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Wir hatten dieses Thema vor längerer Zeit schon einmal in einem anderen Thread gestreift, aber ich denke, dass das komplexe Problem der menschlichen Ich-Identität eine eigene Diskussion wert ist.
Ich finde es erstaunlich, dass wir das Wort "Ich" jeden Tag unzählige male benutzen, sei es nun in Gedanken, in Worten oder in Schriftform, ohne uns wirklich darüber im Klaren zu sein, was denn nun mit diesem Wort überhaupt gemeint ist. Und jemand, der an dieser Stelle behauptet, dass er sehr wohl ganz genau wisse, was damit gemeint ist, der hat sich vermutlich noch keine tiefgehenden Gedanken darüber gemacht.
Um gleich zu erläutern, was ich mit diesem Mysterium meine, bringe ich schon zu Beginn ein paar ganz praktische Beispiele: Wir sagen beispielsweise "meine Hand", "mein Fuß", "meine Augen" usw... Betrachten wir dies zunächst aus der reduktionistisch-materialistischen Perspektive: Hier müsste man argumentieren, dass dasjenige, was die einzelnen Körperteile als "mein" benennt entweder der Körper als Ganzes oder das Gehirn als zentrales Denkorgan ist. ABER: Wir sagen ja genau so auch "mein Körper" und "mein Gehirn". Schon hier wird klar, dass auch diese Thematik wieder einmal sehr gut dazu geeignet ist, dass materialistische Menschen-Verständnis zu hinterfragen. Denn was spricht denn von "meinem Körper" oder "meinem Gehirn" - dies kann dann ja eigentlich nur ein immaterielles Ich sein. Allerdings wird der Materialismus an dieser Stelle einwenden, dass dieses immaterielle Ich eben ein Epiphänomen des Gehirns und somit der Materie ist.
Was ebenfalls bereits hier klar wird, ist, dass dieses immaterielle Ich, selbst wenn es ein Epiphänomen des Gehirns wäre, gar nicht so ganz klar abzugrenzen ist von anderen inneren Erlebnisphänomenen. Nehmen wir zum Beispiel die Erinnerungen, die einen Menschen ausmachen. Gehören diese Erinnerungen zum Ich dazu oder "hat" das Ich diese Erinnerungen? Kann man das Ich von den Erinnerungen des Ichs trennen? Und was ist mit den Emotionen? Hier sagen wir zum Beispiel "Ich bin ängstlich" oder "Ich bin wütend", was auf eine Einheit des Ichs mit den Emotionen hindeutet, genau so können wir aber auch sagen: "Ich habe Angst" oder "Ich empfinde Wut", was wiederum auf eine Trennung zwischen Ich und Emotion hinweist.
Wirklich interessant wird es aber, wenn wir Begrifflichkeiten wie "meine Seele" mit einbeziehen. Menschen sagen "meine Seele" genau so wie sie "mein Körper" sagen. Die materialistische Perspektive wäre hier wieder, dass das Gehirn eine imaginäre Seele als Epiphänomen entwirft, welche lediglich als ein Sprachbegriff gedeutet werden kann (an dieser Stelle sei im Übrigen angemerkt, dass man dieses ganze Thema an sich auch als ein reines Sprachproblem betrachten kann, aber interessant bleibt es trotzdem). Die idealistische oder spiritistische Perspektive wäre hingegen, dass etwas anderes als das Gehirn "meine Seele" sagt.
Und hier ist nun auch die beste Lösung zu finden, die ich für dieses ganze Mysterium anzubieten habe. Wenn wir sowohl "mein Körper" als auch "mein Gehirn" als auch "meine Seele" sagen, dann muss es eine Instanz geben, die über den Körper und die Seele hinausgeht, die also sowohl "im Besitz" des Körpers als auch im Besitz des Gehirns als auch im Besitz der Seele ist. Und diese Instanz wurde schon sehr früh als "der Geist" bezeichnet.
Laut der Bibel besteht der Mensch aus Körper, Seele und Geist. Wenn wir also annehmen, dass es der Geist ist, der jeweils im einzelnen Menschen "Ich" sagt, dann ist das eine äußerst elegante Lösung für das oben beschriebene philosophische Problem bzw. das Mysterium der menschlichen Identität. Der Geist sagt sowohl "mein Körper" (und darin inbegriffen "mein Gehirn") als auch "meine Seele". Was dann aber definitiv nicht gesagt werden kann ist "mein Geist" - denn das würde dann nochmal auf eine weitere Ich-Instanz hinter dem Geist hindeuten usw...
