selben großen "Wahrheits"-Eintopf herum schwimmt, ist mir natürlich klar.
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Sowohl Banalisierung, wie auch Ablehnung des Wortes WAHRHEIT haben ihren Grund in mangelnder Tiefe.
Der Grund liegt vor allem darin, dass die unzähligen, augenrollenden "Wahrheits"-Apostel, bisher jedenfalls, irgendeine wenigstens halbwegs klare, habwegs präzise und halbwegs nachvollziehbare Definition des Begriffes "Wahrheit", die über die bloße Substantivierung des Adjekitves "wahr" hinaus geht, schuldig geblieben sind. Du kannst dich ja gerne mal daran versuchen, aber vielleicht bitte nicht unbedingt hier, um nicht wieder weit von den hier eigentlich behandelten Fragen abzukommen.
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Wir leben nun mal nicht unmittelbar im SEIN
Du solltest vielleicht nicht vorschnell von dir selbst auf andere schließen...
(Gestern, 14:17)Reklov schrieb: Es wäre zumindest förderlich, würde dies (auch hier im Forum) besser anerkannt/eingestanden werden!
Dir hingegen wäre zu empfehlen zu registrieren, dass es durchaus Menschen gibt, zumal auch hier im Forum, die Herumjongliererei und Schwurbel-Budenzauber mit lauter inhaltsleeren bis absurden Worthülsen, die nur nebulöse Emotionen auslösen sollen, nicht als erkenntnisfördernd oder sonstwie nützlich ansehen - eher im Gegenteil.
Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
(Gestern, 13:41)Reklov schrieb: (25-01-2026, 23:15)Geobacter schrieb: (25-01-2026, 18:46)subdil schrieb: hier stellt sich die interessante Frage, wo eigentlich Glauben aufhört und Wissen anfängt. Denn man kann ja zu Gott und auch ganz spezifisch zu Jesus Christus auch schon im irdischen Leben eine Beziehung aufbauen, die dann im Grunde über das reine Glauben hinausgeht.
Im "Grunde".... ? Aber eigentlich doch nicht wirklich?
Glauben bedeutet nicht wissen. "Man - (allgemein und prinzipiell jeder) - könne schon im irdischen Leben zu Jesus als auch zu Gott eine Beziehung aufbauen", die über den persönlichen Glauben hinausgehe, ist ein unwahres Versprechen. Jesus ist ein idealisierter Heldenmythos. Wundersamer Protagonist einer literarischen Erzählung. (Übernatürlicher Supermann).... Gott ist ein ausgedachtes Erklärungsmodell .. Wunder, Magie und Zauberei.
... ein "Erklärungsmodell" hat nichts mit Wunder, Magie und Zauberei zu tun! Dies gilt auch für wissenschaftliche "Erklärungsmodelle", deren theoretische Konstrukte dazu dienen, komplexe Phänomene zu verstehen, zu ordnen oder vorherzusagen.
Sie basieren auf Hypothesen, Theorien oder Gesetzen, um Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu verdeutlichen. Warum redest du ständig am Inhalt der Beiträge deiner Mitforisten vorbei?
Gott ist ein ausgedachtes Erklärungsmodel. Für alles das was Gläubige sich mit ihrer Logik nicht anderes erklären können, als allein noch durch Magie Und Zauberei. Allmacht istgleich: "Magie und Zauberei".
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
Beiträge: 158
Themen: 1
Registriert seit: Sep 2017
Gestern, 20:28
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 20:30 von bellevue.)
(Gestern, 09:19)Geobacter schrieb: Prinzipiell könnte man auch leicht auf die Idee kommen, dass es "diesen Leuten" gar nicht mal so sehr um "Wahrheit" geht. Aber die wirklichen Abgründe dahinter, sind halt wahrscheinlich noch um vieles komplexer. 
Ganz im Gegenteil würde ich sagen, die Motivation könnte kaum banaler sein: Christen als Anhänger einer abrahamitischen Religion kennen nur einen "wahren Glauben", nämlich den eigenen (inklusive aller zugehörigen "To do"- bzw. "To let"-Girlanden). Jegliche(!) andere Überzeugung hinsichtlich "Gott", "Göttern", Welt und Menschen usw. wird daher als rundweg falsch und damit automatisch als Quell des "Bösen" schlechthin angesehen.
Die "einzig wahre und einzig göttliche Wahrheit" steht also im Vorhinein bereits unumstößlich fest. Damit aber vermögen sich viele der "Alleinige-Wahrheits-Inhaber" erfahrungsgemäß nicht so recht zufrieden geben. Denn allein die Tatsache, dass unzählige Menschen hier völlig andere Überzeugungen vertreten, meist sogar ebenso entschieden wie jene "Alleinige-Wahrheits-Inhaber" selbst, ist wie ein Stachel der permanenten Infragestellung im Fleische der letztlich eben nur auf bloßen Glauben verwiesenen Glaubens-Überzeugungen. Und so wird dann häufig versucht, im Rückwartsgang die allenthalben und jedem offenkundigen Gegebenheiten des Lebens mit jener "einzig wahren und einzig göttlichen Wahrheit" auf Gedeih und Verberb irgendwie zusammen zu pressen und einen Anstrich von "Erkenntnis" zu geben, um vor allem die eigenen Glaubens-Zweifel zu bekämpfen. Es handelt sich daher um ein psychologisches Phänomen.
Subdil ist hierfür ein sehr anschauliches Beispiel, indem er immer wieder vorgibt, "philosophische"-Grundsatz-Diskussionen führen zu wollen, um dann jedes Mal auf kürzestem Wege bei seinen evangelikalen Himmel-und-Hölle-Missionierungs-Botschaften zu landen.
Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen. (Wittgenstein)
Beiträge: 9665
Themen: 144
Registriert seit: Dec 2013
Gestern, 22:56
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern, 23:25 von Geobacter.)
Meine "Theorie" ist dazu eine andere. Ich bin mir da inzwischen relativ sicher, dass es hinter jedem öffentlich behaupten Anspruch, Inhaber des einzig wahren Glauben zu sein, überhaupt nicht um Wahrheit an sich geht.
Es geht um jenes besondere Erfolgserlebnis, wenn man das Gefühl hat, alles unter Kontrolle zu haben. Auch mittels unredlicher Manipulation, über sein Umfeld Kontrolle und Macht ausüben zu können. Vor allem auch bezüglich dem Denken und Fühlen seiner unmittelbaren Mitmenschen. Dahinter steckt ein risen Komplex aus Unsicherheit, Schamgefühle, innerer Leere, Eifersucht und noch viele andere Versagerängste... usw. usf. Und diesen Komplex gilt es mit "allen Mitteln" klein zu halten. Sich dabei der Wahrheit zu stellen.. Naja.
Freilich sind nur deswegen ja auch immer und überall, so wie auch an allem .....alle anderen schuld und leben schon allein nur ob ihres widerspenstigen Unglaubens wegen..... in der Unwahrheit.
Unser Volker war mir über die vielen Jahre, welche wir uns nun kennen..  hinweg.... ein viel zu aufschlussreiches Studienobjekt, als dass ich mir zu ll dem nicht sicher genug wäre.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
|