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Adam & Eva : ein individueller Erklärungsansatz über den Entstehungshintergrund
#31
(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Die Zweifel gründen zum Teil in der Unklarheit der biblischen Schilderung des Pardieses in 1. Mose 2.8 bis 3.24. [...]

Klar, die beiden Schoepfungsberichte sind miteinander unvereinbar. Dass sie auch andere Fehler enthalten, steht ja schon im Thread.

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Doch die Annahme, dass das Paradies auf Erden lag/liegt, lässt sich wie folgt ausschliessen:[...]

Du hast vergessen, Deine Vorbedingung zu erwaehnen: dass die Bibel unfehlbar sein muss und keine Fehler und Widersprueche enthalten darf. Ansonsten wuerde wohl niemand auf die Idee kommen, so eine verworrene Geschichte zu erfinden, wie Du das tust.

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Die Schlange, Symbol für das Böse [...]

In dieser Geschichte eigentlich nicht. Sie ist hier einfach ein Tier, das fuer sein Verhalten bestraft wurde. Und natuerlich hat sie hier die Funktion eines Prometheus: sie hat dem Menschen die Faehigkeit zur Erkenntnis gebracht; was in Gott mal wieder Eifersucht erzeugt. 

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Erneut wurden sie ungehorsam und wurden des Paradieses verwiesen und zwei Engel bewachten es – wie hätten Engel einen irdischen Garten bewachen können?

Erst danach wurde die Erde resp. das materielle Universum erschaffen.

Ist schon erheiternd. Dass Du der Bibel direkt widersprechen musst, um die Geschichte irgendwie zu retten, macht's wirklich nicht besser.
#32
(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Ob die Adam-und-Eva seiernzeit als Lebensratgeber empfunden wurde ist eine interessante Frage für Altertumsforscher mit christlichem Hintergrund. Das scheint nach meiner Wahrnehmung der Fall gewesen zu sein.

Das war die Erklaerung der Priesterschaft an die Glaeubigen, ihnen keine unangenehmen Fragen zu stellen, weil sie ihr oft weniger als einfaches Leben durch Verschulden ihrer Vorfahren selbst zu verantworten haben.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Immerhin macht die Genesis ein Weltbild transparent, welches dem absoluten Weltbild der heutigen Wissenschaft frontal entgegen steht.

Oh, da hast Du die Rollen vertauscht. Wer sein Weltbild auf wissenschaftliche Erkenntnisse aufbaut, muss ja geradezu feststellen, dass da nichts absolut ist. Das Absolute ist strikt die Domaene der Religion und der Philosophie.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Adam und Eva scheinen aber auch ohne Jesu zu kennen einen Gnadenakt Gottes erfahren zuhaben.

Mal sehen: Todesstrafe, Schmerzen, nie endendes Muehsal, Feindschaft mit dem Getier um sie herum. Klar, sieht eindeutig nach Gnadenakt aus  Tard

Und Jesus musste dann von der Gnade erloesen, nehme ich mal an. Ist das dann Ungnade?
#33
(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Ich habe den Eindruck: die Sorge um das Seelenheil des Menschen und Mitmenschen ist in den Mittelpunkt gerückt.
In frommen Familienkreisen.
Bezüglich Seelenheil in Form von psychischer Gesundheit gibt es auch medizinische Zusammenhänge.. bzw. und unter anderem.../ auch komplexe Störungen.

Wenn heutzutage jemand meint, die Qualität des Seelenheiles hänge allein von seinen Glaubensansichten ab, dann ist er schon mit einem Fuß in der Psychiatrie.
Und was eine solch fixe "Überzeugung" dann auch noch für belastende Auswirkungen auf das unmittelbare soziale Umfeld haben kann, mag man sich erst gar nicht vorstellen.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Trotz Erlösung durch Jesus Kreuzestod ist der Himmelsweg sehr unsicher.
Welche Art von Erlösung ist da wohl gemeint? Der Kreuzestod von Jesus hat sehr vielen Menschen Not, Verfolgung, Ächtung, Unterdrückung, Ausbeutung, Entmündigung, ....gebracht.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Ob die Adam-und-Eva seiernzeit als Lebens-
ratgeber empfunden wurde ist eine interessante Frage für Altertumsforscher mit christlichem Hintergrund.
Dazu mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriminalge...ristentums


Das scheint nach meiner Wahrnehmung der Fall gewesen zu sein. [/quote] Die scheint ein bisschen "simpel" und am aller meisten nur am eigenen Selbstideal ausgerichtet zu sein.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Immerhin macht die Genesis ein Weltbild transparent, welches dem absoluten Weltbild der heutigen Wissenschaft frontal entgegensteht.

