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Übertritt zum Judentum; engl. Judikat
#1
Das Judentum hat sich - außer in den Jahrzehnten um die Zeitenwende - nicht missionarisch betätigt.
Nach dem derzeitigen jüdischen Religionsgesetz (Halacha) gilt nur der als Jude, der von einer jüdischen Mutter geboren oder zu einer orthodoxen Synagoge konvertiert ist (Gijur).

a) Das mit der jüdischen Mutter war zur Zeit des Tempels nicht der Fall; das damalige jüdische Religionsgesetz war die Thora. Dort ist der Vater die maßgebliche Person. Nach der Mutter wurde damals nicht gefragt. Dieser Wechsel zum matrilinearen System wurde erst Jahrhunderte später durch den Talmud normiert. Die Halacha ist der Rechtsteil des Talmud.

b) Das mit dem Gijur wirft Probleme auf: es muß eine Konversion zu einer orthodoxen Synagoge sein; eine Konversion zu einer liberalen Synagoge wird nicht anerkannt (der Konvertit darf nicht nach Israel auswandern).
Nun ist aber das liberale Judentum im angloamerikanischen Raum sehr stark vertreten - und es wurde das staatliche Höchstgericht in London
angerufen !

Hier der Präzedenzfall im englischen case law aus London 2009

Welt Print
Wer ist Jude? Der Streit bewegt England
Veröffentlicht am 18.12.2009
Von Thomas Kielinger

"Wer ist ein Jude? Nach der Halacha, dem jüdischen Religionsgesetz, gilt als Jude, wer von einer jüdischen Mutter geboren oder nach orthodoxer Norm zum Judentum konvertiert ist. Sowohl das Wort "Mutter" wie auch "orthodoxe Norm" sind dabei zentral. Entsprechend der Halacha-Auslegung nämlich kann keine Konversion zum Judentum anerkannt werden, die in einer nicht-orthodoxen, liberalen jüdischen Gemeinde vollzogen wurde.
Die halachische Definition aber ist in London ins Räderwerk der säkularen Gesetzgebung Großbritanniens geraten und wurde von dem Obersten Gericht, das im Oktober dieses Jahres aus dem früheren Gremium der "Law Lords" geschaffen wurde, abgewiesen, und zwar mit Hinweis auf den "Race Relations Act" von 1976, dem Gesetz gegen jede Diskriminierung. Der Spruch der Obersten Richter gilt schon jetzt als cause celèbre und hat sofort eine Diskussion ausgelöst über die Rolle von Religion und Ethnien in modernen Gesellschaften.
Was war der Anlass? Die größte jüdische Oberschule des Landes, die 1732 gegründete Jewish Free School (JFS) im Nordwesten Londons, staatlich anerkannt und gefördert wie auch andere "Faith Schools", also glaubensorientierte pädagogische Einrichtungen, hatte einem 12-Jährigen die Aufnahme verweigert, weil er nach dem jüdischen Religionsgesetz nicht von einer jüdischen Mutter abstammt. Die Mutter von "M" kommt aus einer irisch-katholischen Familie, was kein Hindernisgrund gewesen wäre, wäre sie orthodox konvertiert. Aber sie ist in einer liberalen jüdischen Synagoge Londons aufgenommen worden, die vom Oberrabbinat und dem Dachverband der britischen Juden, der "United Synagogue", nicht anerkannt wird. Die Schule also lehnte ab.
Die Familie von M - der Vater ist jüdisch, man praktiziert zu Hause jüdisches Leben - ging daraufhin in die Berufung, wo sie Recht erhielt. Dagegen wiederum erhob die Schule Einspruch, der nun von den Obersten Richtern in einem knappen Stimmenverhältnis von 5:4 endgültig abgewiesen wurde.
( . . . )
Hier gerät, wie man sieht, der moderne Rechtsstaat in einen Konflikt zwischen religiösem und säkularem Gesetz." (Auszug)

*http://www.welt.de/die-welt/kultur/artic...gt-England.html

Die Welt ist eine Zeitung von Axel Springer

Alle Entscheidungen von nationalen Höchstgerichten der EU Staaten sind in der Rechtsdatenbank in Straßburg samt den schriftlichen Eingaben und den Verhandlungsprotokollen gespeichert. Ich werde mir die Mühe machen, das zu suchen. Die gegenständliche Sache ist - da aus London - im Original in Englisch. Vermutlich existiert in Straßburg eine Übersetzung ins Deutsche

