Witch of Hope
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Gestern unterhielten meine Nachbarin, eine überzeugte Fundichristin, und ich, eine bekennende Lesbe, über Guido Westerwelle, der, wie wohl inzwischen der letzte Dorfdepp weiß, schwul ist. Meine Nachbarin wußte nicht, dass ich Frauen besser als Männer finde. Das nur zur Vorabinfo.
Wegen der HartzIV Diskussion gab sie ihm Recht, aber sie fand es unmöglich, dass "so einer", Deutschland vertritt.
Ich fragt sie, was sie gegen verzauberte (homosexuelle) Menschen hätte, und schon kam sie mit der Bibel. Ich daraufhin fragt sie, welche Homosexulle sie kennen würde, worauf sie meinte, dass sie "solche Leute" nicht kennenlernen wollte. Daraufhin outete ich mich. Ihr fiel die Kinnlade runter. Und ich: "Bin ich auch nicht normal, krank, pervers, voller Sünde, und gehörte getötet, wie Fred Phelbs und andere das fordern? Kennen sie mich ab jetzt auch nicht?"
Wortlos dreht sie sich um, und ging in ihre Wohnung.
Und jetzt kommt das Schlimme an der ganzen Sache: Sie hat einen erwachsenen Sohn, der eine eigene Wohnung hat, und von dem ich glaube, dass er schwul oder bi sein könnte, denn in seinem Bücherschrank fand ich mehrere einschlägige Bücher, als ich ihn das letzte Mal wegen seinem Fahrrad besuchte (er hat zwei linke Hände).
Sollte er schwul sein, kann ich verstehen, warum er sich bei seiner Mom nicht outet.
Tja, es gibt schon seltsame Menschen. Eigentlich schade dass solche extremen Ansichten immer noch verbreitet sind. Kanntet ihr euch denn schon länger?
Den Herrn Westerwelle halte ich auch nicht unbedingt für einen guten Repräsentanten, aber nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung sondern eher wegen seiner Persönlichkeit.
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(20-02-2010, 14:17)Gundi schrieb: Tja, es gibt schon seltsame Menschen. Eigentlich schade dass solche extremen Ansichten immer noch verbreitet sind. Kanntet ihr euch denn schon länger?
Den Herrn Westerwelle halte ich auch nicht unbedingt für einen guten Repräsentanten, aber nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung sondern eher wegen seiner Persönlichkeit.
wie sagte der eine kabarettist neulich im fernsehen: guido ist zwar schwul, aber trotzdem ein a***loch
nun, warum auch nicht?
ich muß sagen, daß so gut wie alle homosexuellen, die ich privat kenne, liebe leute sind. was aber wohl eher daran liegt, daß mir ja nicht jeder unsympath als erstes auf die nase bindet, mit wem er lieber ins bett geht. sprich: um darüber zu reden, muß man sich ja vorher schon besser kennen- und mögen gelernt haben
homos sind nicht per se bessere menschen oder progressiver als andere
tja, der sohn der nachbarin tut mir natürlich auch leid. seiner muter vernunft beizubringen, ist wohl ein schwierigeres und länger dauerndes unterfangen, als es ein eigenes comig out und die damit wohl notwendig verbundene trennung (zumindest vorerst, bis sie zur vernunft gekommen ist) von dieser mutter ist
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Zitat:tja, der sohn der nachbarin tut mir natürlich auch leid. seiner muter vernunft beizubringen, ist wohl ein schwierigeres und länger dauerndes unterfangen, als es ein eigenes comig out und die damit wohl notwendig verbundene trennung (zumindest vorerst, bis sie zur vernunft gekommen ist) von dieser mutter ist
Man kann nur hoffen, dass die Mutter überhaupt zur Vernunft gebracht werden kann. Wenn sich ihr Sohn outet, sollte das Grund genug für sie sein, ihre Ansicht zu überdenken.
Wenn sie dies aber nicht tut und ihren Sohn tatsächlich verstoßen sollte, bleibt nur zu hoffen dass er selbstbewusst genug ist um korrekt mit der Situation umzugehen und nicht sich die Schuld am Bruch des Verhältnisses gibt.
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(20-02-2010, 18:19)nidschki schrieb: Man kann nur hoffen, dass die Mutter überhaupt zur Vernunft gebracht werden kann. Wenn sich ihr Sohn outet, sollte das Grund genug für sie sein, ihre Ansicht zu überdenken.
Wenn sie dies aber nicht tut und ihren Sohn tatsächlich verstoßen sollte, bleibt nur zu hoffen dass er selbstbewusst genug ist um korrekt mit der Situation umzugehen und nicht sich die Schuld am Bruch des Verhältnisses gibt.
Mein Nachbarin "kenne" ich seit 2001, wo sie hier einzog. Ich ging mit Salz und Brot an ihr Tür, um sie willkommen zu heißen, und sie fing gleich an, mich zu missionieren. Sie kennt nur schwarz und weiß, teilt die Welt in Gläubige und Ungläubige ein (wozu bei ihr auch die Katholiken zählen), und war zu ihren Kindern so liebevoll, dass ALLE sie vor ihrem 18. Lebensjahr verließen. Der Kontakt ist, soweit ich das mitbekommen hatte, nur sporadisch, und von Missionierungsversuchen und Vorwürfen der Mutter begleitet. Jedoch, wenn sie ihr "Christengsicht" ablgt, kommt ein schlagfertige und nachdenkliche Frau zum Vorschein.
Ich denke, dass, wenn ihr Sohn sich outen sollte, sie ihn verstoßen wird. Ob sie ihm dann die Schuld gibt, weiß ich nicht.
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