Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Zehen aus Eisen und Ton
#91
(23-03-2019, 22:41)Bion schrieb: Den Unsinn, dass die Jahre von 614 bis 911 nicht stattgefunden hätten, also samt den historischen Personen, die in dieser Zeit gelebt haben, erfunden worden seien, hat ein Journalist mit Namen Heribert Illig in die Welt gesetzt. Da sich "Sensationen" gut verkaufen lassen, gewannen seine Bücher unter historisch mäßig gebildeten Zeitgenossen ihre unkritische Leserschaft.

Ich hatte mich immer dagegen verwehrt, genau das habe ich gemeint:
(23-03-2019, 16:59)Sinai schrieb: ( . . . )
Ich kann mich noch gut erinnern, als vor einigen Jahren die "Sensation" verkündet wurde, daß die Geschichte des Mittelalters gefälscht sei - und daß Karl der Große eine nachträglich erfundene Figur sei

Viele Leute glaubten diesem Gerücht. Es sind ja wirklich viele Ungereimtheiten in der Geschichte des Mittelalters. Aber es ist eine falsche Methode, aufgrund von kleinen Widersprüchen die Eckpfeiler in Frage zu stellen. Nach einiger Aufregung setzte sich dann wieder die Wahrheit durch und es wurde still um dieses Gerücht


Weißt Du, warum ich das für ausgeschlossen halte?

Es gab nämlich neben der christlichen Chronologie die jüdische Chronologie und die islamische Chronologie
Jüdischen und islamischen Gelehrten - aber auch Kaufleuten - wäre sofort aufgefallen, wenn die Franken nur ein einziges Jahr unterschlagen hätten

Da weder jüdische noch islamische Quellen von derartigem berichteten, kann es ausgeschlossen werden
Zitieren
#92
Noch wichtiger ist, dass die Archaeologie das eindeutig widerlegt. All die Menschen, die in den angeblich fehlenden 300 Jahren begraben wurden, muessen irgendwo gelebt haben. Auch haben Staedte wie Paderborn fuer die Zeit einen lueckenlosen Fundbeleg.
Zitieren
#93
(21-03-2019, 18:11)konform schrieb: Dass mit den zehn Zehen Länder des ehemaligen Römischen Reichs gemeint sind


Da ist auch Nordafrika gemeint, Ägypten, Israel, Türkei, Armenien, Rumänien (dort spricht man sogar heute noch Rumänisch, eine romanische Sprache)
Zitieren
#94
Mein frueherer Einwand mit "unter dem Banner des Propheten" war auch nicht wirklich flapsig gemeint. Unter den heutigen Laendern, die ehemals Teil des Roemischen Reiches waren, befinden sich viele islamische Laender.
Zitieren
#95
(24-03-2019, 11:03)Sinai schrieb:
(21-03-2019, 18:11)konform schrieb: Dass mit den zehn Zehen Länder des ehemaligen Römischen Reichs gemeint sind

Da ist auch Nordafrika gemeint, Ägypten, Israel, Türkei, Armenien, Rumänien (dort spricht man sogar heute noch Rumänisch, eine romanische Sprache)

(24-03-2019, 12:01)Ulan schrieb: Mein frueherer Einwand mit "unter dem Banner des Propheten" war auch nicht wirklich flapsig gemeint. Unter den heutigen Laendern, die ehemals Teil des Roemischen Reiches waren, befinden sich viele islamische Laender.

Na gut, schauen wir uns an, was Du da geschrieben hast:
Christentum und Theologie > Zum Problem des Ausbleibens der Parusie Christi , Beitrag # 36
(13-02-2019, 22:29)Ulan schrieb:
(13-02-2019, 21:14)konform schrieb: Im 17. Kapitel dieser Schrift ist von einem ungewöhnlichen Bündnis die Rede, zu dem es vor der Rückkehr des Messias in Europa kommen wird. Die kommenden Weltmacht Nr.1 entsteht danach auf dem Gebiet des ehemaligen Römischen Reichs. Das Danielbuch wie die Offenbarung lassen keinen anderen Schluss zu.