Erstmalig sein langer Zeit entschied ein staatliches Höchstgericht über innerjüdische Religionsangelegenheiten (da diese in staatlich geregelte Bereiche hineinspielten "Verbot jeder Diskriminierung")

--------------------------------

Das ist wirklich ein interessanter Rechtsfall, es geht um den "Race Relations Act" von 1976, dem Gesetz gegen jede Diskriminierung.
Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob die erzwungene Aufnahme in diese religiös dominierte Schule dem Kind letztlich gut tat
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#2
"a) Das mit der jüdischen Mutter war zur Zeit des Tempels nicht der Fall; das damalige jüdische Religionsgesetz war die Thora. Dort ist der Vater die maßgebliche Person. Nach der Mutter wurde damals nicht gefragt. Dieser Wechsel zum matrilinearen System wurde erst Jahrhunderte später durch den Talmud normiert. Die Halacha ist der Rechtsteil des Talmud."

Wo ist dein Beweis? Bitte seien Sie rigoros.

Buch Esra 10:2-3:

"2 Und Schechanja, der Sohn Jechiels, von den Söhnen Elams, ergriff das Wort und sprach zu Esra: Wir haben unserem Gott die Treue gebrochen, dass wir fremde Frauen aus den Völkern des Landes heimgeführt haben. Nun aber ist noch Hoffnung für Israel in dieser Sache!

3 Lasst uns nun einen Bund schließen mit unserem Gott, dass wir alle Frauen und die von ihnen geboren sind, hinaustun nach dem Ratschluss des Herrn und derer, die das Gebot unseres Gottes fürchten; und es soll nach dem Gesetz gehandelt werden."

Falls das Kind eines jüdischen Vaters jüdisch ist, warum hat Schtschanja dann die Ausweisung der Kinder dieser Frauen vorgeschlagen? Warum haben Ezra und alle Leute seinem Rat zugestimmt? Historisch gesehen waren die Juden ihren Kindern sehr verbunden. Wie kommt es, dass sie zugestimmt haben, sie wegzuschicken?

Natürlich war bekannt, dass diese Kinder keine Juden waren. Beachten Sie außerdem, dass Schechanja sagt: "und es soll nach dem Gesetz gehandelt werden." Offensichtlich verstand jeder, dass es sich hierbei nicht um ein neues Edikt handelte, sondern um einen Aufruf zum Gehorsam gegenüber der Thora, wie er vom jüdischen Volk immer verstanden worden war.


Dennoch lässt sich der matrilineale System aus einer Passage im Buch Mose ableiten:

"3 Und du sollst dich mit ihnen nicht verschwägern; du sollst deine Töchter nicht ihren Söhnen [zur Frau] geben, noch ihre Töchter für deine Söhne nehmen;
4 denn sie würden deine Söhne von mir abwendig machen, dass sie anderen Göttern dienen; und dann wird der Zorn des Herrn über euch entbrennen und euch bald vertilgen."

Lies diese Verse sorgfältig durch. Gott warnt die Menschen davor, sich mit den Menschen des Landes, das sie betreten werden, zu vermischen. Weder ihre Söhne noch ihre Töchter sollten untereinander heiraten.

Was erwartest du als nächstes? "Denn er wird deine Tochter von Mir abwenden." Oder "Sie wird deinen Sohn von Mir abwenden."
Aber das ist nicht das, was er sagt. "Er wird deinen Sohn davon abhalten, mir zu folgen."
Wer ist dieser Sohn? Wer ist der "Er", der diesen Sohn abweist?
Es gibt nur zwei mögliche Interpretationen, und beide führen uns zum gleichen Schluss.
Eine Möglichkeit ist, dass dies vom Sohn deiner Tochter spricht - denn Enkel werden in der hebräischen Bibel oft als Söhne bezeichnet. Sie ist diejenige, die zuerst im Vers erwähnt wird, die von einem nichtjüdischen Mann genommen wurde. Das ist das "er", das diesen Enkel abweist. Aber dieser Enkel gilt immer noch als dein Sohn.
In diesem Sinne sehen wir, dass das Kind einer jüdischen Frau, auch wenn der Vater nicht jüdisch ist, immer noch als jüdisch gilt - "dein Sohn".
Die andere Möglichkeit ist, dass hier von deinem Sohn die Rede ist, der eine nichtjüdische Frau entführt hat. Das "er", das ihn abweist, ist sein nichtjüdischer Schwiegervater. Durch die Heirat aus dem jüdischen Volk wurde dein Sohn von G-d abgewiesen, weil seine Kinder nicht jüdisch sein werden.
Beide Wege führen zum gleichen Schluss.

