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Islam und Europa
#46
Hätten wir einen tatsächlichen Laizismus, lieber Moski, dann gäbe es die gesetzliche Ausformuölierung eines Tendenz-Betriebes garnicht... Jemanden aufgrund seiner Glaubenszugehörigkeit abzuweisen oder ihm/ihr ein religiöses Zwangsbekenntnis abzuverlangen, zeugt von magelnden Respekt gegenüber dem Mitmenschen und kann mit Fug und Recht als menschenverachtend bezeichnet werden.

Unser "Ausländergesetz" basiert angeblich auch auf dem Grundgesetz - und ist in wesentlichen Kern- und Grundsätzen mindestens faschistoid...
#47
Moski schrieb:Das mag bei Menschen mit entsprechender political correctness zum Aufschrei "Menschenverachtend!" führen, ist aber gesetzlich so geregelt. Ich fände es jedoch recht merkwürdig, in einem von der Katholischen Kirche betriebenen Kindergarten Burka-Trägerinnen als Kindergärtnerinnen vorzufinden.
Mein "Aufschrei hat noch nicht mal mit extremer political-corectness zu tun, sondern mit ganz allgemeiner christlicher Gerechtigkeits-Auffassung und einer gehörigen theorlogisch begründbaren Distanz zu abgepressten Taufen, noch dazu von Gottgläubigen (Juden wie Muslim)

Da wo Kirchen fast zu 100% in staatlichem Auftrag und staatlich finanziert staatliche Aufgaben erfülen ... und das evt. dann sogar monopolistisch in bestimmten Regionen, da haben sie gefälligst auch die Grundrechte aller menschen gegenüber dem Staat VOLL zu wahren, darunter auch das Diskriminierungsverbot aus religiösen, rassistischen oder Gender-Gründen. Da hilft die Ausflucht des Tendenz-Betriebes kein Düttelchen weiter. Mag legal sein, sich darauf zu breufen, legitim und gerecht ist es imho NICHT.

Zudem frage ich die Kirchenleute, die sowas aushecken, was wohl eine erzwungene Taufe zwecks Sicherung der beruflichen Existenz wert ist, ob das Sinn und Zweck des sog. Taufauftrages sein kann. Ich frage sie weiter, ob sie überhaupt ein bisschen nachgedacht haben zurück in die Schandtaten der Kirchengeschichte, einer Jüdin eine Taufe abpressen zu wollen, was da die wohlklingenden Sprüche zum bleibenden Bund Gottes mit den Juden in der Kirchenordnung der EKiR (in deren Bereich war das!) wohl wert sind, wenn man Konvertierung erpressen zu können meint ... Wahrscheinlich hat überhaupt niemand gedacht ... und nur verwaltet nach Schema ...

Über Kleiderordnung in monopolistischen staatlich finanzierten Kindergärten mit verschieden religiösen Kunden will ich mich jetzt nicht ausbreiten. Nonnen-Habit fände ich dort auch deplaziert, selbst bei katholischen "Träger" ..., Burka ebenso. Muslimische Religionszugehörigkeit, atheistische Weltanschauung, gleichgeschlechtliche Paare oder geschiedene oder unverheratete Partnerschaften sind aber wohl kein geeigneter Anlass für arbeitsrechtliche Diskriminierung ...

Fritz
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf! (Jerci Stanislaw Lec)

Wer will, dass Kirche SO bleibt - will nicht, dass sie bleibt!
#48
Fritz7 schrieb:Da wo Kirchen fast zu 100% in staatlichem Auftrag und staatlich finanziert staatliche Aufgaben erfülen ... und das evt. dann sogar monopolistisch in bestimmten Regionen, da haben sie gefälligst auch die Grundrechte aller menschen gegenüber dem Staat VOLL zu  wahren, darunter auch das Diskriminierungsverbot aus religiösen, rassistischen oder Gender-Gründen. Da hilft die Ausflucht des Tendenz-Betriebes kein Düttelchen weiter. Mag legal sein, sich darauf zu breufen, legitim und gerecht ist es imho NICHT.