Der Geist ist das Ich und das Ich ist der Geist - dies wäre wie gesagt meine Lösung für das Mysterium. Aber ich will in keiner Weise behaupten, dass ich das alles voll und ganz durchschaut habe. Vielmehr bleibt diese Sache trotz der theoretischen Denklösung, die ich anbiete, weiterhin rätselhaft.
So wie ich es verstanden habe, kann man nämlich Seele und Geist nicht wirklich letztgültig voneinander trennen, obwohl sie durchaus zwei unterschiedliche Instanzen sind. Dies erinnert natürlich stark an die Trinität - auch dort ist es so, dass Gott, Jesus Christus und Heiliger Geist drei unterschiedliche Instanzen und Personen sind, die aber dennoch nicht voneinander zu trennen sind ("Ich und der Vater sind eins"). Hier stößt vielleicht das menschliche Denken an sich wieder einmal an seine Grenzen.
Des weiteren wurde mir dargelegt, dass die Seele das Innenleben des Menschen ist, während der Geist das ist, was die Verbindung "nach oben" sucht, was also danach strebt, Kontakt zu Gott und zur geistigen Welt aufzunehmen. Ich möchte hier noch anmerken, dass es sicherlich nicht heilsentscheidend ist, all das zu verstehen. Heilsentscheidend ist die tatsächliche Verbindung nach oben, welche es den Menschen ermöglicht, das Erlösungswerk von Jesus Christus anzunehmen. Das ist möglich, auch wenn man nichts von alledem, was hier in diesem Thread Thema ist, jemals auch nur angedacht hat. Allerdings neigen manche Menschen dazu, alles genau nachvollziehen zu wollen, die Lücken in den bestehenden Erklärungen schließen zu wollen, und da bleibt einem dann als Mensch in aller Schwachheit eben nur die Spekulation, welche aber schon einer gewissen inneren Logik folgen sollte. Niemals aber sollte man solche Erklärungsversuche als tatsächliche "Wahrheit" herausgeben - es sind nur menschliche Versuche, das Transzendente zu verstehen.
Eine weitere mögliche Lösung für dieses Mysterium wäre übrigens, dass dasjenige, was "Ich" sagt, einfach der Mensch als Ganzes ist, also die Mischung aus Geist, Seele und Körper. Aber dann bleibt es dennoch rätselhaft, warum man dann "mein Körper" und "meine Seele" sagt - wie schon erwähnt, könnte dies aber auch ein reines Sprachproblem sein.
Ich finde es jedenfalls sehr bemerkenswert, dass hinter einem so alltäglichen Begriff wie "Ich" so viele Fragen stecken können. Ich muss allerdings auch noch anmerken, dass diese ganze Thematik eventuell nur für sehr stark introvertierte Menschen wie mich überhaupt nachvollziehbar und von Interesse ist. Extrovertierte Menschen könnten eventuell denken, dass all das keinerlei Relevanz für irgendetwas hat. Und wie ich ja auch schon selber erwähnte, halte auch ich dieses Mysterium bzw. philosophische Problem nicht wirklich für entscheidend. Eventuell ist es sogar ein reines Sprachproblem. Interessant und spannend bleibt es aber dennoch.
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"Ich" ist, wie so oft in unserer sprachlichen Begrifflichkeit, eine gedankliche Abkuerzung. Genau wie wir bei "Natur" oder "Leben" nicht jedes Mal Lust darauf haben, alles, was wir unter diesem Begriff zusammenfassen, aufzuzaehlen, begreifen wir, wenn wir vom "Ich" sprechen, die Summe aller Dinge, Eigenschaften und Phaenomene, die wir als das empfinden, was uns ausmacht. Dazu gehoeren halt "mein Koerper" (einfach im Unterschied zu allen anderen Koerpern) oder "mein Gehirn", aber auch "meine Gedanken", "meine Gefuehle", also unser ganzes Kopfkino, das in den Wachstunden an ist. Beim Koerper sollte man noch anmerken, dass wir eben nicht nur 5 Sinne haben. Wir haben auch einen Koerpersinn, der uns durch Stellrezeptoren jederzeit wissen laesst, wo sich jeder einzelne Teil unseres Koerpers zu jedem Zeitpunkt befindet, auch wenn wir ihn nicht sehen, und so unser Koerpergefuehl erzeugt. Geht dieses Koerpergefuehl verloren, wie in medizinischen Ausnahmesituationen, kann es zu "out of body"-Erfahrungen kommen.
