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Musiktheorie
#16
(14-09-2021, 07:30)Gundi schrieb:
(13-09-2021, 19:20)petronius schrieb: interessant finde ich ja, daß django reinhardt noch nicht mal noten lesen konnte.

Das können die wenigsten Gitarristen und ist eigentlich auch nur für das Nachspielen vom Blatt wichtig (zb. klassische Stücke auf der Gitarre). Freies Spiel, Improvisation etc. braucht eher die schon angesprochenen Kenntnisse von Akkorden und Skalen.

ok, ich bin kein musiker - aber hat reklov die nicht über noten definiert?

kanns also sein, daß man diese "Akkorde und Skalen" gar nicht intellektuell fassen und beherrschen muß, sondern einfach ein gefühl dafür haben?
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#17
(14-09-2021, 17:01)petronius schrieb: kanns also sein, daß man diese "Akkorde und Skalen" gar nicht intellektuell fassen und beherrschen muß, sondern einfach ein gefühl dafür haben?

Beides. Hören ist eine Aktivität deines Geistes, keine intellektuelle, d.h. keine Denkleistung, sondern eine akustische Wahrnehmung. Mit Übung erkennt man die Akkorde bzw. die Akkordwechsel. Das Musikgefühl kommt aber nicht von alleine, es geht dem ein Lernprozess voraus, oft ein langer und harter.

Unabhängig davon musst du auch die entsprechende Tonzusammensetzung einmal einlernen, also intellektuell. Dazu erlernt man entweder Noten oder man ertastet oder ergreift die Töne auf einem Instrument. Wie auch immer, von allein wirst du das aber normalerweise nicht auf die Reihe kriegen.

Irgendwer zeigt sie dir entweder einmal vor oder du erlernst es aufgrund der Noten durch Lehrer. Man kann grundsätzlich beide Wege gehen, ich wäre für das Notenlernen.

Empfehlen würde ich einen rein autodidakten Weg allerdings nicht, keinesfalls wenn man noch kein einziges Instrument kann. Aber das ist der Weg, den Kleinkinder gehen, solange sie noch gar nicht lesen und schreiben können. Was Knirpse alles auf die Reihe bekommen, wenn sie sich dafür ernsthaft interessieren, ist erstaunlich, ist aber nicht der Regelfall.
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#18
(10-09-2021, 16:21)petronius schrieb:
Zitat:Bei PROUD MARY heißt es an dieser Stelle:

> Cleaned a lot of plates in Memphis

Pumped a lot of tane down in New Orleans... <

Wenn Du Englisch beherrschst, wird sich Dir der Sinn des ganzen Liedes ja leicht eröffnen

der sinn des liedes ist sonnenklar, die konkrete bedeutung der bewußten zeile (woher willst du eigentlich "tane" haben?) aber bleibt unklar

Hallo petronius,

fast alle Song-Texte (auch deren Erklärungen) findet man im Internet unter ihrem Titel und der Beifügung "lyrics".

tane could be short for octane, gas. So he could be saying that he pumped gas in New Orleans to get by.

“Pumped a lot of ‘tane,” to someone who doesn’t know the slang, might sound like “popped a lot of chain.” But ’tane, short for “octane,” is a regional dialect term for gasoline (petrol). So in those two lines he is saying that he was a dishwasher in a restaurant = ("cleaned a lot of plates in Memphis..."), and he also had a job as a gas station attendant.

Side note: Later on, Ike and Tina Turner recorded the same song, with the same reference to ‘tane. (Quelle: Quora)

Gruß von Reklov
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#19
(14-09-2021, 17:01)petronius schrieb: kanns also sein, daß man diese "Akkorde und Skalen" gar nicht intellektuell fassen und beherrschen muß, sondern einfach ein gefühl dafür haben?

Naja, eine Skala ist ja erstmal nur eine Tonfolge/Tonleiter. Daraus Musik zu machen braucht es dann Kreativität, Gefühl, Erfahrung.
Man denkt nicht bei jedem gespielten Ton darüber nach, welche theoretischen Grundlagen da jetzt zugrunde liegen.
Richtig ist aber auch, dass theoretisches Wissen den eigenen Horizont erweitert und sicherlich niemals hinderlich ist.