Es gibt noch andere Beweise, Sie können selbst suchen.

Was deine Überlegung betrifft: Wenn die Thora wahr ist, dann gibt es kein Problem. Die Debatte sollte sich darauf konzentrieren.

(tut mir leid für mein Deutsch, ich bin Franzose, und ich lerne Deutsch....)
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#3
Hallo Zaki,

willkommen in unserer Diskussionsgemeinschaft!

(07-11-2018, 03:09)Zaki schrieb: Buch Esra 10:2-3:

"2 Und Schechanja, der Sohn Jechiels, von den Söhnen Elams, ergriff das Wort und sprach zu Esra: Wir haben unserem Gott die Treue gebrochen, dass wir fremde Frauen aus den Völkern des Landes heimgeführt haben. Nun aber ist noch Hoffnung für Israel in dieser Sache!

Richtig!

Das ist auch in der wissenschaftlichen Literatur nachzulesen.


J. Maier schreibt:

"Die Zugehörigkeit zu Israel wird in erster Linie abstammungsmäßig definiert, und zwar (außer für den Stamm Levi) von der mütterlichen Seite her, was sich durch die moderne Genforschung als objektiv begründet erwiesen hat.

Nach jüdischem Recht gilt als Jude, wer von einer jüdischen Mutter abstammt…"

[…]

"Die Reformen des Esra und Nehemia in der zweiten Hälfte des 5. Jh vC trugen auch zu einer Definition der Zugehörigkeit zur Kultgemeinschaft bei, denn mit der Forderung nach der Entlassung fremder Ehefrauen wurde nicht nur die Mischehe verpönt, sondern … die Abstammung von einer jüdischen Mutter zum Hauptkriterium für die Zugehörigkeit zum Judentum festgelegt."

Johann Maier. Judentum. 2007 Göttingen. Verl. Vandenhoeck & Ruprecht. S. 19 u. S. 75
MfG B.
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#4
(07-11-2018, 03:09)Zaki schrieb: "a) Das mit der jüdischen Mutter war zur Zeit des Tempels nicht der Fall; das damalige jüdische Religionsgesetz war die Thora. Dort ist der Vater die maßgebliche Person. Nach der Mutter wurde damals nicht gefragt. Dieser Wechsel zum matrilinearen System wurde erst Jahrhunderte später durch den Talmud normiert. Die Halacha ist der Rechtsteil des Talmud."

Wo ist dein Beweis? Bitte seien Sie rigoros.


Willkommen im Forum

Zu dieser Thematik gibt es einen Artikel im Wikipedia

Matrilineality in Judaism
"Matrilineality in Judaism or matrilineal descent in Judaism is the tracing of Jewish descent through the maternal line. Virtually all Jewish communities have followed matrilineal descent from at least early Tannaitic (c. 10-70 CE) times to Modern times. The origins and date-of-origin of matrilineal descent in Judaism are uncertain. Orthodox Jews, who believe that matrilineality and matriarchy within Judaism are related to the metaphysical concept of the Jewish soul, maintain that matrilineal descent is an Oral Law from at least the time of the Receiving of the Torah on Mt. Sinai (c. 1310 BCE). Conservative Jewish Theologian Rabbi Louis Jacobs suggests that the marriage practices of the Jewish community were re-stated as a law of matrilineal descent in the early Tannaitic Period (c. 10-70 CE)."
Matrilineality in Judaism - Wikipedia

Dies bedeutet, daß es zwei Meinungen gibt:

- Die Orthodoxen Juden glauben, daß die matrilineare Abstammung ein Mündliches Gesetz ist, das Moses am Berg Sinai um 1310 v. Chr. erhalten hat.

- Der bedeutende Rabbiner des Konservativen Judentums Louis Jacobs suggests that the marriage practices of the Jewish community were re-stated as a law of matrilineal descent in the early Tannaitic Period (c. 10-70 CE).
(Mein Englisch ist nicht gut genug, daß ich das verläßlich zu übersetzen vermag)

"Louis Jacobs CBE (17 July 1920 – 1 July 2006) was the founder of Masorti (Conservative) Judaism in the United Kingdom, and a leading writer and theologian."
Louis Jacobs - Wikipedia

Doch lassen wir die historische Frage beiseite. Dazu könntest Du einen eigenen Thread eröffnen


- - - -


Ich schlage vor, wir kehren wieder zum Thema des vorliegenden Threads zurück:
Übertritt zum Judentum; engl. Judikat

Hier geht es um die rechtliche Stellung des Judentums im heutigen England
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#5
Ich habe mittlerweile einen eigenen Thread eröffnet:
"Das Mutterprinzip" ebenfalls in diesem Bereich "Judentum"
Dort habe ich verschiedene Positionen aufgezeigt

Wenn Du, Zaki, Interesse an dieser dortigen Diskussion hast, dann können wir dort gerne weiterdiskutieren.