Wie waer's mit Wiedervereinigung des Roemischen Reiches unter dem Banner des Propheten?

Im Prinzip ist das alles beliebig interpretierbar. Prophetien dieser Art sind endlos recyclebar, und anscheinend finden sich genuegend Leute, die das auch immer wieder tun.


- - - -


Na ja, ein wenig Ironie Deinerseits höre ich da schon heraus. Eine Frage, die mit "Wie waer's" beginnt, ist nicht ganz ernst gemeint
Aber 'konform' dürfte nicht nachtragend sein - er ist solche Reaktionen wohl schon gewohnt


Gehen wir inhaltlich auf die Problematik ein. 'konform' vertritt die Ansicht, daß mit den zehn Zehen der symbolischen Figur
im Buche Daniel "Länder des ehemaligen Römischen Reichs gemeint sind"

Wenn wir seinen Gedanken weiterspinnen oder weiterweben, dann ist ein Blick auf die Karte des Römischen Reiches zur Zeit seiner größten Ausdehnung hilfreich.

Pikanterweise war "Germanien" nicht dabei ! Es gehört nach Daniel nicht zu den zehn oder zwölf Zehen
Deutschland ist also fein raus - wir haben diesmal Ruh Icon_cheesygrin

Aber besorgniserregend ist es, daß ganz Nordafrika samt "Lybia" und vor allem Ägypten dabei ist !!!

Der Irak ("Mesopotamia") ist dabei, ganz "Syria" wo der IS zuhause ist (derzeit militärisch besiegt und untergetaucht und auf Fronturlaub in Europa - wird aber in einiger Zeit wieder losschlagen), der Gaza-Streifen mit seinen süßen Palästinensern und der Westiran und die grausige Problemzone der "Ukraine" und Teile Tschetscheniens, die Türkei (NATO-Stützpunkt; die NATO sitzt ja wirklich an vielen Wassern à la Offenbarung) und als Krönung der Staat Israel mit der traditionsreichen Stadt Jerusalem

Das sind schon ganz schön viele Zehen . . .
Wahrscheinlich wird 'konform' zu subsumieren beginnen, aber ich will ihm nicht vorgreifen Icon_cheesygrin

Vorschlag:
1.) Die EU West (allerdings ohne die BRD, da dieses Gebiet nie römisch war) meinetwegen unter Führung von F, wenn es 'konform' so will
2.) Die EU Ost (Ungarn . . . )
3.) Die Ukraine (Rom hatte einen Flottenstützpunkt sogar auf der Krim)
4.) Les Pays de Maghreb (Mauretainien, Marokko, Algerien, Tunesien, Lybien) und das längst arabisierte Land  namens "Ägypten" sowie Syrien und die süße Türkei wo blöderweise ein US Bomberflughafen der NATO steht. Mit Ausnahme von Algerien alles sunnitisch dominiert
5.) Der Westiran - die schiitische Welt
6.) Als Krone des Ganzen die schöne Stadt Jerusalem mit seiner Klagemauer des Tempels samt der weltberühmten al-Aqsa-Moschee

Ob der dilettantische Vorschlag dem 'konform' gefällt, weiß ich noch nicht - er kann ihn ja nach Belieben abändern oder umgruppieren

Jedenfalls sind noch vier (oder gar sechs) Zehen frei
(Exkurs: nirgends wird übrigens gesagt, daß die Figur 10 Zehen hatte - die Bibel berichtet von einem Philister mit 12 Fingern. Im Buch Daniel ist von "den Zehen" die Rede, ohne die genaue Zahl zu nennen.)

