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Christentum und Zivilisiertheit
#16
(21-06-2019, 22:51)Herodotus schrieb: Natürlich hat Europa sich die Welt unterworfen.


Auch heute hat Europa seine Protektorate, sie heißen nur anders.

Wo sind denn keine französischen, britischen, russischen, amerikanischen "Friedensbomber" stationiert ?

Wo sind denn keine "Friedenstruppen" mit ihren "Friedensgranatwerfern" stationiert ?

Wo sind denn keine amerikanischen und britischen Bussi Kriegs - äh Friedensschiffe auf Streife ?

Heute wie damals zum Schutz der Europäischen Werte - und zum Schutz des freien Handels bei dem die Einheimischen immer draufzahlen

Interessant jedenfalls: Protektorat - Wikipedia
dort zB:
Britische Protektorate
Internationale Protektorate

Ich will die heutigen Truppenpräsenzen zur Aufrechterhaltung europäischer Werte nicht verächtlich machen, wahrscheinlich sind sie wirklich erforderlich, da sonst der ganze Nahe Osten, der Irak, Afghanistan und was weiß ich in Blut und Stammesfehden versinken würde

Ich finde es nur lustig, wenn gesagt wird daß die Europäer die das um 1880 taten, "böse" waren

Als die "Mahdisten" in ihrem blutigen Dschihad jeden niedermetzelten, der nicht Richtung Mekka betete, mußten die Briten Militär zum Schutz der nichtislamischen Bevölkerung des Sudan einsetzen
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#17
Die Europäer, die es einst taten, waren nicht böser, als andere Menschen. Sie waren nur bereit, sich das zu nehmen, was sie brauchten.
Heute wird viel vom Frieden gesprochen, viel vom Fortschritt. Das ist eitles Geschwätz, weil es Menschen gern hören.
Wenn Europa Truppen marschieren lässt, geht es um europäische Interessen. Manchmal auch um amerikanische, was dann fatal ist, weil die kaum wissen, was sie wollen.
Es gibt Gegenden, die würde ich sofort und mit Freuden in Stammesfehden versinken lassen. Dazu gehört Afghanistan. Ich würde auch Teile Afrikas sich selbst überlassen oder wieder richtig kolonisieren. 
Die Sicherung der Seewege ist eine wichtige Aufgabe. Somalische Piraten sollten nach altem Seerecht behandelt werden und nicht irgendwann in Hamburg rumlungern, weil man es nicht schafft, sie wirklich zu bestrafen.
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#18
(22-06-2019, 10:44)Herodotus schrieb: Die Europäer, die es einst taten, waren nicht böser, als andere Menschen. Sie waren nur bereit, sich das zu nehmen, was sie brauchten.
Heute wird viel vom Frieden gesprochen, viel vom Fortschritt. Das ist eitles Geschwätz, weil es Menschen gern hören.
Wenn Europa Truppen marschieren lässt, geht es um europäische Interessen. Manchmal auch um amerikanische, was dann fatal ist, weil die kaum wissen, was sie wollen.
Es gibt Gegenden, die würde ich sofort und mit Freuden in Stammesfehden versinken lassen. Dazu gehört Afghanistan. Ich würde auch Teile Afrikas sich selbst überlassen oder wieder richtig kolonisieren. 
Die Sicherung der Seewege ist eine wichtige Aufgabe. Somalische Piraten sollten nach altem Seerecht behandelt werden und nicht irgendwann in Hamburg rumlungern, weil man es nicht schafft, sie wirklich zu bestrafen.

Na du bist ja von den "Schlimmen" fast einer der Schlimmsten.

Warum lassen wir Afrika nicht einfach den Afrikanern, Deutschland den Deutschen, Amerika den Amerikanern, China den Chinesen.. usw. usf...

