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Inkohärenter Gott? Überhaupt nicht!
#1
Durch eine vergleichende Bewertung zwischen dem Verhalten desjenigen, der sich als Jahwe (JHVH) identifiziert hat, und dem Verhalten des Vatergottes (ABBA), das die Menschheit durch seinen Sohn Jesus Christus präsentiert wird, können wir schließen, dass es sich um unterschiedliche Wesen handelt.

Wenn es sich nicht um unterschiedliche Wesen handelt, müssten wir zugeben, dass Gott unbeständig ist, manchmal kohärent, aber manchmal inkohärent. Die Bibel sagt jedoch auf Jakobus 1:17, dass sich Gott im Laufe der Jahrhunderte nicht ändert ... Beim Vater keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.

Basierend auf dieser These schrieb ich ein Buch mit dem Titel: Deus incoerente? Essa não! , was bedeutet:  Inkohärenter Gott? Überhaupt nicht!. Leider ist das Buch derzeit nur in digitaler Form auf Portugiesisch erhältlich.

Wie ich in diesem Buch zeigen kann, gibt es im wahren Gottvater keine Anzeichen von Psychopathie und Schizophrenie, die häufig in den Einstellungen von Jahwe, dem Stammesgott Israels, gesehen werden.

*http://www.iabr.oswnet.com/livro_deus_incoerente_essa_nao.pdf*
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#2
Wenn Du willst, daß wir mit Dir diskutieren, dann solltest Du etwas aus Deinem Buch erzählen

Vielleicht eine Seite mit den Hauptgedanken zusammenfassen !

Oder willst du hier bloß Reklame machen ?
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#3
Zum Gott im NT fällt mir ein, daß er Engel einsetzen wird, um ein Drittel der Menschheit zu töten. (Offb 9:15)
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#4
Es mag ja "in Gott" ein widerspruchsfreies Wesen existieren. Das gilt aber nicht für die literarischen "Bilder" der biblischen Geschichten. Dort hat jede Epoche ihre Gottesvorstellungen eingetragen, in der Tat bis hin zu angeordneten Progromen (bzw. Bannsprüchen).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#5
(05-02-2019, 23:19)Sinai schrieb: Wenn Du willst, daß wir mit Dir diskutieren, dann solltest Du etwas aus Deinem Buch erzählen

Vielleicht eine Seite mit den Hauptgedanken zusammenfassen !

Oder willst du hier bloß Reklame machen ?

Ja, wir können die Haupgedanken des Buches besprechen. Ich werde einige Themen auswählen, deren Analyse ich für wichtig halte.

Die Idee, mein Buch hier anzukündigen, ist, dass viele biblische Hinweise auf meine Thesen im Buch detailliert sind.

Wenn jemand daran interessiert ist, den ursprünglich in portugiesischer Sprache verfassten Text zu übersetzen, kann er sich mit der Vision, die ich im Buch präsentiere, vertiefen.
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#6
(05-02-2019, 23:37)Sinai schrieb: Zum Gott im NT fällt mir ein, daß er Engel einsetzen wird, um ein Drittel der Menschheit zu töten. (Offb 9:15)

Das umstrittene Buch der Offenbarung hat, obwohl es sich im NT befindet, die typischen Merkmale des AT, denn es stellt einen blutrünstigen und völkermörderischen Gott dar, der sich mehr mit Strafen zu freuen scheint, als die Lebewesen mit Erbarmen zu retten.
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#7
(06-02-2019, 17:43)Ekkard schrieb: Es mag ja "in Gott" ein widerspruchsfreies Wesen existieren. Das gilt aber nicht für die literarischen "Bilder" der biblischen Geschichten. Dort hat jede Epoche ihre Gottesvorstellungen eingetragen, in der Tat bis hin zu angeordneten Progromen (bzw. Bannsprüchen).

Meiner Meinung nach ist der von Jesus Christus geoffenbarte Vatergott (ABBA) das widerspruchsfreies Wesen , auf das Sie sich beziehen. Die literarischen "Bilder" der biblischen Geschichten zeigen, dass das göttliche Stereotyp des AT (JHWH) radikal von dem des NT (ABBA) abweicht.
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#8
(05-02-2019, 23:10)oswaldo_8553 schrieb: Durch eine vergleichende Bewertung zwischen dem Verhalten desjenigen, der sich als Jahwe (JHVH) identifiziert hat, und dem Verhalten des Vatergottes (ABBA), das die Menschheit durch seinen Sohn Jesus Christus präsentiert wird, können wir schließen, dass es sich um unterschiedliche Wesen handelt.