Beispielsweise hat die Provinz "Judäa" (die Teil des Römischen Reiches war) mit der von der Römern gebauten Hafenstadt Caesarea einen viel stärkeren Bezug zum Römischen Reich als etwa Deutschland, Dänemark, Polen, Schweden, Norwegen und andere Mitgliedsländer der EU, die niemals Teil des Römischen Reiches waren

Nun habe ich das Spiel des 'konform' konsequent weitergespielt, habe mich peinlich genau an seine Vorgaben gehalten "Länder des ehemaligen Römischen Reichs" - und bin schon gespannt, ob er darauf eingeht und eine Stellungsnahme abgibt - oder wie gewohnt seine Predigten plakatiert
Zitieren
#96
(25-03-2019, 00:25)Sinai schrieb: Na ja, ein wenig Ironie Deinerseits höre ich da schon heraus. Eine Frage, die mit "Wie waer's" beginnt, ist nicht ganz ernst gemeint

Sicher war da Ironie im Spiel, da ich von der Prophezeiung nichts halte. Ironie wirkt aber dadurch, dass sie einen wahren Kern enthaelt, und der wahre Kern ist hier die Feststellung, dass viele Nachfolgestaaten des Roemischen Reiches halt islamische Laender sind.

(25-03-2019, 00:25)Sinai schrieb: Wenn wir seinen Gedanken weiterspinnen oder weiterweben, dann ist ein Blick auf die Karte des Römischen Reiches zur Zeit seiner größten Ausdehnung hilfreich.

Pikanterweise war "Germanien" nicht dabei ! Es gehört nach Daniel nicht zu den zehn oder zwölf Zehen
Deutschland ist also fein raus - wir haben diesmal Ruh Icon_cheesygrin

Nun ja, Grossstaedte wie Koeln, Frankfurt am Main, Stuttgart oder Muenchen liegen alle auf dem ehemaligem Gebiet des Roemischen Reiches, und es gab die Provinzen "Germania Superior" und "Germania Inferior", so dass sich da anscheinend auch grossdeutsche Fantasien mit passend gemachten Bibelstellen bedienen lassen. Auf Genauigkeit kommt es solchen Orakeldeutern eh nicht an.
Zitieren
#97
In 'Religions- und Kulturgeschichte' > 'Poseidon - ein libyscher Gott ?' hat heute 'Bion' in Beitrag # 3 einen interessanten Kommentar zu Herodot zitiert, wo von einem Volk Tursa (Tyrsener) die Rede ist:

(02-04-2019, 01:07)Bion schrieb: Herod. Hist. 2,50 wurde von Hans Wilhelm Haussig folgendermaßen erläutert:


"Poseidon wird schon in den griechischen Texten der Linearschrift B aus der Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. erwähnt, die aus dem kretischen Knossos und Pylos auf der Peloponnes stammen. Wenn der Kult übernommen wurde, können ihn nur die Libyer von den Griechen entlehnt haben. Das könnte im Rahmen der großen Wanderung der Seevölker geschehen sein, als zwischen 1234 und 1225 v. Chr. die Sakalsa (Sizilier), Sirdana (Sardinier), Tursa (Tyrsener), Aqaiwasa (Achaier, d. h. Griechen), Luka (Lykier) und die Peleset (Philister) gegen Ägypten vorstießen. Sie trafen dort auf die von der ägyptischen Westgrenze allmählich immer weiter in das Deltagebiet eindringenden Libyer (ägyptisch: Libu)."

Ich gab nun in die Suchmaschine ein: Tursa (Tyrsener)
und fand:
Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen: Von ...
books.google.at/books?isbn=3525516800

Dort steht auf Seite 547 wirklich Tursa (Tyrsener)
Tursa und Tyrsener werden synonym verwendet

Zu den Tyrsenern:
"Die Tyrsener, auch Tyrrhener genannt (altgriechisch attisch: Τυρρηνοί Tyrrhēnoí, ionisch: Τυρσηνοί Tyrsēnoí, dorisch: Τυρσανοί Tyrsānoí; lateinisch Tyrrheni), waren in der antiken griechischen Mythologie und Geschichtsschreibung die Bezeichnung bestimmter Bevölkerungsteile im Bereich des nordwestlichen Kleinasiens, aber auch auf den Inseln Lemnos, Imbros, Samothrake und Lesbos.[1] Einer in der Antike und auch bis heute verbreiteten Auffassung zufolge waren sie mit den Etruskern eng verwandt"
Tyrsener - Wikipedia
[1] F. Lochner-Hüttenbach: Die Pelasger (= Arbeiten aus dem Institut für vergleichende Sprachwissenschaft in Graz. Bd. 6). Gerold, Wien 1960, S. 105ff. mit Diskussion und weiterführender Literatur. Geschlossen wird dies vor allem indirekt aus Erwähnungen bei Herodot und dessen an einigen Stellen evidenten Verwechselungen von Pelasgern und Tyrsenern.