- - - -

Hier in diesem Thread möchte ich diese historische Frage beiseite lassen, und die Entscheidung des Obersten Gerichts von England diskutieren
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#6
(07-11-2018, 10:07)Bion schrieb: J. Maier schreibt: "Die Zugehoerigkeit zu Israel wird in erster Linie abstammungsmaessig definiert, und zwar (ausser für den Stamm Levi) von der muetterlichen Seite her, was sich durch die moderne Genforschung als objektiv begruendet erwiesen hat."
Nach juedischem Recht gilt als Jude, wer von einer juedischen Mutter abstammt…"
[…] "Die Reformen des Esra und Nehemia in der zweiten Haelfte des 5. Jh vC trugen auch zu einer Definition der Zugehoerigkeit zur Kultgemeinschaft bei, denn mit der Forderung nach der Entlassung fremder Ehefrauen wurde nicht nur die Mischehe verpoent, sondern … die Abstammung von einer juedischen Mutter zum Hauptkriterium für die Zugehoerigkeit zum Judentum festgelegt." - Johann Maier [... ] 
Schalom allerseits Icon_lol 
Man muss hier beachten, dass Ezra und Nehemia diese Frage auch in ihrer Zeit aus "staatlicher Sicht" zu entscheiden hatten, es ging ja unter persischer Reichs-Aufsicht um die Neu-Gruendung der Hohe-Priester-Autonomie zu Jerusalem, woraus erst spaeter das Koenigreich Judaea wurde. Das war durchaus gleich-rangig wie ein anderes Fuerstentum im Reich, vergleichbar auch in Aegypten. 
Die Cohanim muessen ihre Patri-Linearitaet nachweisen, wenn sie die verbliebenen Besonderheiten erhalten wollen, und Erfahrung aus schlechten Zeiten ist ja eben leider die, dass Vaeter im Kriegs-und Verschleppungs-Fall spaeter nicht immer sicher feststellbar sind, Muetter aber bis zur Geburt garantiert "dabei" sind und sie erbringen meist die fruehest-kindliche Ausbildung. 
Nach der Babylon. Verbannung bis zu Nehemia waren es ja einige Generationen in "absoluter" Diaspora, weil ja nicht alle Verschleppten schlagartig auf das Edikt des Cyrus hin heimkehrten, sondern erstmal der Kern, der das Heiligtums-Haus und Stadt-Kreis Jerusalem wieder aufbauen wollte und konnte. Es blieben ja auch die Exil-Judenschaften am Euphrat und im Perser-Bereich dort wohnend und aktiv bis zur Gruendung Staat Israels (wonach Juden aus vielen islam.-betonten Staaten rausgeworfen wurden) 
Ganz allgemein berichtet ja die Bibel selbst von solchen Problemen mit nicht-auch-juedischen Frauen, sei es am Jordan, als der Koenig v Midian (nachdem er auf andere Weise den Eintritt Israels ins Gelobte Land nicht hindern konnte) mit dem schlimmen Propheten Bileam "ausgeheckt" hatte, dem Volk Israel - spez. den Anfuehrern, heidnische Frauen zu "besorgen" (weil diese bestimmt mit dem verfuehrten Juden zusammen ihren Heirats-Kultus durchfuehren wuerden, wodurch der durch Anbeten eines fremden Vereins-Wesens "eigentlich" schon sein Recht auf das Gelobte Land verloren haette), und vorher: Anfang der Ismailiten aus Isaaks Halb-Bruder und der Edomiter aus Esau, schliesslich erbitterte Feinde, und nachher: Koenig Salomos "1000 Frauen" - er, als Vater selbst Sohn einer Hethiterin, erwarb ja damit nicht etwa ihre Voelker fuer die juedische Nation und Konfession, und nachher: Koenig Ahab v Nord-Israel mit seiner Sidonierin, da ist es verstaendlich, dass Priester Ezra und Fuerst  Nehemia im Begriff, Jerusalem fuer das Thorah-Judentum neu zu gruenden, eine solche Regel - die vor dem Sinai-Ereignis ja nicht ueberprueft wurde (ob alle aus Aegypten Ausziehenden etwa keine aegyptisch-abstammenden Ehepartner dabei-haetten, Moses selbst hat eine Qeniter-Priester-Tochter, und Josef seinerzeit eine Potifera, aegypt. Priester-Haus in On (Heliopolis)) ist trotzdem Vater von 2 israelit. Staemmen - diese "Ehen-Bereinigung" wollten sie zumindest "optimal" fuer den Neustart des 1 Heiligtums nochmal von allen verlangten. Es gab ja nie nur Israeliten im Hl Land. 
- Die heutige Differenzierung in "einfach-konservative", entschieden "orthodoxe" und "liberale" Judenschaften ist ja erst nach-napoleanisch aus dem 19.Jhd her. Das staatl. Einwanderungs-Recht nach Israel als "Heimkehr" entschied man eben zugunsten einer "orthodoxen" Sicht, aber nimmt dann ja auch alles auf, egal-wie unwissend ueber juedische Lehren, wenn deren Familien-Grossvater oder Grossmutter Mitglied einer jued. Gemeinde war (dies aber 1949-zeitlich naheliegend, weil so ein Grosselternteil im NS-Reich hinreichend war (evtl. selbst als kath. Nonne) abgeholt und umgebracht zu werden). 
"Wes Brot ich ess, des Lied ich sing" - diese britische Schule wird wohl in mindestens einer Hinsicht mit dem brit. Staat verknuepft sein, z.B. Anerkennung der staatl. Abschluss-Qualifikation, Da vermute ich mal, hat der Staat eine Handhabe, sich einzumischen, wenn ein "liberal-anerkanntes" Kind einer Konvertitin eben diese Qualifikation ueber eine "eigentlich"-orthodox ausgerichtete Schule anstrebt (dafuer kann es ja viele Gruende geben - uebrigens, wenn das Kind 18-jaehrig ist, und dies Umfeld gefaellt ihm dann auch, koennte es ja auch selbst orthodox beitreten wollen, dann regelt es sich auch - der gesamte Unterricht wird sicherlich nicht fuer 1 Schueler fuer "liberale Beduerfnisse" umgestellt werden und auf Hebraeisches verzichten - oder hat das brit. Gericht das auch verlangt? - das widerspraeche der Glaubens-Freiheit, Gemeinden jeder Ausrichtung zu gruenden) 