Weist du was Deutschland dann für ein armes Land wäre? Als isolierter Nationalstaat? Und wie reich die Afrikaner wären?
Das Problem ist dieser ganze Ideologische Narzissmus. Die ganze Menschheit müsste eigentlich längst schon eine große Familie sein. 99% der Ressourcen verschwendet der Deutscheuropäische Ignorant für seinen Imponiertrieb..
Wenn wir uns auch nur nur hablbwegs auf das beschränken würden, was wir brauchen.. dann wäre die Erde längst schon ein Paradies für jeden.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#19
Zivilisation bedeutet "menschliche Gesellschaft" und es waren keine Christen die daran beteiligt waren, als die erste "Zivilisation" gegründet wurde. Christen waren viel öfter daran beteiligt "Zivilisationen" zu zerstören.. angetrieben von ihrem ideologischen Narzissmus, welcher in der Schwarmdynamik in Sachen Grausamkeit keine Grenzen mehr kannte.

Jede Gesellschaft ist zuerstmal ein nichtlineares System (Physik) Nichtlinerare Systeme streben im Normalfall immer nach optimaler Energieeffizienz und damit nach einem Ausgleich innerhalb der einzelnen beteiligten Glieder.
(Genau so, wie in einer Reihenschaltung unterschiedlich geladener Batterien mit der Zeit ein Ladungsausgleich statt findet, bilden sich in der Natur durch Selbstorganisation komplexe Strukturen, die sehr empfindlich auf kleinste Veränderungen der einzelnen Parameterwerte reagieren.. und bei besonders drastischen Veränderungen gerät das ganze System in einen chaotischen Zustand.. Weil in nichtlinearen Systemen der Energieerhaltungsatz nicht gilt,  da sie zu beiden Seiten offen sind.. sollten wir schnellsten anfangen darüber nachzudenken, ob vielleicht an  unserem Streben nach ideologischer Selbstzufriedenheit im naiven Glauben nicht doch so einiges grundlegend falsch sein könnte..Die Natur hat schon schlimmere Katastrophen als uns überlebt und sich selbst immer wieder bestens reorganisiert.. Die braucht uns also gar nicht.)

Wenn nun heute die armen Afrikaner zunehmend Europa kolonisieren, obwohl sie ursprünglich zu den reichsten Menschen überhaupt gehörten, müssen da wohl in den letzten 1000 Jahren sehr empfindliche "Eingriffe" statt gefunden haben, welche alle einstmaligen afrikanischen Zivilisationen komplett ins Chaos stürzten.....................
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#20
Eine Zivilisation ist eine menschliche Gesellschaft, die nach bestimmten Normen organisiert ist. Von daher hat unsere, europäische Zivilisation, eine andere Struktur und andere kulturelle Inhalte, als bei afrikanischen Völkern vorfindlich sind.
Auch die islamische Welt hat andere Vorstellungen vom Leben und Zusammenleben.
Ich bin nicht davon überzeugt, dass man eine Gesellschaft mit einem physikalischen Prinzip deuten kann.
Ich würde nie davon ausgehen, dass Deutschland als einzelner Nationalstaat bestehen könnte. Das war vielleicht früher mal ein Wunschtraum. Deutschland besteht in der Gemeinschaft mit den anderen europäischen Ländern und ich wäre geneigt, sogar Russland mit einzubeziehen.
Ob die Afrikaner wirklich mal reich waren? Wenn das stimmen sollte, hat ihnen ihr Reichtum nicht wirklich etwas gebracht.
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#21
(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb:
(20-06-2019, 19:41)Ulan schrieb: die Gruende sind rein wirtschaftlich. Und die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung wurde mit der Aufklaerung gelegt.

Natürlich brachte der Liberalismus allerlei Vorteile - die Industrialisierung ermöglichte den Automobilismus, die Chemische Industrie, das Rauchlose Schießpulver und damit das Maschinengewehr, die Atomkraft

Doch war das ein Segen ?

