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Gaben des heiligen Geistes
#1
Guten Tag,

... die 7 Tugenden des Heiligen Geistes wirken zunächst sehr befremdlich und nicht ansatzweise mit einem praktischen Wert versehen. Für mich stellt sich zunächst jedoch die Frage, wo konkret diese Erscheinungs- und Wirkungsformen festgelegt worden sind. Ich kann mir ehrlich sagt nicht vorstellen, dass diese Grundlagen von den Aposteln jeweils niedergeschrieben wurden.

Der Heilige Geist bleibt in der praktischen Glaubenslehre offenkundig ohne Bedeutung. Mir ist keine Predigt bekannt, bei denen hierzu jemals ein praktischer Hinweis zu finden war.

Quelle : Referat K-TV gestern nachmittag
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#2
Es ist immer ein Bisschen misslich, wenn die Diskussionsgrundlage, das zuvor genannte Referat, nicht oder nicht mehr greifbar ist. Ich habe deshalb mal meine Suche bis in eine Pfarrei in Wien ausgedehnt: **http://www.sankt-josef.at/die-7-gaben-des-hl-geistes/**
Herbert Kratochwil schrieb:(Pfarre St. Josef Reinlgasse, 1140 Wien)Die vielfältige Weise, wie dieser Geist wirkt, finden wir in den sog. 7 Gaben des Heiligen Geistes zusammengefasst. Es sind die Gaben der WEISHEIT und der EINSICHT, des RATES, der ERKENNTNIS und der STÄRKE, der FRÖMMIGKEIT und der GOTTESFURCHT.

Und in dieser Vielfalt des Lebens will der Heilige Geist in uns wohnen und kräftig mitwirken und uns befähigen, aus seinem Geist heraus zu handeln und zu wirken. Wir müssen nur bereit sein, ihm auch Platz in unserem Leben zu geben.

Im Johannesevangelium, beim Abschied von seinen Jüngern (Joh 14,15-31) und in der Apostelgeschichte, nach seiner Auferstehung (Apg.1,4-8), tröstet Jesus seine liebsten Freunde mit der Verheißung eines ganz besonderen Geschenkes, eines “Beistandes”, der für immer bei ihnen bleiben werde.

Die einzelnen Gaben werden dort interpretiert. Was dort gesagt wird, hat sehr persönlichen Charakter und entspricht der Frömmigkeit des Interpreten, dem ich in vielen Punkten auch gezielt widersprechen möchte z. B. darüber, was Weisheit ist, wie sie "anfängt", wie sie wirkt und was sie bewirkt. Die ausschließlich "fromme Demut" ist einfach zu wenig!

Natürlich liegt durch das Zitat aus dem Johannesevangelium die "fromme Interpretation" nahe. Und viele Menschen sind motiviert, das in ihren Augen Gute und Not-wendende zu tun. Doch leider gilt, dass "gut gedacht" oft schlecht gemacht bedeutet. Wenn wir bei der Weisheit bleiben, verlangt diese auch kritische Distanz, rationale Überlegung und sorgfältige Planung. Aus einer anderen Diskussion nehme ich auch mit, dass man die Situation (i. d. R. Konfliktsituation) tod-ernst nehmen muss. Da helfen Frömmigkeit und Fatalismus (Jesus wirds richten, Gottesfurcht) überhaupt nicht.

Schon dies kurzen Überlegungen zeigen, dass die "7 Gaben des Heiligen Geistes" ein sehr weites, unübersichtliches Feld des Glaubenslebens eröffnen. Diese "Feld" wird wahrscheinlich höchst individuell beackert, wenn überhaupt.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
(24-05-2018, 17:26)Ekkard schrieb: Schon dies kurzen Überlegungen zeigen, dass die "7 Gaben des Heiligen Geistes" ein sehr weites, unübersichtliches Feld des Glaubenslebens eröffnen. Diese "Feld" wird wahrscheinlich höchst individuell beackert, wenn überhaupt.

