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Was versteht man unter Dhimmis?
#31
(06-01-2015, 10:21)sirin schrieb: von WITAIMRE dazu:
...eine Sondersteuer =Jizya (dies "Schutzgeld" war meistens doppelt so hoch wie die Steuern der Muslime...

Ursprünglich war die Kopfsteuer für Christen und Juden unabhängig vom Einkommen als Fixbetrag festgesetzt. Erst später wurde sie nach dem Jahreseinkommen der Betroffenen bemessen.

Man sollte nicht ausblenden, dass die wenigen Beispiele, die das Leben von Muslimen unter christlicher Herrschaft beschreiben (in Sizilien und Unteritalien, sowie kurzzeitig in Spanien nach der christlichen Rückeroberung), ebenfalls von der Einhebung von Sondersteuern von dieser religiösen Minderheit berichten.

Was die Sonderabgaben der Juden unter christlicher Herrschaft betrifft, waren diese in der Regel drückender als unter islamischer Herrschaft.
MfG B.
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#32
und wen meinst du genau und zu welcher zeit-
die Inquisitoren ?
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#33
(06-01-2015, 12:50)Bion schrieb:
(06-01-2015, 10:21)sirin schrieb: von WITAIMRE dazu:
...eine Sondersteuer =Jizya (dies "Schutzgeld" war meistens doppelt so hoch wie die Steuern der Muslime...

Ursprünglich war die Kopfsteuer für Christen und Juden unabhängig vom Einkommen als Fixbetrag festgesetzt. Erst später wurde sie nach dem Jahreseinkommen der Betroffenen bemessen.

Man sollte nicht ausblenden, dass die wenigen Beispiele, die das Leben von Muslimen unter christlicher Herrschaft beschreiben (in Sizilien und Unteritalien, sowie kurzzeitig in Spanien nach der christlichen Rückeroberung), ebenfalls von der Einhebung von Sondersteuern von dieser religiösen Minderheit berichten.

Was die Sonderabgaben der Juden unter christlicher Herrschaft betrifft, waren diese in der Regel drückender als unter islamischer Herrschaft.

Die Geschichte zeigt zweifelsfrei, dass annähernd bis zum Sieg der Aufklärung christliche Herrschaft über nicht-christliche Monotheisten Letztere z.T. wesentlich stärker diskriminierte als der Islam. Heute jedoch trifft das noch nicht `mal für den einzig existenten christlichen Gottesstaat, wenn man denn den Vatikan so bezeichnen will, zu. Ganz im Gegensatz zu sich ganz oder teilweise an der Scharia orientierenden islamischen Staaten. Und in den meisten der islamischen Staaten, die der Scharia keinerlei Gesetzesfunktion zubilligen, ist das Verständnis der Gläubigen der Mehrheitsreligion gegenüber Christen und Juden auch nicht mit der Toleranz zu vergleichen, wie sie heute in Westeuropa allen Religionen entgegengebracht wird (signifikant: Türkei). 
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#34
(06-01-2015, 17:29)sirin schrieb: und wen meinst du genau und zu welcher zeit-
die Inquisitoren ?

*http://www.arte.tv/de/ausgrenzung-und-verfolgung/2424300,CmC=2422256.html
Hauptsächlich waren es immer die Juden, die von der christlichen Machtwillkür betroffen waren und nicht nur zur Zeit der europaweiten Inquisition.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#35
Muslime und Christen haben in Italien immer nur für sehr kurze mittelalterliche Epochen und in ganz wenigen Gegenden friedlich zusammengelebt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#36
(06-01-2015, 20:17)Geobacter schrieb: Muslime und Christen haben in Italien  immer nur für sehr kurze mittelalterliche Epochen und in ganz wenigen Gegenden friedlich zusammengelebt.

wo doch soviele Marokkaner schon seit vielen Jahren friedlich neben den Italienern leben- heute noch !
sind sowas wie die Türken und Jugoslaven in Nordeuropa, schon lange integriert und akzeptiert, natürlich auch viel unter sich
in ethnischen Gruppierungen, wo sie ihren Ramadan und ihre Kultur weiterpflegen.
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#37
(06-01-2015, 21:09)sirin schrieb:
(06-01-2015, 20:17)Geobacter schrieb: Muslime und Christen haben in Italien  immer nur für sehr kurze mittelalterliche Epochen und in ganz wenigen Gegenden friedlich zusammengelebt.

wo doch soviele Marokkaner schon seit vielen Jahren friedlich neben den Italienern leben- heute noch !
sind sowas wie die Türken und Jugoslaven in  Nordeuropa, schon lange integriert und akzeptiert, natürlich auch viel unter sich
in ethnischen Gruppierungen, wo sie ihren Ramadan und ihre Kultur weiterpflegen.

Wir reden von den Zeiten, als die Christen noch schlimm waren.

