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Religion Mohammeds vor der Gründung des Islam
#1
Question 
Im Gespräch mit einer Zehnjährigen stießen wir auf das Thema Islam. Sie hatte bereits gehört, dass Jesus kein Christ, sondern Jude war und fragte mich, welche Religion Mohammed hatte. Da musste ich erstmal schlucken und uns beiden eingestehen, dass ich mir da gar nicht so sicher war. Natürlich hab ich dann versucht, es herauszufinden, aber im Internet stoße ich einerseits auf islamverachtende Homepages und andererseits auf ganz widersprüchliche Informationen. Aber ich bin mir sicher, dass mir jemand von euch diese Frage fundiert beantworten kann: Welcher Religion gehörte Mohammed an, bevor er den Islam gründete?
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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#2
Hi Keksi,

er war vermutlich ein "Hanif bzw. Hunafa" welches bedeutet soviel wie "Abrahamistisch" d.h nicht christlich, nicht jüdisch aber Gottgläubig... die Überlieferungen darüber wie und was er geglaubt hat ist undurchsichtig...

er war ja in Arabien umgeben mehrheitlich vom Götzenanbetern, Christen und Juden...

daher beschreibten die einzelnen Gruppen, den Privaten Mohammed entsprechen ihren eigenen Interessen...

im Koran steht folgendes:
3:67...Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein (Allah) ergebener Hanief (haniefan musliman), und kein Heide.
3:68...Die Menschen, die Abraham am nächsten stehen, sind diejenigen, die ihm (und seiner Verkündigung seinerzeit) gefolgt sind, und dieser Prophet und die, die (mit ihm) gläubig sind. Allah ist der Freund der Gläubigen.
3:69...Eine Gruppe von den Leuten der Schrift möchte euch gern irreführen. Aber sie führen (in Wirklichkeit) nur sich selber in die Irre, ohne es zu merken

Fazit... die Frage was Mohammed bevor er Prophet wurde geglaubt hat ist Irrelevant
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#3
Was Mohammed betrifft, gibt es zu seinem vorprophetischen Leben wenige Berichte. Das wenige Überlieferte ist legendenhaft überhöht.

Neben einer Vielzahl von Lokal- und Stammesgöttern gab es in Zentral- und Nordarabien Gottheiten, die besondere Verehrung genossen. Unter diesen Göttern waren u.a. Allah, al-Uzza, Manat und Allat, die auch Göttermutter genannt wurde, zu finden.

Der Stamm, aus dem Mohammed hervorging, war religiös polytheistisch ausgerichtet, wie übrigens alle Stämme auf der Arabischen Halbinsel. Es liegt nahe, dass Mohammed dieselbe Religion wie seine Stammesgenossen praktiziert hatte. Besondere Verehrung genoss beim Stamm Mohammeds die Göttin Allat (bzw. die Palmen der Allat).
MfG B.
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#4
(01-09-2013, 15:53)Koon schrieb: Hi, Kooni-bärchen

im Koran steht folgendes:
3:67...Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein (Allah) ergebener Hanief (haniefan musliman), und kein Heide.
3:68...Die Menschen, die Abraham am nächsten stehen, sind diejenigen, die ihm (und seiner Verkündigung seinerzeit) gefolgt sind, und dieser Prophet und die, die (mit ihm) gläubig sind. Allah ist der Freund der Gläubigen.
3:69...Eine Gruppe von den Leuten der Schrift möchte euch gern irreführen. Aber sie führen (in Wirklichkeit) nur sich selber in die Irre, ohne es zu merken

Fazit... die Frage was Mohammed bevor er Prophet wurde geglaubt hat ist Irrelevant
Das der Koran keine AHnung hat, heisst nicht, das eine Frage
irrelevant ist.
Kann man auch so sehen, das der Koran nicht viele Antworten hat,
als Quelle für Antworten irrelevant ist.
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#5
Danke für die Antworten! Aber es ist ja schon spannend, dass es offensichtlich gar nicht gesichert ist. Und ich kann mein Gewissen beruhigen, dass mir hier zumindest keine gänzlich bekannte Tatsache entgangen ist :D

(01-09-2013, 15:53)Koon schrieb: die Frage was Mohammed bevor er Prophet wurde geglaubt hat ist Irrelevant

Diese Haltung kann ich nachvollziehen. Es gibt genug Christen, die sich mit der Religion von Jesus nicht maßgeblich beschäftigen - und natürlich ist es legitim, sich auf das Neue an einer Botschaft zu konzentrieren. Aber trotzdem interessiert zumindest mich auch der Mensch dahinter sehr. Und nicht zuletzt: Was würdest du einer Zehnjährigen antworten? Dass es irrelevant ist? Bestimmt nicht ;)
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)
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#6
"Die Ḥanīfe in Arabien stellten eine Bewegung unter christlichem oder jüdischem Einfluss dar; die Muslime selbst betrachteten sich als Nachfolger der Ḥanīfen" Wikipedia : )

D.H damals in Arabien gab es schon einen Einfluss durch die abrahamitischen Religionen, bzw. den Grundgedanken der übernommen wurde.

