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Islam,Judentum,Christentum
#1
Hallo zusammen,

ich habe mich in den letzten Wochen mit den 3 größten monotheistischen Weltreligionen beschäftigt und mir sind paradoxe Dinge aufgefallen.Alle drei Religionen behaupten ja, dass der Ursprung mit dem Herabsenden von Adam und Eva auf die Erde, begonnen hat.Das Judentum glaubt an den Propheten Moses und verleugnet Jesus.Sie sagen,dass es nur einen Gott gibt UND behaupten, dass Jesus sowie Muhammed keine Propheten sind . Die Christen glauben an die Trinität mit dem heiligen Geist,Gott und Jesus als Sohn Gottes,glauben an Moses als Prophet aber nicht an den Propheten Muhammed. Der Islam glaubt jedoch sowohl an Moses als Prophet und Jesus als Prophet.Die Juden und die Muslime glauben an einen einzigen Gott, und bestreiten beide, dass Jesus nicht der Sohn Gottes ist,aber im Islam wird Jesus als der Prophet Gottes angesehen .Bitte korrigiert mich , wenn ich falsch liege.In meinen Recherchen bin ich zu diesem Entschluss gekommen.

Jetzt verstehe ich nicht warum man bspw. wenn man sich Debatten über Religionen anschaut, gefühlt 100x häufiger eine Debatte zwischen dem Christentum und dem Islam gehalten wird als zwischen dem Judentum und dem Christentum.Es hat den Anschein, wenn man sich bspw. Videos auf Youtube anschaut oder Zeitungsberichte ließt, in denen Christen zum Islam konvertieren,dass die Christen Hass gegenüber den Muslimen empfinden und sie teilweise beleidigen,obwohl diese Religion Jesus als Prophet Gottes ansieht, was ja im Judentum nicht der Fall ist. Nun frage ich mich , wie es sein kann, dass sich Christen besser mit Juden verstehen aber in Konflikt mit Muslimen sind,obwohl der Islam und das Christentum, glaubenstechnisch eine engere Beziehung zueinander haben.Ich weiß, dass der IS nicht representativ für den muslimischen Glauben ist und die Medien größtenteils nur die negativen Seiten des Islam präsentieren und würde mich freuen, wenn man sich nicht darauf beziehen würde.
Danke !
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#2
Es gibt halt nur relativ wenige Juden, was sie schon mal als Gegner weniger "gefaehrlich" macht. Ausserdem ist seit dem Holocaust zur Zeit des Dritten Reichs zumindest in Deutschland eine gewisse Hemmschwelle eingebaut, den juedischen Glauben direkt anzugreifen. Der dritte Aspekt ist, dass das heutige Judentum keine missionierende Religion ist, also auch von daher nicht als Bedrohung angesehen wird. Ein vierter Punkt waere, dass dem Christentum bewusst ist, dass es selbst aus dem Judentum hervorgegangen ist, und dort zum Teil auch deshalb dem "Vorgaenger" ein gewisser Respekt entgegengebracht wird.

Ganz aktuell spielt natuerlich auch eine Rolle, dass sich das Christentum zum Teil einem Angriff durch den Islam ausgesetzt fuehlt (ob nun zu Recht oder Unrecht muesste man eher im Detail betrachten, wozu ich jetzt keine besondere Lust verspuere, da das lang wuerde). Sicherlich hat der Islam auch einen intrinsischen politischen Anspruch, und diese politische Dimension ist es, die zusaetzlich den Konflikt anheizt.
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#3
1.Juden
2.Christen
3.Muslime

Warum sollten 1. was von den Nachfolgern übernehmen?
2. wollen Juden zu ihrem Glauben bekehren und ihr Ursprung ist der jüdische Glaube. Den verleugnen entzieht die Grundlage.
3. Der Islam s. 2 nur das halt vom Christentum zusätzlich sofern vorteilhaft übernommen wird, wenn nicht, s. Jesus, den Christen eine falsche Interpretation unterstellt wird.

Im übrigen der Islam war immer eine Religion weit weit weg vom Westen verwurzelt in einem ganz anderen Kulturkreis. Während der jüdische Glaube eigentlich immer Bestandteil der westlichen Welt war. Oder welche jüdische Staaten gab es vor dem Kunstprodukt* Israel? "Juden" waren immer "normale", Bürger in ihren Heimatländern.

*gilt für andere Staaten dort nicht anders.