Im Übrigen bin ich Italiener und lebe hier in Italien. Proportional zum Bevölkerungsverhältnis, sind die heute hier lebenden Marokkaner Marokkaner und keine Italiener. Italien vergibt im Normalfall keine Staatsbürgerschaft, wenn man nicht in Italien geboren wurde. Einzige Ausnahme, man ehelicht einen Italiener oder eine Italienerin.
Aber dann ist man auch kein/e Marokkaner/inn mehr, sondern Italiener/inn. Das gilt für alle aus dem sogenannten Ausland hier angesiedelte. Man kann zwar (s)eine Doppelstaatsbürgerschaft beibehalten, falls man das will. Aber man unterliegt voll und ganz der italienischen Verfassung, auch wenn man in zweiter Staatsbürgerschaft vom Mond ist.

Muslime sind keine Ethnie. Muslime sind auch nicht der Islam. Der Islam ist viele Religionen auf der Grundlage des Koran.
Wobei es da auch mehrere von einander abweichende Koranversionen gibt.

Nur soviel.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#38
@ geo

ich glaub wir reden schon wieder aneinander vorbei.
ich hab doch nicht gesagt,, dass Marokkaner zu Italienern geworden sind,
sondern dass sie da schon lange friedlich nebeneinander leben.

dann redete ich von ethnischen Essgewohnheiten und so zeugs,
um nicht zu sagen, dass sie dazu tendieren sich ghetto-ähnlich abzugrenzen von uns.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------

egal- reden wir lieber über die geschichte- wo die bösen christen die Muslime ausgenommen haben.

wann und wo war das genauer?
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#39
(06-01-2015, 17:29)sirin schrieb: ...zu welcher zeit...

Hochmittelalter - Frühe Neuzeit

(06-01-2015, 17:29)sirin schrieb: und wen meinst du genau
die Inquisitoren ?

Die Inquisition war für Muslime und Juden nicht zuständig. Erst wenn diese konvertierten und in Verdacht kamen, ihre Religionen im Geheimen weiter auszuüben, trat die Inquisition auf den Plan. Das wäre aber ein gesondert zu behandelndes Thema.

Die Zuständigkeit für religiöse Minderheiten lag beim jeweiligen Landesherrn. Unter dem Staufer Friedrich II. ging es den in Sizilien verbliebenen Muslimen einigermaßen gut. Sie mussten zwar Sonderabgaben leisten, konnten aber innerhalb ihrer Gemeinschaft weitgehend nach eigenen Regeln und Vorstellungen leben.

Waren Muslime aufmüpfig, wurde gegen sie hart vorgegangen. Zwischen 1224 und 1246 wurden mindesten 20000 Muslime von Sizilien nach Lucera (Apulien) ausgesiedelt. Um 1300 wurden die Muslime dort umgebracht.

Im Spanien des 13. Jhs war der Emir von Granada Vasall Ferdinands III. von Kastilien gewesen. Mit der Anerkennung der Oberhoheit des christlichen Königs über das Emirat wurden für Muslime, die in den Gebieten verbleiben durften, die der Emir unter Zwang abtreten hatte müssen, Sondersteuern fällig. Nach dem Untergang des Emirats Granada (1492) mussten Muslime und Juden in Spanien konvertieren oder das Land verlassen. Wenn sie konvertierten, standen sie bei der Inquisition unter Generalverdacht, ihrer Religion weiterhin im Geheimen anzuhängen. Seit 1502 gab es beispielsweise in Kastilien, seit 1525 in Aragón und Valencia offiziell keine Muslime mehr.  Besonders schlimm waren jene dran gewesen, die während der islamischen Herrschaft vom Christentum zum Islam konvertiert waren (muladíes).

Darüber hinaus gibt es Beispiele muslimischen Lebens unter christlicher Herrschaft nur für die Kreuzfahrerstaaten des Hochmittelalters.
MfG B.
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#40
(06-01-2015, 22:55)Bion schrieb: Hochmittelalter - Frühe Neuzeit



Im Spanien des 13. Jhs war der Emir von Granada Vasall Ferdinands III. von Kastilien gewesen. Mit der Anerkennung der Oberhoheit des christlichen Königs über das Emirat wurden für Muslime, die in den Gebieten verbleiben durften, die der Emir unter Zwang abtreten hatte müssen, Sondersteuern fällig.

ja hab da mal zum teil einen geschichtlichen Roman gelesen " die rose von Asturien" von der iny Lorenz

da war viel von schlachten die rede in der gegend von Nordspanien. von Emir treuen Muslimen und vom Volk , welches für diesen König
ins Feld ziehen musste- alles grausam und blutig und ich hab den schmöcker dann verschenkt an geschichtsinteressiertere.
gefragt hab ich mich schon, was da so ein Emir mit gefolge in Spanien zu suchen hatte. gut mit schiffen kamen ja auch die Wikinger Richtung süden. Neapel etc....

wieder ein anderes Thema.