Es war dann eher der Grundzug der angenommen wurde, aber nicht die darüber konstruierten Religionen, wie Judentum oder Christentum selber.
Oder die Subversionen von Religionen. Sondern einfach nur der Kern.

Das waren also die Hanife im Nahen Osten. Die weder Jude noch Christ waren. Ich finde das durchaus interessant.
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#7
(01-09-2013, 22:08)Keksdose schrieb: Und nicht zuletzt: Was würdest du einer Zehnjährigen antworten?


Bemerkenswert ist, daß Mohammed und seine Gefährten in den ersten Jahren die Gebete in Richtung Jerusalem verrichteten. Erst später änderte Mohammed die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka. (Vgl. Atlas der Weltreligionen, Hg. Ninian Smart. Seite 173).

Mohammed war kein Jude, aber er verehrte in seiner Kindheit die Religion der Juden sehr.

Mohammed wurde durch seine jüdische Stiefmutter (denn sein Vater hatte mehrere Frauen) im Sinne des abstrakten, bilderlosen Monotheismus beeinflußt.
Wie die schöne Jüdin zum Araberstamm kam, ist ungeklärt. Vermutlich wohl durch Raub.

An Keksdose
Dem 10-jährigen Mädchen kannst Du antworten:
Mohammed war ein Sproß eines polytheistischen Araberstammes. Aber sein Vater hatte mehrere Frauen, eine davon war Jüdin und so wurde Mohammed schon früh jüdisch, das heißt monotheistisch beeinflußt. Selbst nach Gründung des Islam verrichteten in den ersten Jahren Mohammed und seine Gefährten ihre Gebete in Richtung Jerusalem. Erst später änderte Mohammed die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka.

Nicht nur das Christentum, auch der Islam hat jüdische Wurzeln.
Moses und Jesus werden im Islam als Propheten bezeichnet.
Jesus ist im Koran so beschrieben worden wie ein jüdischer 'Nasiräer' (ein elitärer israelitischer Geheimbund gemäß 4 Mo 6). Dies ist wahrscheinlich auf seine Stiefmutter zurückzuführen. Sie wußte auffällig viel von den Nasiräern, mehr als eine jüdische Durchschnittsfrau. Vermutlich war ihr Vater ein Nasiräer.
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#8
(17-09-2013, 23:29)Sinai schrieb: An Keksdose
Dem 10-jährigen Mädchen kannst Du antworten:
Mohammed war ein Sproß eines polytheistischen Araberstammes. Aber sein Vater hatte mehrere Frauen, eine davon war Jüdin und so wurde Mohammed schon früh jüdisch, das heißt monotheistisch beeinflußt. Selbst nach Gründung des Islam verrichteten in den ersten Jahren Mohammed und seine Gefährten ihre Gebete in Richtung Jerusalem. Erst später änderte Mohammed die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka.

Muss man auch nicht so wahrheitsgetreu nehmen,
von Polen, Rümanien, Türkei so die Achse von vielen Gebieten ist die Richtung
erstmal nach Jerusalem, bei Mekka kommt nur an was dann noch übrig ist.
Es sei denn die Gebetsrichtung ist keine gerade Linie
sonder macht Schlenker oder Gebete überspringen Städte.

Wenn alles nur symbolisch ist kann ich auch auf einer gedachten Linie vom anderen Ende der Erde quer durch den Boden beten.
Wielleicht ist deshalb die Blickrichtung beim Beten auf den Boden gerichtet.
Da nützt ein Kompass auch nicht viel.
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#9
(17-09-2013, 23:29)Sinai schrieb:
(01-09-2013, 22:08)Keksdose schrieb: Und nicht zuletzt: Was würdest du einer Zehnjährigen antworten?


Bemerkenswert ist, daß Mohammed und seine Gefährten in den ersten Jahren die Gebete in Richtung Jerusalem verrichteten. Erst später änderte Mohammed die Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka. (Vgl. Atlas der Weltreligionen, Hg. Ninian Smart. Seite 173).

Ja, davon habe ich auch gehört. Wäre interessant auch zuhören was der User Koon dazu sagen könnte.

Ich glaube, im Koran wird erwähnt, dass es eine heilige Kultstätte im Westen gibt, das als der Tempelberg verstanden wird und laut Überlieferung soll Mohammed dort ein Wunder wiederfahren sein. Daher soll es Anfangs die erste Gebetsrichtung gewesen sein.

Zitat:Mohammed war kein Jude, aber er verehrte in seiner Kindheit die Religion der Juden sehr.

Mohammed wurde durch seine jüdische Stiefmutter (denn sein Vater hatte mehrere Frauen) im Sinne des abstrakten, bilderlosen Monotheismus beeinflußt.
Wie die schöne Jüdin zum Araberstamm kam, ist ungeklärt. Vermutlich wohl durch Raub.

Aha, das ist sehr interessant. Ich habe gehört, dass er angeblich oft in Kontakt mit Christen gekommen sei. Das ist aber eine Vermutung von manchen Autoren. Dass er eine jüdische Stiefmutter gehabt haben soll, ist mir neu. Hast du dazu vll. eine Quelle oder steht das auch im oben genannten Buch?