(05-02-2019, 23:37)Sinai schrieb: Zum Gott im NT fällt mir ein, daß er Engel einsetzen wird, um ein Drittel der Menschheit zu töten. (Offb 9:15)


(07-02-2019, 18:01)oswaldo_8553 schrieb: Das umstrittene Buch der Offenbarung hat, obwohl es sich im NT befindet, die typischen Merkmale des AT, denn es stellt einen blutrünstigen und völkermörderischen Gott dar, der sich mehr mit Strafen zu freuen scheint, als die Lebewesen mit Erbarmen zu retten.


Genau das ist das Dilemma !
Ich persönlich denke, daß der Schreiber namens Johannes (der wohl nicht identisch mit dem Evangelisten Johannes ist) , durch sein Buch
namens "Offenbarung" alles verpatzt hat

Johannes hießen vor 2000 Jahren viele. Beispiele: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes der Schreiber der Offenbarung

Die geheime Offenbarung (Apokalypse des Johannes) atmet keinen christlichen Geist.
Ich verstehe überhaupt nicht, wie Christen im Jahre 90 diese Schrift als "christlich" akzeptieren konnten
Wer weiß, was da im Spiel war. Das war dann die Erste Kirchenspaltung

Man stelle sich eine Christenversammlung des Jahres 90 vor. Die Menschen sind ganz auf Feindesliebe programmiert
Da flattert ein ominöses Schreiben ins Haus, ein Bote hatte es gebracht, geschrieben von irgendeinem Mann namens Johannes, der sich als "Christ" ausgibt, und wo immer wieder das Wort Jesus vorkommt und wo aus Tarnungsgründen der letzte Satz gar lautet "Er, der dies bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. - Amen. Komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!"
In dieser Schrift wird brutale Gewalt befürwortet und ersehnt, 1/3 der gesamten Menschheit soll umgebracht werden!
Diese Urchristen haben diese wesensfremde Schrift wohl sofort in den Müll geworfen. Als Fake enttarnt
Irgend ein Versuch eines Sektierers, Einfluß auf die Christenversammlungen zu gewinnen.
Falls er sich dann noch bei der Christenversammlung blicken ließ, schlugen sie ihm seine Schrift um die Ohren  Icon_smile

Nie konnten Urchristen so ein Elaborat akzeptieren.
Da mag tausend Mal das Wort Jesus vorkommen, und der Schreiber mag den christlichen Vornamen Johannes haben - aber auf so einen plumpen Schwindel fiel sicher keiner und keine rein !

In diesem Zeiten lebten die Christen im Untergrund - heimliche Versammlungen wo eine Versammlung nichts von der anderen Versammlung wußte. Jede Versammlung war auf sich allein gestellt, es gab keine einheitliche Führung. Sonst hätte eine aufgeflogene Versammlung die Führung verraten
(die Römer wendeten bekanntlich die Folter an) - und die Führung hätte dann alle Versammlungen verraten. Da wäre das Christentum innerhalb weniger Wochen oder Monate ausgelöscht gewesen.
Nein - die Christenheit war konspirativ organisiert, so wie alle geheimen Gruppen in Verfolgungszeiten. Man kannte nur die 50 oder 100 Leute der eigenen Versammlung, aber hatte keine Ahnung von der Existenz einer anderen Versammlung in derselben Stadt !
Wenn nun eine Versammlung aufflog, gefährdete dies nicht die anderen Versammlungen derselben Stadt

Dies war ein immenser Vorteil - hatte aber auch sicher den Nachteil, daß sich nach zwei oder drei Generationen unterschiedliche Lehren, unterschiedliche Liturgie, unterschiedliche Gesänge bildeten. Die einander nicht kennenden Christenversammlungen entwickelten sich auseinander

Mag sein, daß es in der Großstadt Rom ( 1 Million Einwohner ) ein Dutzend Christenversammlungen gab, die aber einander alle nicht kannten. Und in der Großstadt Alexandria ( 300.000 freie Bürger und wohl dazu noch die 10-fache Menge von Sklaven ) gab es wohl auch etliche Christenversammlungen - völlig autonome Versammlungen die mangels einer oberen Führung machten was sie wollten. Kein Angehöriger einer derartigen Versammlung wußte die Adresse einer Nachbarversammlung, kein Angehöriger einer derartigen Versammlung erkannte einen Christen einer Nachbarversammlung am Marktplatz. Konspiratives Christentum während der Zeit der Christenverfolgung !