"ich" unterscheidet also vom "Du" oder vom "Anderen". Es ist ein sehr praktischer Begriff.
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(28-12-2025, 18:52)subdil schrieb: Laut der Bibel besteht der Mensch aus Körper, Seele und Geist.
Ganz allgemein: Dass etwas, nur weil es in den von bronzezeitlichen bis spätantiken Autoren verfassten biblischen Schriften zu lesen steht, auch nur die geringste Tatsachenrelevanz besäße, kann ganz klar verneint werden.
Konkret: Die "Körper-Geist-Seele"-Lehre erweist ihre willkürliche Unsinnigkeit schon daran, dass es an klaren, präzisen und wenigstens halbwegs sinnvollen Definitionen von "Seele" und "Geist" vollumfänglich mangelt - von irgendwie empirisch nachprüfbaren Verifikationen mal ganz zu schweigen.
(Um es gleich vorweg zu nehmen: Hegeleien à la "Der Geist ist das Ich und das Ich ist der Geist" können leider nicht als klare, präzise und wenigstens halbwegs sinnvolle Definitionen gelten...  )
(28-12-2025, 18:52)subdil schrieb: Die materialistische Perspektive wäre hier wieder, dass das Gehirn eine imaginäre Seele als Epiphänomen entwirft, welche lediglich als ein Sprachbegriff gedeutet werden kann (an dieser Stelle sei im Übrigen angemerkt, dass man dieses ganze Thema an sich auch als ein reines Sprachproblem betrachten kann, aber interessant bleibt es trotzdem). Die idealistische oder spiritistische Perspektive wäre hingegen, dass etwas anderes als das Gehirn "meine Seele" sagt.
Auch hier gilt wieder: Man weise zunächst erst einmal die Existenz von nicht an die Tätigkeit eines materiellen Gehirnes gebundenem Bewusstsein, von "Seelen", "Geistern" usw. empirisch verifizierbar nach. Erst dann kann man sinvoll darüber disputieren.
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(29-12-2025, 01:01)Ulan schrieb: "Ich" ist, wie so oft in unserer sprachlichen Begrifflichkeit, eine gedankliche Abkuerzung. Genau wie wir bei "Natur" oder "Leben" nicht jedes Mal Lust darauf haben, alles, was wir unter diesem Begriff zusammenfassen, aufzuzaehlen, begreifen wir, wenn wir vom "Ich" sprechen, die Summe aller Dinge, Eigenschaften und Phaenomene, die wir als das empfinden, was uns ausmacht.
Im Alltag ist es klar, dass wir das nicht jedes mal erklären. Aber dazu gibt es ja Internetforen, um Fragen zu beantworten, die im Alltag untergehen. Also: Was macht uns aus? Wie grenzt man das ab? Würdest du beispielsweise sagen, dass die Erinnerungen zum Ich gehören oder hat das Ich Erinnerungen?
(29-12-2025, 01:01)Ulan schrieb: Dazu gehoeren halt "mein Koerper" (einfach im Unterschied zu allen anderen Koerpern) oder "mein Gehirn", aber auch "meine Gedanken", "meine Gefuehle", also unser ganzes Kopfkino, das in den Wachstunden an ist.
Aber wer sagt "mein"? Gerade du als "Materialist" (ich weiß, nur so halb...) müsstest dir doch diese Frage stellen. Ich sage ja, dass der Geist sagt: "Meine Seele, mein Körper, mein Gehirn" usw... Aber wer sagt im reduktionistischen Weltbild "mein Gehirn" - eigentlich müsste das Gehirn sagen: "Ich, das Gehirn, denke, dass..." denn in deinem Weltbild, auch wenn es nicht radikal-materialistisch ist, sind doch Ich und Gehirn quasi Synonyme oder nicht? Oder ist das Ich für dich nur eine Funktion des Gehirns unter vielen anderen?