Dies ist alles sehr interessant. Wenn wir davon absehen, daß Herodot offenbar nicht scharf zwischen Tyrsenern und Pelasgern unterschied,
ist der (schwache) Hinweis interessant, daß die Tyrsener mit den Etruskern wohl eng verwandt waren

Immerhin gab - und gibt es noch heute - das Tyrrhenische Meer

"Das Tyrrhenische Meer (italienisch Mar Tirreno, französisch Mer Tyrrhénienne) ist ein Teil des Mittelmeers. Es liegt westlich der Apenninhalbinsel zwischen den Inseln Sardinien, Korsika und Sizilien.
( . . . )
Name
Der Name des Meeres leitet sich von der griechischen Bezeichnung für die Etrusker ab, die im Altgriechischen Tyrrhenoi hießen."

Vielleicht wäre es denkbar, die Tyrrhenoi (Etrusker) zu den "Seevölkern" zu rechnen

Zu den Seevölkern werden die Phönizier gerechnet, und auch die Philister

"Seevölker" - ein sehr weiter Begriff !

Während das Phönizische eine semitische Sprache war, wissen wir, daß die Philister keine semitische Sprache hatten (viel mehr wissen wir auch nicht über ihre Sprache, da die Funde dürftig sind), und es war das Etruskische weder semitisch noch indogermanisch (eine sogenannte Isolierte Sprache)

Wenn man der These folgt, die Etrusker zu den Seevölkern zu rechnen, ist das keine sprachliche Einordnung, sondern eine technische

Die Frage des Reiseweges

Es war eben keine Völkerwanderung am Landwege, sondern vom Meer her

Daß die Etrusker vom Meer gekommen wären, ist eine Meinung für die es Indizien gibt, aber es gibt auch Indizien, daß sie aus der sogenannten "Villanova-Kultur" stammten.
Ich schrieb von der sogenannten "Villanova-Kultur", da der Begriff etwas irreführend ist. Benannt wurde die Kulturform nämlich rein zufällig nach dem Dorf Villanova in der Gemeinde Castenaso, 10 km östlich von Bologna am Fluss Idice, als dort 1853 ein Gräberfeld entdeckt wurde

Denkbar wäre jedenfalls, daß der etruskische Adel vom Meer gekommen wäre

Die etruskische Königsdynastie behauptete auch immer ihre Herkunft aus dem zerstörten Troja
Dies war eine Saga der Dynastie
Zitieren
#98
(02-04-2019, 14:27)Sinai schrieb: Zu den Seevölkern werden die Phönizier gerechnet, und auch die Philister

Phoenizier werden nicht dazu gerechnet. Phoenizier sind Kanaanaeer, die schon ewig an der Levante gewohnt hatten (Phoenizisch und Hebraeisch sind auch viel spaeter noch fast gar nicht zu unterscheiden).

Dass das Etruskische mit dem Lemnischen verwandt ist, ist eine gaengige Hypothese, ja. "Tyrsener" bezeichnet dabei nicht unbedingt Etrusker, moeglich ist es aber schon. Die Hungersnoete vor dem bronzezeitlichen Kollaps setzten so einige Voelker in Bewegung.
Zitieren
#99
Ich fand einen Artikel, den ich aber noch nicht gelesen habe:

Die Phönizier des Mutterlandes zur Zeit der Kolonisierung
archiv.ub.uni-heidelberg.de/.../1/Roellig_Die_Phoenizier_des_Mutterlandes_1982.pdf
von W Röllig - ‎1982
Zitieren
"Mutterland" ist hier die Levante (im engeren Sinne).
Zitieren
(02-04-2019, 15:49)Ulan schrieb:
(02-04-2019, 14:27)Sinai schrieb: Zu den Seevölkern werden die Phönizier gerechnet, und auch die Philister

Phoenizier werden nicht dazu gerechnet. Phoenizier sind Kanaanaeer, die schon ewig an der Levante gewohnt hatten (Phoenizisch und Hebraeisch sind auch viel spaeter noch fast gar nicht zu unterscheiden).