Jede Christenversammlung hatte daher bald ihre eigene Lehre
Mag sein, daß es da graduelle Unterschiede gab. Während eine Versammlung dem Geist der Feindesliebe treu blieb, lechtzte eine andere Versammlung nach Blut und gierte danach, daß die Verfolger umgebracht werden. Denen gefiel natürlich die Offenbarung mit der Ankündigung, daß 1/3 der gesamten Menschheit umgebracht werden soll

Als dann die Christenverfolgung vorbei war, und die Christen ans Tageslicht traten, stellten sie zu ihrem Entsetzen fest, daß es vom Namen "Christentum" abgesehen wenig Gemeinsamkeiten - dafür aber viele Gegensätze gab !

Ein Konzil wurde erforderlich
Dabei konnte sich die Strömung mit dem brutalen Gedankengut offenbar mehrheitlich durchsetzen. Eine knappe Mehrheit zwar, aber nun war die Geheime Offenbarung verpflichtend im Gedankengut des Christentums
Ein Kampf um die Bibel begann. Ein nicht enden wollender Streit:
Kanonisierung
"Erst mit dem 39. Osterfestbrief des Athanasius (367) wird die Apokalypse von fast allen damaligen Christen im Westen als gültiger Teil des Bibelkanons anerkannt. In den gegenwärtigen Ostkirchen wird die Offenbarung als einzige neutestamentliche Schrift nie im Gottesdienst verlesen. ( . . . ) Die Syrisch-Orthodoxe Kirche erkennt die Offenbarung des Johannes überhaupt nicht an und druckt sie auch in ihren Bibeln nicht ab."
Offenbarung des Johannes - Wikipedia

Gerade endzeitliche Herätiker (Sekten) liebten seit jeher dieses mordlustige Buch. Von den Hussiten bis zu den Zeugen Jehovas
Um dem Irrsinn Einhalt zu gebieten, sah sich die Katholische Kirche gezwungen, ein Bibelverbot auszusprechen
Denn so manche Irre fühlten sich als Werkzeuge Gottes und rannten brennend und sengend durch die Lande. In der linken Hand die Bibel, in der rechten Hand die Fackel zum Brandstiften

Die Bibel war nicht mehr wegzubringen, aber man erlaubte sie nur mehr in der toten Sprache Latein. Damit war sie nicht mehr gefährlich.
Martin Luther tat der Menschheit keinen Gefallen, als er die Bibel in die Sprache des Deutschen Volkes übersetzte
Bald kam schon die Furie des Krieges hervor, im Dreißigjährigen Krieg wurde halb Deutschland ausgerottet

Die Christen begannen, einander zu zerfleischen . . . Kriege zwischen dem biblisch geprägtem Amsterdam und Spanien und England und Frankreich und Deutschland und Schweden und und und

Bürgerkrieg in Deutschland und gleichzeitig auch in England (wobei in Deutschland noch fremde Mächte ins geschwächte Land fielen: der Schwed, der Franzos, der Türk)
England hatte durch seine Insellage das Glück, von fremden Invasoren verschont geblieben zu sein

Als der Deutsche Bauernkrieg 1524 - 1526 Deutschland verheerte und paralysierte, witterte der Türke bereits
Morgenluft und marschierte gegen das Reich. 1529 kam er bis Wien

Dann ruinierte der Dreißigjährige Krieg 1618 - 1648 das Reich völlig - der Türke kam wieder auf blöde Gedanken und rüstete nun voll auf. Riesige Werkstätten zum Gießen von Kanonen wurden nun in
lstambul errichtet und das Land wurde völlig auf Kriegswirtschaft und ideologisch auf Expansion ausgerichtet. Der Türke fiel ins christliche Ungarland ein und besetzte den ganzen Balkan. 1683 stand er wieder vor den Toren Wiens. Ganze Landstriche wurden von den islamischen Gotteskriegern ausradiert, Menschen versklavt und erschlagen