Hübsche Aussage ... (und alle Leser nicken)
Nur müsstest du dann eine ganze Menge in der Welt - oder begrenzen wir es erst einmal auf Deutschland - ändern:

Welche Frau kann in der Katholischen Kirche Karriere machen? Wie viele Frauen kennst du, die Bischof, Erzbischof oder gar Kardinal geworden sind? Bereits beim Pfarrer ist doch schon Schicht im Schacht.
Diskriminierung aufgrund des Geschlechtes?

Was ist mit Menschen, die - sagen wir mal - der DKP oder der NPD angehören, ganz offen für die Abschaffung der FDGO eintreten, dann aber als Lehrer in den Öffentlichen Dienst gehen wollen?
Diskrminierung aufgrund der Weltanschauung?

Warum darf ein/e 18jährige/r (immerhin volljährig!) nicht Bundespräsident/in werden, sondern muss laut Grundgesetz mindestens 40 Jahre alt sein bzw. warum muss der oberste deutsche Staatsrepräsentant Deutscher sein (beides Artikel 54, 1 GG).
Diskriminierung des Alters?
Diskriminierung der hier lebenden Ausländer?

Warum haben hier lebende Ausländer nicht das aktive Wahlrecht auf allen Ebenen, wo sie doch hier wohnen, sich den hiesigen Gesetzesregelungen unterwerfen, hier ihre Steuern zahlen?
Diskriminierung der hier lebenden Ausländer?

Warum darf ein gläubiger Muslim nicht Papst werden?
Diskriminierung der Religionszugehörigkeit?

Warum darf jemand ohne entsprechende Schulbildung sich nicht an einer deutschen Universität einschreiben, nur weil die Eltern damals nicht in der Lage waren, ihr Kind auf ein Gymnasium zu schicken?
Diskriminierung der sozialen Herkunft?

Eigentlich bedeutet deine Aussage, dass keine Gruppe das Recht besitzt, sich selbst ganz bestimmte Regeln zu geben, um sich als Gruppe überhaupt zu definieren. Jeder darf alles. Verweigerung dieses Anspruches gilt als Verstoß gegen die Menschenrechte.

Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)
#49
t.logemann schrieb:Hätten wir einen tatsächlichen Laizismus, lieber Moski, dann gäbe es die gesetzliche Ausformuölierung eines Tendenz-Betriebes garnicht... Jemanden aufgrund seiner Glaubenszugehörigkeit abzuweisen oder ihm/ihr ein religiöses Zwangsbekenntnis abzuverlangen, zeugt von magelnden Respekt gegenüber dem Mitmenschen und kann mit Fug und Recht als menschenverachtend bezeichnet werden.

Wahre Worte, lieber Logemann ...

Dann sind die beiden christlichen Kirchen zutiefst menschenverachtend, denn welcher Muslim, Jude, Hindu etc. pp. kann in diesen Organisationen schon Karriere machen?

Ein Muslim als Erzbischof von Mainz - das wäre interessant.
Ein Hindu als Ratsvorsitzender der EKD - auch nicht ohne.
Eine Frau als Papst - soll es ja schon mal gegeben haben. Aber wie wäre es mit einer festen Regelung bzgl. der Parität: jetzt ein Mann, dann eine Frau, dann ein Mann, dann eine ...


Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)
#50
Sind ja richtig unkonventionelle Ideen :).

Moski,
das, was Fritz ansprach, wird in deiner Aufzählung pervertiert und lächerlich gemacht.
Die Kirchen bzw. ihre sozialen Einrichtungen - die ich sehr schätze - werden vom Staat (der Staat sind wir) mitfinanziert. Jedoch gelten innerbetrieblich Vorgaben, was die Voraussetzungen (u.a. die Konfession) für eine Anstellung betrifft.
Hier entsteht tatsächlich eine Spannung, sogar berechtigte Kritik, an der Personalpolitik der kirchlichen Arbeitgeber. Fritz, soweit ich ihn verstehe,
kritisiert diese Politik in dem betreffenden Punkt, da ja die Einrichtungen vom Staat mitfinanziert werden, aber lediglich Mitglieder (oder getaufte Christen), in den Genuß dieser Arbeitsstellen kommen. Eine Freundin von mir "musste" wieder in eine Kirche eintreten, um überhaupt in ihrem Beruf arbeiten zu können.
#51
Lea schrieb:Moski, das, was Fritz ansprach, wird in deiner Aufzählung pervertiert und lächerlich gemacht.
Wer es nur auf Klamauk anlegt, ist am meisten durch Nichtbeachtung und alternativ Sperren durch die Moderation gestraft. Mir ist es herzlich egal, wielange ihr euch von Moski noch auf der Nase rumtanzen lasst ... Ich werde ihn nicht mehr kommentieren, sondern ggf. ANZEIGEN!

