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Die Lücke im Leben Jesu. War Jesus in Indien ?
#1
Jesus war angeblich 12 Jahre lang in Indien. Durchaus vorstellbar, denn eine Route der Seidenstraße endete in Damaskus.

Vom Lande Israel war es von der Anzahl der Reisetage nie allzuweit ins Lande Sindh, denn eine Route der sogenannten Seidenstraße verband beide Regionen seit alters her.
Ich möchte auf die äußerst auffällige Übersetzung eines älteren tibetischen Manuskripts durch den russischen Forscher Nikolaus Notowitsch (er weilte 1887 in Kaschmir und Ladakh, sein Buch erschien dann 1894 in Stuttgart auch in deutscher Sprache) hinweisen.
Diese alte tibetische Schrift behauptet, daß Jesus "heimlich das Haus seiner Eltern verließ, hinausging aus Jerusalem und sich nach dem Sindh begab mit Kaufleuten." Immerhin gibt es eine Lücke von 18 Jahren im Leben Jesu, von denen die Evangelisten nichts zu berichten wissen.

Nikolaus Notowitsch veröffentlichte in Paris im Jahr 1894 sein Buch mit dem Titel "La vie inconnue de Jesus-Christ". Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Deutscher Titel: "Die Lücke im Leben Jesu".

Notowitsch wurde 1858 geboren, über seinen Tod ist nichts bekannt, nicht einmal sein Todesjahr. Vermutlich landete er in Sibirien.
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#2
Zu Nikolos Notowitsch sei anzumerken, daß er aus einer aristokratischen russischen Familie stammte. Das englischsprachige Wikipedia schreibt von ihm:

Nicolas Notovitch
"aristocrat, Cossack officer, spy"

Dieser Offizier reiste offenbar im Auftrag des Zaren ins Gebiet von Ladakh.
Es war ein Brennpunkt imperialistischer Interessen von Rußland und Indien.
Rußland wollte schon immer nach Süden expandieren, es wollte Richtung des Indischen Ozeans.
(Vergleiche auch den viel späteren Afghanistankrieg 1978)

England beanspruchte aber Indien und alles was herum lag. Ein versteckter Interessenskonflikt der beiden Großmächte Rußland und England um Einflußzonen. Der Erste Weltkrieg hätte auch andere Koalitionen sehen können, ein Konflikt zwischen Rußland und England
war um 1900 nicht auszuschließen.

Die Engländer haßten Nikolaus Notowitsch und bezeichneten ihn als "spy" – das heißt Spion. Er war ein Emissär Rußlands, so wie auch die Briten überall ihre Emissäre hinschickten, um die Stimmung im Lande zu erkunden.
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#3
(22-10-2013, 20:26)Sinai schrieb: Ich möchte auf die äußerst auffällige Übersetzung eines älteren tibetischen Manuskripts durch den russischen Forscher Nikolaus Notowitsch ... hinweisen.

Notowitsch war kein Forscher, sondern ein Abenteurer gewesen.

Die von ihm "übersetzten" Dokumente aus dem 1. Jh nC, die er in einem tibetanischen Kloster gefunden haben will und deren "Inhalt" er in einem Büchlein mit Namen "Die Lücke im Leben Jesu" 1894 in Paris vorstellte, haben seriöse Wissenschafter nie zu Gesicht bekommen.

Als die Nachfrage nach den Originalbelegen zu heftig wurde, waren sie auf einmal "verschollen".
MfG B.
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#4
Nikolaus Notowitsch war natürlich auch ein Abenteurer. Ein Stubenhocker wäre damals nicht ins Kaschmir gereist. Aber es ist anzunehmen, daß er hoch gebildet war. Der Zar schickte keinen Bauern auf so eine Forschungsreise . . .

Soviel ich weiß, war er in diesem Kloster in Ladakh und hat dort die alten Schriften übersetzt.