Schalom - Pax - Salaam 
mfG WiT 
(/*-*) ,)));
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#7
(18-12-2018, 06:31)WiTaimre schrieb: Die Cohanim muessen ihre Patri-Linearitaet nachweisen


Auch heute sind die Kohanim bedeutsam:
"Der Tempelberg darf nicht durch Tote entweiht werden. Als im Juli 2017 zwei israelische Polizisten auf dem Tempelberg getötet worden waren,[6] mussten diese jedoch wegtransportiert werden. Juden ist das Betreten des Tempelbergs verboten. Dies ist den Kohanim vorbehalten. Diese wiederum dürfen keine Toten berühren, ja sich ihnen nicht einmal nähern. Der Rabbinerrat der ZAKA (hebräisch זיהוי קרבנות אסון; Zihuy Korbanot Ason'un ‚Identifizierung von Unfallopfern‘, abgekürzt זק״א), einer orthodoxen Organisation zur Identifizierung von Unfallopfern, hat in diesem religiösen Konflikt entschieden, dass die Wiederherstellung der Heiligkeit des Tempelbergs Priorität hat und eine Sondergruppe von Kohanim den Tempelberg betreten und die Leichen abtransportieren darf. Dies ist mit Auflagen verbunden, so sollen die Kohanim keine Schuhe tragen, keine langen Haare haben und sie müssen zuvor eine Mikwe, das rituelle Tauchbad, aufsuchen.[7]
--
[6] Zwei Polizisten sterben bei Attentat am Tempelberg. In: Tagesspiegel. 14. Juli 2017, abgerufen am 18. Juli 2017.
[7] Ayala Goldmann: Leichen dürfen nicht auf dem Tempelberg bleiben. In: Jüdische Allgemeine. 10. August 2017, abgerufen am 16. August 2017."
Kohanim - Wikipedia
1.2.2 ZAKA

Auf Jüdischen Friedhöfen sieht man oft die segnenden Hände auf den Grabsteinen. Bilder in Kohanim - Wikipedia

COHEN – The most usual surnames of European Jews.
Jewish Encyclopedia (New York, 1906)
(18-12-2018, 06:31)WiTaimre schrieb: - Die heutige Differenzierung in "einfach-konservative", entschieden "orthodoxe" und "liberale" Judenschaften ist ja erst nach-napoleanisch aus dem 19.Jhd her.