Fritz
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf! (Jerci Stanislaw Lec)

Wer will, dass Kirche SO bleibt - will nicht, dass sie bleibt!
#52
Tja, Leute, und vor allem Fritz, tut das hölzerne Ding da vor eurem Kopf weg.
Ich habe Moskis Aufstellung als Satire oder Ironie gelesen, und mich köstlich darüber amüsiert.
Es gibt sogar einen Witz dazu:
"In Rom wählen sie einen neuen Papst."
"Pah, das ist ja gar keine richtige Wahl!"
"Wieso nicht?"
"Da kommen doch immer nur Katholiken dran."

Ich muß aber sagen: Daß die katholische Kirche für ihren Priester keine Sozialversicherung bezahlt, sie aber trotzdem gegf. auf die Straße setzen darf, ist eine echte Schweinerei.

Und nun zum Thema zurück:
Das hier fand ich gestern Abend auf meiner Festplatte:
Zitat:Wir sollten nicht so tun, als ob alle Religionen gleich wären, obwohl sich jede Unterscheidung zwischen richtig und falsch verbietet. Religion ist eine Glaubenssache, bei der nicht die historisch bedingte Sache, sondern der Glaube entscheidend ist. Dennoch gibt es Kriterien, die Differenzierungen ermöglichen, z. B. der Abstraktionsgrad von Gottheiten und Geboten. Je konkreter ein Gott imaginiert wird, desto archaischer ist seine Religion. Dies gilt auch für ihre Gebote. Reinigungsrituale, Essengebote, detaillierte Eigentumsverfügungen etc. deuten auf ihren vor- oder frühzivilisatorischen Ursprung hin. Entwicklungsgeschichtlich handelt es sich dabei um naive Religionen. Solange sie nur praktiziert und anderen nicht aufgezwungen werden, stellen sie kein Problem dar. Kritisch wird es erst, wenn die Anhänger solch naiver Religionen gewiss im besten Glauben Anders- oder Ungläubige retten oder ausmerzen wollen. In so einem Fall stoßen zwei unterschiedlich entwickelte Kulturen aufeinander. Der höher entwickelten Religion gelingt es fast immer, Elemente der älteren, archaischeren Religion zu integrieren. Der christliche Kalender ist voller heidnischer Feste mit neuen Namen, und mache Gottheit wirkt in den Heiligen weiter. Dennoch gelangen solche Integrationen selten unblutig, aber immer noch relativ friedlich im Vergleich mit dem umgekehrten Weg.
Besitzen die Anhänger einer entwicklungsgeschichtlich primitiveren Religion die Machtmittel, eine modernere Glaubensgemeinschaft zu missionieren, drohen Krieg und brutale Gewalt. Denn die archaischere Religion könnte nur auf Kosten ihrer Selbstaufgabe oder revolutionärer Veränderungen kulturgeschichtlich höher stehende Elemente übernehmen. Das Gebot der Gleichwertigkeit von Männern und Frauen z. B. würde den Islam in seiner heutigen Auslegung fundamental verändern. Seine Paradiesvorstellung, seine Familienstrukturen, seine sexistische, von der katholischen Kirche geteilte Interpretationshoheit würden durch die Emanzipation so lächerlich erscheinen, wie sie sind. Daher wird der islamische Klerus eine solche Veränderung mit allen ihm zur Verfügung stehenden Machtmitteln und mit der Unterstützung seiner männlichen Anhänger, die andernfalls manche Bequemlichkeit und viele Vorrechte verlieren müssten, verhindern. Da unter den Bedingungen der Globalisierung ein solcher Abwehrkampf nicht in der regionalen Isolation geführt werden kann, ist der Islam zur Missionierung der Ungläubigen, zur Eroberung ihrer Territorien gezwungen. Wer bei uns an ein gütliches Neben- und Miteinander von Christentum und Islam glaubt, ist schlicht blöd. Er sieht und weiß nicht, dass seine Toleranzvorstellung nicht universell, sondern avantgardistisch und Epochen entfernt ist von der Toleranz des Islams. Wie das römische Reich sich nie mehr erholt hat von dem Einbruch der Barbaren aus dem Norden, würde unsere Zivilisation und Kultur von den Barbaren aus dem Süden zerstört werden.