Du meinst mit: "die Wissenschaft" die Naturwissenschaften.. bzw. das Weltbild das die Naturwissenschaften uns vermitteln. Da kannst du aber beruhigt sein. Zum einen, weil die Genesis ein mythologische Erzählung ist und damit kein Thema für die Naturwissenschaften, und zum anderen die frontale Vorstellung, dass es so wäre, sich in deinem Kopfkino abspielt. Ansonsten sind auch Naturwissenschaftler nur Menschen, die halt in ihrer überwiegenden Mehrheit nicht am Magie und Zauberei (Allmacht Gottes) glauben.

(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Adam und Eva scheinen aber auch ohne Jesu zu kennen einen Gnadenakt Gottes erfahren zuhaben.
Das hast du natürlich nur "sarkastisch" gemeint. @Ulan hat dir dazu ja schon aufgelistet, was er dazu meint.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
#34
(16-03-2023, 16:34)Kreutzberg schrieb: Ich wollte nochmals auf den Anfang zurück kommen. Die Genesis gibt hier eine deutlichen Lehrsatz heraus.
Der Mensch sollte Gott nicht versuchen. Dieser Grundsatz wird ja auch weiter fortgeschrieben (siehe die Parabell
vom Turmbau zu Babel) - daraus kann man erkennen, dass die Neigung sich selbst göttliche Kompetenzen zu-
gestehen schon immer die Menschheit des Homo Sapiens prägten.
 
An diesem 'deutlichen' Lehrsatz sind somit folgende Personen/Wesen beteiligt: Gott, Adam und Eva und die Schlange.

Wozu braucht es hier eine Schlange? So es ein Lehrsatz ist, müsste es auch für sie gelten! Und woher kommt sie eigentlich?

Hätte es nicht gereicht, das Paradies ohne Schlange zu erschaffen? Und wieso erschafft Gott Menschen, die er erst Mal prüfen muss, ob sie seinen Ansprüchen genügen? Steht doch völlig im Widerspruch zur Vollkommenheit Gottes!!?

Wenn die Neigung, wie Du glaubst, sich selbst göttliche Kompetenzen zuzugestehen schon immer da war, dann muss sie doch von Gott ganz am Anfang den Menschen mitgegeben worden sein und kann somit NICHT gegen seinen Willen verstossen!
#35
(16-03-2023, 17:46)Reklov schrieb: Teile der Wahrheit mögen Religionen richtig "erkannt" haben. Ihr Fehler ist aber, dass sie meinen, damit schon das GANZE in ihren Händen zu halten.  Icon_rolleyes

Gruß von Reklov

Hallo Reklov,

Gilt diese Aussage Deines Erachtens auch für die katholische Lehre?
#36
(06-03-2023, 17:57)Kreutzberg schrieb: ... die Geschichte welche die Gründe der Vertreibung aus dem Paradies so ausführlich geschildert haben sicherlich einige Theologen als reales Lehrbeispiel verstanden.
Gewiss! Aber man muss diese Urgeschichten auch als Mythologie verstehen, die in der Tat die menschliche Situation auf Erden beschreibt durch eine durch Gott bewirkte Werdensgeschichte. (siehe mein Beitrag #20)