Apokalyptische Zustände seit der Zeit der Hussiten und der darauf folgenden "Reformation" die die blöde Idee hatte, die Bibel unters Volk zu bringen. Sie erwies sich als Brandfackel
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#9
(07-02-2019, 21:58)Sinai schrieb: Ich persönlich denke, daß der Schreiber namens Johannes (der wohl nicht identisch mit dem Evangelisten Johannes ist) , durch sein Buch
namens "Offenbarung" alles verpatzt hat

Die geheime Offenbarung (Apokalypse des Johannes) atmet keinen christlichen Geist.

Ich verstehe überhaupt nicht, wie Christen im Jahre 90 diese Schrift als "christlich" akzeptieren konnten
Wer weiß, was da im Spiel war. Das war dann die Erste Kirchenspaltung

Obwohl die christliche Tradition besagt, dass sowohl das Buch der Offenbarung als auch das Johannesevangelium von derselben Person geschrieben wurden, scheint dies nicht der Fall zu sein, denn die Gelehrten sagen, dass Schreibstile völlig unterschiedlich sind. 

Das Johannesevangelium wurde in einer klassischen Sprache geschrieben, während das Buch der Offenbarung in einer populäreren Sprache geschrieben wurde.

Du hast es richtig gesagt: Die geheime Offenbarung (Apokalypse des Johannes) atmet keinen christlichen Geist. 
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#10
Unterschiedliche Schreibstile wäre noch das kleinere Übel. Aber die Geheime Offenbarung ist inhaltlich völlig anders als das christliche Gedankengut
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#11
(07-02-2019, 22:45)Sinai schrieb: Unterschiedliche Schreibstile wäre noch das kleinere Übel. Aber die Geheime Offenbarung ist inhaltlich völlig anders als das christliche Gedankengut

Ich stimme dir zu. Dieses Buch ist seit Beginn der Kirche umstritten. 

Einige antike Theologen akzeptierten seine Kanonizität nicht. Selbst der Reformator Martin Luther hatte große Schwierigkeiten, das Buch der Offenbarung in den biblischen Kanon aufzunehmen.
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#12
Ich verstehe überhaupt nicht, wie die Christen des Jahres 90 so einem fake aufsitzen konnten

Eine Schrift von der man nur weiß, daß der Schreiber von sich behauptet, den häufigen Vornamen Johannes zu haben

Eine Schrift die von sich behauptet, auf der Strafinsel Patmos (ein damaliges Guantanamo) geschrieben und herausgeschmuggelt worden zu sein. Das war der Widerhaken am Angelhaken . . . denn Patmos war ein Killerargument - etwas das behauptet, von dort gekommen zu sein, war unangreifbar. Niemand konnte es wagen, da kritisch zu sein

Eine Schrift die das Gegenteil des Evangeliums verkünden will

Da mußten doch die Urchristen Verdacht geschöpft haben - massiven Verdacht geschöpft haben
und gegen das Zeug revoltiert haben

----------------

Da war wohl ein erkennbarer Agent Provocateur am Werk, der die Christen in eine Partisanenarmee hetzen wollte.
Damals wurden bereits erste geheime Vorbereitungen zur Errichtung einer Untergrundarmee getroffen, die dann schließlich 132 n. Chr. losschlug (Bar Kochba Aufstand)
Eine solche große Untergrundarmee entstand nicht spontan. Das Judentum war ja etliche Generationen ohne Heer gewesen, Kämpfer mußten erst mühsam konspirativ angeworben, gemustert, heimlich trainiert werden. Was gar nicht so einfach war, weil Waffen beim Fechten laut scheppern (Waffenlärm bereits beim Training)
Winzermesser mußten zu Dolchen, Speerspitzen und Schwertern umgeschmiedet werden. Und dies im Verborgenen, ohne daß die zahlreichen Spitzel der Römer (darunter auch viele Juden) Verdacht schöpften. Ein Netz von als Händler getarnten Meldereitern mußte errichtet werden.