(29-12-2025, 01:01)Ulan schrieb: Wir haben auch einen Koerpersinn, der uns durch Stellrezeptoren jederzeit wissen laesst, wo sich jeder einzelne Teil unseres Koerpers zu jedem Zeitpunkt befindet, auch wenn wir ihn nicht sehen, und so unser Koerpergefuehl erzeugt. Geht dieses Koerpergefuehl verloren, wie in medizinischen Ausnahmesituationen, kann es zu "out of body"-Erfahrungen kommen.
Wie außerkörperliche Erfahrungen ohne Geist/Seele möglich sein sollen, konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären.
(29-12-2025, 20:23)bellevue schrieb: Um es gleich vorweg zu nehmen: Hegeleien à la "Der Geist ist das Ich und das Ich ist der Geist" können leider nicht als klare, präzise und wenigstens halbwegs sinnvolle Definitionen gelten...
Das war mein Lösungsvorschlag für das angesprochene Problem, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Mich interessieren hier wirklich alternative Erklärungen. Deshalb auch an dich die Frage: Wer oder was sagt "mein Körper" und insbesondere "mein Gehirn"? Auch für dich müsste es angesichts deines Weltbildes doch so sein, dass da im Gehirn kein immaterielles Ich sitzen kann, das "mein" sagen könnte. Trotzdem sagst auch du "mein Körper" - also, was ist dieses Ich dann, welches "mein" sagt?
(29-12-2025, 20:23)bellevue schrieb: (28-12-2025, 18:52)subdil schrieb: Die idealistische oder spiritistische Perspektive wäre hingegen, dass etwas anderes als das Gehirn "meine Seele" sagt.
Auch hier gilt wieder: Man weise zunächst erst einmal die Existenz von nicht an die Tätigkeit eines materiellen Gehirnes gebundenem Bewusstsein, von "Seelen", "Geistern" usw. empirisch verifizierbar nach. Erst dann kann man sinvoll darüber disputieren.
Hier sind wir wieder bei dem Problem, dass die Wissenschaft das (noch) nicht kann. Vielleicht wird sie es irgendwann können, vielleicht auch nicht. Bis dahin sind (abgesehen von den entsprechenden Offenbarungen der Bibel, aber die zählen für dich ja gewiss nicht) Berichte über Nahtoderfahrungen und paranormale Phänomene das beste, was wir haben. Und davon gibt es ja mittlerweile mehr als genug.
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30-12-2025, 10:32
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 30-12-2025, 10:37 von Ulan.)
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Im Alltag ist es klar, dass wir das nicht jedes mal erklären. Aber dazu gibt es ja Internetforen, um Fragen zu beantworten, die im Alltag untergehen. Also: Was macht uns aus? Wie grenzt man das ab? Würdest du beispielsweise sagen, dass die Erinnerungen zum Ich gehören oder hat das Ich Erinnerungen?
Definiere es doch, wie Du willst, oder uebernimm irgendeine philosophische Definition; solange Du uns sagst, wie Du den Begriff abgrenzt, ist es in der Diskussion klar. Bei Demenz sind die Erinnerungen im Fluss und aendern sich (alte verschwinden, neue werden erfunden), aber der Charakter der Person aendert sich nicht. Es gibt aber Viruserkrankungen, die auch das aendern. Aber, um die Frage zu beantworten: ich halte Erinnerungen schon fuer einen Teil unserer selbst (wobei man "selbst" auch wieder anders definieren kann), und demnach auch fuer einen Teil unseres "Ichs". Ich neige also zu einer "inklusiven" Definition, wenn man das so nennen will.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Aber wer sagt "mein"? Gerade du als "Materialist" (ich weiß, nur so halb...) müsstest dir doch diese Frage stellen. Ich sage ja, dass der Geist sagt: "Meine Seele, mein Körper, mein Gehirn" usw... Aber wer sagt im reduktionistischen Weltbild "mein Gehirn" - eigentlich müsste das Gehirn sagen: "Ich, das Gehirn, denke, dass..." denn in deinem Weltbild, auch wenn es nicht radikal-materialistisch ist, sind doch Ich und Gehirn quasi Synonyme oder nicht? Oder ist das Ich für dich nur eine Funktion des Gehirns unter vielen anderen?
