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Gelebter christlich-muslimischer Dialog
#1
Guten Tag,

... an dieser Stelle möchte ich  ein wichtiges Thema aufgreifen dass immer wieder
unterzugehen droht. Die Verständigung zw. Islam und Christentum spreche ich hier an.
Diese läuft sicherlich recht positiv auf Gemeinde-Ebene ab.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich immer wieder gefragt welchen Beitrag die Kirchenführer
hierzu denn bisher geleistet haben. Ein Dialog zw. Islamführern und Bistumsleitungen bspw. ist
mir ehrlich gesagt unbekannt.

Daher kann man kritisch durchaus anmerken, ob interreligiöse Verständigung im Kern doch
auf unterer Ebene stattfindet, während die Leitungen eher auf tolerierte Co-Existenz setzen statt auf einen
echten Dialog, der aber zukünftig mehr und mehr gefragt sein wird.
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#2
Gelebte Verständigung auf Führungsebene viel Bewegung !

Siehe hier:
Islam: „Toleranz war gestern, jetzt gilt Freundschaft“ - Vatican News
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#3
(17-07-2019, 14:18)Kreutzberg schrieb: Guten Tag,


Daher kann man kritisch durchaus anmerken, ob interreligiöse Verständigung im Kern doch
auf unterer Ebene stattfindet, während die Leitungen eher auf tolerierte Co-Existenz setzen statt auf einen
echten Dialog, der aber zukünftig mehr und mehr gefragt sein wird.

Vorm Geld sind alle Menschen gleich. Vor der eigenen Religion und den jeweils eigenen Gottesvorstellungen sind sie es  leider nicht.
Der allerbesten interreligiöse Dialog findet auf Eben der Aufklärung, der Naturwissenschaften und aber leider gar nicht so selten auch auf der Ebene des Geldes oder eines gemeinsamen Feindes statt..

Schon im Mittelalter und zur Zeit des christlichen  Kolonialismus führten Sklavenhändler aller Konfessionen den allerbesten Dialog miteinander.
Der damalige Großmufti von Jerusalem und Adolf Hitler, ein latenter Katholik und  österreichischer Heide 3. Grades, hofierten sich regelmäßig. Urgläubige kroatische Muslime dienten gemeinsam mit Christen in der berüchtigten deutschen Wehrmacht/Waffen-SS.

Wenn es gegen einen gemeinsamen Feind der jeweils eigenen Ideologie oder um Waffengeschäfte geht, dann führte sogar die deutsche Bundesregierung den allerbesten "fruchtbaren" Dialog mit solchen arabischen Muslimen, die so gar nichts von Menschenrechten halten.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#4
Ein historischer Bezug hat mit der Gegenwart nichts zu tun. Papst Benedikt hatte mal die Ära der Verständigung zw. Islam und
Christentum ausgerufen.

So viele Projekte gibt es aber bis heute nicht, die diesen Anspruch untermauern. Es wird häufig "wohlfeilig" durch Reden beschönigt, dass man eigentlich mehr an einer Co-Existenz interessiert ist.
Das wäre wenigstens realistischer und ehrlicher.
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#5
(17-07-2019, 17:09)Kreutzberg schrieb: Ein historischer Bezug hat mit der Gegenwart nichts zu tun. Papst Benedikt hatte mal die Ära der Verständigung zw. Islam und Christentum ausgerufen.
Entweder willst du mich jetzt absichtlich verwirren.. und ich kann nur hoffen dass das zu trifft, oder du brauchst wirklich jemanden, der dich mal anständig erdet.

Was heute geschieht oder nicht geschieht ist die Wirklichkeit von Morgen. Was unsere Gegenwart angeht, steht auch diese in unabdingbarem Bezug zum historischen Gestern.  Und nur auf  dieser Grundlage kann man dann auch überhaupt eine fruchtbare Diskussion führen, insoweit man in redlicher Absicht auch gewillt dazu ist.

Was dieser Papst Benedikt mit seinem so finsteren Blick alles gesagt hat, muss man sich auch in  einem historischen Gesamtkontext bezüglich seiner Aussagen anschauen. Da ist auch eine ganze Menge Mist dabei, den sich nur jemand ausdenken kann, der nicht mehr ganz bei den "berühmten Sinnen" ist.

Auch in der Katholischen Kirche muss man immer nach unten treten, um ganz nach oben zu kommen. Oder man  ist einer von diesen besonders talentierten intriganten Dampf- und Nebelschwätzer die ihre Erfolge auf der Kariere-Leiter mehr dem Frust solcher Mitmenschen verdanken, die immer gerne klein beigeben, wenn sie dafür nur ihre Ruhe haben... als ihrem Talent und ihrem Können.

