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Christen und ihre Religion: Gott wird nicht mehr gebraucht
Nun, wie ich es sehe, nach Burkl, ist Sünde, zur falschen Zeit, am falschen Ort, auf die falsche Art und Weise, die falsche Person flach zu legen. Icon_twisted
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Wir haben es doch nicht nötig, solche Begriffe zu veralbern! Sünde ist der unvollkommene Zustand des Menschen, der sich durch sein Tun von der von Gott vorgegebenen Lebensweise trennt oder getrennt hat. Nach Drewermann, Küng und anderen sind Gottes Regeln darauf angelegt, das Leben möglichst zu bewahren. Alles, was Menschen tun, um für sich Vorteile zum Nachteil der Mitmenschen zu ergattern ist sündig (und trennt von Gott). So sind auch die Zehn Gebote eigentlich Lebensregeln.

Aber ich teile nicht 'Burkl's Einschätzung, dass menschengemachte Klimaänderungen und andere Umweltschäden nur "säkulare Apokalypsen" sind. Die dahinter stehenden menschlichen Aktivitäten sind auch im religiösen Sinne Sünden.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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Ganz sicher hat Sünde etwas mit unserer Unvollkommenheit zu tun. 
"Wir sind allzumal Sünder und gemangeln des Ruhmes, den wir, vor Gott, haben sollten..."
Dabei interessiert mich weder Drewermann, noch Küng.
Natürlich sind die Gebote hilfreich.
Was mich jedoch stört, ist die Einseitigkeit, mit der Menschen Gott und seine Normen betrachten. War es nicht Jesus, der sagte, dass die Gebote um des Menschen willen gemacht sind, nicht der mensch um der Gebote willen?
Es ging da zwar um die Frage des Sabbat. Aber, ich denke, diese Aussage hat eine gewisse allgemeine Gültigkeit.
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(25-07-2019, 20:59)Herodotus schrieb: Ganz sicher hat Sünde etwas mit unserer Unvollkommenheit zu tun. 
Nein.. hätten unsere Vorfahren nicht gesündigt (opportun, keine Gelegenheit ausgelassen), wäre die Menschheit schon lange ausgestorben. Die hatten es damals bei weitem nicht so leicht wie wir heute. Als die ersten Missionare in den Urwald gingen, um die "Wilden fromm zu machen" war es dort noch Sitte, dass die Gäste eines Dorfes bei den Ehefrauen (der Eingeborenen) schlafen mussten. Die waren manchmal sehr beleidigt, wenn man seine Gene nicht mit ihnen teilen wollte.  Die Geschichte des berühmten "Kokus-Schokorigels" welcher angeblich auf Thaitii erfunden worden sein soll. Die Gastfreundschaft der Eingeborenen und vor allem der Eingeboreninnen.. die soll damals in Sachen Sündhaftigkeit auch ziemlich heftig gewesen sein. https://de.wikipedia.org/wiki/Bounty
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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Geobacter schrieb:Nein.. hätten unsere Vorfahren nicht gesündigt (opportun, keine Gelegenheit ausgelassen), wäre die Menschheit schon lange ausgestorben.

Nein.

Denn die Sünde ist kein Gebrauch der Freiheit, sondern ihr Missbrauch. Die Freiheit ist auf das Erkennen und Verwirklichen des Guten hingeordnet. Innerhalb dessen liegt das "Farbspektrum des Regenbogens", ereignet sich wahrhaft freies Handeln, das Wachstum ermöglicht. Die Sünde ist immer nur schwarz und dient in keiner Weise dem Wachstum und Fortschritt des Menschen - im Gegenteil: sie ist das Hemmnis dafür schlechthin.
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(25-07-2019, 20:59)Herodotus schrieb: Ganz sicher hat Sünde etwas mit unserer Unvollkommenheit zu tun. 
"Wir sind allzumal Sünder und gemangeln des Ruhmes, den wir, vor Gott, haben sollten..."
Dabei interessiert mich weder Drewermann, noch Küng.
Natürlich sind die Gebote hilfreich.
Was mich jedoch stört, ist die Einseitigkeit, mit der Menschen Gott und seine Normen betrachten. War es nicht Jesus, der sagte, dass die Gebote um des Menschen willen gemacht sind, nicht der mensch um der Gebote willen?
Es ging da zwar um die Frage des Sabbat. Aber, ich denke, diese Aussage hat eine gewisse allgemeine Gültigkeit.
Ja sicher. Gottes Gesetz dient letztlich dazu, wahrhaft Mensch zu werden.

Irgendwer hat einmal gesagt - "Mach es wie Gott, werde Mensch!"
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Das Vollkommene gibt es nur im Negativen. Unsere Welt ist auch nicht beonders vollkommen. "Gut ist, was möglichst gut an diese unvollkommene Welt angepasst ist. Und weil unsere Evolutionsgeschichten Jahrhunderttausende zurückreicht und  in jene entscheidenden Überlebenskämpfen welche es zu allen Krisenzeiten immer wieder gibt,  eher immer die gewinnen, welche nicht zu den Rücksichtsvollen gehören.. und natürlich hat man ja auch seine eigenen hungrigen Kinder lieber als die hungrigen Kinder anderer Leute... 

Wir sind das evolutionäre Ergebnis einer  Jahrhundtertausende langen Anpassung an eine bis vor wenigen hundert Jahren für uns noch sehr unvollkommene Welt. Damals konnte man es sich nicht leisten eine Gelegenheit entgehen zu lassen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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(25-07-2019, 19:28)Ekkard schrieb: Wir haben es doch nicht nötig, solche Begriffe zu veralbern!