In Wahrheit gab nicht Napoleon dazu den Anstoß, sondern Kaiser Joseph II.
"The haskalah movement began to spread in Germany in the last quarter of the eighteenth century. Wealthy Jews like the Friedländers and Daniel Itzig were its sponsors, Mendelssohn was its prototype, and Hartwig Wessely was its prophet. The latter's "Dibre Shalom we-Emet," an epistle to the Austrian Jews in which they were advised as to the best way to utilize the advantages extended to them by Emperor Joseph II. in his "Edict of Tolerance," became the program of haskalah."
Jewish Encyclopedia
HASKALAH

Das "Konservative Judentum" entstand allerdings später - es entstand um 1850 in Breslau
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#8
Schalom Sinai Icon_lol
Ja, ausserdem haben anwesende Cohanim den Vorrang bei der Gemeinde-Thorah-Lesung, nur Cohanim koennen fuer Juden gueltig den besonderen "Aaron-Segen" erteilen, u.nur sie bekommen die Erstgeborenen-5 "Schekel" ("5" in jeder Landes-Waehrung, etwa Euro, geht da auch, das muessen sie von sehr armen Familien ja nicht behalten, sondern koennen sie gleich denen als "Almosen" wieder spenden) und sie werden generell mit etwas mehr Ehre behandelt - in Hinsicht darauf, dass sie zum Heiligtums-Dienst geboren sind (egal, ob sie orthodox, oder konservativ etc leben, auch falls sie mal religioes voellig inaktiv sein wuerden, das richtet sich nicht nach dem Einzelnen, sondern ihre Existenz haelt die Kette der Generationen aufrecht, was auch etwas Gutes fuers Volk Israel u.die Welt ist: das 1.-erfuellbare Gebot an Mensch (Adam) ist ja erstmal "lebe"). Die volle Eignung zum Cohen (aus Aaron- oder David-Abstammung) verliert man durch Heirat mit Levi oder Israel, oder andren - die allgemeine Ehrung dann trotzdem nicht, nur die erwaehnten Spezial-Gebote gelten fuer den nicht mehr. Ueber 16 Generationen rueckwaerts forscht man das nicht weiter nach, das ist ja auch schon eine erhebliche Zeit-Spanne. 
- Sie duerfen "keine Toten berühren, ja sich ihnen nicht einmal nähern", ja, das macht "kultisch unrein", andere Juden ja auch, trotzdem, zum Leben-Retten-Sollen besteht da kein Wiederspruch, und durch vorkommende Faelle im Leben ist es nie endgueltig ausschliessbar - aber von so etwas kann man sich auf festgelegt Weise "reinigen" und wieder tauglich werden (nicht nur vor der Bergung vom Tempel-Berg sondern natuerlich auch danach nochmal), aber wenn machbar, vermeidet man es - (Kultus-untauglichkeit ist doch keine Suende"). Weil die auf Friedhoefe nicht treten resp. Tote zu beruehren vermeiden, um tauglich zum Altar-Dienst zu sein, gibt es an typ. Jued. Friedhoefen eine aussen-dran ausgesparte "Ecke der Cohanim", von da aus koennen sie den Toten ja auch die Geleit-Ehre geben und mit-beten. 
- Danke fuer die Schilderung der Bergung toter Gefallener vom "Tempel-Berg", es ist ja eben der fuer Koenig Davids Israel erwaehlte heilige Ort. Aus Liebe Tote fuer deren Bestattung zu bergen ist ja ohnehin eine wichtige Mitzwah, wichtig, weil dieser Beduerftige ja nichts mehr fuer sich selbst tun kann, und in der Hinsicht ist der Hl Berg dort ein spezieller "Klient", den wieder-tauglich zum jued. Dienst vor G0TT zu machen eben auch schon ein Heiligtums-Dienst ist. Man hofft ja zu jedem Pessach-Fest, das es "ab naechstes Jahr" wieder das Heiligtum fuer uns gebe. 

Schalom - Pax - Salaam 
mfG WiT 
(/*-*) ,)));
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