Was das Thema des Threads angeht, offensichtlich ja. Die freien Wissenschaften und die freie Wirtschaft haben die Grundlage fuer die oekonomische Ueberlegenheit erst Europas und dann auch Nordamerikas und einiger asiatischen Staaten gelegt. Dies ist es, was diese Laender fuer Immigranten populaer macht.

(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb: Die Aufklärung erfolgte in den bibelgläubigen Staaten: Holland, England, Hamburg, Preußen
Von Baruch Spinoza (Amsterdam) bis Adam Smith (England)
Gerade die bibelgläubigen (protestantischen) Staaten waren das Biotop der Aufklärung

Deine Argumentation bewegt sich immer noch auf dem Niveau der Korrelation des Rueckgangs von Geburten in Deutschland mit dem Rueckgang der Stoerche. Du vergisst, dass es auch Zeiten gab, in denen die islamischen Staaten die Motoren des Fortschritts in allen moeglichen wissenschaftlichen Bereichen waren, waehrend Europa in ein dunkles Zeitalter unter christlicher Herrschaft verfallen war. Es ist zwar wissenschaftlich durchaus umstritten, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass die christlichen Buecherverbrennungen in einem relativ kleinen Zeitfenster das intellektuelle Erbe der Antike weitgehend vernichtet haben. Beweisen laesst sich das nicht, aber zumindest verschwanden die Buecher kurz nach der christlichen Machtuebernahme.

Fuer diesen Thread ist das aber letztlich uninteressant. Es ist nicht das Christentum, das Europa oder Nordamerika fuer Migranten interessant macht, sondern die wirtschaftlichen Aufstiegsmoeglichkeiten des Individuums.

(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb: In den islamischen Gesellschaften erfolgte seltsamerweise keine Aufklärung . . .

Das ist richtig. Ich glaube, dass ihr durch den Oelreichtum bestehender wirtschaftlicher Vorteil da im Weg steht; die Regierenden sehen keinen Handlungsbedarf.

(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb: Über die Gründe, warum Flüchtlinge nicht in islamische oder postkommunistische Länder wollen, sollten wir auch diskutieren 

Du sagst, daß die Gründe "rein wirtschaftlich" wären

(20-06-2019, 19:41)Ulan schrieb:
(19-06-2019, 16:06)Sinai schrieb: Es wird wohl einen Grund haben, daß Flüchtlinge nicht in islamische oder postkommunistische Länder wollen

die Gruende sind rein wirtschaftlich.

Nun - ich bezweifle das. Arabische Flüchtlinge fühlen sich in Ungarn (und den anderen postkommunistischen Staaten) nicht wohl, auch wenn sie genug Geld zum Leben haben.

Ungarn geht es wirtschaftlich nicht gut, und Orbans Politik wird das wohl so zementieren. Alle postkommunistischen Staaten Europas sind unattraktiv, weil ihre Wirtschaften viel zu schwach sind. Die Fluechtlinge wollen ja auch nicht nach Polen, das ein sehr katholisches Land ist (87,5% der Bevoelkerung), was wiederum zeigt, dass Religion mit der Angelegenheit ueberhaupt nichts zu tun hat. Sollte die polnische Wirtschaft weiterhin bergauf gehen, wird sich zeigen, ob sich das aendert. Italien und Spanien sind uebrigens auch nur maessig attraktiv, weil die Wirtschaft darniederliegt.

(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb: Und Flüchtlinge aus der Arabischen Welt wollen ganz sicher nicht in ein arabisches Land !
Und zwar nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Die Arabische Welt ist nämlich sehr zerstritten. Überall Unterdrückung oder bürgerkriegsähnliche Zustände. Kurdische Moslems dürfen bei uns in Deutschland demonstrieren und auf der Straße schreien, wenn sie das im Nahen Osten probieren würden, ginge es ihnen schlecht

Nun, die Kurden tun's trotzdem. Und die Aussage ist - natuerlich - sowieso komplett falsch. Der Libanon hat mehr syrische Fluechtlinge aufgenommen als Deutschland (genau wie die Tuerkei, was schon erwaehnt wurde). Syrische Fluechtlinge wollten gerne an den Golf, aber die dortigen Staaten wollten sie nicht aufnehmen, um nicht die syrischen Konflikte ins eigene Land zu holen.