Das habe ich mal vor knapp vier Jahren irgendwo im Netz gefunden, als Autor ist Karl Pawek vermerkt. Es ist ein Ausschnitt aus einem längeren Artikel "Gottesanbeter".
#53
Die Ironie oder Satire ist schon erkennbar. Eingegangen ist aber auf den betreffenden Text leider nicht. Wie auch immer, mag jeder schreiben, entsprechend nach Können, Inspiration usw.... Und die Bretter - oh, die vielen vor unseren Köpfen - die sammeln wir mal alle gemeinsam ein, entzünden ein Kamin-oder Lagerfeuer und lachen uns krumm. Wer mag, tanzt und dann erzählen wir uns die wirklichen Geschichten unseres Lebens, sprechen von den Themen, die uns erschüttern, freuen, ärgern. Mag sein, dann werden aus stolzen, dornenbewaffneten Rosen, essbare Gänseblümchen. Tut mir leid, könnte auch schreiben - dann werden aus Hackebeilen ---- Schreibfedern, aus Stacheldraht eine Wildhecke. Bitte nicht falsch verstehen. Neben meinem Schreibtisch steht auch ein Jagdbogen.
#54
Ahriman schrieb:Ich muß aber sagen: Daß die katholische Kirche für ihren Priester keine Sozialversicherung bezahlt, sie aber trotzdem gegf. auf die Straße setzen darf, ist eine echte Schweinerei.

Woher hast du denn diesen Unsinn?
Natürlich zahlt die Kirche die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Angestellten. Mal ganz davon abgesehen, dass in der Katholischen Kirche ein Priester nicht so ohne weiteres auf die Strasse gesetzt werden kann. Denn bei der Weihe wird der Diakon bzw. Priester in die Diözese inkardiniert. Diese Inkardination entspricht einem rechtlichen Vertragsverhältnis, dass dem Bischof die Verantwortung für die entsprechenden Kleriker gibt (CIC: Cann. 265-272). Darunter fällt natürlich auch die finazielle Verantwortung.

Fritz7 schrieb:Da wo Kirchen fast zu 100% in staatlichem Auftrag und staatlich finanziert staatliche Aufgaben erfülen ... und das evt. dann sogar monopolistisch in bestimmten Regionen, da haben sie gefälligst auch die Grundrechte aller menschen gegenüber dem Staat VOLL zu wahren, darunter auch das Diskriminierungsverbot aus religiösen, rassistischen oder Gender-Gründen. Da hilft die Ausflucht des Tendenz-Betriebes kein Düttelchen weiter. Mag legal sein, sich darauf zu breufen, legitim und gerecht ist es imho NICHT.

Das kommt natürlich auch ganz darauf an wie man das Pferd aufzäumt. Es sind nämlich in der Tat die katholischen Orden, mit einem sozial-caritativen Charakter, die im 19. Jahrhundert begonnen haben, solche Institutionen als erste zu errichten. Davon mal abgesehen, dass kirchliche Hopize und Krankenhäuser teilweise über 500 Jahre alt sind. Insofern sind diese Institutionen, kirchliche Krankenhäuser, Kindergärten und Schulen, durchaus älter als ihr sogenannter staatlicher Auftrag. Indessen profitiert der Staat durchaus von den vielen kirchlichen Bildungs- und Sozialeinrichtung.

Da nun die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland eine Unterstützung solcher privaten Träger, und zwar aller, vorsieht, kann dies ja wohl kaum zu Lasten der privaten Träger und ihreres kulturellen Hintergrunds gehen.