Nein, nein, nein... Du faengst schon wieder an, dass Organ "Gehirn" mit dem emergenten Phaenomen "Bewusstsein" gleichzusetzen. So etwas tun auch "moderne Materialisten" nicht; woran wir mal wieder sehen, dass Deine etwas unangebrachte Definition von "Materialismus" Dir gedanklich dauernd ein Bein stellt. Deswegen habe ich in meiner ersten Antwort auch ausdruecklich das "Ich" umfassend definiert, also den Koerper (wozu das Gehirn gehoert) und die emergenten Phaenomene (Gedanken, Vorstellungen, etc.) mit eingeschlossen.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Wie außerkörperliche Erfahrungen ohne Geist/Seele möglich sein sollen, konnte mir bisher noch niemand schlüssig erklären.
Das habe ich ja bereits probiert, ist aber wohl nicht zu Dir vorgedrungen. Ich hatte mal ueber die Sinne gesprochen, wobei wir meist nur die der Aussenwahrnehmung wahrnehmen (also z.B. Sehen oder Hoeren, ueber die wir die Umgebung und auch uns selbst in dieser Umgebung warhnehmen), waehrend wir die anderen Sinne vergessen, weil wir sie so sehr als Teil unseres Selbst betrachten, dass wir sie kaum bemerken (z.B. also den Koerpersinn, die Propriozeption, bei der uns ein ganzes Netzwerk von Rezeptoren in unserem Koerper jeweils mitteilen, wo, in welchem Winkel zueinander und zum Boden, unter welcher Muskelspannung, in welcher Bewegungsrichtung, etc. sich jeder noch so kleine Teil unserers Koerpers befindet. Du musst nicht gucken, wo sich Dein linker Ellbogen gerade befindet, sondern das melden andere Sinne mit vielen Detailinformationen. So entsteht Dein Koerpergefuehl.
Out-of-Body-Erfahrungen gibt es eigentlich nur, wenn der Koerper sich gerade in einer geschaedigten Situation befindet. In solchen Faellen fallen Sinnesinformationen weg, also oft das Sehen (was ziemlich viel Energie kostet), aber auch das Propriozeptions-System (Vorstufen sind wenn Glieder "taub" werden). Unser Hirn fuellt fehlenden Sinnesinput im Normalfall mit irgendwelchen Informationen, die es erfindet (im tauben oder gar fehlenden Bein prickelt oder schmerzt es dann), also Interpolationen, Bildern aus Erinnerungen, etc, und wenn es keine Rueckmeldung darueber mehr bekommt, wo der Koerper gerade ist, muss es auch das efinden; was es dann auch tut.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Hier sind wir wieder bei dem Problem, dass die Wissenschaft das (noch) nicht kann.
Das ist hier aber gar nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist, dass aus Unverstaendnis heraus irgendwelche Sachen wie "Seele" etc. erfunden werden. Ich weiss, Philosophen haben schon haeufig versucht, die Notwendigkeit solcher Vorstellungen zu begruenden, aber ueberzeugend war das noch nie; vor allem, wenn diese Philosophen Fakten missverstanden haben.
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Natürlich kannst du dein Ich auch "Geist" nennen, wenn dir das besser gefällt. oder meinetwegen auch"wrdrlbrmpft", was das betrifft
Ändert aber nichts daran, dass "Ich", "Geist", "wrdrlbrmpft" an einen lebenden Organismus gebunden sind
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(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Deshalb auch an dich die Frage: Wer oder was sagt "mein Körper" und insbesondere "mein Gehirn"? Auch für dich müsste es angesichts deines Weltbildes doch so sein, dass da im Gehirn kein immaterielles Ich sitzen kann, das "mein" sagen könnte. Trotzdem sagst auch du "mein Körper" - also, was ist dieses Ich dann, welches "mein" sagt?
Wo genau soll denn hier nun eigentlich das Problem liegen? Bewusstsein ist eine Gehirnfunktion, also auch sämtliche Äußerungen desselben.
Kein Gehirn --> kein Bewusstsein --> kein "Ich"-, "Mein-Gehirn"-, "Mein-Körper"-Sagen usw.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: (29-12-2025, 20:23)bellevue schrieb: Auch hier gilt wieder: Man weise zunächst erst einmal die Existenz von nicht an die Tätigkeit eines materiellen Gehirnes gebundenem Bewusstsein, von "Seelen", "Geistern" usw. empirisch verifizierbar nach. Erst dann kann man sinvoll darüber disputieren.