du bist echt ein wandelndes Lexikon Bion- Hut ab !
Danke
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#41
(06-01-2015, 22:42)sirin schrieb: @ geo

ich glaub wir reden schon wieder aneinander vorbei.
ich hab doch nicht gesagt,, dass Marokkaner zu Italienern geworden sind,
sondern dass sie da schon lange friedlich nebeneinander leben.

dann redete ich von ethnischen Essgewohnheiten und so zeugs,
um nicht zu sagen, dass sie dazu tendieren sich ghetto-ähnlich abzugrenzen von uns.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------

egal- reden wir lieber über die geschichte- wo die bösen christen die Muslime ausgenommen haben.

wann und wo war das genauer?

musst einfach nur genauer aufpassen..

Marokkaner leben hier in Italien hauptsächlich illegal. Ausnahme, sie haben eine arbeitsbedingte Aufenthaltsgenehmigung und zahlen Steuern. Sie sind also politische Dhimmis.

Italien ist ein katholisch dominiertes Land. Die Religion hat einen sehr großen (indirekten) Einfluss auf das soziale und politische Mit- und Nebeneinander. Die Katholiken sind hier in Italien überwiegend rechtslastig ausgerichtet. Mit einer stark faschistischen Schlagseite und also im großen und ganzen sehr Fremden-misstrauisch-patriotisch. Sogar untereinander und gegeneinander. Viele ältere und noch heute lebende Staatsitaliener sind kaum der Staatsprache mächtig. Weil Italien, wie sonst kaum noch ein anderes europäisches Land, in Regionen unterteilt ist, welche sich durch Natur-bedingte Eigenheiten von sehr- bis extrem-gegensätzlich von einander unterscheiden. Und somit auch in der sogenannten Mentalität und Weltoffenheit der jeweiligen Menschen, die in diesen ihren Regionen leben.

Muslime tun sich noch heute sehr schwer, hier in Italien anzusiedeln. Wenn, dann nur in Gegenden, mit einem sehr hohen Lebensstandart und also Allgemeinwohlstand.

Und das, obwohl die Italiener im Durchschnitt allesamt sehr Papst-treue Christen sind.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#42
geo schrieb:

musst einfach nur genauer aufpassen..

Sirin : ach muss ich auch aufpassen, wenn du mich falsch verstehst???????????
in Italien leb ich schon selber seit 30 Jahren


das mit nazi -christen trifft vielleicht stark in Südtirol zu.
da leb ich aber nicht und es gibt andere Regionen und
andere Mentalitäten auch noch, im grossen Italien.

vielleicht lies ich mir deine zeilen mal genauer durch, momentan mag ich nicht.

sorry
sirin
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#43
(07-01-2015, 23:44)sirin schrieb: Sirin : ach muss ich auch aufpassen, wenn du mich falsch verstehst???????????
in Italien leb ich schon selber seit 30 Jahren

Ach... und du weist immer noch nicht, dass Südtirol keine eigene Region ist. Und überhaupt, dass die Italienische Bezeichnung für Region "la reggione" nichts mit dem deutschen Synonym für Region zu tun hat?


(07-01-2015, 23:44)sirin schrieb: das mit nazi -christen trifft vielleicht stark in Südtirol zu.
da leb ich aber nicht und es gibt andere Regionen und
andere Mentalitäten auch noch, im grossen Italien.

vielleicht lies ich mir deine zeilen mal genauer durch, momentan mag ich nicht.

sorry
sirin

Nein kein Sorry!!
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#44
(07-01-2015, 19:10)Geobacter schrieb: Die Katholiken sind hier in Italien überwiegend rechtslastig ausgerichtet. Mit einer stark faschistischen Schlagseite und also im großen und ganzen sehr Fremden-misstrauisch-patriotisch. Sogar untereinander und gegeneinander. Viele ältere und noch heute lebende Staatsitaliener sind kaum der Staatsprache mächtig. Weil Italien, wie sonst kaum noch ein anderes europäisches Land, in Regionen unterteilt ist......

ich nehme das wort Nazi- christen für dein Volk zurück, weil das eine Beleidigung ist
und es meiner Meinung nach sowas nicht wirklich gibt, weil es sich an sich widerspricht,
wenn man von wirklichen Überzeugungen spricht, kann man nur entweder nazi sein oder entweder Christ.

für den rest hat es keinen sinn deutschen mit" alto adige"- statt sudtirolo zu kommen
(diesen begriff verwenden auch die Italiener selber dafür)
genausowenig wie Marokkaner politische Dhimmis sind.( ein ausddruck von dir- genauso, wie du Region verwendet hast)siehe oben
und alles geht hier ausserdem am thema vorbei.

persönlich bitte ich dich ***
ich suche nach wissen über verschiedene Religionen ...


ciao
*** für persönliche Ansprachen, bitte die PN-Funktion benutzen!/Ekkard
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