Neben dem rätselhaften Volk der Etrusker geben auch die Phönizier Rätsel auf
Ich bin kein Spezialist für die phönizische Frühgeschichte, sehe aber dennoch manche Auffälligkeiten bei den Phöniziern

Die Phönizier sprachen eine kanaanäische Sprache - so wie die Hebräer, die Moabiter, die Edomiter usw - waren aber im Gegensatz zu diesen
eine Seefahrernation

Während die Hebräer eine ausgeprägte Tradition eines Nomadenvolkes hatten, das in einem dürren Land lebt und nur durch geschicktes Verhalten überleben kann (das strenge Familiensystem baute darauf auf) und wo Schafherden wichtig waren, stachen die Phönizier in See! Sie bauten hochseetüchtige Boote, die sogar atlantiktauglich waren - immerhin erreichten sie die Zinninseln (die britischen Inseln). Sie waren berühmt-berüchtigte Piraten, wagemutige Seefahrer die als Fernhändler wie gesagt die britischen Inseln besuchten und Kolonien gründeten (der Stützpunkt bei der Meerenge von Gibraltar und auf zahlreichen Inseln des Mittelmeers und vor allem die Stadt Karthago)  

Auch die Etymologie des Namens gibt Fragen auf.
"Der Name „Phönizien“ könnte sich von der seit Homer belegten griechischen Bezeichnung „Phoinikes“ („Φοίνιϰες“) ableiten, die wiederum mit den kretischen Linear B-Begriffen „po-ni-ki-ja“, „po-ni-ke-a“ und „po-ni-ki-jo“ („phoinikion“?) in Verbindung steht. Eine zweifelsfreie Zuordnung bleibt jedoch unsicher. Als Farbe purpurrot sind „phoinikeā“ und „po-ni-ke-a“ in Listen von montierten (Pferde)-Wagen belegt;[2] „po-ni-ki-jo“ für ein Gewürz oder eine Pflanze; in diesem Zusammenhang auch für „kaptaru“ als kretische Wacholderfrucht.[3]

Möglicherweise liegt ebenfalls eine Verbindung zu den Begriffen „po-ni-ke“ („phoinikei“) und „po-ni-ki-pi“ („phoinikphi“) vor, die sich auf das Bearbeiten und Verzieren von Holzmöbelstücken im Zusammenhang der Wortbedeutung für „Palme/n“[2] (insbesondere Dattelpalme) beziehen.[3] Ergänzend kommt hinzu, dass das Färben von Stoff mit Hilfe von Purpurschnecken ein weiteres typisch phönizisches Handwerk war."
Phönizien - Wikipedia
[2] Christoph Kurt: Seemännische Fachausdrücke bei Homer: Unter Berücksichtigung Hesiods und der Lyriker bis Bakchylides. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1979, ISBN 3-525-26215-9, S. 60.
[3] Fritz Gschnitzer: Frühes Griechentum: Historische und sprachwissenschaftliche Beiträge (Kleine Schriften zum griechischen und römischen Altertum, Band 1). Steiner, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07805-3, S. 97.


Die Meisten glauben, daß der Name Phönizier von der Farbe Purpur kommt, eine verlockend einfache Erklärung.
Durch das Purpur wurden die Phönizier reich

"Der Name Phönizier leitet sich von der mykenischen Bezeichnung po-ni-ki-jo (Linearschrift B)[3] beziehungsweise der altgriechischen Bezeichnung Φοίνικες Phoínikes ab. Dieser Begriff ist seit Homer belegt und steht im Zusammenhang mit φοίνιξ phoínix „purpurrot“: Das Färben von Stoff mit Hilfe von Purpurschnecken war ein typisch phönizisches Handwerk."
Phönizier - Wikipedia
[3] Assaf Yasur-Landau: The Philistines and Aegean Migration at the End of the Late Bronze Age. Cambridge University Press, Cambridge 2010, ISBN 0-521-19162-9, S. 41 (books.google.com).