Er hat sie allerdings nicht nach Art der Engländer "mitgenommen".
(Die Engländer haben bekanntlich alles, was sie in Ägypten fanden, nach London mitgenommen.)
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#5
(22-10-2013, 22:09)Sinai schrieb: Soviel ich weiß, war er in diesem Kloster in Ladakh und hat dort die alten Schriften übersetzt.

Jedenfalls hat diese Dokumente nie jemand zu Gesicht bekommen.
MfG B.
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#6
Warum hätte Jesus in Indien so wichtig gewesen sein sollen, dass es Aufzeichnungen zu ihm gab? Wenn er da war, war er sicher nicht der einzige aus seiner Gegend. Ich habe mal eine Doku gesehen, wo auch behauptet wurde, dass Jesus lange in Indien war. Als Belege wurde u.a. gesehen, dass es sowohl in Indien als auch im Christentum Klöster und Rosenkränze gibt. Beides mag das Christentum irgendwann aus Indien übernommen haben. Jesus selbst hat aber weder Klöster noch Rosenkränze eingeführt.

Bleibt weiterhin die Frage, warum ein junger Mann aus einer anderen Kultur mit einer vollkommen anderen Religion für die Inder so interessant gewesen sein sollte. Jesus hätte ihnen doch gar nichts zu sagen gehabt, weil Hinduismus und Buddhismus nicht monotheistisch sind und die Gebote eines fremden Volkes in Indien sowieso nicht gegolten hätten.

Oder hätte Jesus vom indischen Buddhismus die Idee der Feindesliebe übernehmen sollen? Ist die denn etwas so Ungeheuerliches, dass sie nur ein einziges Mal auf der Welt erfunden worden sein kann? Das wäre natürlich ein trauriges Bild für die Menschheit.
"Andere" indische Kultureinflüsse sind meiner Meinung nach nicht (bei Jesus) zu finden. Er sprach als Jude zu Juden über jüdische, also relativ regionale Themen.

Warum sollte er nicht eher in Ägypten gewesen sein? Die Bibel behauptet, dass er seine Kleinkinderzeit in Ägypten verbracht hätte. Dafür spricht einmal, dass das ein Nachbarland war, und zweitens, dass Jesus seine Jüngern dadurch (negativ) auffiel, dass er auch mit Frauen diskutierte. Im Alten Ägypten waren Frauen, anders als zum Beispiel im ebenfalls nahen Griechenland, relativ gleichberechtigt.

Und was spricht dagegen, dass Jesus die 18 "fehlenden" Jahre ganz normal verbrachte, so wie jeder andere Mann seines Alters und seiner Zeit auch? Er könnte als Handwerker gearbeitet haben, verheiratet gewesen sein, und (wenn man bedenkt, dass man früher schon mit etwa 15 volljährig wurde) sogar ein paar Kinder großgezogen haben. Nichts davon wäre so ungewöhnlich gewesen, dass es jemand für berichtenswert gehalten hätte.
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#7
(22-10-2013, 22:21)Bion schrieb: Jedenfalls hat diese Dokumente nie jemand zu Gesicht bekommen.

Selbst wenn irgend jemand die Originale aus Ladakh herbeischaffen könnte, wäre das kein Beweis, daß Jesus in Indien war. Denn auch vor 1950 Jahren wurde viel gelogen. Die alten Originale würden nichts beweisen.
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#8
(22-10-2013, 22:39)Lelinda schrieb: Oder hätte Jesus vom indischen Buddhismus die Idee der Feindesliebe übernehmen sollen?

Die von Jesus gepredigte Feindesliebe klingt tatsächlich mehr buddhistisch als jüdisch.
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#9
Der junge Jesus war ein eifriges Judenkind, er ging im Tempel ein und aus.

Der erwachsene Jesus war anders, seine Jüdischkeit ließ zu wünschen übrig.
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#10
(22-10-2013, 22:39)Lelinda schrieb: Und was spricht dagegen, dass Jesus die 18 "fehlenden" Jahre ganz normal verbrachte, so wie jeder andere Mann seines Alters und seiner Zeit auch?