Ich fand den Kommentar nicht unpassend, da dies anscheinend das Kernthema in der Argumentation Burkls, das dieser sich ausgesucht hat, ist.


Natuerlich stossen hier grundsaetzlich unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander. Ich halte die Vorstellung, dass es irgendeine gottgegebene Regel zur monogamen Ehe gaebe fuer reichlich abstrus - das gibt nicht mal die Bibel her - aber sei's drum, die Vorstellung ist halt so katholische Tradition.

Ansonsten stimmt Geobacters Beurteilung so in den Grundzuegen. In den kleinen Gruppen unserer naechsten Verwandtschaft unter den Lebewesen ist es wohl so, dass meist nur ein paar dominante Maennchen bei der Begattung zum Zuge kommen; der Rest kann sich das bestenfalls durch List erschleichen. Das ist beim Menschen, der nicht so eng eingegrenzte fruchtbare Perioden hat, schon schwieriger (kann sein, dass unsere Vorfahren das noch detektierten; welche Bereiche da jetzt genau vom Schrumpfen des Hirnvolumens betroffen sind, ist unklar). Insofern ist natuerlich die Einfuehrung einer monogamen Ehe eine Art "Demokratisierung" des Zugangs zur Fortpflanzung; auch eigentlich Schwaechere kommen so zum Zuge, aber die Erbergebnisse sind breiter gestreut. Fuer die Kinder ergibt sich dadurch im Idealfall eine Sicherung der Versorgung beim Aufwachsen, egal, wer nun der tatsaechliche Vater ist. Bei beiden, Maenner wie Frauen, ist es aber fuer den Fortpflanzungserfolg von Vorteil, die Partner ein wenig weiter zu streuen, weshalb das auch in Gesellschaften, die eigentlich das monogame Ideal predigen, ein sehr weit verbreitetes Phaenomen ist. Populationsgenetisch hat sich das Modellrechnungen zufolge in etwa auf dem Idealwert eingependelt.

Mit der Realitaet haben solche Glaubensgrundsaetze aber sowieso nicht viel zu tun. Den Sinn haben sie ja eigentlich auch gar nicht. Sie sollen lediglich Richtlinien bei der Lebensgestaltung geben und fuer eine gewisse Sicherheit sorgen, was ja per se nicht schlecht ist. Gerade die katholische Sexualmoral wird aber auch von der Mehrheit der Glaeubigen in den meisten katholischen Laendern ignoriert; die hat gesellschaftlich fast vollstaendig ausgedient.
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Vollkommene "Ärsche" gibt es viele auf der Welt, aber vollkommene Menschen gibt es keine... und sogar der heilige Franziskus von Assisi war eher so eine Mischung aus mittelalterlichem "Borderline-Irren  und des Menschen seiner allerliebsten Neigung, bei beim idealisieren seiner Helden, mit welche er sich in seinem für ihn unerreichbaren göttlichen Idealselbst gerne identifizieren möchte, grenzenlos zu übertreiben.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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Geobacter schrieb:Das Vollkommene gibt es nur im Negativen.

Das stimmt in gewisser Art und Weise.

Das Böse ist immer Negation des Guten. Es gibt "Güter", das höchste Gut ist Gott. Aber es gibt kein "böses Gegenstück" zu "Gütern" - das Böse bringt nichts vor, sondern ist immer Verneinung, Korrumpierung, Verspottung, im Letzten Auslöschung dessen, was ist. Und alles, was ist, ist im Grunde gut (vgl. Gen 1,31).
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Der Ausgangspunkt war doch, ob Gott "gebraucht" wird, oder ob ihn auch Christen und hier vor allem Theologen, schon abgeschrieben haben.
Für mich ist "brauchen" ein etwas merkwürdiger Begriff. Vor allem im Blick auf Gott.
Nun neige ich nicht dazu die großen Theologen zu zitieren. Sicher, ich "kenne" Drewermann und Küng und habe auch Bultmann und Barth gelesen. Bultmanns Johanneskommentar sogar mehrfach und immer wieder. Barths Dogmatik freilich nicht, sie hat die Wucht von Marx seinem Kapital.
Aber all das hilft nicht wirklich. Man muss sich über das, was man denkt, selbst Klarheit verschaffen. Ja, ich kann natürlich auf die Irrtümer anderer zurückgreifen und muss nicht jeden Fahler selbst machen.
Aber letztlich lernt der Mensch eher aus dem, was er falsch macht, als aus dem, was er über fremdes "falsch machen" gelesen hat.
Da ich getauft und konfirmiert bin, darf ich mich als Christ bezeichnen. Da ich Theologie studiert habe, u.a., darf ich mich als Theologen bezeichnen.
Auf dem Hintergrund meines Lebens habe ich Erfahrungen gemacht, die mich dahin gebracht haben, Gott zu vertrauen. Ich bin dennoch nicht frömmer als Küng. Ich weiß, das ich Fehler gemacht habe. Burkl würde von Sünde sprechen. Das hat aber mein Vertrauen in Gott nicht erschüttert, nur mein Vertrauen in mich selbst. Aber Gott hat meine Fehler ausgebügelt. 
Ja, das hört sich merkwürdig an. Aber es ist eben eine Erfahrung, die ich machen durfte. 
Wie gesagt, "brauchen" ist das falsche Wort, wenn es um Gott geht. Brauche ich meine Frau? Sie sitzt neben mir uns zockt. Aber sie hat meine Hemden gebügelt. z.B. Ich bin froh, dass sie da ist.
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Danke für diesen Text - der dein tiefes inneres Leben bezeugt.
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