Mir kam jedoch diese allzu triviale Erklärung des Namens der Phönizier immer etwas fraglich vor
Phönizier - Wikipedia

Vielleicht war der kultische Vogel Phönix der Namensgeber  
"Der Phönix (griechisch Φοίνιξ Phoínix, von altägyptisch Benu: ‚Der Wiedergeborene/Der neugeborene Sohn‘; lateinisch Phoenix) ist ein mythischer Vogel, der am Ende seines Lebenszyklus verbrennt oder stirbt, um aus dem verwesenden Leib oder aus seiner Asche wieder neu zu erstehen.
( . . . )
Bereits in der ägyptischen Mythologie gibt es den meist mit dem Sonnengott oder auch mit Osiris verbundenen Benu, meist dargestellt in Form eines Reihers, der am Abend stirbt und bei Sonnenaufgang in der Morgenröte aufersteht.[1]"
Phönix (Mythologie) - Wikipedia
[1] Friedhelm Hoffmann: Phönix. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff.

Im Griechischen ist die Schreibweise sehr ähnlich! Die Aussprache ist ident
φοίνιξ phoínix - Farbe purpurrot
Φοίνιξ Phoínix - der kultische Vogel

φ ist Minuskel (Farbe purpurrot), Φ ist Majuskel (Name des kultischen Vogels), beides ist der Buchstabe Phi

Vielleicht war dieser kultische Vogel das Wappentier des Volkes, das dann nach ihm benannt wurde

Dies ist nicht auszuschließen - denn wenn man ins Wikipedia schaut: Phönix (Mythologie) - Wikipedia
dann sieht man das Wappen der deutschen Gemeinde Bechtsrieth im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab (Bayern)
Wenn heute 2019 n. Chr. eine deutsche Gemeinde den kultischen Vogel Phönix im Wappen führt, dann kann das auch in der Antike im Orient möglich gewesen sein

Bern hat den Bären im Wappen
"Historisch gesehen ist das Berner Wappen ein sogenannt redendes Wappen, ein Wappen also, welches den zugehörigen Namen illustriert."
Fahne und Wappen des Kantons und der Stadt Bern - Wikipedia
Zitieren
Dies hat mit dem Thema nun ueberhaupt nichts mehr zu tun.

(02-04-2019, 22:36)Sinai schrieb: Die Phönizier sprachen eine kanaanäische Sprache - so wie die Hebräer, die Moabiter, die Edomiter usw - waren aber im Gegensatz zu diesen
eine Seefahrernation

Während die Hebräer eine ausgeprägte Tradition eines Nomadenvolkes hatten, das in einem dürren Land lebt...

Das sind Stereotype, die so nicht stimmen. Man kann nicht nur die Texte von Hebraeisch, Kanaanaeisch und Phoenizisch in der fruehen Zeit nicht unterscheiden, auch die Rollen sind durchaus flexibel. Das sieht man ja z.B. am Deboralied (Ri 5), das auch fuer Ascher und Dan einen Bezug zum Meer und zu Schiffen herstellt. So gibt es fuer die sogenannten "12 Staemme Israels" durchaus ernstzunehmende Vorschlaege, die einige davon als Phoenizier identifizieren und den Stamm Dan als eines der "Seevoelker". Das ist aber alles etwas fuer einen anderen Thread.
Zitieren
(24-03-2019, 11:03)Sinai schrieb:
(21-03-2019, 18:11)konform schrieb: Dass mit den zehn Zehen Länder des ehemaligen Römischen Reichs gemeint sind


Da ist auch Nordafrika gemeint, Ägypten, Israel, Türkei, Armenien, Rumänien (dort spricht man sogar heute noch Rumänisch, eine romanische Sprache)

Von nicht vom göttlichen Ursprung des Danielbuches und der Offenbarung ausgehenden Exegeten kann man höchstens eine zeitgeschichtliche Auslegung dieser Schriften erwarten. Aber es gibt noch immer Theologen, die den prophetischen Charakter des Buches Daniel und der Offenbarung nicht bestreiten. Diesen zufolge sind die zehn Zehen des Buches Daniel mit den zehn in Offenbarung 17,12 erwähnten “Wie-Königen” identisch.

