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Quadar arab. Zumessung, die Vorherbestimmung
#1
"Johannes Calvin kam zu der Ansicht, es gebe seit Beginn der göttlichen Schöpfung zwei Gruppen von Gläubigen: die Erwählten, die die ewige Seligkeit erlangten, und die Verworfenen, die in ewiger Verdammnis blieben.

Islam
Diskussionen über die Frage der Prädestination kamen im Bereich des Islams etwa um die Wende zum 8. Jahrhundert auf. Der arabische Begriff, unter dem die Frage der Prädestination diskutiert wurde, war Quadar. Er bezeichnet allgemein einen Akt der Festlegung."
Prädestination - Wikipedia


"Qadar (arabisch قدر ‚Zumessung, Maß, Menge‘) ist ein Begriff aus dem Vokabular des Korans, der in den mittelalterlichen islamischen Diskussionen über den Freien Willen und die Prädestination eine zentrale Rolle spielte. Er wird häufig mit den Wörtern Vorsehung, Schicksal oder Vorherbestimmung übersetzt . . .
Der Begriff Qadar erscheint an zwölf Stellen im Koran (Sure 2:236, Sure 13:17, Sure 15:21, Sure 20:40, Sure 23:18, Sure 33:38, Sure 42:27, Sure 43:11, 54:49, Sure 77:22).
Qadar - Wikipedia

Interessant!
Zuerst einmal die Frage der Begriffsdefinition, was in islamischen Diskussionen nicht mittelalterlich ist

Der Koran ist doch ein frühmittelalterliches Buch - die darin vertretenen Werte sind Werte des frühmittelalterlichen Orient
Patriarchat, Polygamie, Stellung der Frau auf Erden und im Paradies


________________


Jedenfalls ist das mit der Vorherbestimmung ein interessantes Thema
Karl May Leser wissen vom Kismet - ein anderes Wort für Quadar (da gibt es allerlei theologische Spitzfindigkeiten* in den Definitionsversuchen)

"Kismet (von arabisch قسمة) bezeichnet: die Vorstellung über das Schicksal im muslimischen Kulturraum"
Kismet - Wikipedia


*) Wenn wir versuchen, hier "Klarheit" zu schaffen, dann haben wir ein dankbares Diskussionsthema gefunden, mit 7000 Seiten A4  Icon_cheesygrin

.
#2
Vermutlich gibt es nur die Illusion des freien Willens.
Durch die Schöpfung selbst wurden ja alle maßgeblichen Dinge die dem freien Willen zugrunde liegen, vorgegeben.

Man könnte auch sagen aus Sicht der vor Millionen von Jahren im voraus festgelegten Pläne und Schaffung der Schöpfung inklusive der zeitinduzierten Matrix mittels am besten wohl multidimensionalen Computern genannten Werkzeugen ist die Welt aus Sicht der Erschaffermacht "eigentlich" sogar tote Materie.
So wie der Inhalt einer Musik-CD, obwohl sie subjektiv beim Menschen bei entsprechendem Equipment ein aktuelles, mithin belebendes Erleben bietet.
So wie der CD ein Zeitabschnitt gelebter Vergangenheit (von Musikern u.ä.) zum Zeitpunkt des anhörens innewohnt, quasi eine "Box in der Box" darstellt, müsste es sich also auch auf größere Zeit und Erlebnisräume angewendet, bis hin zu Millionen von Schöpfungen darlegen lassen. Dies ist dann also eine Konstante. Abhängig von unendlich vielen Jahren zuvor festgelegten Rahmenbedingungen.
Dem Dominostein nützt es also nix, wenn er selbst im Rahmen seines kleinen Bewußtseins evtl wo anders sein wollte, da er nur dort sein kann, wo der der ihn positioniert hat ihn haben wollte.
So lässt sich auch die moralische Frage bzgl Schuld/Sühne etc eigentlich darauf reduzieren wo der Anfangspunkt der Schöpfung lag. Das kann man gerade aus religiöser Sicht dann sehr leicht am ur-Schöpfer des Werks festmachen wie zB das vorgebliche Inzuchtverbot belegt:
Denn ...wenn Adam und Eva nicht Inzucht begangen hatten: wo kam dann deren 3.Generation her?

Witzig und enthüllend die Schlußfolgerung über den gefallenen Gott, der da "gehet hin und vermehrt euch" hinausposaunt hat!

Einzige Möglichkeit also nicht "Inzüchtler" als ziemlich erste Menschen gehabt zu haben wäre Enthaltsamkeit gewesen. Gerade dafür hat sich "der Herr der Welt" aber (-siehe Henochbuch-) auch was einfallen lassen. Und das ist eigentlich noch schlimmer als das oben genannte. Wenn es einen wirklich erhabenen Gott gäbe würde er also den Herrn der Welt in die Pflicht nehmen was aber mangels Oberinstanz nicht möglich scheint um den Wahnsinn zu beenden.
Insofern passend, dass nicht der Herr der Welt mit der symbolischen Taube vom heiligen Geist geadelt wurde sondern Jesus Christus und der sprach ja auch selbst davon, dass die Rettung nur aus dem Geist der Wahrheit kommen kann, ...nicht aber vom Weltengeist.
Bezogen auf den illusorischen freien Willen bedeutet das also dann auch, dass niemand zur Erkenntnis kommen kann wenn es die Vorsehung nicht schon für ihn bereit hielt.
Und das hat philosophisch eigentlich als Konsequenz, dass niemand der nicht zur Erkenntnis kommt, selbst dran schuld hat.

Als schriftlichen Beweis für die Festlegung und Vorherbestimmtheit der Dinge können zweifellos die unterschiedlichsten eingetroffenen Prophezeiungen gelten.
Wenn zB an exakten Datum und innert vordefinierter Zeitspannen die unterschiedlichsten Weltumwälzenden Ereignisse stattfinden, läßt sich das schwerlich relativieren, wenn die Prophezeiungen selbst aus Zeiten stammen, wo vom formal anzunehmenden dazumaligen Wissensstand ausgehend der Visionsinhalt eigentlich als science-fiction-mäßig einzustufen war...
#3
(09-01-2023, 14:43)Lovest schrieb: Denn ...wenn Adam und Eva nicht Inzucht begangen hatten: wo kam dann deren 3.Generation her?

Kain zog laut Genesis in ein anderes Land und nahm sich dort eine Frau.

Man sollte Bibelgeschichten nicht woertlich nehmen.


Ansonsten hat der Titel des Threads anscheinend mal wieder gar nichts mit dem Thema zu tun.
#4
(09-01-2023, 14:43)Lovest schrieb: Als schriftlichen Beweis für die Festlegung und Vorherbestimmtheit der Dinge können zweifellos die unterschiedlichsten eingetroffenen Prophezeiungen gelten.
Wenn zB an exakten Datum und innert vordefinierter Zeitspannen die unterschiedlichsten Weltumwälzenden Ereignisse stattfinden, läßt sich das schwerlich relativieren, wenn die Prophezeiungen selbst aus Zeiten stammen, wo vom formal anzunehmenden dazumaligen Wissensstand ausgehend der Visionsinhalt eigentlich als science-fiction-mäßig einzustufen war...

für solche prophezeihungen (exakter sachverhalt, exakte zeit- und ortsangabe) hast du doch sicher tausende beispiele?

fünf würden mir fürs erste genügen
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
#5
Themenfremde Beitraege nach Feedback entfernt. Zum Thema kommt hier eh nichts.


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