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Spekulation zum Urknall
#76
Geobacter schrieb:Im Einflussbreich großer Massen vergeht die Zeit deutlich schneller als im Einflussbreich kleinerer Massen.
Am Ereignishorizont hoher Massen und folglich hoher Gravitation läuft die Zeit nicht schneller, sondern bleibt (aus unserer Sicht) stehen. Oder aus Sicht eines dort befindlichen Beobachters stürzen alle Massen in kurzer Zeit durch den Ereignishorizont.

Schwarze Löcher verlieren aus mehrererlei Ursachen verschiedene Arten von Energie (magnetische E., Rotationsenergie, Hawkingstrahlung) m. a. W. sie "verdampfen". In der Tat ist von zehn hoch hundert Jahren die Rede. Das lässt sich in Milliarden (10 hoch 9) gar nicht überschaubar ausdrücken: 10 hoch 91 Milliarden(!). Und wenn es einige Zehnerpotenzen mehr oder weniger sind: Man wird es nicht wissen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#77
(30-03-2021, 21:57)Ekkard schrieb: Am Ereignishorizont hoher Massen und folglich hoher Gravitation läuft die Zeit nicht schneller, sondern bleibt (aus unserer Sicht) stehen. Oder aus Sicht eines dort befindlichen Beobachters stürzen alle Massen in kurzer Zeit durch den Ereignishorizont.


Sollte es tatsächlich "Schwarze Löcher" mit derart großer Gravitation geben, daß angeblich sogar die Zeit stillsteht - wie Theoretiker suggerieren - würde "ein dort befindlicher Beobachter" wohl nicht lange leben Icon_cheesygrin
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#78
Stimmt zwar fuer einen menschlichen Beobachter, aber fuer was soll diese Anmerkung relevant sein?
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#79
(30-03-2021, 21:57)Ekkard schrieb:
Geobacter schrieb:Im Einflussbreich großer Massen vergeht die Zeit deutlich schneller als im Einflussbreich kleinerer Massen.
Am Ereignishorizont hoher Massen und folglich hoher Gravitation läuft die Zeit nicht schneller, sondern bleibt (aus unserer Sicht) stehen. Oder aus Sicht eines dort befindlichen Beobachters stürzen alle Massen in kurzer Zeit durch den Ereignishorizont.
Mist, jetzt schwitze ich, weil ich wiedermal überhaupt nichts verstanden zu haben scheine.

Ist schon eine Weile her, dass ich mir diesen Science-Fiction Film angeschaut habe, von dem die Hersteller versprechen, dass sie sich darin sowohl an die Aussagen der Allgemeinen-, als auch der speziellen Relativitätstheorie gehalten zu haben.

(Die Erde wird zusehends unbewohnbar und die Menschheit steht wiedermal vor einem drohenden Untergangsproblem. Die genaueren Gründe werden nicht benannt. Der geniale (Technikbegabte) Held, ein früh-pensionierter NASA-Astronaut, lebt mit seiner Familie auf einer kleinen Farm mitten in einer von fürchterlichen Staubstürmen heimgesuchten US-Amerrikanischen Agrarwüste. Sein Lieblingsschatz, ist sein
überaus nerviges und unbequemes Töchterlein, in dessen Kinderzimmer es letzthin immer wieder zu rational nicht erklärbaren Phänomenen kommt, weil ständig  Spielzeuge aus dem Regal fallen und darunter auch ein Modell der ersten Mondlandefähren des Apolloprogramms der NASA.


Kurzum: Die NASA weis von einem geheimen, aber "scheinbar doch recht stabilen Wurmloch" in Reichweite ihrer Raketen und schickt in einem allerletzten Verzweiflungsakt ein "Himmelfahrtkomando" in diesen Raumzeit-Tunnel. In der Hoffnung, dass die Teilnehmer an einem anderen Ort im Universum wieder möglichst unbeschadet  aus diesem Loch herauskommen, um dort nach Planeten Ausschau zu halten, auf welche man die Menschheit noch rechtzeitig umsiedeln könnte, bevor dem Planeten Erde die Luft ausgeht.

Mit der Reise scheint dann auch alles genau so geklappt zu haben, wie es die Berechnungen vorher sagten.  Das weis man, weil die  Wurmloch-Reisenden dann, am anderen Ende angekommen, auch gleich eine "Postkarte" durch das Wurmloch, zurück in unsere Region des Weltalls schicken. Aber danach scheint irgend etwas fürchterlich schief gelaufen zu sein, weil plötzlich die Postkarten ausbleiben.