Im übrigen widerspricht der gelebte islamische Glaube in der Mehrzahl aller islamischen Staaten sehr deutlich allen westlichen Wertevorstellungen.
Die Israelis dagegen haben nun einmal ihre Wurzeln "alle" entweder in europäischen Ländern oder Russland.
Auch ansonsten trotz aller Bedrohungen u. Besonderheiten fühlt sich Israel nicht fremd oder bedrohlich an.

Debatten der Gegenwart im übrigen drehen sich um die Gegenwart und sofern ich nichts verschlafen habe, kann ich nur den Islam und vor allem Staaten mit dem Islam als Staatsreligion als Bedrohung ausmachen. Welcher Islam das nun ist und ob überhaupt ist mir dabei wurscht. Ebenso ob es "wahre" Muslime sind oder fehlgeleitete.
Mit Erdogan ist der nächste auf der Bühne der den Islam für sich instrumentalisieren wird.

Nebenbei die Mehrheit aller "Christen" gibt nicht mehr viel auf das Märchenbuch in seinen 3 Versionen (J,CH,M) daher ist es egal was Fundamentalisten welcher Religion bezogen auf diese "Bücher" glauben.
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#4
Sinais Behauptung eines Sachverhalt ohne Beleg wurde entfernt.
MfG B.
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#5
(01-04-2017, 17:49)Ulan schrieb: Ganz aktuell spielt natuerlich auch eine Rolle, dass sich das Christentum zum Teil einem Angriff durch den Islam ausgesetzt fuehlt (ob nun zu Recht oder Unrecht muesste man eher im Detail betrachten, wozu ich jetzt keine besondere Lust verspuere, da das lang wuerde). Sicherlich hat der Islam auch einen intrinsischen politischen Anspruch, und diese politische Dimension ist es, die zusaetzlich den Konflikt anheizt.

Verspüren wir doch mal die "Lust", die Details zu betrachten: Aktuell kann sich das Christentum in seinem Hoheitsgebiet wohl kaum bedroht fühlen. Es leben fünf Millionen Muslime allein in Deutschland. Die islamistischen Gefährder kann man leicht eingrenzen, der Staat hat sie im Griff. Es sei denn, man nimmt  die  Gesamt-Zahl von 5 Mio schon als Bedrohung wahr.

Ganz anders ist es umgekehrt: Die Zahl der durch rechtsextreme Angriffe Getöteten (vordringlich Muslime)  bewegt sich in D. bei 200. Wohlgemerkt Tote!  Bei den hohen und  (durch Flüchtlinge) immer weiter steigenden Zuwandererzahlen von Muslimen ist deren Kriminalitätsrate trotzdem unterdurchschnittlich geblieben. 

Der Islam als Religion gebärdet sich bei uns unpolitisch. Sein  Anspruch ist nicht intrinistisch. Die Verhältnisse westlicher freizügiger Lebensart stürzen auf Muslime eher extrinistisch ein. Für viele hierher kommende Menschen ist das alles  ein Kulturschock, mit ihrer Religion unvereinbar. Da liegt das Problem, bei dem die Integrationspolitik  nicht mithält.

Allein darum kann es eine unbegrenzte Zuwanderung nicht geben. 

MfG
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#6
(13-05-2020, 19:22)Davut schrieb: Verspüren wir doch mal die "Lust", die Details zu betrachten: Aktuell kann sich das Christentum in seinem Hoheitsgebiet wohl kaum bedroht fühlen. Es leben fünf Millionen Muslime allein in Deutschland. Die islamistischen Gefährder kann man leicht eingrenzen, der Staat hat sie im Griff. Es sei denn, man nimmt  die  Gesamt-Zahl von 5 Mio schon als Bedrohung wahr.

Es gibt vor allem in Afrika und zunehmend auch in Asien erhebliche Angriffe auf christliche Bevoelkerungsteile durch islamische Fundamentalisten, denen auch viele Menschenleben zum Opfer fallen; ich nehme aber mal an, das faellt unter "nicht Hohheitsgebiet". Dass bei uns hier in Deutschland oder Oesterreich diese Gefahr aeusserst gering ist, ist klar. Allerdings ging es hier sowieso um andere Bedrohungen, naemlich schlicht die durch Verlust der Dominanz.
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#7
(13-05-2020, 20:57)Ulan schrieb:
(13-05-2020, 19:22)Davut schrieb: Verspüren wir doch mal die "Lust", die Details zu betrachten: Aktuell kann sich das Christentum in seinem Hoheitsgebiet wohl kaum bedroht fühlen. 