(21-06-2019, 21:32)Sinai schrieb:
(21-06-2019, 02:58)Ulan schrieb: Die Auslaenderanteile in manchen islamischen Staaten liegen bei 70-80% der Bevoelkerung.

Hier muß man genau sein und darf nicht verallgemeinern

A) Es gibt viele Ausländer derselben islamischen Richtung in so manchen islamischen Staaten
Das sind zwar völkerrechtlich gesehen "Ausländer" - anderer Reisepaß - aber aufgrund derselben islamischen Richtung werden sie gern gesehen, sind Teil der dortigen Umma
(Das ist so, wie wenn Südtiroler - die offiziell "Italienische Staatsbürger" sind - nach Innsbruck übersiedelnIcon_smile)
Der neugegründete Staat Algerien holte gerne schiitische Lehrer aus dem Iran

B) Andere Ausländer werden wie Sklavinnen gehalten. Die zigtausenden Kindermädchen aus den Philippinen in Saudi Arabien
Die haben Null Rechte, beim geringsten Aufbegehren gegen die Frechheit der Familie werden sie heim geschickt
Da sie bei ihrer Ankunft das Geld für die Heimreise beim Familienchef hinterlegen müssen, ist das ein großes finanzielles Druckmittel und damit ein Disziplinarmittel. Wenn so ein 20-jähriges Mädel aus den Philippinen zum Arbeiten nach Saudi Arabien fliegt, muß ihre ganze Großfamilie Geld sammeln und vorstrecken. Wenn sie dann verfrüht (mit leeren Taschen) heimkommt, ist das für ihre Großfamilie und für sie eine Katastrophe! Sie muß sich daher von ihrer saudischen Gastfamilie alles gefallen lassen. Wenn sie aufbegehrt, heißt es sie war frech oder faul und ab die Post

Jetzt haben wir also philippinische Kindermaedchen. Es mag ihnen zwar zum Teil nicht besonders gut gehen, aber Dein eigener Text widerlegt Deine Grundaussage: die islamischen Staaten am Golf sind derart beliebte Emigrationsziele, dass ganze Familien Geld sammeln, um ihren Kindern das zu ermoeglichen. Und bei den 10 Millionen Fremdarbeitern in Saudi-Arabien oder den 8 Millionen in den VAE handelt es sich nicht um philippinische Kindermaedchen. Der Grossteil dieser Leute kommt aus Asien (ausserhalb Nahost) und Afrika, und sie sind es, die diese Laender zum Gutteil am Laufen halten; nur die Chefs sind Einheimische. Beim Rest sind uebrigens auch viele Europaeer und Amerikaner enthalten, da diese islamischen Laender auch fuer Leute aus Europa oder den USA attraktive Standorte zum Wohnen und Arbeiten sind. In den VAE ist es relativ leicht, ein Haus zu kaufen und ueberzusiedeln, und ich habe ein paar Bekannte, die das gemacht haben.

Alles in allem sehe ich nicht, dass Du Dich ueberhaupt bemuehst, Deine These irgendwie argumentativ zu untermauern. Das ist immer noch auf dem Storch->Geburtenziffer-Niveau einer Korrelation. D.h., eigentlich ist es nicht mal eine Korrelation, wie ich jetzt schon an vielen Beispielen klargemacht habe.

Selbst dort, wo Du einem Argument nahekommst - den Zusammenhang zwischen Protestantismus und wirtschaftlichem Liberalismus - vegeigst Du es dann, wenn Du Beispiele wie Spinoza bringst. Er ist ein schoenes Beispiel fuer die Emanzipation der Philosophie von der Religion, also gerade einer Bewegung weg von Religion. Aber das haben wir ja schon x-mal durchgekaut.
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#22
(22-06-2019, 13:53)Herodotus schrieb: Ob die Afrikaner wirklich mal reich waren? Wenn das stimmen sollte, hat ihnen ihr Reichtum nicht wirklich etwas gebracht.

Siehe Mansa Musa, Koenig von Mali, der reichste Mann seiner Zeit. Ich denke, der afrikanische Kontinent leidet immer noch an den Folgen der Grenzziehungen durch die Kolonialmaechte, die viele parasitaere Beziehungen zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten zementiert haben. Allerdings mache ich mir auch keine Hoffnung, dass sich daran friedlich etwas aendern koennte.

Mansa Musa kennen natuerlich sowieso viele Leute aus der Spielreihe (passend zum Threadtitel) "Civilization".
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#23
(22-06-2019, 13:53)Herodotus schrieb: Ich bin nicht davon überzeugt, dass man eine Gesellschaft mit einem physikalischen Prinzip deuten kann.

Die Selbstorganisation aller komplexer Strukturen und zu denen auch "Gesellschaften" gehören, unterliegt den sogenannten (pysikalischen) Naturgesetzen, welche nach bisherigem Erkenntnisstand im ganzen Universum gelten.

Solche nichtlinearen Systeme wie auch Gesellschaften sind aber trotzdem in einem ständigen Wandel. (allmäliche Anpassung an die Schwankungen und langsamen Änderungen bezgl. der Einflussparameter.)

Die Energie welche nichtlienaren System "am Laufen hält" muss immer von außen zugeführt werden.. Siehe z.B. auch den Stoffwechsel biologischer Organismen.

Künstliche Intelligenz... ist ein künstliches neuronales System, welches sich sehr gut mit der Entwicklung von Gesellschaftsystemen vergleichen lässt. KI lebt vom Erfahrungsaustausch der künstlichen neuronalen Ebenen.
Erfahrung ist das Ergebnis von Versuch und Irrtum.. Allein dadurch entsteht im System mit der Zeit eine konstante Oszillation der Energieverhältnisse.  "Sowas" machen sich auch die Elektonikingenieure zunutze.

Das die Rahmenbedingungen anderer Klimaten auch andere Gesellschaftsstrukturen hervorbringen, die  über Jahrtausende durch Versuch und Irrtum ihren Energiumsatz optimiert haben, liegt wohl auf der Hand.

Afrika ist bezüglich Ressurcen auch heute noch immer das reichste Land der Welt.. Es gibt dort "nichts" was es dort nicht gibt und das ist auch die Erklärung, warum Länder die besonders arm an Ressourcen sind -- wie z.B. das alte Europa ständig zu technischen Innovationen -  (Evolution der Werkzeuge, besser bekannt als technischer Fortschritt)  - gezwungen waren. Werkzeuge lassen sich auch als Waffen einsetzen und  brauchen dann eigentlich nur noch spezifisch umgearbeitet werden...(Zweckoptimierung)