(06-03-2023, 17:57)Kreutzberg schrieb: d) Kann es sein, dass es sich hier um eine menschliche Parabel handelt, wo der Mensch versuchte, sein Hadern an der Wirklichkeit realistisch einzuordnen?
Davon ist mit einiger Sicherheit auszugehen. Natürlich "arbeiten" Mythologien (Gottesgeschichten) im Grunde immer mit transzendent gedachten Figuren z. B. die Schlange als Verführer (Neugier). Die Figuren scheinen real zu sein. Aber das ist sicher ein Irrtum. Es handelt sich in unserer Sprache um "Typen" (Adam = von menschlicher Art, männlich; Eva = von menschlicher Art, weiblich; Gott = Grundgröße des Glaubens, Elternersatz).
Bezüglich "Elternersatz" verweise ich auf Geobacters Beitrag #21

(17-03-2023, 07:48)Farius schrieb: Wozu braucht es hier eine Schlange? So es ein Lehrsatz ist, müsste es auch für sie gelten! Und woher kommt sie eigentlich?

Hätte es nicht gereicht, das Paradies ohne Schlange zu erschaffen? Und wieso erschafft Gott Menschen, die er erst Mal prüfen muss, ob sie seinen Ansprüchen genügen? Steht doch völlig im Widerspruch zur Vollkommenheit Gottes!!?

Wenn die Neigung, wie Du glaubst, sich selbst göttliche Kompetenzen zuzugestehen schon immer da war, dann muss sie doch von Gott ganz am Anfang den Menschen mitgegeben worden sein und kann somit NICHT gegen seinen Willen verstossen!
Die Fragen ergeben sich aus einer allzu realen Vorstellung! Was treibt Menschen an, Geschichten zu erzählen? Genau dort, also in ihrer Phantasie, werden die Figuren einer Geschichte erschaffen und schließlich zu Gehör und später zu Papier gebracht. Auch für die Handlungen dieser Figuren gilt dasselbe. Eine Geschichte "lebt" davon, dass sich die Figuren irgendwie möglichst spektakulär beschäftigen. Es geht also darum, den Leser in der Geschichte fest zu halten. Wenn Urängste dabei eine Gestalt annehmen - umso besser!
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
#37
(17-03-2023, 07:48)Farius schrieb: Wenn die Neigung, wie Du glaubst, sich selbst göttliche Kompetenzen zuzugestehen schon immer da war, dann muss sie doch von Gott ganz am Anfang den Menschen mitgegeben worden sein und kann somit NICHT gegen seinen Willen verstossen!

Je unglaublicher eine Geschichte, um so größer muss auch der Glaube sein den sie für sich beansprucht. Wer von denen die von sich und ihrem Glauben besonders viel halten, kann da schon widerstehen? Icon_cheesygrin

Um sich selbst für gottgleich halten zu können, braucht es natürlich einen transzendenten Gott - (Glaubensgott)- und passende wie selbstnützliche Glaubensregeln, welche man sich am besten selber aufstellt, So-dass die dann möglichst auch für alle anderen gültig zu sein haben. Die Schlange als Symbol der "Doppelzüngigkeit" ist hier durchaus passend.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
#38
(17-03-2023, 08:00)Farius schrieb:
(16-03-2023, 17:46)Reklov schrieb: Teile der Wahrheit mögen Religionen richtig "erkannt" haben. Ihr Fehler ist aber, dass sie meinen, damit schon das GANZE in ihren Händen zu halten.  Icon_rolleyes

Gruß von Reklov

Hallo Reklov,

Gilt diese Aussage Deines Erachtens auch für die katholische Lehre?

Hallo Farius,

... was sich einst die Evangelisten und später Bischöfe auf dem Konzil zu Nicäa so alles ausgedacht und zu Papier gebracht haben, kann nur bedingte psychologische Wahrheiten beanspruchen. - Hat Jesus etwa je vorgehabt, eine Kirche zu gründen?
Und wenn man auf die >Kriminalgeschichte des Christentums< schaut, so kann es einen nur gruseln - auch wenn sich aufopfernde Wohltäter unter den vielen Gläubigen befanden/befinden.
"Gott" kann meiner Meinung nach nicht "gelehrt", sondern nur "erfahren" werden. Dazu bedarf es aber des "inneren Weges". 

Würde der Mensch Zugang zur WAHRHEIT haben, so erübrigte sich jede Religion, natürlich auch dieses Forum, in welchem Atheisten und Gläubige ihre Sicht der Welt so eifrig mit Wort- und Zahlenkunst zu verteidigen versuchen! 

