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Ethik vrs. Religion
#16
(21-04-2014, 22:38)Harpya schrieb: Ethik kann moralische Kriterien erfüllen, Moral kann auch mal ethisch sein.
Tugend ist nun ganz beliebig.

Ja, ich finde auch, dass die Besten von den Guten immer die sind, die sich selber in die Pfanne hauen und dann noch auf den Teller legen.

Ethisch wäre es dann zwar richtig, auf den Braten zu verzichten.
Aber Moralisch ist es schon tugendhaft genug, das zarteste Stück jemandem anderen anzubieten.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
#17
(21-04-2014, 21:48)Gundi schrieb: Einen ausgebauten Ethikunterricht/Religionsunterricht der die Fülle an Weltanschauungen, Philosophien und auch Theologien behandelt halte ich dem Konzept des gegenseitigen Verstehens nach für angebrachter.

Fände ich grds. gut. Auch wenn man Religionen ablehnt, kommt man schließlich nicht umhin, sich mit diesen zu beschäftigen. Die Welt, wie sie heute ist, ist - wie die Geschichte - ohne Wissen über die Religionen nicht zu verstehen. Und dass auch Agnostiker und Atheisten von Religionen und ihren Vertretern ganz konkret tangiert werden, ist wohl jedem klar.

Konfessionellen Religionsunterricht kann man ja privat nehmen. Ob man allerdings einen Ethik-Unterricht anstelle dessen einführen sollte, ist m.E. zweifelhaft. Wer legt denn die ethischen Werte fest? Ersetzt man damit dann nicht nur einen Werteunterricht, der auf alten Schriften beruht, durch einen, der auf den Befindlichkeiten von Lehrern oder Kultusministern beruht?

Vor hundert Jahren wären hierzulande z.B. außereheliche Beziehungen unethisch gewesen - in anderen Ländern ist dies heute immer noch so. Bei uns ist die Todesstrafe ethisch verwerflich - das sieht man z.B. in den USA, in Indien oder in China nicht allgemein so. Ein Ethikunterricht, der lediglich die "politisch korrekten" Werte unseres Landes propagiert, würde sich ggf. im Kern nicht allzu sehr vom Staatsbürgerkunde-Unterricht in der DDR unterscheiden.

Wie soll ich mir also diesen Ethik-Unterricht vorstellen?
#18
(10-10-2017, 13:28)Stimme_der_Vernunft schrieb:
(21-04-2014, 21:48)Gundi schrieb: Einen ausgebauten Ethikunterricht/Religionsunterricht der die Fülle an Weltanschauungen, Philosophien und auch Theologien behandelt halte ich dem Konzept des gegenseitigen Verstehens nach für angebrachter.

 Wer legt denn die ethischen Werte fest? Ersetzt man damit dann nicht nur einen Werteunterricht, der auf alten Schriften beruht, durch einen, der auf den Befindlichkeiten von Lehrern oder Kultusministern beruht?
Ja, schon vor 2500Jahren stand ja in der Bibel, dass ein Schleier über der Welt liege, der erst zum Schluss der Tage gelüftet werden würde. Nicht nur aber insbesondere die politischen Richtungen der letzten 100 Jahre haben auch Zeugnis darüber abgelegt, dass der Geist der Verwirrung in der Welt herrscht. Kaiser wurden verjagt, Reformpolitiker danach, dann die Nazis, dann die Kommunisten , dann im 20Jahre Rhythmus die jeweiligen Nachfolger diverser Richtungen.
 Wie sollte das dann auch anders sein als dass es am Bildungssystem selbst hapert?

Vermittelt werden ja immer nur tote Buchstaben, das Denken wird versächlicht. Wissen um den Menschen (woher kommt er, wohin soll er?) und Lösungskompetenz sind da zwangslâufig "Feinde" des Bildungsziels. 

Was förderlich ist fürs Zusammenleben und was nicht und was das Wort Respekt heißt, kann natürlich nur dort vermittelt werden wo substantielle Wahrheit herrscht. Und dazu hat sinnigerweise der ewige deutsche Kanzler Schmidt gemeint "man dürfe den Leuten die Wahrheit über die Welt nicht sagen, da sie ansonst nie wieder glücklich sein könnten..."