Hier sind wir wieder bei dem Problem, dass die Wissenschaft das (noch) nicht kann. Vielleicht wird sie es irgendwann können, vielleicht auch nicht.
Nein, das "Problem" ist, dass wissenschaftliche Methoden der Erkenntnisgewinnung per definitionem ausschließlich auf empirisch Zugängliches anwendbar sind. Alles, von dem behauptet wird, dass es per definitionem nicht zur materiellen Welt und deren empirisch untersuch- und nachprüfbaren Ursache-Wirkungs-Bereich gehören soll, KANN ganz grundsätzlich per definitionem überhaupt KEIN Gegenstand wissenschftlicher Erkenntnis sein.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Bis dahin sind (abgesehen von den entsprechenden Offenbarungen der Bibel, aber die zählen für dich ja gewiss nicht
Richtig, weil diese "Offenbarungen" unerweislich und damit völlig beliebig sind und sich auf diese Weise in die schier endlose Anzahl der verschiedensten unerweislichen Behauptungen aller Zeiten einreihen.
(29-12-2025, 23:17)subdil schrieb: Berichte über Nahtoderfahrungen und paranormale Phänomene das beste, was wir haben. Und davon gibt es ja mittlerweile mehr als genug.
Nenne doch Beispiele für "Nahtoderfahrungen" und "paranormale Phänomene" usw. ohne ein funktionierendes, materielles Gehirn.
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31-12-2025, 11:10 von Zero1.)
Du hast doch google ? . .. Da findest Du viele Quellen, Medien-Berichte und / oder Untersuchungsberichte
Auch Tausende Nahtod-Erfahrungs-Berichte- Also ERFAHRUNGS- !-Berichte + wissenschaftl. Untersuchungen dazu . .
ERFAHRUNGEN nicht: Bloße Spekulationen.
Es gibt mind. 1500 bis 2000 Fälle, die in den letzten 20 Jahren seriös (wissenschaftlich) untersucht wurden
Dabei Erfahrungs-Berichte von Ärzten, die selbst eine Nahtod- Erfahrg hatten oder von bekannten,. berühmte Personen (z.B. des Fernsehmoderator H.J Kulenkamp.)
= > Todeserfahrungen
Ein Fünftel der Probanden berichtete, dass sie während der Nahtoderfahrungen fühlten, dass sie sich von ihrem Körper ablösten. Zudem konnten die Probanden ohne Stress oder Schmerzen zu empfinden wahrnehmen, was um sie herum geschah. Einige Probanden erklärten zudem, dass sie während der Nahtoderfahrungen ihr Leben komplett neu bewerteten...
Laut Dr. Parnia belegen die Ergebnisse, dass das Bewusstsein aktiv bleibt, auch wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen und dass Menschen kurz vor ihrem Tod eine einzigartige Erfahrung durchlaufen.
.-.-.-
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(31-12-2025, 10:41)Bruno8 schrieb: Auch Tausende Nahtod-Erfahrungs-Berichte Wer in der Lage ist Berichte abzugeben, war sicher noch nicht tot. Das ist so interessant wie meine Nordpolberichte vom Polarkreis.
Kein Mensch mit Humor hat jemals eine Religion gegründet.
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(31-12-2025, 10:41)Bruno8 schrieb: Du hast doch google ? . .. Da findest Du viele Quellen, Medien-Berichte und / oder Untersuchungsberichte
Wieder mal die letztgültige Kapitulationserklärung im rationalen und konstruktiven Diskurs: ich stelle einfach mal eine Behauptung auf, weigere mich aber, sie zu begründen und belegen - Argumente für meine unfundierte Behauptung hat sich gefälligst mein Diskurspartner aus den unendlichen Weiten der webbasierten Fake News zusammenzusuchen...
So funktioniert das nicht - mach eine klare Aussage, zitiere einen Belegtext, und stelle einen Link ein, der zum Original führt, sodass man sich selbst ein Bild machen kann
Zitat:Auch Tausende Nahtod-Erfahrungs-Berichte- Also ERFAHRUNGS- !-Berichte + wissenschaftl. Untersuchungen dazu . .