Diese zehn Herrscher repräsentieren offenbar Staaten des zerfallenen Römischen Reiches. Dass Rom das politische und religiöse Zentrum des vereinigten Reiches ist, sagt insbesondere das 17. Kapitel der Offenbarung deutlich. Da es im Verlauf der europäischen Geschichte zu keiner Zeit gewaltfrei zu einem solchen Bündnis kam, ist dies in der Zukunft zu erwarten. Eben gerade bemüht sich insbesondere der französische Präsident um die Neuordnung Europas. Dem deutschen Außenminister ist bei der gestrigen Nato-Tagung die Notwendigkeit eines europäischen Verteidigungsbündnisses wohl bewusster geworden.

Wie die aktuelle Lage zeigt, müssen  mit den zehn Zehen Länder West- und Ost-Roms gemeint sein. Demnach wird das gedemütigte Griechenland dem neuen Bündnis angehören, wahrscheinlich auch einige weitere  Balkanländer.

Das neue Europa wird einiges zu regeln haben, nicht zuletzt im Nahen Osten. Aber auch in Afrika. Wie die neue Weltmacht Nr. 1 in den Krisenregionen vorgehen wird, ist in Daniel 11,36-45 vorhergesagt.  Militärisch besetzt werden danach  nicht nur Ägypten und Libyen, sondern auch Israel.
Zitieren
Wenn man vom göttlichen Ursprung des Danielbuches ausgeht (da haben wohl alle Christen kein Problem) und versucht, aus der ominösen Geheimen Offenbarung schlau zu werden, dann muß man sich auf die ehrliche Suche machen, wer diese 10 Staaten sind oder sein könnten.

Das Römische Reich ist nicht kongruent mit der heutigen EU
Abgesehen davon, daß Länder wie Polen, Schweden, Norwegen, Finnland, Island nicht zum Röm. Reich gehörten,
gehörte ganz Nordafrika zum Röm. Reich !!

Das ganze Mittelmeerbecken war römisch - bis weit in den heutigen Irak

Wenn Du auf irgendwelche Diktatoren anspielst (Du schreibst von 10 “Wie-Königen”, was auch immer das heißen mag) - dann solltest Du nicht an Deinen vor Angst zitternden Freund Macron denken, der sich mit Müh und Not in Frankreich an der Macht halten kann, sondern eher an mächtige Leute wie beispielsweise den türkischen Erdogan oder den syrischen Assad

Die heutige Türkei hieß damals Provinz Asia - und das heutige Syrien war damals die Provinz Syria

(Abgesehen davon ist das heutige Land "Frankreich" - die damalige Provinz Gallien - kein christlicher Staat mehr, und daher solltest Du nicht darauf spekulieren, daß dieser Staat von Gott auserkoren wäre, in neutestamentlichen Sachen eine führende Rolle zu haben: Article 1 der französischen Verfassung normiert, daß es ein "laizistischer" Staat ist. Was auch immer man darunter versteht, die Wähler in Frankreich wissen es wahrscheinlich gar nicht so genau)  

Somit ist überhaupt niemand zu sehen, wer als diese 10 Könige in Frage käme
Während in den USA die Bibel bei politischen Zeremonien eine Rolle spielt, schaut es in der EU mau aus.
Macron, Merkel . . . belieben zu scherzen ?

Gerade mal EU-Länder wie Polen sind noch christlich - aber das Gebiet von Polen war nie Teil des Römischen Reiches

Und die vielen Nachfolgestaaten des Röm. Reiches außerhalb Europas sind islamisch !
Zumindest schreit dort der Muezzin

Somit ist das mit den zehn Zehen - zumindest heute - alles nur an den Haaren herbeigezogene Spekulation
Zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste