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Glauben oder hinterfragten?
#1
Liebe Community,

ich bin leider immer noch auf der Suche nach dem bedingungslosen Glauben. Es gibt einige Dinge die mich zweifeln lassen und ich finde einfach keine Antworten darauf. Ich habe die Hoffnung hier fündig zu werden und möchte nicht blasphemisch klingen wenn ich meine Fragen formuliere. Bitte seid nachsichtig.

1. Wieso offenbarte sich Gott in den abrahamitischen Religionen auschließlich in einer bestimmter Region der Erde, obwohl weite Teile des Globus bevölkert waren? Wenn es so war spricht es für das auserwählte Volk, aber diese räumliche Beschränkung passt nicht zum Allmächtigen.

2. Das AT und das was Jesus lehrte könnten kaum konträrer zueinander stehen. Wie kann es sein dass der Vater sich irrte und dies durch den Sohn korrigiert werden musste. Das erschließt sich mir einfach nicht.

3. Es gibt ältere Göttermhyten, die fast identisch der Geschichte Jesus sind, wie bspw. die des Horus. Die Parralelen zur Sonne und zu astrologischen Zyklen spielen dabei augenscheinlich eine elementare Rolle. Wie kann dies sein? 

Versteht mich nicht falsch, ich stelle Gott nicht infrage, ich möchte es nur verstehen. Für jede Antwort wäre ich dankbar.
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#2
(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: Liebe Community,

ich bin leider immer noch auf der Suche nach dem bedingungslosen Glauben. Es gibt einige Dinge die mich zweifeln lassen und ich finde einfach keine Antworten darauf. Ich habe die Hoffnung hier fündig zu werden und möchte nicht blasphemisch klingen wenn ich meine Fragen formuliere. Bitte seid nachsichtig.

1. Wieso offenbarte sich Gott in den abrahamitischen Religionen auschließlich in einer bestimmter Region der Erde, obwohl weite Teile des Globus bevölkert waren? Wenn es so war spricht es für das auserwählte Volk, aber diese räumliche Beschränkung passt nicht zum Allmächtigen.

2. Das AT und das was Jesus lehrte könnten kaum konträrer zueinander stehen. Wie kann es sein dass der Vater sich irrte und dies durch den Sohn korrigiert werden musste. Das erschließt sich mir einfach nicht.

3. Es gibt ältere Göttermhyten, die fast identisch der Geschichte Jesus sind, wie bspw. die des Horus. Die Parralelen zur Sonne und zu astrologischen Zyklen spielen dabei augenscheinlich eine elementare Rolle. Wie kann dies sein? 

Versteht mich nicht falsch, ich stelle Gott nicht infrage, ich möchte es nur verstehen. Für jede Antwort wäre ich dankbar.

Auch wenn das hier "Religionsforum" heißt, heißt das nicht, dass man hier nicht Gott in Frage stellt. Hoffe das ist dir klar?
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#3
(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: Für jede Antwort wäre ich dankbar.

Herzlich willkommen in unserer Diskussionsrunde.

Ad 1.

Nun, wenn man die Texte für bare Münze nimmt, hat der biblische Gott bis in die Königszeit ausgewählten Personen direkte Anweisungen erteilt. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Texte, die davon berichten, Aufarbeitungen gemeinorientalischer Mythen sind. Das heißt, sie werden in Varianten überall dort erzählt, wo sich diese Mythen ausgebreitet hatten. Die frühesten Fassungen sind in der Regel in Mesopotamien und in Ägypten anzutreffen. Beeinflusst haben sie auch frühe griechische mythologische Texte. So ist beispielsweise der griechische Deukalion-Flutmythos nicht später niedergeschrieben worden als der biblische Sintflutmythos. Beide Fassungen der Sintflut-Sage sind abhängig von sumerischen bzw. assyrischen Grundtexten.

Ad 2.

Richtig. Viele Botschaften des NTs stehen im Widerspruch zu Werten, die im AT vermittelt werden. Deutlich tritt das bei göttlichen Genozidbefehlen zu Tage. Auch andere Botschaften des ATs sind mit dem NT nicht gut kompatibel.

Andererseits lässt sich ein guter Teil der Botschaften des NTs auch im AT auffinden, wenn man danach sucht. Da alle diese Texte über einen längeren Zeitraum hinweg entstanden sind und mehrfach überarbeitet wurden, sollte das nicht wundern.

Ad 3.

Ja. Jungfrauengeburts- und Auferstehungsmythen gab es in der Antike zuhauf. 

Das frühe Christentum stand in Konkurrenz zu anderen Religionen. Herakles, Dionysos, Asklepios, Mitras, Sol invictus, etc. sind da zu nennen. Jesus musste alles das, was von diesen Göttern erwartet wurde, auch abdecken. Beispiel: Wie Asklepios konnte er Tote aufwecken. 