Gruß von Reklov
#39
(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Doch die Annahme, dass das Paradies auf Erden lag/liegt, lässt sich wie folgt ausschliessen:[...]

... die Lage des Paradieses wird im AT genau beschrieben! Lies nach!

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Die Schlange, Symbol für das Böse [...]

... ein Historiker schrieb, dass Schlangen unter den damaligen orientalischen Wanderhirten einen sehr schlechten Ruf hatten, da sie entweder deren Vieh im Gras bissen oder in die Ferse des Menschen ...
Auch in Afrika ist bis heute die Schwarze Mamba gefürchtet, da sie in die Hütten der Eingeborenen kriecht.
In einer TV-Doku sagte eine Farmerin aus Texas, dass sie nie ohne hohe Stiefel ins Gras gehe und abends, wenn die Kälte kommt, immer unter und in ihr Bett schaut, ob sich darin nicht eine wärmesuchende Klapperschlange befindet.

Immerhin hat es aber die Schlange geschafft, auch als Signet-Symbol für die Medizin verwendet zu werden.  

Gruß von Reklov
#40
(16-03-2023, 18:58)petronius schrieb:
(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Wenn es also heisst: «Es werde Licht! Und es ward Licht.» dann ist damit die geistige Schöpfung gemeint, die wahrhaftig eine Welt des Lichtes ist, das zuerst in Christus mit unermesslichem Glanz ausstrahlte

nun, selbst nach biblischer zeitrechnung war christus doch ein paar jährchen nach der schöpfung
 

Christus war doch schon, ehe Abraham war - und auch Mk 10.45 "Der Menschensohn ist nicht gekommen ..."  oder Lk 19.9f "... denn der Sohn des Menschen ist gekommen, um .."  Dies weist darauf hin, dass er den Entschluss zu kommen schon vorgeburtlich gefasst hat.

Da Christus alles erschaffen hat, im Himmel und auf Erden - Kol. 1.16 - das Sichtbare und das Unsichtbare, muss er ja logischerweise lange vor dem Urknall von Gott erschaffen worden sein. Aber Deine biblische Zeitrechnung geht vielleicht nur etwa 6000 Jahre zurück?
#41
(16-03-2023, 18:58)petronius schrieb:
Zitat:Luzifer wurde da jedoch neidisch und hochmütig, sein Licht verfinsterte sich, je mehr er mit Gott in Disharmonie ging, und wurde mit seinen Anhängern in die Finsternis gestürzt (Lk. 10.18)

oh, der gute alte lukas 10! wo jesus seinem alttestamentarischen vater gleich als der eifersüchtige rachegott auftritt - wer nicht für mich ist, ist gegen mich und muß vernichtet werden... ja gut, war halt noch vo der bergpredigt, und auch die ist ja nicht ohne, wenn man man mal über die friede-freude-eierkuchen paraphrase hinausgeht, die heutzzutage als essenz des christentums vermarktet wird

nur: mit dem von dir vorgetragenen geschichtlein hat dieser himmelssturz des satanas leider so gar nichts zu tun 
 
Wer soll das sein, Jesu alttestamentarischer Vater?

Vernichtet wurde niemand, da hast Du etwas falsch verstanden.

Nenne es "Geschichtlein" wenn Du magst - aber es geht um die Trennung der Finsternis, die es zum entsprechenden Zeitpunkt noch gar nicht gegeben hat.

Ich habe es ein präkosmisches Ereignis genannt. Interessiert hätte mich, wie Du es siehst. Womit es nichts zu tun hat, ist uninteressant!
#42
(16-03-2023, 21:45)Ulan schrieb:
(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Die Zweifel gründen zum Teil in der Unklarheit der biblischen Schilderung des Pardieses in 1. Mose 2.8 bis 3.24. [...]

Klar, die beiden Schoepfungsberichte sind miteinander unvereinbar. Dass sie auch andere Fehler enthalten, steht ja schon im Thread.

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Doch die Annahme, dass das Paradies auf Erden lag/liegt, lässt sich wie folgt ausschliessen:[...]