Meinem Eindruck nach sind diese 7 Gaben nur Eckpfeiler als Orientierungen. Gerade der Geist steht mit dem persönlichen Empfangen des Glaubens in direkter Verbindung und ist deshalb auch schwer thematisierbar. Anders als der Vater, über den die alten Schriften Auskunft geben, oder der Sohn, der als historisches Erleben greifbar ist, ist der Geist vom Erleben her der individuelle Zugang zum Glauben.
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#4
Für die Glaubensbrüder (Priester, Mönche, Diakone insbesondere) sind diese Tugenden aber doch "zu abstrakt"
um daraus einen praktischen Handlungsleitfaden herauszulesen. In dem hier gegenständlichen K-TV-Beitrag
konnte ich deutlich erkennen wie schwierig es wird wenn man das Handlungsmuster auf den Arbeitsalltag über-
tragen will, auch bei einem geistlichen Arbeitsalltag.
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#5
Im Galaterbrief beschreibt der Apostel Paulus die Gaben des heiligen Geistes wie folgt:


Zitat:"Doch die Frucht, die der Geist wachsen lässt, ist: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Dagegen hat das Gesetz nichts einzuwenden." (Gal.5:22,23)

Liebe bewirkt Gegenliebe.
Freude gibt Kraft, um schwierige Situationen zu meistern.
Frieden zu halten vermindert Konflikte.
Langmut hilft einem, auch unter Belastungen glücklich zu sein.
Freundlichkeit wirkt anziehend.
Güte spornt auch die anderen zum Helfen an.
Glauben auszuüben sichert einem Gottes liebevolle Führung.
Milde beruhigt äußerlich und innerlich.
Selbstbeherrschung verhindert Fehler.
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#6
Tugenden sind Begriffe welche mir aus dem Mittelalter geläufig sind. Die Personalchefs sprechen dagegen von der Notwendigkeit richtigen "Eigenschaften". Wenn man das natürlich einmal genau betrachtet handelt es sich hierbei um die gleiche Denkrichtung.
Wenn ich dazu etwas hinzufügen dürfte : es fehlt mir bei der Kirche leider so etwas wie Kreativität. Das ist übrigens dann wichtig, wenn man sich in einer Sackgasse befindet und dorthin bewegt sich die Katholische Kirche mit ungemindertem Tempo.
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#7
Es stimmt, auf Tugenden legt heute kaum noch einer einen Wert. Wir können uns eher hier wiederfinden:


Zitat:"Das eine sollst du noch wissen: In diesen letzten Tagen werden schlimme Zeiten auf uns zukommen.
Die Menschen werden nur sich selbst und ihr Geld lieben. Sie werden überheblich und anmaßend sein, Gott verlästern1 und sich weigern, auf ihre Eltern zu hören. Dank und Ehrfurcht kennen sie nicht. Sie lassen andere im Stich, sind unversöhnlich und verleumden ihre Mitmenschen. Ihr Leben ist ohne Hemmungen, brutal und rücksichtslos. Sie hassen alles Gute,
Verräter sind sie, die sich nicht beherrschen können und nur sich selbst für wichtig halten. Nichts als ihr Vergnügen haben sie im Kopf, und Gott ist ihnen völlig gleichgültig.
Nach außen tun sie zwar fromm, aber von der Kraft des wirklichen Glaubens wissen sie nichts. Hüte dich vor solchen Menschen!"(2.Tim.3:1-5)





Zitat:Kreutzberg schrieb:
Wenn ich dazu etwas hinzufügen dürfte : es fehlt mir bei der Kirche leider so etwas wie Kreativität. Das ist übrigens dann wichtig, wenn man sich in einer Sackgasse befindet und dorthin bewegt sich die Katholische Kirche mit ungemindertem Tempo.

Über die Kath. Kirche kann ich nicht urteilen, weil ich von diesen Glauben nur gehört habe. Aber warum ist Dir Kreativität so wichtig und was soll dadurch bewirkt werden?
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#8
Vielleicht ist die Antwort bei dieser Thematik hier doch etwas zu einfach gewesen. Im Berufsalltag wird insbesondere in anspruchsvollen Jobs immer wieder "Disziplin" und "Durchhaltevermögen" eingefordert. Es ist wohl so, dass die alten Tugenden durch praxisnahe Tugenden der Gegenwart verdrängt wurden ; wenn man so will handelt es sich hier um weltliche Tugenden.
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