Ich habs bisher so gewusst, dass Mohammeds Vater kurz vor der Geburt Mohammeds verstirbt und Mohammed von seinem Onkel großgezogen wird. Seine (einzige) Mutter verstirbt auch später. Laut offiziellen islamischen Quellen soll seine Herkunftslinie lückenlos verfolgbar sein. Dass sein Vater mehrere Frauen gehabt haben soll, wird aber nicht bestätigt.
with great power comes great responsibility

Entscheidungen machen uns zu denen, die wir sind. Und wir haben immer die Wahl, das Richtige zu tun.
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#10
(18-09-2013, 16:21)paradox schrieb: Aha, das ist sehr interessant. Ich habe gehört, dass er angeblich oft in Kontakt mit Christen gekommen sei. Das ist aber eine Vermutung von manchen Autoren.
Dass er eine jüdische Stiefmutter gehabt haben soll, ist mir neu. Hast du dazu vll. eine Quelle oder steht das auch im oben genannten Buch?

Ja, gerne

Die Stiefmutter von Mohammed wäre gemäß Lincoln-Baigent-Leigh eine jüdische 'Nazoräerin' gewesen.

(Nazoräer ist eine andere Schreibweise von Nasiräer oder Naziräer)

Daß auch eine Frau eine Nazoräerin sein konnte, ist übrigens torahkonform (siehe 4 Mo 6)

Wie das Buch heißt, weiß ich nicht mehr genau (habe damals nur eine Abschrift gemacht), aber ich habe mir die ISBN-Nummer notiert.
ISBN 3-85492-884-X
Autoren: Lincoln-Baigent-Leigh

Leider weiß ich nicht mehr die Seite, aber vielleicht gibt es im Buch ein Stichwortverzeichnis wo Du "Mohammed" suchen kannst.
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#11
Michael Baigent, Richard Leigh und Henry Lincoln schreiben Geschichten, die sich gut verkaufen lassen.

Aus historischer Sicht sind die Geschichten wertlos.
MfG B.
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#12
Mag sein.

Aber jedenfalls haben sie wertvolles Material gesammelt, und dieses ist verwendbar.

Wer darf entscheiden, was wahr ist.

Der Papst behauptet, daß Luther Blödsinn schrieb.
Die Lutheraner behaupten, daß die Katholiken Blödsinn schrieben.
Die Calvinisten behaupten, daß Luther und die Katholiken Blödsinn schrieben.

Letztlich konnte bisher keiner beweisen, daß er die Wahrheit schrieb.
Bibelforschung ist eben eine extrem spröde Materie.

Wenn ich mir ein Buch kaufe, interessiert mich die Aussage des Buches gar nicht.

Was mich interessiert, ist die Materialsammlung
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#13
Problematisch ist, wenn man mit Aussagen von Sensationsautoren versucht, historische Fragen zu beantworten.

Besagte Autoren behaupten beispielsweise auch, die Merowinger seien Nachfahren einer Verbindung zwischen Jesus und Maria von Magdala gewesen.

Es steht natürlich jedem frei, auch Informationen von fraglicher Qualität in seine Materialiensammlung aufzunehmen. Um in die Bibliographie wissenschaftlicher Arbeiten aufgenommen zu werden, taugen die Werke besagter Autoren jedenfalls nicht.
MfG B.
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#14
(18-09-2013, 22:18)Sinai schrieb: Mag sein.

Aber jedenfalls haben sie wertvolles Material gesammelt, und dieses ist verwendbar.

Wer darf entscheiden, was wahr ist.

Der Papst behauptet, daß Luther Blödsinn schrieb.
Die Lutheraner behaupten, daß die Katholiken Blödsinn schrieben.
Die Calvinisten behaupten, daß Luther und die Katholiken Blödsinn schrieben.

Letztlich konnte bisher keiner beweisen, daß er die Wahrheit schrieb.
Bibelforschung ist eben eine extrem spröde Materie.

Wenn ich mir ein Buch kaufe, interessiert mich die Aussage des Buches gar nicht.

Was mich interessiert, ist die Materialsammlung
Das halte ich für einen fragwürdigen Ansatz, da nie gewiss ist
ob der gesamte Kontext vorliegt.
z.B. hat ein Forscher in Südamerika einwandfrei bearbeitete Metallwerkzeuge
in uralten Gesteinschichten gefunden und messerscharf daraus geschlossen, das es vor Millionen Jahren schon sowas wie Menschen gegeben haben muss.

Völlig logisch.
Dummerweise hat dann einer mal angemerkt, das die Funde
aus einem alten Bergwerk der Ureinwohner stammten die sich ins
Gestein gebuddelt hatten.
Da hätte ich auch im Ruhrgebiet suchen können, mit dem gleichen vermuteten Ergebnis.
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#15
Und bitte wieder zurück zum Thema
Die gefährlichste Meinung ist die Meinung der Leute, die gar keine eigene Meinung haben
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