Du hast vergessen, Deine Vorbedingung zu erwaehnen: dass die Bibel unfehlbar sein muss und keine Fehler und Widersprueche enthalten darf. Ansonsten wuerde wohl niemand auf die Idee kommen, so eine verworrene Geschichte zu erfinden, wie Du das tust.

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Die Schlange, Symbol für das Böse [...]

In dieser Geschichte eigentlich nicht. Sie ist hier einfach ein Tier, das fuer sein Verhalten bestraft wurde. Und natuerlich hat sie hier die Funktion eines Prometheus: sie hat dem Menschen die Faehigkeit zur Erkenntnis gebracht; was in Gott mal wieder Eifersucht erzeugt. 

(16-03-2023, 08:34)Farius schrieb: Erneut wurden sie ungehorsam und wurden des Paradieses verwiesen und zwei Engel bewachten es – wie hätten Engel einen irdischen Garten bewachen können?

Erst danach wurde die Erde resp. das materielle Universum erschaffen.

Ist schon erheiternd. Dass Du der Bibel direkt widersprechen musst, um die Geschichte irgendwie zu retten, macht's wirklich nicht besser.
Also, wenn die Bibel sich selbst widerspricht, dann ist das für Dich durchaus in Ordung. Wenn ich das jedoch tue, wie Du vermutest, dann ist das bestenfalls erheiternd - interessant.

Du glaubst allen Ernstes, dass die Schlange den Menschen die Fähigkeit der Erkenntnis gebracht hat und dass Gott eifersüchtig sein kann!!?

Und wenn ich versuche, den Schriften einen nachvollziehbaren Sinn abzuringen, was meines Erachtens von einer Religion durchaus erwartet werden darf ... naja, ich freue mich, Dich erheitert zu haben.
#43
Ekkard schrieb: schrieb:
(Gestern, 06:48)Farius schrieb: schrieb:Wozu braucht es hier eine Schlange? So es ein Lehrsatz ist, müsste es auch für sie gelten! Und woher kommt sie eigentlich?

Hätte es nicht gereicht, das Paradies ohne Schlange zu erschaffen? Und wieso erschafft Gott Menschen, die er erst Mal prüfen muss, ob sie seinen Ansprüchen genügen? Steht doch völlig im Widerspruch zur Vollkommenheit Gottes!!?

Wenn die Neigung, wie Du glaubst, sich selbst göttliche Kompetenzen zuzugestehen schon immer da war, dann muss sie doch von Gott ganz am Anfang den Menschen mitgegeben worden sein und kann somit NICHT gegen seinen Willen verstossen!
Die Fragen ergeben sich aus einer allzu realen Vorstellung! Was treibt Menschen an, Geschichten zu erzählen? Genau dort, also in ihrer Phantasie, werden die Figuren einer Geschichte erschaffen und schließlich zu Gehör und später zu Papier gebracht. Auch für die Handlungen dieser Figuren gilt dasselbe. Eine Geschichte "lebt" davon, dass sich die Figuren irgendwie möglichst spektakulär beschäftigen. Es geht also darum, den Leser in der Geschichte fest zu halten. Wenn Urängste dabei eine Gestalt annehmen - umso besser!

Wenn eine Geschichte Eingang in die Heilige Schrift findet und später über viele Jahrhunderte von der Kirche als Ursache für die zB Erbsünde, Leid und das Böse dargestellt wird - so glaubst Du, es sei lediglich der Phantasie einiger Menschen vor 3000 Jahren entsprungen - ohne jeglichen Bezug zur Realität und Wahrheit?