Es gibt vor allem in Afrika und zunehmend auch in Asien....... Dass bei uns hier in Deutschland oder Oesterreich diese Gefahr aeusserst gering ist, ist klar. 
Richtig, darum habe ich auch bewusst das christliche "Hoheitsgebiet" angesprochen.

Die Christen sollten aufhören, in Eritrea, Lybien, Somalia, oder Pakistan, Iran zu missionieren*. Finger weg von heißen Eisen. Ich habe 15 Jahre überwiegend unter Muslimen gelebt. So fantastisch ich die Menschen auch in Erinnerung habe, so tabuisiert sehe ich andererseits deren unantastbare Religionskultur.


MfG

*Haette das Christentum  in seinen Stammgebieten hier in Europa mit der Re-Christianisierung nicht genug zu tun statt dort Konvertiten zu erzeugen und in Lebensgefahr zu entlassen?
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#8
(13-05-2020, 19:22)Davut schrieb:
(01-04-2017, 17:49)Ulan schrieb: Ganz aktuell spielt natuerlich auch eine Rolle, dass sich das Christentum zum Teil einem Angriff durch den Islam ausgesetzt fuehlt..... 

Sein  Anspruch ist nicht intrinistisch. Die Verhältnisse westlicher freizügiger Lebensart stürzen auf Muslime eher extrinistisch ein.
Es muss natürlich "intrinsisch" und "extrinsisch" heißen. Pardon, erst jetzt gemerkt.
MfG
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#9
(13-05-2020, 21:28)Davut schrieb: Ich habe 15 Jahre überwiegend unter Muslimen gelebt. So fantastisch ich die Menschen auch in Erinnerung habe, so tabuisiert sehe ich andererseits deren unantastbare Religionskultur.

Das mag für deine Erfahrungswerte gelten. In meinem muslimischen Umfeld gab es nie eine 'unantastbare Religionskultur'.

Auch wenn es schwer fällt, aber 'der Islam' ist tatsächlich nur ein Gebilde von Menschen, welche sich ihm zugehörig fühlen.
Und da gibt es höchst unterschiedliche Ansichten zu politischen, gesellschaftlichen, theologischen und sonstigen Themen.

Aussagen wie 'Angriff des Islam auf das Christentum' oder auch umgekehrt, sind immer falsch!
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#10
Ja sicher. Ich sprach ja ueber Gefuehle, und so ein Gefuehlssalat aus zum Gutteil eingebildeten "Problemen" ( oft genug reden wir hier ueber diffuse Aengste) mit ein paar Sprenkeln realer Missstaende neigt, wie so oft, zu Pauschalisierungen, die mit der Realitaet nur bedingt zu tun haben. Ein hier erforderlicher Realitaetscheck bedeutet dann aber halt, sich sachlich mit den Details auseinanderzusetzen, aber dahin wollen wohl die meisten Beteiligten nicht gehen, da das Arbeit bedeutet.

Eine richtig gute Debattenkultur ist bei uns sowieso immer seltener zu finden, oder sie geht halt in der Kakophonie schriller Toene immer mehr unter. Und, machen wir uns nichts vor, das betrifft nicht nur eine Seite der - groesstenteils durch Abwesenheit glaenzenden - Debatte.
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#11
(01-04-2017, 17:38)Hmm schrieb:  Nun frage ich mich , wie es sein kann, dass sich Christen besser mit Juden verstehen aber in Konflikt mit Muslimen sind,obwohl der Islam und das Christentum, glaubenstechnisch eine engere Beziehung zueinander haben.Ich weiß, dass der IS nicht representativ für den muslimischen Glauben ist und die Medien größtenteils nur die negativen Seiten des Islam präsentieren und würde mich freuen, wenn man sich nicht darauf beziehen würde.
Danke !

Bist du dir sicher, daß sich Christen mit Juden besser verstehen als mit Muslimen?

Vor 1945 wurden Millionen von Juden vergast und umgebracht. Bis ins Mittelalter reichen Verfolgungen und Pogrome zurück, rechtliche Benachteiligungen.