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#20
(15-09-2021, 14:57)Reklov schrieb: fast alle Song-Texte (auch deren Erklärungen) findet man im Internet unter ihrem Titel und der Beifügung "lyrics"

nein, was du nichts sagst!

und was glaubst du, woher ich "Pumped a lot of 'pane down in New Orleans" habe?

https: //www.azlyrics.com/lyrics/creedenceclearwaterrevival/proudmary.html


"The line, "Pumped a lot of pain down in New Orleans" is actually "Pumped a lot of 'Pane," as in propane. He was pumping gas"

https: //www.songfacts.com/facts/creedence-clearwater-revival/proud-mary
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#21
Liebe Musikanten im Forum,

auch in der Musik wird, wie auf allen Gebieten, die Theorie oft von der Praxis ausgehebelt. Als ich neulich eine Partitur (Orchesternoten) von Wagners populärer Tannhäuser-Ouvertüre in die Hand bekam, staunte ich nicht schlecht, dass der Schlussteil (Takt 377-442) dort im Viervierteltakt notiert ist, und nicht, wie man ihn hört, im Dreiertakt.

Manche Berufsmusiker, sofern sie nicht das Werk schon selbst mitgespielt haben oder die Partitur besitzen, könnten jetzt sogar bereit sein, eine Wette abzuschließen, dass dies absolut ausgeschlossen ist. Sie würden verlieren.

Jeder Hörer kann ohne Notenkenntnis und ohne besondere musikalische Begabung beim Anhören einer einfachen Melodie auf Anhieb sagen, ob es sich um einen Dreier- oder Vierertakt handelt. Die Tannhäuser-Ouvertüre beginnt mit ihrem Hauptthema, der Melodie des Pilgerchors, im Dreivierteltakt. Diese Melodie wird im angegebenen Schlussteil majestätisch langsam und wagnerisch pompös wiederholt. Wer sich bei YouTube eine Videoaufnahme anhört (sehr zu empfehlen diejenige mit Karajan), hat nicht den geringsten Zweifel, dass sie im Dreiertakt endet. Die Partitur zeigt aber Viervierteltakt. Wie ist das möglich?

Mir wurde erst nach mehreren Minuten Studium der Partitur klar, warum Wagner zu diesem ungewöhnlichen Kunstgriff genötigt war, damit ein Verleger das Werk überhaupt drucken würde. Grund dafür sind allein die Violinstimmen. Ohne diese Stimmen auf Noten zu sehen - man hört sie aber - ist es schwer, sich gleich den richtigen Reim darauf zu machen. Vielleicht kann es aber jemand von euch. Wenn nicht, präsentiere ich die Lösung.

Übrigens: In der Ouvertüre wird nach dem Hauptthema die Venusbergmusik gespielt, und darauf folgt die Melodie des Pilgerchors einmal rhythmisch verändert im regulären Viervierteltakt.

Damit mein Beitrag noch besser in ein Religionsforum passt, teile ich mit, dass ein Musikkritiker von den angegebenen Schlusstakten 377-442 so überwältigt wurde, dass er schrieb: "Hier wird der Hörer zum Thron Gottes empor gehoben."
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#22
(18-09-2021, 14:04)Felix schrieb: Mir wurde erst nach mehreren Minuten Studium der Partitur klar, warum Wagner zu diesem ungewöhnlichen Kunstgriff genötigt war, damit ein Verleger das Werk überhaupt drucken würde. Grund dafür sind allein die Violinstimmen. Ohne diese Stimmen auf Noten zu sehen - man hört sie aber - ist es schwer, sich gleich den richtigen Reim darauf zu machen. Vielleicht kann es aber jemand von euch. Wenn nicht, präsentiere ich die Lösung.


Ja, bitte Heart Occasion14
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#23
(18-09-2021, 14:04)Felix schrieb: Jeder Hörer kann ohne Notenkenntnis und ohne besondere musikalische Begabung beim Anhören einer einfachen Melodie auf Anhieb sagen, ob es sich um einen Dreier- oder Vierertakt handelt.

Damit mein Beitrag noch besser in ein Religionsforum passt, teile ich mit, dass ein Musikkritiker von den angegebenen Schlusstakten 377-442 so überwältigt wurde, dass er schrieb: "Hier wird der Hörer zum Thron Gottes empor gehoben."

Hallo Felix,

... es mag schon sein, dass der Laie einen Unterschied vom Dreier- zum Vierertakt "bemerkt".

Spiele musikal. ungeschulten Personen aber einen 5/4 Takt vor, wie er z.B. im populären Jazz-Titel "TAKE FIVE" verwendet wird, so möchte ich wetten, dass sie diese Rhythmik nicht recht einordnen können, weil sie diese Taktart mit aller Gewalt in den 4/4 Takt "reinzupressen" versuchen -  was natürlich nicht funktioniert.
Von den anderen "verzwickten" Taktarten will ich noch gar nicht reden! Icon_razz

Auch das Unterscheiden von Dur- und Molltonarten fällt nicht jedem Laien leicht, weil er ja keine Grundkenntnisse über deren Tonleitern (entsprechende Halbtonschritte) hat.

