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Neuzeit; Frühe Neuzeit, Neuere und Neueste Zeit; Zeit- und Gegenwartsgeschichte
#1
Die Großepoche "Neuzeit" lässt die Geschichtswissenschaft mit dem Ende des ↗Mittelalters beginnen. Sie reicht bis in die Gegenwart. Über die Periodisierungsproblematik die Neuzeit betreffend, sind viele Bücher geschrieben worden.

Die Neuzeit wird in der Regel in Frühe Neuzeit1, Neuere Zeit und Neueste Zeit unterteilt2, wobei die zeitlichen Übergänge fließend sind bzw. sich an verschiedenen historischen Ereignissen festmachen lassen.

Grundsätzlich gilt: Periodisierungen, wie sie in unseren Geschichtsbüchern vorzufinden sind, gelten nur für Europa. Man wird nicht falsch liegen, wenn man die Frühe Neuzeit mit ca. 1500 - also zwischen der Enddeckung Amerikas 1492 und den Anfängen der ↗Reformation 1517 - beginnen3 und mit ca. 1800 enden lässt, wobei als die wesentlich eingrenzenden geschichtlichen Ereignisse für das Ende der Teilepoche "Frühe Neuzeit" die ↗Französische Revolution (1789-1799) bzw. die Auflösung des ↗Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (1806) angenommen werden dürfen.

Die sogenannte "Neuere Zeit" umfasst das gesamte 19. Jahrhundert, wobei manche Historiker auch vom "langen 19. Jahrhundert" reden, wenn sie den Zeitraum vom Beginn der Französischen Revolution (1789) weg bis zum Ende des ↗1. Weltkriegs (1918) als Teilepoche annehmen wollen. Es gibt aber auch andere Ideen der Teilperiodisierung4.

Was die darauf folgende Neueste Zeit, die Gegenwartsgeschichte, betrifft, spricht man dann von Zeitgeschichte, wenn sich für den zu betrachtenden geschichtlichen Zeitraum noch Zeitzeugen finden lassen.


1) Der Begriff "Frühe Neuzeit" hat sich nach 1945 durchgesetzt und erst ab den 1960er-Jahren eine breitere Anwendung erfahren (Vocelka 21).
2) Auch andere Benennungen und zeitliche Umfassungen von Epochenabschnitten der Neuzeit (zB Ancien Régime, modern history, contemporary history, etc.) sind in Gebrauch.
3) Alternativ wurden als Epochengrenzen vom Mittelalter zur Neuzeit auch die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern (1450), das Ende des oströmischen Reichs (1453), die Reichsreform (1495), die Schlacht bei Mohács (1526), etc. in Erwägung gezogen.
4) Da der Zeitraum von 1750-1850 mit den bürgerlichen Revolutionen und der der fortschreitenden Industrialisierung  für das Werden des modernen Europa von höchster Bedeutung gewesen war, wurde für die Abgrenzung dieses Zeitraums von Reinhard Koselleck beispielsweise der Begriff "Sattelzeit" eingeführt.

Literatur:
Karl Vocelka. Geschichte der Neuzeit. 2010 Wien. Böhlau-Verlag.


● Zum Inhaltsverzeichnis des Lexikons
MfG B.
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