Sehen wir uns den Zeitrahmen an:
70 n. Chr. wird der Tempel von den Römern zerstört
ca. 90 n. Chr. wird die ominöse Geheime Offenbarung in judenchristlichem Milieu in Umlauf gebracht
132 n. Chr. begann der Bar Kochba Aufstand gegen Rom

In der Geheimen Offenbarung ist keine Rede mehr von "wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin", keine Rede mehr von Feindesliebe. Das mühsam aufgebaute Ideal der Gewaltlosigkeit wird über Bord geschmissen, ein Rückfall in die "Aug um Aug, Zahn um Zahn" Mentalität ist erkennbar.
Noch dazu ein Kniefall vor dem jüdischen Nationalismus - Offenbarung 7 - und das Jahrzehnte nach dem Apostelkonzil wo aufgrund des Auftrags Jesus "gehet hin und lehret alle Völker" eine breit angelegte Heidenmission in die Wege geleitet wurde


Offenbarung 7
"Es waren hundertvierundvierzigtausend aus allen Stämmen der Söhne Israels, die das Siegel trugen:
Aus dem Stamm Juda trugen zwölftausend das Siegel, aus dem Stamm Ruben zwölftausend, aus dem Stamm
Gad zwölftausend, aus dem Stamm Ascher zwölftausend, aus dem Stamm Naftali zwölftausend, aus dem
Stamm Manasse zwölftausend, aus dem Stamm Simeon zwölftausend, aus dem Stamm Levi zwölftausend, aus dem Stamm Issachar zwölftausend, aus dem Stamm Sebulon zwölftausend, aus dem Stamm Josef zwölftausend, aus dem Stamm Benjamin trugen zwölftausend das Siegel."


Ein christlicher Text ist so was sicher nicht. Da wäre Jesus umsonst gekommen

Dieses umschmeicheln des jüdischen Nationalstolzes durch Offenbarung 7 brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Die damals noch sehr zahlreichen Judenchristen blieben im Bar Kochba Aufstand gewaltlos - und wurden dann 135 nach dem Zusammenbruch des Aufstands als "Verräter" aus den Synagogen ausgestoßen

Die Trennung Kirche und Synagoge war vollzogen

Anstatt nun dieses schreckliche Buch namens Apokalypse aus dem Dunstkreis der Christengemeinden konsequent zu entsorgen, konnten sich offenbar geheime Exemplare halten. Wie das halt so ist. Immer wieder gibt es Menschen, die sich nicht von "Andenken" trennen können.

Dann 200 Jahre später waren das schon alte ehrwürdige Schriften, die man aus Gründen der Pietät nicht entsorgen konnte

So lag das Zeug in manchem Haus in derselben Truhe wie die Heiligen Schriften der alten und der neuen Zeit

Hier las man die ominöse Geheime Offenbarung nie, das unverständliche Zeug konnte keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken, und geriet nach einigen Generationen in völlige Vergessenheit

Die Christenverfolgungen durch Rom begannen, die meisten derartigen "Schätze" gingen verloren.

Aber einzelne Truhen überlebten - durch Zufall, oder weil sie unter allerlei Gerümpel im Wirtschaftsraum des ländlichen Sommersitzes lagen, oder weil der Haushalt außerhalb des Imperium Romanum lag (in Babylonien etwa)

Nach Ende der Christenverfolgungen wurden Abschriften angefertigt - und nun war die Geheime Offenbarung plötzlich da

Kein Kirchenvater wollte das Risiko auf sich nehmen, da eine für ihn gefährliche Diskussion zu beginnen

Das arge Zeug wurde auch nun nicht entsorgt - und eine Generation später wäre es noch schwieriger gewesen, es zu entsorgen

Dann gab es einen großen Streit und ein Konzil - und die Geheime Offenbarung wurde widerwillig in den offiziellen Bibelkanon aufgenommen

Da die meisten Menschen Analphabeten waren (auch südlich des Brenner gab es wenige wirklich gebildete Leute, diese Menschen konnten zwar "lesen" aber sie hatten kein richtiges Allgemeinwissen und waren daher Spielball von Demagogen und liebten Brot und Spiele) las ohnehin so gut wie niemand die Geheime Offenbarung. Vielleicht begann sie einmal jemand zu lesen, brach das aber bald ab, da allzu kryptisch formuliert und so blieb das unbeachtet

Jeder wußte, wo es stand (ganz hinten in der Bibelsammlung) aber keiner wollte es lesen.