Apropos "Thron Gottes":
in der Musik ungeschulte Hörer müssen meistens auf einem "einfachen Holzschemel" sitzen bleiben und von dort aus die MUSIK eben auf ihre Weise "genießen". (Geht ja auch!) Icon_razz

Gruß von Reklov
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#24
Ich rege an, bei zukünftigen Staatsbegräbnissen in Deutschland und in Österreich (Bundeskanzlerin, Bundespräsident) künftighin nicht mehr das Militär, sondern eine Jazzkapelle aufspielen zu lassen.

Ebenso am Rollfeld bei Staatsbesuchen

Das wäre wenigstens ehrlich - und entspräche dem Geschmack der PolitikerInnen
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#25
(20-09-2021, 12:04)Sinai schrieb: Ich rege an, bei zukünftigen Staatsbegräbnissen in Deutschland und in Österreich (Bundeskanzlerin, Bundespräsident) künftighin nicht mehr das Militär, sondern eine Jazzkapelle aufspielen zu lassen.

Ebenso am Rollfeld bei Staatsbesuchen

Das wäre wenigstens ehrlich - und entspräche dem Geschmack der PolitikerInnen

Hallo Sinai,

... (nicht nur) über den Musik-Geschmack von Regierenden wissen wie alle recht wenig. So könnte Dein Vorschlag auch völlig "daneben" sein, denn nicht jeder Europäer mag eine Jazz-Beerdigung (jazz funeral) wie sie ursprünglich in New Oreans entstanden war. Icon_rolleyes

Gruß von Reklov
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#26
(20-09-2021, 12:26)Reklov schrieb: nicht jeder Europäer mag eine Jazz-Beerdigung (jazz funeral) wie sie ursprünglich in New Oreans entstanden war

Nicht jeder Europäer und jede Europäerin mag eine Beerdigung mit Militärmusik
Beim Begräbnis der österreichischen Bundespräsidenten tritt ein Militärtrompeter auf, der eine militärische Melodie spielt
Ich glaube nicht, daß das im Sinne eines Von der Bellen ist - der dreht sich dann im Grab um!
Das wäre doch was für eine Volksbefragung ? Icon_razz
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#27
@Reklov: Ich habe in meinem Beitrag #21 nur geschrieben, dass jeder beim Anhören einer einfachen Melodie sogleich zwischen Dreier und Vierertakt unterscheiden kann. Wagners Melodie des Pilgerchors ist zweifellos eine solche.

Außer Dur und Moll gibt es auch noch die Kirchentonarten. Beethoven überschreibt einen Quartettsatz mit "Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart". (Nach der Genesung bekam Beethovens Arzt den lustigen Kanon "Doktor sperrt das Tor dem Tod" komponiert.)
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#28
(20-09-2021, 13:22)Felix schrieb: Beethoven überschreibt einen Quartettsatz mit "Heiliger Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart".

Danke für die interessante Meldung.
Lydisch könnte ein Hinweis auf die etruskische Oberschicht des alten Rom sein
. . . aus Troja stammend

Eine Gottheit (ein Schutzpatron) der trojanischen Musik ?

Ich werde diesen Verdacht weiter verfolgen !
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#29
(20-09-2021, 11:44)Reklov schrieb: es mag schon sein, dass der Laie einen Unterschied vom Dreier- zum Vierertakt "bemerkt".

Spiele musikal. ungeschulten Personen aber einen 5/4 Takt vor, wie er z.B. im populären Jazz-Titel "TAKE FIVE" verwendet wird, so möchte ich wetten, dass sie diese Rhythmik nicht recht einordnen können, weil sie diese Taktart mit aller Gewalt in den 4/4 Takt "reinzupressen" versuchen -  was natürlich nicht funktioniert

was du nicht alles weißt...

einen 5/4-takt erkennt auch der ungeschulte musiklaie locker, zumindest aber, daß es kein 4/4-takt (oder 3/4-takt) ist. eher schon würde ich nicht garantieren, ob die unterscheidung zum 9/8-takt auf anhieb gelingt

ich glaube, du überschätzt dein musikwissen und unterschätzt das musikgefühl von zuhörern

Zitat:Auch das Unterscheiden von Dur- und Molltonarten fällt nicht jedem Laien leicht, weil er ja keine Grundkenntnisse über deren Tonleitern (entsprechende Halbtonschritte) hat

auch das ist in der regel nicht soo schwierig - es hört sich ja doch verschieden an
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#30
*https://youtu.be/kcve0ux5Rkk

lydische Tonart.. in der rockmusik. (Jene psychadelische "Pink Floyd-Hanftonskala", die in den 60ern 70igern, 80igern eine ganze Generation entrückte und bei einigen noch heute LSD-Flashbacks auslöst.)

Kein echter Italowestern (Ennio Morricone) ohne Filmmusik in und mit lydischer Tonart. Und Jazzmusik würde es auch keine geben.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
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