Ist ein interessanter Blickwinkel - aber: die von mir zitierte präkosmische Katastrophe mit dem Engelsturz, wurde mir im katholischen Religionsunterricht als Kind noch erzählt. Zeugnis findet sich bei Ezechiel aber auch Jesaja. Im jüdischen "Sohar" wird dieser Abfall im Geisterreich symbolisch als "Bruch der Gefässe" bezeichnet und als Ursache für die Entstehung der Welt bezeichnet. Den Babyloniern war ein Kampf der Götter bekannt und in indischen Schriften wird erzählt, wie die Devas, die guten Geister oder Engel  und die Asuras, die Dunkelmächte gegeneinander Kämpfen. Nach einem iranischen Mythos bestanden in alten Zeiten zwei Reiche, ein Reich des Lichtes und ein Reich der Finsternis. Der Prinz der Dunkelheit wurde vom Licht angezogen und es kam zum Kampf, der im Sturz der Dunkelmächte in die Finsternis endete. Beim altpersischen Propheten Zarathustra schuf Gott am Anfang zwei geistige Wesen, Ahura Mazdah und Ahriman, wobei auch hier die Bösen in die Hölle verstossen wurden. Auch Herisod schildert den Kampf der Götter mit den Titanen. Sicher könnte man noch weitere anführen.

Um auf Deine Aussage zurückzukommen: wenn es denn der Phantasie der alten Völker entsprang, was Ursache ihres Daseins sein soll, so ist es doch erstaunlich, wie viele Völker praktisch gleichlautende Erzählungen fanden. Archetypen - hat sich vielleicht die eigene Seele, die damals allenfalls beteiligt war, erinnert? oder gab es Seher, die, da es der Wahrheit entsprach, alle dasselbe sahen?

Erstaunlich jedenfalls, dass so viele Völker ähnliche Mythen erzählten
#44
(18-03-2023, 08:12)Farius schrieb: Also, wenn die Bibel sich selbst widerspricht, dann ist das für Dich durchaus in Ordung. Wenn ich das jedoch tue, wie Du vermutest, dann ist das bestenfalls erheiternd - interessant.

Richtig. Dass die Bibel innere Widersprueche hat, ist verstaendlich, ist sie doch an dieser Stelle eine Sammlung von Nacherzaehlungen alter Mythen verschiedenster Urspruenge. Die erste Schoepfungsgeschichte ist z.B. mesopotamischen Ursprungs (wir kennen sie so aehnlich aus dortigen Texten, die aelter sind als das AT), die zweite offensichtlich in einer Wuestenumgebung entstanden. Dass solche Mythen mit unterschiedlichem Ursprung nicht deckungsgleich sind, ist eine ganz normale Erwartung. Der priesterliche Sammler dieser Geschichten hat diese zwar editiert, aber innere Konsistenz des Gesamtwerks war wohl nicht das primaere Ziel dieser Edition.

Du dagegen erfindest Deine vollkommen eigene Geschichte. Das hat die Funktion fuer Dich, auf Biegen und Brechen den Text zu etwas zu machen, was er nicht ist, um Dein vorgefasstes Bild von Fehlerlosigkeit in der Bibel zu retten. Du schreibst die Bibel komplett in Deine eigene Version um. In dem Moment wird sie zu Deinem eigenen Text und hat mit der Vorlage nichts mehr zu tun.

(18-03-2023, 08:12)Farius schrieb: Du glaubst allen Ernstes, dass die Schlange den Menschen die Fähigkeit der Erkenntnis gebracht hat und dass Gott eifersüchtig sein kann!!?

Das sind beides Aussagen, die die Bibel selbst macht und hat nichts mit irgendeinem Glauben zu tun, dem ich anhaenge. Dass Gott eifersuechtig ist, steht in Dutzenden (!) von Bibelstellen, oft als Selbstaussage Gottes. Beide Konzepte sind hier in der Paradiesgeschichte wunderbar verknuepft (Gen 3, EU):

"22 Dann sprach Gott, der HERR: Siehe, der Mensch ist wie einer von uns geworden, dass er Gut und Böse erkennt. Aber jetzt soll er nicht seine Hand ausstrecken, um auch noch vom Baum des Lebens zu nehmen, davon zu essen und ewig zu leben."

So ja, der Mensch hat einen Schritt in Richtung goettlicher Macht getan dadurch, dass er jetzt die Faehigkeit zur Erkenntnis erlangt hat. Erst dieser Schritt hat den Menschen zu mehr gemacht als nur einem Objekt in Gottes kleinem Privatzoo, er ist "wie einer von uns geworden", und dass der Mensch irgendwie in den inneren Zirkel der Goetter kommt, war offensichtlich nicht erwuenscht, wie Gott es hier woertlich ausdrueckt. Der Mensch wird des Paradieses verwiesen, weil Gott die Gefahr sieht, dass er sich auch noch die Unsterblichkeit nimmt und dann vollends goettlich wird.