Unser genialer Held wird nach langem Überreden zum Commander einer Rettungsaktion ernannt. Wissend, dass bei seiner eventuellen Rückkehr, sein Lieblingstöchterlein eine alte Frau sein wird, während er selber noch immer in den allerbesten Jahren ist. (Relativ gesehen).

Am anderen Ausgang des Wurmloches angekommen, findet er und seine ein "kleinbisschen" weniger intelligenten,  aber dafür teilweise auch etwas psychopathischer veranlagten Reisebegleiter ziemlich schnell heraus, wie es den Teilnehmern des vermissten "Himmelfahrts-Kommandos" ergangen ist. Wahrscheinlich mit Hilfe jenes, zu humanen Gefühlen und künstlicher Intelligenz befähigten Supercomputers, in der Form eines sehr kubistisch  anmutenden Roboters und welcher auch ein Mitglied dieser Rettungs-Crew ist,  um im Falle eines Versagens des menschlichen Verstandes, für die Sicherheit aller Teilnehmer zu sorgen.

Jedenfalls weis man, aus ansonsten nicht näher genannten Gründen, dass alle Teilnehmer jenes vermissten Himmelfahrtkommandos alle nacheinander auf irgendwelchen exotischen Planeten abgestürzt sind und von denen einer mit seiner Masse dermaßen stark die Raumzeit verkrümmt, dass auf seiner Oberfläche wenige Stunden gleich lang dauern, wie im Mutterraumschiff, oben im Orbit, an die 30 Jahre..

Wie der Film sonst noch weitergeht und welche Antriebsaggregaten die Landefähre ausgestattet worden ist um das Gravitationsfeld dieses Planeten wieder zu verlassen, kann man sich ja dann im Fall selber weiter denken oder sich den Film auch selbst anschauen. Ich werde sicher noch den Namen diese Films heraus finden..

Der Film heißt "Interstellar"
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#80
Das ist doch im Prinzip, was Ekkard gesagt hat. Wenn fuer die Leute in dem Schwerefeld eine Stunde vergeht und ein Beobachter von der Erde das als 7 Jahre wahrnimmt, bleibt die Zeit fuer die Leute im Schwerefeld doch fast stehen - aus irdischer Sicht, nicht fuer die Leute selbst.
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#81
(31-03-2021, 14:43)Ulan schrieb: Das ist doch im Prinzip, was Ekkard gesagt hat. Wenn fuer die Leute in dem Schwerefeld eine Stunde vergeht und ein Beobachter von der Erde das als 7 Jahre wahrnimmt, bleibt die Zeit fuer die Leute im Schwerefeld doch fast stehen - aus irdischer Sicht, nicht fuer die Leute selbst.

Richtig. Genau das bringt mich total durcheinander. Bezogen auf die Zeit des Universums, ausgehend von der Zeit seit dem Urknall und nicht die von Leuten als angenommene Beobachter, dreht sich  ein hypothetisch angnommener Urzeiger durch die Zeitdillation im Schwerefeld schneller, als ein solcher selbiger Urzeiger oben im Orbit des Raumschiffs.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#82
Interessante SF-Geschichten sind nicht unbedingt korrekt! Die Angelegenheit ist auch eher ein Mess-Problem als ein "Zwillingsparadoxon" (s. unser Lexikon Link). Durch die relativistischen Bewegungs- und Beschleunigungsvorgänge messen verschiedene Beobachter etwas anderes und müssen mit Hilfe von Transformationsformeln auf die Werte im jeweils anderen System umrechnen. Wir können auch sagen: Die Beobachtungen geben nicht die wahren Verhältnisse wieder. Um das in Ordnung zu bringen, müssen wir die Ergebnisse zurück rechnen.
Ohne gegeneinander bewegte oder beschleunigte Beobachter gilt das Folgende:
  • Der beobachtete Zeittakt im jeweils anderen System muss gegenüber der eigenen Uhr erhöht werden, weil bei der Messung eine Zeitdehnung auftritt;
  • Die Massen-Messungen müssen verkleinert werden, weil eine Massenzunahme auftritt;
  • Die Geschwindigkeiten müssen erhöht werden (Die gemessene Geschwindigkeit ist kleiner bei Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit, Additionstheorem).
Das alles sind Folgen der endlichen Signallaufzeit, die im Weltraum unter allen Umständen c (~3x10^5 km/s) beträgt. 

