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Paulus aus islamischer Sicht
#1
Saul aus Tarsus (später Paulus) hätte angeblich vor dem Auftreten Jesu die Geheimlehre Kabbala in Jerusalem unterrichtet.

Ich habe vor einiger Zeit in einem U-Bahn Waggon ein anonymes islamisches Schreiben gefunden, das solches behauptet.
Es beruft sich auf The Concised Atlas of The Bible, S. 124

Diesen Atlas habe ich aber nicht finden können.

Vielleicht gibt es hier einen islamischen Leser, der da mehr weiß.
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#2
Einfach den Titel googeln (ohne "d" am Ende von Concise).
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#3
Gab es die Kabbala zu Paulus´ Zeiten denn schon?
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#4
Nein. Aber mystische Strömungen dürfte es wohl bereits gegeben haben.
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#5
(20-10-2013, 01:59)Vitoria schrieb: Einfach den Titel googeln (ohne "d" am Ende von Concise).

Danke !!
Durch diesen Schreibfehler war das unauffindbar.

Falls Du diesen Atlas zur Hand haben solltest, könntest Du nachschauen, was dort geschrieben steht ? Wäre interessant ob das wirklich dort steht.
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#6
Nein, habe ich nicht. Aber man kann das Buch anscheinend leicht über das Internet erwerben.

Die Angaben anonymer islamischer Quellen zu verfolgen, halte ich übrigens für müßig.
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#7
(20-10-2013, 10:38)Lelinda schrieb: Gab es die Kabbala zu Paulus´ Zeiten denn schon?

Was versteht man unter Kabbala ?

Wie es aussieht, gibt es DIE Kabbala gar nicht. Auch heute nicht.

Es gibt "zum Teil gegensätzliche kabbalistische Strömungen" (Kabbala – Wikipedia)
Nicht einmal das Wort Kabbala ist gesichert:

a) "Die Bezeichnung Kabbala (hebr. קבלה) geht auf den hebräischen Wortstamm q-b-l zurück und bedeutet ‚Überlieferung‘, ‚Übernahme‘ und ‚Weiterleitung‘." (Kabbala – Wikipedia)

oder

b) "Die Anfänge der Kabbala liegen in Südfrankreich, wo Geheimlehren angeblich ältester Tradition aufgezeichnet wurden; die Autoren nannten sich meqûbballîm ‚Empfänger‘, ‚Angenommene‘." (Kabbala – Wikipedia)

Wahrscheinlich gab es schon zur Zeit der römischen Besatzung Israels allerlei jüdische Geheimlehren.
Wie sie hießen, weiß man nicht – da es sich eben um Geheimlehren handelte.
So etwas geisterte im Judentum herum, ob der Begriff Kabbala verwendet wurde, ist völlig unbekannt, ist aber auch nicht wichtig.
Im 12. Jahrhundert begannen einzelne jüdische Autoren in Südfrankreich, einige Geheimlehren "angeblich ältester Traditionen" aufzuzeichnen (siehe oben) und nannten das "Kabbala".

Jedenfalls haben diese Autoren des 12. Jahrhunderts nicht die Kabbala erfunden, denn sie berufen sich auf "älteste Traditionen".

Es wäre sehr wahrscheinlich, daß es zur Zeit Jesu Geheimlehren im Judentum gab.

Es wäre gut vorstellbar, daß es eine Kabbala für die breite Öffentlichkeit gibt, im Buchhandel erhältlich.

Und dann eine echte Kabbala die nur in Rabbinerkreisen existiert.

Die Kabbala von 1844 schreibt ja, daß die Kabbala immer nur einem einzigen Menschen im Leben weitergegeben werden darf. Das ist ein Hinweis darauf, daß die öffentlich zirkulierende Kabbala nicht DIE Kabbala ist.


(Analogie: bei katholischen theologischen Büchern gibt es ja auch die "Ausgabe für Laien")

Was die Kabbala ist, wissen wir nicht – es geht hier um die Behauptung, ob Saul aus Tarsus vor dem Auftreten Jesu die Geheimlehre Kabbala in Jerusalem unterrichtet hat.
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#8
Ich habe etwas interessantes gefunden:

"Laut Lukas beaufsichtigte Paulus sogar im Auftrag des Sanhedrin die vorschriftsmäßige Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Apg 7,58)." (Paulus von Tarsus – Wikipedia)

"stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus, und sie steinigten Stephanus" (Apostelgeschichte)
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#9
(20-10-2013, 13:12)Vitoria schrieb: Die Angaben anonymer islamischer Quellen zu verfolgen, halte ich übrigens für müßig.