Jesus wird im NT als "Sohn Gottes" beschrieben. Er war kein normaler Mann "wie jeder andere Mann seines Alters und seiner Zeit".

Ist mir klar, was Du meinst. Wenn irgendein Fischer oder Handwerker 18 Jahre seines Lebens mit Alltagskram verbrachte, "hat das ja auch niemand aufgezeichnet" . . .

Aber bei einem Jesus ist es schon auffällig, wenn 18 Jahre in seiner Biographie fehlen.

Hat er nicht mit seinen 4 Evangelisten geredet ?? Haben die nie gefragt ?
Hat er ihnen nichts aus diesen zwei Jahrzehnten erzählt ?
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#11
(22-10-2013, 22:39)Lelinda schrieb: Ich habe mal eine Doku gesehen, wo auch behauptet wurde, dass Jesus lange in Indien war. Als Belege wurde u.a. gesehen, dass es sowohl in Indien als auch im Christentum Klöster und Rosenkränze gibt. Beides mag das Christentum irgendwann aus Indien übernommen haben. Jesus selbst hat aber weder Klöster noch Rosenkränze eingeführt.

Diese sogenannte "Doku" war zweifellos dilettantenhaft, wie Du schon richtig bemerkt hast.
Jesus selbst hat weder Klöster noch Rosenkränze eingeführt.
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#12
(22-10-2013, 22:39)Lelinda schrieb: Warum hätte Jesus in Indien so wichtig gewesen sein sollen, dass es Aufzeichnungen zu ihm gab?

Das ist tatsächlich ein starkes Argument.
Warum hätte man damals Aufzeichnungen von einem jugendlichen Jesus machen sollen ??

Ich könnte mir unter Umständen folgendes Szenario vorstellen:
Jüdische Händler aus Damaskus kamen wohl häufig ins Land Sindh. Da war nichts besonderes daran. Aber es war selten, daß ein Jude Interessent, dann Gast, dann sogar Novize in einem buddhistischen Kloster wurde.

Ich kann mir schon vorstellen, daß über Novizen Aufzeichnungen gemacht wurden. Zumindest genauer Name, Geburtsjahr, Sprache, Herkunftsregion.

Ich kann mir auch vorstellen, daß Issus (wie Jesus dort genannt wurde) über sein Reisemotiv gefragt wurde und daß er sagte, daß er "heimlich das Haus seiner Eltern verließ, hinausging aus Jerusalem und sich nach dem Sindh begab mit Kaufleuten."
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#13
(22-10-2013, 23:31)Sinai schrieb: Ich kann mir auch vorstellen, daß Issus (wie Jesus dort genannt wurde) über sein Reisemotiv gefragt wurde und daß er sagte, daß er "heimlich das Haus seiner Eltern verließ, hinausging aus Jerusalem und sich nach dem Sindh begab mit Kaufleuten."
Über einen der mit einiger Wahrscheinlichkeit garnicht existiert hat lässt sich trefflich fabulieren.
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#14
Es läßt sich über alle spekulieren, um die man Legenden und Mythen aufgebaut hat. Im Nachgang läßt sich auch nichts mehr beweisen, selbst wenn man die tausende von Bücher liest, die angeblich alles beschreiben. Und die nächsten Bücher beschreiben es wieder ganz anders und das in ewiger Folge. Es wird zuviel verklärt und schafft sich damit Personen, die man gern anbeten möchte. Es ist alles nur äußerlich, aber damit hält man vielleicht die Massen bei Laune oder bei der "Stange".
Wer soll das aber auch alles lesen und vor allem glauben ?
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#15
Zitat:Issus (wie Jesus dort genannt wurde)
Der wahre Name war Jeschua bzw. Jehoschua. "Jesus" ist die vergriechischte Form. Warum hätte man im indischen Kloster seinen Namen so verfremden sollen?
Genau diese "Namensähnlichkeit" ist ein weiterer Punkt, der dagegen spricht.
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