Heilungswunder wurden von Ausnahmepersönlichkeiten grundsätzlich erwartet. Berichtet werden solche auch von Kaiser Vespasian. 

Auch mit einem Luxuswunder konnte Jesus aufwarten. Wie Dionysos verwandelte Jesus Wasser in Wein.
MfG B.
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#4
Hallo NoBody
Was verstehst Du unter einem "bedingungslosen Glauben" ??
Meinst Du einen hundertprozentigen Glauben ? Den gibt es nicht
Sogar Petrus verleugnete Jesus 3 Mal ehe der Hahn krähte
Siehe auch das Beispiel mit dem ungläubigen Thomas
Und das waren Jünger Jesu, die Jesus persönlich kannten, mit ihm durchs Land zogen, seine Predigten und Gleichnisse hörten, seine Taten und Wunder sahen


(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: 1. Wieso offenbarte sich Gott in den abrahamitischen Religionen auschließlich in einer bestimmter Region der Erde, obwohl weite Teile des Globus bevölkert waren?


Kannst Du ausschließen, daß Gott in den Jahrhunderten vorher versuchte, Kontakt zu den Menschen aufzunehmen ? In allen möglichen Regionen der Erde ? Von diesen - vergeblichen - Versuchen wissen wir klarerweise nichts


(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: 2. Das AT und das was Jesus lehrte könnten kaum konträrer zueinander stehen. Wie kann es sein dass der Vater sich irrte und dies durch den Sohn korrigiert werden musste.



So war es nicht. Da gibt es eine interessante Diskussion hier im Forum, schau Dir das an:
Bereich: "Christentum und Theologie"
Thema: "Inkohärenter Gott? Überhaupt nicht!"
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#5
Hallo NoBody

(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: ich bin leider immer noch auf der Suche nach dem bedingungslosen Glauben.

Wieso "leider"? Es ist nicht schlimm, nicht zu glauben.


(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: 1. Wieso offenbarte sich Gott in den abrahamitischen Religionen auschließlich in einer bestimmter Region der Erde, obwohl weite Teile des Globus bevölkert waren? Wenn es so war spricht es für das auserwählte Volk, aber diese räumliche Beschränkung passt nicht zum Allmächtigen.

2. Das AT und das was Jesus lehrte könnten kaum konträrer zueinander stehen. Wie kann es sein dass der Vater sich irrte und dies durch den Sohn korrigiert werden musste. Das erschließt sich mir einfach nicht.

3. Es gibt ältere Göttermhyten, die fast identisch der Geschichte Jesus sind, wie bspw. die des Horus. Die Parralelen zur Sonne und zu astrologischen Zyklen spielen dabei augenscheinlich eine elementare Rolle. Wie kann dies sein? 

Das sind alles sehr gute Fragen. Und sie lassen sich logisch konsistent wohl nur beantworten, wenn man den Menschen als Quelle des Glaubens und der "heiligen" Schriften ansieht.
AT und NT sind nur so aktuell, wie es der damalige kulturelle Stand der Menschheit war. Und Religionen bzw. deren Geschichten handeln immer von dem Leben der Menschen, von denen sie herrühren. Deshalb ist der Buddhismus eben anders als das Christentum.
Wenn du mich fragst sind das alles Hinweise darauf, dass Religion und "heilige" Schriften lediglich menschengemacht sind, ohne göttlichen Plan.

(13-02-2019, 00:40)NoBody schrieb: Versteht mich nicht falsch, ich stelle Gott nicht infrage

Es ist imho ein Merkmal eines mündigen Menschens Gott und Religion (sowie generell tradierte "Wahrheiten") in Frage zu stellen.
Wenn du auf Widersprüche in deiner Religion stößt ist es nur legitim, nach Gründen dafür zu suchen.

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#6
(13-02-2019, 21:08)Gundi schrieb: Und Religionen bzw. deren Geschichten handeln immer von dem Leben der Menschen, von denen sie herrühren. Deshalb ist der Buddhismus eben anders als das Christentum.


Willst Du sagen, der "Buddhismus" sei übermenschlich ?? Icon_cheesygrin
(Willst Du gar sagen, Buddha war mehr als ein Mensch ??)
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#7
(13-02-2019, 23:44)Sinai schrieb: Willst Du sagen, der "Buddhismus" sei übermenschlich ??  Icon_cheesygrin
(Willst Du gar sagen, Buddha war mehr als ein Mensch ??)

Andersherum: Religionen spiegeln den Erfahrungsschatz derjenigen Menschen wider, die sie erschaffen haben, weshalb sie auch so sehr in bestimmten Orten und Zeiten verhaftet sind.

Und ansonsten ist Buddha natuerlich fuer (nicht-westliche) Buddhisten mehr als ein Mensch.
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#8
Ich habe Gundi etwas gefragt

Vielleicht ist er ganz anderer Meinung als Du
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#9
Ich sehe das wie Ulan.

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