Korrektur an meinem voran gehenden Post:
Die Beobachtungen sind symmetrisch. D. h. beide Beobachter beobachten die relativistischen Messwertänderungen in gleicher Weise. Also sieht der sich dem Ereignishorizont nähernde Beobachter ebenfalls eine Zeitdehnung und keine Beschleunigung des "ruhenden" Universums.
Ab Ereignishorizont abwärts können keine Signale mehr ausgetauscht werden. Also hören die Messungen einfach auf. Ob die Uhren stehen bleiben kann ich nicht einmal sagen. Aber ich denke, die Eigenzeiten laufen einfach normal weiter. Von starken Kraftgradienten abgesehen geschieht dem fallenden Beobachter so wenig, wie dem sich in unserer Raumzeit aufhaltenden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#83
(31-03-2021, 18:28)Ekkard schrieb: Von starken Kraftgradienten abgesehen geschieht dem fallenden Beobachter so wenig, wie dem sich in unserer Raumzeit aufhaltenden.

OK, dass ist ein Orientierungswert mit dem  ich was anfangen kann.
Dann hätte ich noch eine Frage  bezüglich Laufzeit und bezüglich der Signal/Informationsübertragung  mittels elektromagnetischer Wellen (Ausbreitungsgeschwindigkeit ist 300000 km/s)........... im Bereich sogenannter Gravitationslinsen, deren Brechungsindex zu einer oftmals starken Phasenverschiebung/Verwerfung innerhalb der Laufzeiten führen.
Diese beobachtbar Rotverschiebung und nach deren Interpretation unsererseits, sich das unser Universum (Die Raumzeit) immer schneller ausdehnt, wofür eine ominöse "dunkle Energie" verantwortlich sein soll.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#84
Nun ja, die Lichtgeschwindigkeit ändert sich nie aber das, was wir als (raumzeitliche, 4dimensionale) Entfernung unterstellen. Soweit ich gelesen habe, wird die Raumzeit in der Nähe von starker Gravitation stärker gekrümmt als weiter draußen. Damit wird die "Geodäte", die kürzeste Verbindung zweier Raumzeitpunkte ebenfalls gekrümmt. Oder anders: der scheinbar gerade Weg ist (physikalisch, raumzeitlich) länger!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#85
(01-04-2021, 12:45)Ekkard schrieb: Nun ja, die Lichtgeschwindigkeit ändert sich nie aber das, was wir als (raumzeitliche, 4dimensionale) Entfernung unterstellen. Soweit ich gelesen habe, wird die Raumzeit in der Nähe von starker Gravitation stärker gekrümmt als weiter draußen. Damit wird die "Geodäte", die kürzeste Verbindung zweier Raumzeitpunkte ebenfalls gekrümmt. Oder anders: der scheinbar gerade Weg ist (physikalisch, raumzeitlich) länger!

Gut! Ich habe mich geirrt und eigentlich bin herzlich froh darüber. Ein neuerlicher Urknall, welcher auch unser bisheriges Universum wieder in eine irgendwelche (vielleicht sogar Hawking-Strahlung) verwandelt, ist demnächst nicht zu erwarten. Schwarze Löcher verdampfen wieder und alle Sorgen welche ich mit diesen Schwarzen Löchern in Verbindung  gebracht habe, sind gar keine.

Das einzige was mich jetzt noch ein wenig kränkt, bzw ärgert, sind diese Science-Fiktion-Filmproduzenten, die noch nicht mal mit Hilfe von Astrophysikern wie z.B. im Fall von "Interstellar" .... etwas Gescheites auf die Leinwand bringen, das über den reinen Unterhaltungswert hinaus geht. Aber das ist und wa(h)r war-scheinlich auch auch gar nie ihre Absicht. Also ist auch hier wiedermal alle Kränkung und Ärger nur mein Problem und damit kein Thema, das ich mir zur Sinngebung meines Lebens machen will.

Meine Annahme, dass überall dort, wo sich die Zeiger einer hypothetischen Urknall-Zeit-Uhr schneller drehen, die Raumzeit langsamer beweg, war falsch. Und dass ich jetzt auf Grund dieses Irrtums wieder etwas dazu gelernt habe, ist gut.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#86
Na gut (verzeihlich)! Ich bin ja auch auf solche "Erzählungen" hereingefallen, wie die der direkt falschen Beobachtungsbehauptung aus Sicht einer Sonde, die in bzw. durch den Ereignishorizont eines Schwarzen Loches fällt. Es kann nämlich gar nicht sein, dass die Beobachtungen unterschiedlich sind. Es ist gleichgültig, welcher Beobachter gegen den anderen bewegt bzw. beschleunigt wird. Die physikalische Grundregel lautet: Kein Beobachter ist "ausgezeichnet". So kommen die Relativitätstheorien überhaupt zustande.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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