Insofern ist Moskis Aufzählung weniger eine Pervertierung von Fritz Gedanken, als viel mehr die ironische Klarstellung, dass es keine neutralen Verhältnisse innerhalb einer Gesellschaft gibt und geben kann. Es gibt weder einen weltanschaulich neutralen, noch einen wertneutralen Staat. Ein sogenannter wert- und weltanschauungsfreier Staat ist selbst schon wieder eine eigene Wert- und Weltanschauungsform.
Und daher müssen die verschieden Anschauungen innerhalb eines Staates, mit bedacht auf die kulturelle Tradition und Herkunft der Nation, klar und sicher geregelt werden. Und zwar so, dass es der Gesellschaft insgesamt föderlich ist und deren einzelne Gruppierungen die Möglichkeit der Indentitätswahrung haben.
Anderenfalls gilt nämlich das Diktat eines politischen Konformismus, dessen angebliche Neutralität gar nicht existiert.

Und der Artikel 137 Abs. 3 der Weimarerverfassung, der in das Grundgesetz übernommen wurde, garantiert daher verfassungsgemäß in der BRD:

(3) Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.
Omnis mundi creatura quasi liber et pictura nobis est et speculum.
-
Jedes Geschöpf der Welt ist sozusagen ein Buch und Bild und ein Spiegel für uns.
(Alanus ab Insulis, Theologe, Philosoph und Dichter)
#55
Presbyter schrieb:Das kommt natürlich auch ganz darauf an wie man das Pferd aufzäumt.... ist Moskis Aufzählung weniger eine Pervertierung von Fritz Gedanken, als viel mehr die ironische Klarstellung,
Du gibst hier den Kircheninteressens-Lobbyisten! Entblödest Dich nicht mal, Moski zu bestärken in seinem Dummschwatz am Thema vorbei. Und darauf will ich mich gar nicht einlassen.

Unabhängig wie alt caritative Kirchenaktivitäten sein mogen und auch unabhängig von Interessenskumpanei zwischen Staat und Kirche geht es meiner Meinung nicht an, dass Rechtsnachteile für Menschen (die kirchlichen Arbeitgebern zugestanden wurden) da auch dort zulasten von Stellenbewerbern und Mitarbeitern gehen, wo Kirche finanziell (fast) vollstandig staatlich finanziert staatliche Aufgaben erledigt. DORT muss sich STAAT und KIRCHE uneingeschränkt die Pflichten zurechnen lassen, die sich unabdingbar aus den Grundrechten unserer Verfassung ableiten. Keine Benachteiligung wegen Lebensform, Geschlecht, Weltanschauung ...

Klartext: Auch katholische Kirche hat eine geschiedene Frau mit vorehelichen Kindern, lesbischer Dauer-Beziehung, geouteter Zugehörigkeit zu Wicca-Kult und kommunistischer Parteizugehörigkeit bei angemessener beruflicher Qualifikation als Behinderten-Pädagogin/-Pflegerin gleichzubehandeln ohne wenn und aber - besonders dann, wenn sie sonst kaum berufliche Alternativen hätte außerhalb von kirchlichen Diensten.
- Ist mir klar, wie zuwider DIR diese Vorstellung ist ... . Vertrau darauf. Es wird eh in naher Zukunft so kommen ... schon eine Folge galoppierenden kirchlichen Bedeutungsverlustes in der Gesellschaft.

Dein hinlänglich von Kirchen bekanntes Interessensgeschwätz zieht da gar nicht, ist zudem ziemlich ungerecht und imho auch unchristlich ...
Zudem gings noch um Nötigung zur Taufe durch finanziellen/existenziellen Druck ... (im exemplarischen Fall für eine Jüdin) DAS willst auch DU doch wohl nicht ernsthaft schönreden wollen?

Fritz
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf! (Jerci Stanislaw Lec)

Wer will, dass Kirche SO bleibt - will nicht, dass sie bleibt!
#56
Presbyter schrieb:
Ahriman schrieb:Ich muß aber sagen: Daß die katholische Kirche für ihren Priester keine Sozialversicherung bezahlt, sie aber trotzdem gegf. auf die Straße setzen darf, ist eine echte Schweinerei.
Woher hast du denn diesen Unsinn?
Natürlich zahlt die Kirche die Sozialversicherungsbeiträge für ihre Angestellten. Mal ganz davon abgesehen, dass in der Katholischen Kirche ein Priester nicht so ohne weiteres auf die Strasse gesetzt werden kann.
Auf die Straße wohl nicht gerade, das würde zu sehr auffallen:doh:
Aber nun mal konkret zu Ahrimans Unterstellung: Sind röm. katholische Priester mehrheitlich regulär sozialversichert? Was geschieht, wenn sie aus dem kirchlichen Dienst ausgesondert werden, weil sie z.B. öffentlich zu Frau und Kind stehen wollen? Werden sie dann nicht nur unterstützungslos alleingelassen, sondern ihnen ggf. auch noch durch entsprechende Absprachen und Einflussnahmen ein beruflicher Neubeginn erschwert? Z.B. auch durch die innerkirchliche Absprache mit ev. Landeskirchen, dass ausgeschiedene katholische Priester kein Arbeitsplatz in gleicher Region angeboten wird?