Das ist im Prinzip das erste Gebot: Gott will keine anderen Goetter neben sich haben. Wie Ex 34 es ausdrueckt: "Denn der HERR, der Eifersüchtige ist sein Name, ein eifersüchtiger Gott ist er."

(18-03-2023, 08:12)Farius schrieb: Und wenn ich versuche, den Schriften einen nachvollziehbaren Sinn abzuringen, was meines Erachtens von einer Religion durchaus erwartet werden darf ... naja, ich freue mich, Dich erheitert zu haben.

Ach komm! Meine Kritik hat nicht zum Inhalt, dass Du aus den Schriften einen Sinn ziehen willst, sondern wie Du das machst. Im Prinzip erkennst Du den Sinn, aber das Ergebnis dieser Erkenntnis gefaellt Dir nicht. Aus diesem Grund schreibst Du die Bibel um und konstruierst Dir Deine eigene Geschichte, die den Sinn des Textes komplett ignoriert. An dem Punkt redest Du dann nur noch ueber den Sinn Deiner eigenen Geschichte, nicht mehr ueber den der Bibel.

Das ist offensichtlich ein methodisches Problem. Bevor wieder die Entgegung kommt, die verschiedenen Ansaetze waeren irgendwie aequivalent: nein, sind sie nicht. Ich schaue mir die Evidenz an, also den Bibeltext selbst, und interpretiere diesen. Wenn relevant fuer Interpretation,  beachte ich auch ausserbiblische Evidenz, wie z.B. die mesopotamischen Schoepfungsmythen (die haben zwar keinen direkten Einfluss auf die Interpretation des Bibeltextes, geben uns aber einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Bibeltexts, was uns wiederum verstaendlich macht, wie manche uns merkwuerdig erscheinende Bibelaussagen zustandekamen).

Du dagegen zaeumst das Pferd von hinten auf. Du startest mit der vorgefassten Interpretation. Da Du erkennst, dass die Evidenz (der Bibeltext) nicht zu Deiner Interpretation passt, aenderst Du einfach die Evidenz, indem Du den Bibeltext durch Deinen eigenen ersetzt. Aus dem Grund ist der Sinn, von dem Du hier redest, nicht der des Bibeltexts, sondern der von Dir so gewollte.
#45
(18-03-2023, 00:37)Reklov schrieb: Hallo Farius,

... was sich einst die Evangelisten und später Bischöfe auf dem Konzil zu Nicäa so alles ausgedacht und zu Papier gebracht haben, kann nur bedingte psychologische Wahrheiten beanspruchen. - Hat Jesus etwa je vorgehabt, eine Kirche zu gründen?
Und wenn man auf die >Kriminalgeschichte des Christentums< schaut, so kann es einen nur gruseln - auch wenn sich aufopfernde Wohltäter unter den vielen Gläubigen befanden/befinden.
"Gott" kann meiner Meinung nach nicht "gelehrt", sondern nur "erfahren" werden. Dazu bedarf es aber des "inneren Weges". 

Würde der Mensch Zugang zur WAHRHEIT haben, so erübrigte sich jede Religion, natürlich auch dieses Forum, in welchem Atheisten und Gläubige ihre Sicht der Welt so eifrig mit Wort- und Zahlenkunst zu verteidigen versuchen! 

Gruß von Reklov

Hallo Reklov,

der Zugang zur Wahrheit wäre ja dann die Religion - hat nicht Jesus so was Ähnliches mit dem Senden der Geister der Wahrheit versprochen? Ja klar, und dann hat die Inquisition die Medien, durch die sie sprechen sollten auf den Scheiterhaufen geworfen, damit die Wahrheit nie mehr durchdringt.

Diese Forum würde sich dann nur noch dafür interessieren, inwiefern die Wahrheit in den Schriften noch zu finden ist.

mit Gruss
Farius


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