Woher sollte also ein Struktur Wechsel kommen, wenn es selbst heut noch in manchen Ländern dazu kommt, dass Schwule mit Todespaparagraphen bedroht sind, Arbeitslose die ein halbes Jahr arbeitslos sind, ausgesondert werden, KriminellenWährungen wie Bitcoin ins reguläre Geldsystem eingespeist werden und ein ganzer Kontinent am Hungertuch nagt, während die dort produzierten Lebensmittel im Westen als Tierfutter verwendet werden?
 Unter den Bedingungen Ethik zu unterrichten ...kann ja eigentlich nur darauf rauslaufen, dass demnächst dann vielleicht Bibeln umge(g)ändert werden und zB Johannes der Säufer drin steht.  Icon_cheesygrin
#19
(06-01-2023, 17:34)Lovest schrieb: Vermittelt werden ja immer nur tote Buchstaben, das Denken wird versächlicht. Wissen um den Menschen (woher kommt er, wohin soll er?) und Lösungskompetenz sind da zwangslâufig "Feinde" des Bildungsziels

so, so...

was wäre denn dein bildungsziel, welche art von lösungskompetenz stellst du dir vor, was meinst du denn, wo der mensch herkommt und hin soll?

das müffelt ja doch verdächtig nach gläubischer teleologie

viel wichtiger wäre aus meiner sicht, mit kontingenz umzugehen zu lernen, resilienz dagegen aufzubauen, daß eben nicht ales wie geplant und zielgerichtet abläuft. und mit welchen sozialen strategien (hier sind wir bei der praktischen ethik) wir am besten damit umgehen, zum wohle aller, weil nur das das wohl auch des individuums halbwegs sicher gewährleistet
 
Zitat:Was förderlich ist fürs Zusammenleben und was nicht und was das Wort Respekt heißt, kann natürlich nur dort vermittelt werden wo substantielle Wahrheit herrscht

wahrheit worüber? und welche "wahrheit"? wie in einem parallelthread nachzulesen, gibt es hier mindestes einen user, der einen sehr seltsamen "wahrheit"sbegriff vertritt, welcher wohl kaum zu sozialem wohlergehen und fortschritt beitragen kann. zumal er zu einem intersubjektiven nihilismus führt - und intersubjektivität ist die basis einer gesellschaft, welche diesen namen auch verdient
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
#20
(20-04-2014, 20:18)Geobacter schrieb: Eigentlich ist es ethisch gar nicht vertretbar, einen Gott zu verehren, der seinen einzigen Sohn, als sich selbst, in einem blutigen Schauprozess für die Sünden der Menschen opfert, welche in ihrer Unvollkommenheit und Unwissenheit es oft nicht besser wissen. Zumal dieser Gott auch noch Eigenschaften besitzt, die unsere Vorstellungskraft bei weitem übersteigen.

Allwissenheit ist nämlich eine Eigenschaft, mit der man an und für sich selbst alle Ereignisse vorherbestimmt, da man sich als Allwissender schließlich niemals irren kann.
Allmächtigkeit die es dem Zufall überlässt, ist Sadismus.

Ein Schöpfer der seine Geschöpfe nach dem eigenen Bilde schuf und die sich in der Rangordnung die wir Nahrungskette nennen gegenseitig als Futter dienen, weil sie sonst den Tod durch verhungern erleiden, ist wohl ethisch kaum zu vertreten, wenn man da mal genauer hinschaut.

... Du schienst immer noch nicht begriffen zu haben, dass RELIGIONSMODELLE nichts mit dem Wesen einer uns unbekannten kosmischen Wirkkraft zu tun haben!?
Man kann also leicht erkennen, dass es mit Deiner Vorstellungskraft nicht so weit her sein kann!  Icon_razz  Trotz all Deinem so fleißig angelernten Wissen!  Icon_rolleyes

Dasjenige, welches einem Erdenwurm als Sadismus "erscheinen" mag, könnte kosmisch betrachtet, in einem völlig anderen Zusammenhang stehen. Allein schon unsere Lebenszeit ist ja, gemessen an einer so gedachten Ewigkeit, um vieles kürzer als das Zucken Deiner Wimper. Was also willst Du oder eine andere Person am Ufer des menschlichen Froschteiches schon groß kritisieren können? Allein das Wegfallen der Sterblichkeit würde auf unserer Erde zur schnellen Katastrophe führen. Somit besteht kein Grund, über Sterblichkeit zu klagen!

Zudem gibt es ja auch genügend Pflanzenfresser, die sich nicht auf Beutetiere stürzen müssen und dennoch beachtlich groß und stark sind!

Die Ethik ist jener Teilbereich der Philosophie, der sich mit den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns befasst. Ihr Gegenstand ist damit die Moral insbesondere hinsichtlich ihrer Begründbarkeit und Reflexion.

Wer aber wollte schon menschliche Vorstellungen über Ethik und Moral als alleinigen Maßstab im Kosmos installieren wollen? Etwa Du?  Icon_rolleyes

Schau doch mal besser allein auf die vielen Tierversuche, welche sich der Mensch herausnimmt, oder auf die Art, wie er mit seiner Umwelt verfährt. Hier kann man unstrittig von "gewissenlos" reden, bevor man beginnt, eine uns unbekannte "Wirkkraft" zu kritisieren!

Gruß von Reklov
#21
Du antwortest da auf einen sarkastisch gemeinten Beitrag von mir, den ich (mal) vor 9 Jahren geschrieben habe..... @Reklov.
Also sprach der Herr: "Seid furchtbar und vermehret euch".........
#22
Tja, da kommt wohl nichts Sinnvolles mehr. Geschlossen.


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