Und damit kann man dann den Energiumsatz der eigenen "Zivilisation" deutlich steigern,.. Auch ganz ohne vernünftige Familienplanung.. die ja mit der Christianisierung Europas gänzlich abgeschafft wurde.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#24
Nun, Mansa Musas Reichtum zerfloss, nach seinem Tode bereits. Grund: Clankriege, um es kurz zu fassen. Es war also nicht nur die willkürlichen Striche, die europäische Mächte auf der Karte des schwarzen Kontinents zogen. Grund sich gegenseitig zu zerfleischen, gab es schon vorher.
Ein Grund war die Jagd nach Sklaven. Nicht nur für sich selbst (auch Musas Sklaven mussten ja irgendwo her gekommen sein), nein, auch, um sie zu verkaufen. Wenn man die jungen Männer eines Nachbarstammes einfing und verkaufte, schwächte man diesen Stamm.
Noch bevor die Europäer in ihrer "neuen Welt" Sklaven brauchten, hatten die Araber Bedarf. 
Tippu Tip, ein halbtürkischer Sklavenhändler gehört zu den bekanntesten Figuren dieser Branche. Auch einer der schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Er hatte eine gewisse Bildung und galt als "schwarzer Gentleman", was ihn nicht daran hinderte, mit Menschen zu handeln.
Es waren Männer, wie Herbert von Wissmann, auf deutscher Seite und Gordon Pascha, auf englischer, die versuchten den Handel mit Menschen, der ja ganze Landstriche veröden ließ, zu beenden.
Eigentlich ist es doch egal, wer ausbeutet. Ein einheimischer, schwarzer Ausbeuter dürfte nicht besser sein, als ein weißer.
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#25
(22-06-2019, 15:25)Herodotus schrieb: Nun, Mansa Musas Reichtum zerfloss, nach seinem Tode bereits. Grund: Clankriege, um es kurz zu fassen. Es war also nicht nur die willkürlichen Striche, die europäische Mächte auf der Karte des schwarzen Kontinents zogen. Grund sich gegenseitig zu zerfleischen, gab es schon vorher.

Wie wäre es damit mal ein bisschen Chronologische Ordnung einzuhalten?
Tippu-Tip,* 1837 oder 1838; 14 Juni 1905




Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#26
Auch im fortschrittlichen Europa gab es damals immer wieder fürchterliche "Stammesfeden". Und mit den Lebensverhältnissen des deutschen "Nichtadels".. hätte damals kein freier Afrikaner tauschen wollen.

Bezüglich der des großen Goldrausches mit Schwarzen-Sklaven.. war wohl die große Nachfrage christlich-amerikanischer Kolonalisten das eigentliche Problem. Ganz abgesehen davon, dass der Mensch schon immer des Menschen Wolf war.. ob in Afrika oder sonst irgendwo auf der Welt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#27
(22-06-2019, 15:25)Herodotus schrieb: Eigentlich ist es doch egal, wer ausbeutet. Ein einheimischer, schwarzer Ausbeuter dürfte nicht besser sein, als ein weißer.

Das habe ich ja so geschrieben. Die von den Europaeern gezogenen Grenzen haben solche Verhaeltnisse innerhalb dieser Grenzen zementiert.
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#28
Beitrag # 18
(22-06-2019, 11:50)Geobacter schrieb: Die ganze Menschheit müsste eigentlich längst schon eine große Familie sein.


Was für ein schöner Gedanke ! Icon_smile

Das ist genau die Idee des Urchristentums
Alle Menschen werden Brüder (Beethoven) ist ja auch die offizielle Hymne des Europarats

Wenn die Menschheit eine große Familie ist, gibt es keine Grenzkontrollen und jeder darf wohnen, wo es ihm am besten gefällt.

Ich würde ans Ufer des Mittelmeers ziehen - Schwimmen, Tauchen, Segeln, Surfen, Oliven und Schafkäse, Rotwein, Weißbrot, kein Winter, Menschen mit sonnigem Wesen


Aber ich fürchte, die Alliierten des Zweiten Weltkriegs würden das bekämpfen:

USA baut gerade eine lange Mauer mit Stacheldraht gegen Flüchtlinge
Rußland Putin will angeblich keine Afrikaner
Großbritannien ist nicht mehr der Meinung 'wir schaffen das' und befindet sich deshalb im Brexit
Frankreich hat eine sehr militante Front National die nicht zu unterschätzen ist
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#29
Eine chronologische Ordnung? Warum?
Die Menschheit wird gewiss nie eine große glückliche Familie werden. Freilich gibt es in jeder großen Familie auch die berühmten schwarzen Schafe und andere missratene Früchtchen.
Wenn alles so wäre, wie Geo es sich erträumt, würde auch ich eher im Süden Frankreichs leben. Wir haben da schon mal mit einem hübschen Haus geliebäugelt. Aber nun ja. 
Die Welt ist nicht so, dass es friedlicher wird. 
Nicht nur die Russen möchten keine Afrikaner. Viele andere Europäer möchten sie auch nicht.
Doch wen interessiert das schon.
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#30
(22-06-2019, 16:08)Ulan schrieb: Die von den Europaeern gezogenen Grenzen haben solche Verhaeltnisse innerhalb dieser Grenzen zementiert.