ERFAHRUNGEN nicht: Bloße Spekulationen
Persönliche Erfahrungen sind auch nur subjektive Empfindungen, und eben nicht unbedingt Beleg für objektiv reales Geschehen. Millionen von "ERFAHRUNGEN" von z.B. Drogenkonsumenten und Schizophreniepatienten sind beste Beispiele dafür
Zitat:Es gibt mind. 1500 bis 2000 Fälle, die in den letzten 20 Jahren seriös (wissenschaftlich) untersucht wurden
Dann nur immer her damit. Für den Anfang reicht eines
Allerdings: was willst du durch NTEs eigentlich belegt sehen?
Zitat:Dabei Erfahrungs-Berichte von Ärzten, die selbst eine Nahtod- Erfahrg hatten oder von bekannten,. berühmte Personen (z.B. des Fernsehmoderator H.J Kulenkamp.)
Die eigene Glaubwürdigkeit wird dadurch erheblich gesteigert, dass die Namen angeblicher Zeugen wenigstens richtig geschrieben werden
Zitat:= > Todeserfahrungen
Ein Fünftel der Probanden berichtete, dass sie während der Nahtoderfahrungen fühlten, dass sie sich von ihrem Körper ablösten. Zudem konnten die Probanden ohne Stress oder Schmerzen zu empfinden wahrnehmen, was um sie herum geschah. Einige Probanden erklärten zudem, dass sie während der Nahtoderfahrungen ihr Leben komplett neu bewerteten...
Laut Dr. Parnia belegen die Ergebnisse, dass das Bewusstsein aktiv bleibt, auch wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen und dass Menschen kurz vor ihrem Tod eine einzigartige Erfahrung durchlaufen.
.-.-.-
Erstens sind das natürlich keine Todeserfahrungen, denn die Betreffenden leben ja noch (sonst könnten sie ja auch nicht berichten)
Und was ist zweitens so seltsam daran, auch ohne Herzschlag noch aktives Bewusstsein zu haben?
Das ist eine ungefähr so bahnbrechende Erkenntnis wie die, dass Wasser naß ist
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 31-12-2025, 13:15 von bellevue.)
(31-12-2025, 10:41)Bruno8 schrieb: Es gibt mind. 1500 bis 2000 Fälle
Bitte genau zu lesen (falls überhaupt möglich...):
(30-12-2025, 16:33)bellevue schrieb: Nenne doch Beispiele für "Nahtoderfahrungen" und "paranormale Phänomene" usw. ohne ein funktionierendes, materielles Gehirn.
(31-12-2025, 10:41)Bruno8 schrieb: Todeserfahrungen
...
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(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 01-01-2026, 09:35 von Zero1.)
Mich wundert aber schon, wie man über etwas ( +abwertend) sprechen kann, ohne es selbst erlebt zu haben ! --
.. Berichte über Nah-Tod ERFAHRUNGEN kannst Du vielfach im internet nachlesen.
Man google:. "Nah-Tod- oder Sterbe-Erlebnisse" Übereinstimmend berichten da die, die es ERLBETEN
Berichten immer alle übereinstimmed von 5-6 Sfufen/ Vorgängen.
1. - Loslösen vom materiellem Körper +Klare Sicht (von oben, 2.5 m über dem/ deinem Körper und die Umgebung. z.B was auf dem OP-Tisch liegt ; Also : Wahrnehmung von allem was da gerade geschieht od. gesprochen wird - obwohl klinisch ja schon seit 10-12 Minuten tot. Nach der Rückkehr /Wiedereintritt in d. i.d. Körper konnten sie ganz genaue Details nennen!! (Erkläre das Jemand.) z.B. was der OP-Arzt gerade seiner OP-Schwester erzählt hat oder dass eine Schere vom OP-Tisch runtergerutscht war od. was genau auf einem der Regal ganz oben lag . etc. etc. Also: Klares, volles Bewusst-Sein auch 10-12 Min nach Herzstillstand (nach ca. 12-15 Min. fängt d. Gehirntod an) 2.- langes Tunnel . 3. -Helles (schönes) Licht. (und / od. Lichtwesen ) . 4.- Eine schnelle Rückblende auf das Leben .. Die andern (fast immer ganz gleichen) Stufen kann Jeder in zig- Berichten oder in zig Büchern nachlesen
Wer sehr VOR-EINGENOMMEN ist, wird es - natürlich, ohne mal Nachlesen- aber "ganz genau und alles besser "wissen.