Schließlich brachen Sekten hervor, die darauf herumritten
Die Kirche verfügte das Bibelverbot - aus gutem Recht
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#13
(07-02-2019, 22:52)oswaldo_8553 schrieb: Selbst der Reformator Martin Luther hatte große Schwierigkeiten, das Buch der Offenbarung in den biblischen Kanon aufzunehmen.

Warum verdammt noch einmal, hat er es dann aufgenommen ??
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#14
Ich vermute, Luther konnte auch nicht über seinen Schatten springen.
Es kursierte ja die auf Latein geschriebene Bibel in ganz Europa. Im Reich, in England, in Frankreich, und in allen anderen christlichen Ländern

Luther hatte viele Feinde. Hätte er nun zu allem Überdruß ein Buch aus der Bibel gelöscht, wäre dieser Umstand gegen ihn verwendet worden, selbst wenn es die ungeliebte Geheime Offenbarung war.

Luther wollte keinen Mehrfrontenkrieg

Denn die Bibel in die Sprache des Volkes zu "übersetzen" war schon verdächtig genug - hier noch eins draufzusetzen und die Bibel zu zensurieren, ein Buch der Bibel einfach zu streichen, hätte ihm gefährlich werden können. Die Katholische Kirche hätte die dummen und abergläubischen analphabetischen Bauernmassen damit gegen ihn aufhetzen können und er wäre in einem - zusätzlichen - Erklärungsnotstand gewesen.

"Er hat ein Buch aus der Bibel entfernt" - dieser Vorwurf hätte ihm nicht gut bekommen, und er hätte nun erst recht die Geheime Offenbarung ins Deutsche übersetzen und unters Volk bringen müssen, um dem Volk den Irrsinn der Geheimen Offenbarung zu zeigen.

----

Anmerkung: oben schrieb ich "übersetzen" mit Anführungszeichen
Denn eine vollwertige Übersetzung machte Luther nicht. Denn viele Begriffe der Bibel kann man gar nicht ins Deutsche übersetzen, da kommt Käse heraus. Da wäre es besser gewesen, den althebräischen, aramäischen, altgriechischen Ausdruck unübersetzt zu lassen und dafür genau zu erklären
Gerade die altgriechischen Begriffe der Septuaginta sind oft höchst problematisch, irreführend und falsch, da sie den unzulässigen Versuch machten, Begriffe der althebräischen Begriffswelt in die altgriechische Begriffswelt hinüberzuschwindeln. Beispiel Malach - Angelos

Cherub und Seraph "übersetzt" man ja auch nicht . . .
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#15
@Sinai: Vielleicht ist auch einfach nur Dein Bild des fruehen Christentums falsch. Nur mal so als Anmerkung Icon_wink.

Es hilft auch nichts, weiter so zu tun, als haette es nicht auch vor Luther schon deutschsprachige (oder andere landessprachliche) Bibeln gegeben, die wegen des aufgekommenen Buchdrucks weite Verbreitung fanden, auch wenn Du es mittlerweile besser wissen solltest.

Als Nachtrag noch: Im Prinzip war ja schon der lateinische Text eine volkssprachliche Uebersetzung auch des NT-Texts. Und die Kirchenvaeter fuehrten natuerlich eine Diskussion ueber die Kanonizitaet der Offenbarung des Johannes.

@Oswaldo: Wir hatten uns ja schon laenger ueber Deine Ideen unterhalten, und ich kann nur wiederholen, dass eine Theorie zwar im ersten Schritt in sich stimmig sein muss und mit den Fakten zusammenpassen muss, aber der zweite, notwendige Schritt ist aufzuzeigen, wie die Theorie mit den Punkten umgeht, die ihr widersprechen. Da hatte ich in Deinen Ausfuehrungen ein gewisses Manko gesehen, da sie irgendwie ignoriert, dass die Lehre Jesu im alttestamentlichen Gesetz bereits vorweggenommen ist. Eine befriedigende Antwort auf diesen Punkt habe ich von Dir nie bekommen.
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