Ganz klar. Wenn man sich Nordafrika anschaut, so sieht man, daß die Grenze Algeriens nach Südwesten (zu Mauretanien und Mali) mit dem Lineal gezogen wurden. 

Auf historische Stammesgrenzen wurde da überhaupt keine Rücksicht genommen !

Es ist aber zu fragen, warum "Algerien" entstand:

Barbareskenstaat
"Im 16. Jahrhundert . . . machten muslimische Seeräuber (Korsaren) . . . Algier, Tunis, Tripolis und Marokko zu ihrer Basis. Von hier führten sie einen asymmetrischen Kleinkrieg gegen die Handelsschifffahrt der christlichen Mittelmeermächte. Sie handelten hierbei aus einem Bündel von Motiven. Diese waren politischer, islamisch religiöser und materieller Natur. Diese als Barbareskenstaaten ( . . . ) bezeichneten Gebiete führten von dort aus einen erbitterten Kampf gegen die christlichen Mittelmeermächte, insbesondere deren Schifffahrt und Küsten.
( . . . )
Der Kriegszustand mit den abendländischen Staaten gab der Seeräuberei die formale Legitimation der im Krieg üblichen Kaperei. Die Versuche der europäischen Mächte, die Stadt zu erobern und der Piraterie Einhalt zu gebieten, scheiterten.
( . . . )
Im Jahr 1805 gelang es Jérôme Bonaparte im Auftrag seines Bruders Napoleon, eine größere Anzahl italienischer Gefangener freizukaufen."
Algier - Wikipedia

So wie heute die Luftpiraterie eine Geißel der Menschheit ist (man bedenke die erforderlichen Sicherheitskontrollen auf allen Flughäfen seit 1977 , siehe Entführung des Flugzeugs „Landshut“ – Wikipedia ) war es damals die Piraterie auf See


Schiffe wurden von den algerischen Piraten unter Kontrolle gebracht, die männlichen Passagiere ermordet und die weiblichen Passagiere und die Kinder wurden entführt und landeten auf den Sklavenmärkten und dann in den Bordellen von Algier, Tunis, Tripolis und Marokko

Am schlimmsten war das Piratennest Algier

Wie immer gab es Lösegelderpressungen

"Auch einem britischen Geschwader von 19 Kriegsschiffen unter dem Kommando von Edward Pellew . . . gelang es am 27. August 1816 nicht, die Stadt zu erobern. Allerdings zwang die Streitmacht den Dey Omar von Algier durch die Zerstörung seiner Flotte und einem Bombardement seiner Hauptstadt und ihrer Befestigungen am Tag darauf zu einem Vertrag, der zur Freilassung der christlichen Sklaven und der Rückzahlung bereits entrichteter Lösegelder führte."
Algier - Wikipedia

Das war eine gute Aktion der Royal Navy. Durch die Beschießung Algiers konnte sie den Dey Omar von Algier in die Knie zwingen und die Herausgabe der christlichen Sklaven erzwingen.
Genauso wie in Mogadischu 1977 die GSG9 in der "Aktion Feuerzauber" die entführten Flugzeugpassagiere der entführten "Landshut" befreite.

Doch die Piraten gaben keine Ruh. Immer wieder wurden christliche Schiffe entführt. Schließlich bombardierte im Jahre 1830 die Französische Kriegsflotte Algier um dieses Piratennest zu zerstören und landete Truppen an.
Die Franzosen errichteten rund um das Hafenbecken auf den Trümmern Algiers eine Stadt nach französischem Muster und befriedeten das Land
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