(Frage: Warum berichten Tausende von Menschen davon? Riskieren Spott, machen sich damit bei Vielen (den Besserwiissern) lächerlich. WARUM sollten sie sowas denn erfinden?
.-. -. - .-
- Frau Dr. Kübler-Ross (schweiz -ameriik. Sterbeforscherin) schrieb mehrere Bücher- z.B. "On Death and Dying" ;2019 bereits in mehr als 50 Sprachen übersetzt worden, etwa als 50-jährige Jubiläumsausgabe durch Simon & Schuster.
- Dr. Moody (USA) erforschte Nah-Tod- Erlebnisse auch intensiv, schrieb Bücher dazu. Raymond A. Moody (Georgia) war US-amerikanischer Psychiater und Philosoph, der sich eingehend mit Forschungen um den Grenzbereich zwischen Leben und Tod auseinandersetzte. Bereits während seines Studiums wurde er durch den Arzt George Ritchie mit Nahtod-Erfahrungen konfrontiert und begann, sich für deren Hintergründe zu interessieren. Seine ersten Untersuchungs-Ergebnisse über 220 derartiger Fälle veröffentlichte er aber 1975 unter dem Titel "Life After Life".
Ich selbst habe die feste Überzeugung, dass Leben nach dem Tod weiter geht. (Hatte selbst eine intensive Erfahrung), bin mir da also "sicher".
Muss aber keinen davon "überzeugen". Jeder von uns wird den Tod eines Tages ja selbst erleben und dann sehen, was dann passiert
(Es ist - meist.- ein positives, friedliches Gefühlt damit verbunden)
Ich berichte, weil ich gefragt wurde.
Da erfahrungsgemäß auf "sowas" oft viel merkwürdiger bis sogar auch gehässiges kommt (meistens von Leute die keinerlei Erfahrung damit haben, aber es natürlich mal wieder ganz genau u. viel besser wissen = werde mich nicht auf unsachlichen od. beliedig. "shiit-storm" einlassen . -
.-. .- .- .- .-
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(01-01-2026, 09:22)Bruno8 schrieb: Mich wundert aber schon, wie man über etwas ( +abwertend) sprechen kann, ohne es selbst erlebt zu haben !
kein mensch hier bestreitet oder wertet ab, daß diese menschen subjektiv erlebnisse hatten
was mit gutem grund bestritten wird, ist, was leute deines schlags daraus ableiten wollen
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Für Moslems sind Nahtoderfahrungen irrelevant. Aus dem Internet auf das hier der Eine oder Andere gerne verweist.
Zitat:Der Islam lehrt, dass nach dem wahren Tod niemand in dieses Leben zurückkehrt, um davon zu berichten.
Was beim tatsächlichen Tod und danach geschieht, ist im Koran und in den authentischen Hadithen beschrieben. Dies ist die verlässliche Quelle unseres Wissens über das Jenseits.
Nahtoderfahrungen mögen faszinierend sein und auf eine Realität jenseits des Materiellen hindeuten.
Aus islamischer Sicht sollten wir sie jedoch nicht mit dem tatsächlichen Tod und dem Leben danach verwechseln.
Der wahre Tod und das Jenseits bleiben für die Lebenden ein Geheimnis, bis sie selbst diesen Übergang erleben.
Q.:htttps://ruf-zum-islam.org
› nahtoderfahrungen-islam
Nahtoderfahrungen: Was sagt der Islam dazu? - Ruf zum Islam
Buddhisten und Hinduisten mögen das wiederum anders sehen.
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(01-01-2026, 09:22)Bruno8 schrieb: Frage: Warum berichten Tausende von Menschen davon? Riskieren Spott, machen sich damit bei Vielen (den Besserwiissern) lächerlich. WARUM sollten sie sowas denn erfinden?
Es hat niemand bestritten, dass Leute solche Erlebnisse hatten. Ich sagte, dass das Gehirn solche Eindruecke erfindet, weil es keine Meldungen mehr von den Sinneszellen bekommt und das tut, was es sowieso immer schon fuer jeden erlebbar beim Sehen tut: fehlende Informationen mit irgendwelchen Interpolationen oder Gedaechtnisinhalten fuellen. Das ist also eine normale Hirnfunktion.
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