Heute verstehen sich die Christen allerdings tatsächlich besser mit den Juden als den Muslimen, da letztere doch sehr martialische Tötungsimperative in ihrer heiligen Schrift vorzuweisen haben. :)

Außerdem ist das Christentum ein Tochterunternehmen des Judentums. Es gibt auch das messianische Judentum, das den alten Fehler der Juden ausbügeln will und Jesus Christus als Messias anerkennt. :)

Juden integrieren sich völlig geräuschlos in christlichen Gesellschaften, während Muslime Parallelgesellschaften entwickeln und sich in religiösem Chauvinismus üben ("Ungläubige", "unrein" etc.). Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß jeder Muslim ein Individuum ist und du auch andere Erfahrungen machst. Vom Terrorismus will ich hier erst gar nicht reden.

Es gibt mental, kulturell und geschichtlich eine viel größere Nähe zum Judentum als zum Islam - und daran ändern auch ein paar abstrakte theologische Überlegungen nichts.
______
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#12
(24-09-2020, 18:56)Gutmensch schrieb:
(01-04-2017, 17:38)Hmm schrieb:  

Bist du dir sicher, daß sich Christen mit Juden besser verstehen als mit Muslimen?

(Fettdruck von mir/Davut erzeugt)

Heute verstehen sich die Christen allerdings tatsächlich besser mit den Juden als den Muslimen, da letztere doch sehr martialische Tötungsimperative in ihrer heiligen Schrift vorzuweisen haben. :)

Außerdem ist das Christentum ein Tochterunternehmen des Judentums.  

Juden integrieren sich völlig geräuschlos in christlichen Gesellschaften, während Muslime Parallelgesellschaften entwickeln und sich in religiösem Chauvinismus üben ("Ungläubige", "unrein" etc.).  

Es gibt mental, kulturell und geschichtlich eine viel größere Nähe zum Judentum als zum Islam - und daran ändern auch ein paar abstrakte theologische Überlegungen nichts.

Damit hast du deine Eingangszweifel schon selbst beseitigt.

MfG
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#13
Kannst du mal genauer werden, was du eigentlich sagen willst?

Ich fand es halt nur unfaßbar naiv zu unterstellen, daß die Christen besser mit den Juden auskämen angesichts der wenig vorteilhaften Geschichte. Und auch heute noch hegen zahlreiche Verschwörungstheoretiker negative Vorurteile gegen Juden.

Es ist also keineswegs so, daß Christen prinzipiell besser mit Juden klarkämen, sondern das ist lediglich ein Ergebnis von Demokratie und Aufklärung. Das darf man nicht ausblenden, zumal an Muslimen bisher noch nicht so etwas wie der Holocaust oder diverse Pogrome verübt wurde.

Vor diesem Hintergrund ist eben auch die (theologische) Fragestellung des Threadstarters naiv. Denn es handelt sich letztlich nicht um theologische Konfliktfelder, sondern historisch gewachsene mit ganz konkreten spezifischen Zeitumständen.

Modernisieren und säkularisieren sich die Gesellschaften, fallen diese Konfliktpotentiale weg. Deshalb werden wir uns auch irgendwann mit den Muslimen gut verstehen, wenn letztere in der Moderne angekommen sind. Aber das dauert halt noch eine Weile. Die Muslime müssen erst von ihrem religiösen Absolutheitsanspruch herunterkommen und eine moderne Religiosität entwickeln.
______
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#14
(24-09-2020, 20:29)Gutmensch schrieb: Deshalb werden wir uns auch irgendwann mit den Muslimen gut verstehen, wenn letztere in der Moderne angekommen sind. Aber das dauert halt noch eine Weile. Die Muslime müssen erst von ihrem religiösen Absolutheitsanspruch herunterkommen und eine moderne Religiosität entwickeln.

Anders ausgedrückt: Im Moment verstehen sich Christen doch  besser mit den Juden ?!

MfG
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#15
(24-09-2020, 20:41)Davut schrieb: Anders ausgedrückt: Im Moment verstehen sich Christen doch  besser mit den Juden ?!

Richtig. Aber das hat eben rein gar nichts mit den theologischen Überlegungen zu tun, die der Threadstarter vorgetragen und suggeriert hat. Darauf wollte ich hinaus.

Eher ist es ja so, daß die Christen sich mit den Juden sehr viel schlechter verstanden.

Da aber beide Kulturkreise in der Moderne angekommen sind, läuft es jetzt. Das liegt natürlich auch am Holocaust, der zu einer gewissen Einkehr geführt hat.

Daß es mit den Muslimen so schlecht läuft, liegt eben vor allem an deren kulturellem Rückstand. Nicht an irgendwelchen abstrakten theologischen Anschauungen.
______
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