Solches als höchst unsoziale, höchst unchristliche gemein(sam)e Schweinerei zu bezeichnen, halte ich für kaum übertrieben!Eusa_snooty

Fritz
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf! (Jerci Stanislaw Lec)

Wer will, dass Kirche SO bleibt - will nicht, dass sie bleibt!
#57
Soweit mir bekannt ist, lieber Fritz, hat die katholische Kirche eine "eigene" Art der Sozialversicherung - Priester, Bischöfe, Kardinäle, aber auch Nonnen und Mönche sind alleine durch ihre Klerustätigkeit bis in`s hohe Alter abgesichert. Im Prinzip ist die Mitgliedschaft im Klerus vergleichbar mit einer unkündbaren Beamtenstellung, bei der das Mitglied von der Organisation alimentiert wird.

Der Klerus ist der Funktionsträger der Organisation Kirche (oder auch der Organisation Muslim im Islam). Und das natürlich aus eigenen Reihen jedwede religiöse Organisation ihre Funktionsträger festlegt, geht schon in Ordnung. Aber den caritativen Helfern das Bekenntnis vorschreiben zu wollen, geht entschieden zuweit! Das wäre dann genauso, wie wenn ein religiös von der Leitunmgsebene gebundenes Krankenhaus, Altersheim oder Kindergarten nur den Mitgliedern der eigenen Konfession die Aufnahme erlauben wollte... Das Jesuswort lautet "Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst" und nicht "... Liebe nur dann Deinen Nächsten wie Dich selbst, wenn er sich zu mir bekennt..."
#58
Zitat:Soweit mir bekannt ist, lieber Fritz, hat die katholische Kirche eine "eigene" Art der Sozialversicherung - Priester, Bischöfe, Kardinäle, aber auch Nonnen und Mönche sind alleine durch ihre Klerustätigkeit bis in`s hohe Alter abgesichert. Im Prinzip ist die Mitgliedschaft im Klerus vergleichbar mit einer unkündbaren Beamtenstellung, bei der das Mitglied von der Organisation alimentiert wird.
Der Unterschied, lieber Thomas, liegt darin, dass ein Beamter auch nach seinem Austritt aus dem Beamtenstand
noch seine Versicherungsjahre nutzen kann und nicht gezielt behindert und von allen Jobs ausgeschlossen wird,
auf die der Staat irgendeinen Einfluss hat...
() qilin
#59
Lea schrieb:Und die Bretter - oh, die vielen  vor unseren Köpfen - die sammeln wir mal alle gemeinsam ein, entzünden ein Kamin-oder Lagerfeuer und lachen uns krumm.

Meines ist aus Teak - das wird nicht verbrannt! :naughty:

Grüße
Moski
Ich bin gegen Religion weil sie uns lehrt, damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen (Richard Dawkins)
#60
Nach dem, was ich in der jüngeren Vergangenheit verschiedentlich las, sind katholische Priester, die aus ihrem Stand ausscheiden müssen, etwa weil sie heiraten, Sozialhilfemepfänger. Welchen Beruf auch soll er wohl ergreifen können?
Folgender angenommener Fall: Schwerwiegende Komplikation bei der Geburt. Das Kind kann nicht normal geboren werden. Die Mutter ist extrem geschwächt, einen Kaiserschnitt wird sie nicht überleben. Der Arzt steht somit vor der Entscheidung, entweder die Mutter oder das Kind zu töten (Kraniotomie). Wie diese Entscheidung ausfällt, hängt davon ab, ob diese Geschichte sich in einem katholischen oder staatlichen Krankenhaus abspielt. Nach katholischer Lehre muß die Mutter sich für ihr Kind opfern.


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