In der Theologie sind eigentlich sämtliche Aussagen ungesicherte Behauptungen.
Jüdische, katholische, lutherische, calvinistische

Da spielt es schon keine Rolle mehr, ob es sich da um eine islamische Quelle handelt, noch dazu eine anonyme.

Ich habe mir angewöhnt, jede Aussage zumindest zu überprüfen.

Wie eine Behörde. Wenn ein betrunkener, geistig behinderter Waldarbeiter zur Polizei geht und sagt, daß im Wald ein abgestürzter Hubschrauber liegt, dann wird ihm er Polizist das nicht glauben, aber dennoch wird er in den Wald fahren, um nachzusehen.
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#10
Vielleicht hat ein Leser diesen Atlas zur Hand und kann auf Seite 124 reinschauen, das kostet ja nichts.

Und vielleicht gibt es hier einen islamischen Leser, der da mehr weiß. Vielleicht gibt es ein Buch über dieses Thema.



Die oben zitierte Stelle aus der Apostelgeschichte (Luther Bibel 1894) ist mir bisher noch nie aufgefallen, nie hätte ich daran gedacht, daß hier mit Saulus der spätere Paulus gemeint sein könnte. Denn Saulus konnte bald einer heißen.

Aber die genannte Aussage im Wikipedia macht mich jetzt hellhörig:

"Laut Lukas beaufsichtigte Paulus sogar im Auftrag des Sanhedrin die vorschriftsmäßige Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Apg 7,58)." (Paulus von Tarsus – Wikipedia)

Wer weiß, ob diese Aussage im Wikipedia richtig ist. Ich werde jedenfalls auch hier nachforschen.
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#11
(20-10-2013, 13:53)Sinai schrieb: :

"Laut Lukas beaufsichtigte Paulus sogar im Auftrag des Sanhedrin die vorschriftsmäßige Steinigung des ersten christlichen Märtyrers Stephanus (Apg 7,58)."
Saulus willigte in die Steinigung des Stephanus mit ein, beaufsichtigte aber nur die abgelegten Kleider derer, die Stephanus steinigten.
Paulus selbst weist doch darauf hin, dass er, der größte Verfolger der "Judenchristen" war. Bis zu seinem "Erlebnis" vor Damaskus.
Seitdem hat er sich, aus Reue, selbst gedemütigt indem er sich den Namen Paulus gab (Der Kleine, der Geringe). Ist aber zum größten Apostel der Heiden geworden.
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#12
Wer "protokolliert" denn solche Geschichten ?
Gabs zu der Zeit auch Moby Dick ?
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#13
(20-10-2013, 18:53)indymaya schrieb: Saulus willigte in die Steinigung des Stephanus mit ein, beaufsichtigte aber nur die abgelegten Kleider derer, die Stephanus steinigten.
Paulus selbst weist doch darauf hin, dass er, der größte Verfolger der "Judenchristen" war. Bis zu seinem "Erlebnis" vor Damaskus.
Seitdem hat er sich, aus Reue, selbst gedemütigt indem er sich den Namen Paulus gab (Der Kleine, der Geringe).


Dann war Saulus also doch ein Mann mit Vergangenheit . . .
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#14
(20-10-2013, 19:34)Sinai schrieb: Dann war Saulus also doch ein Mann mit Vergangenheit . . .
Die Vergangenheit von Paulus war Saulus. Das nennt man "Umkehr", in diesem Fall zur Einsicht, dass Jesus der Messias ist. Dieses Erkennen, eines besonderen Kenners der jüdischen Schriften, mit griechichen Sprachkenntnissen
und römischer Bürgerschaft, waren die geeigneten Voraussetzungen weshalb Jesus ihn zum 12. Apostel wählte. Als Apostel der "Nichtjuden", in dieser Zeit vorwiegend griechisch und latein sprechende Völker.
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#15
(20-10-2013, 20:29)indymaya schrieb:
(20-10-2013, 19:34)Sinai schrieb: Dann war Saulus also doch ein Mann mit Vergangenheit . . .
Die Vergangenheit von Paulus war Saulus. Das nennt man "Umkehr", in diesem Fall zur Einsicht, dass Jesus der Messias ist.
Dieses Erkennen, eines besonderen Kenners der jüdischen Schriften . . .

Das Thema dieser Diskussion lautet: "Paulus aus islamischer Sicht"
Es geht im Beitrag # 1 um die Frage, ob Saul aus Tarsus (später Paulus) vor dem Auftreten Jesu die Geheimlehre Kabbala in Jerusalem unterrichtet hat.
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