Papst Benedikt hat dieses Talent und Können augenscheinlich gefehlt. Ob er dann auch freiwillig zurückgetreten ist, oder vom "massiven Widerstand" gegen seine absurden mittelalterlichen Vorstellungen bezüglich gelebter christlicher Gemeinschaft gezwungen wurde, weis ich nicht.. aber ich tendiere dazu, dass es wohl so gewesen ist.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#6
Und was das Thema angeht.. Wenn heute die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, hat das vor allem damit zu tun, dass die allermeisten Menschen noch immer ein ziemliches Problem damit haben, eigene subjektive, vom Gewohnheits- und Vorliebeinstinkt dominierten Anschauungen und als gesichert geltende, nachvollziehbare (überprüfbare) Erfahrungen auch mal strikt auseinander zu halten. Wir Menschen sind Opportunisten und jeder der mal zufällig ein größeres Stück vom Kuchen erwischt, der teilt es lieber mit seinen eigenen Nachkommen und Freunden, als mit andern Leuten die genau das selbe tun würden.

Wir sind aber gezwungen dabei nicht zu übertreiben.. Allein auf einer einsamen Insel (im Universum) zu überleben ist ziemlich schwierig. Aber sich selber auf die Schulter zu klopfen, weil man mit Menschen einen Dialog führt, mit denen man sonst nichts anderes gemeinsam hat, als dass auch sie nur Menschen sind.. ist nicht nur albern, sonder auch noch peinlich.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#7
Gelebte christliche Gemeinschaft im Dialog mit anderen, heißt nichts anderes, als denen auch mal das größere Stück Kuchen zu gönnen, das gar nicht immer so leicht zu ergattern ist. Und wer anderen ständig Gottes Wille predigt, der tut das wohl gerade auch deswegen gerne, weils im gegen den Strich geht, dass er dieses mal halt Pech hatte.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#8
Vom "Dialog mit den anderen Religionsgemeinschaften" - auch oberhalb der Gemeindeebene - habe ich schon gehört.
Bei Ekir.de mal "Christen und Muslime" oder "Christen und Juden" eingeben. Da gibt es mehrere Artikel, die vielleicht das Lesen lohnen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#9
Man muss dabei beachten, dass "der Islam" keine so organisierte Religion ist wie das Christentum. Wer sollte denn "die Fuehrung" der Sunniten darstellen, mit der man reden koennte?
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#10
Ich bin da nicht so gebildet. Aber ich denke dass man eigentlich mit jedem Menschen reden können sollte.
Weil aber gerade religiöse und weltanschauliche Identifikationen  vor allem von der Projektion stereotyper Feindbilder leben und nicht wenige leidenschaftliche Ordnungs-Ideologen ihrer Gottheit dann oftmals allein schon nur deswegen in Rage geraten, wenn einer mal nicht in ihr Feindbild-Schema passt.. müssen wir wir uns halt weiterhin zuerst mal immer wie die Kühe auf der Weide, die Rangordnungsverhältnisse untereinander ausmachen, damit wir friedlich den Sommer mit einander verbringen können.
Ich geb ja zu, dass ich mir diesbezüglich auch selber manchmal die Hörner stutzen sollte und wieder etwas mehr dem bösen Gott Satyr entsagen.

Aber es ist wirklich erstaunlich "erstaunlich", wie schnell und einfach man sich Menschen zu Feind machen kann, bloß weil man mal ein bisschen ihre Weltanschauung durch den Kakao zieht. Ich glaub, dass wird noch ein schlimmes Ende mit uns nehmen.. Einfach nur Mensch zu sein, scheint bei gar nicht wenigen arge Minderwertigkeitsvorstellungen auszulösen.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#11
Die bittere Wahrheit kann man nicht genug betonen - eine Veränderung muss diesmal von unten kommen, weil die Führungen im ständigen Krisenmodus mit sich selbst beschäftigt sind. Ich kann nicht verstehen worauf man da noch wartet. Die Führung ist gespickt von Verwaltungsmenschen die nur Probleme beschreiben und verwalten können.

Was jedoch auffällt ist der Umstand, dass die Kirchenleitungen regional nur langsam einsehen, dass sie vielmehr von der Basis abhängig sind als umgekehrt. Das Führungspersonal ist einfach nicht gewohnt mit einer Dauerkrise umzugehen. Das wird Jahr für Jahr deutlicher. Dazu gehört auch dass man offenkundige Wahrheiten auch beim Namen nennt.

Die Kirche wird auch weiter auszehren, auch ohne Skandale - die Botschaften kommen einfach nicht mehr an und der Zug ist längst abgefahren.
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#12
(24-07-2019, 13:11)Kreutzberg schrieb: Die bittere Wahrheit kann man nicht genug betonen - eine Veränderung muss diesmal von unten kommen, weil die Führungen im ständigen Krisenmodus mit sich selbst beschäftigt sind.
Kreutzberg... Demokratie ist  ein Art Ökosystem, in dem es wie in jedem anderen Ökosystem auch Gewinner und Verlierer gibt. Veränderungen von Unten sind immer sehr gefährlich. Weil da unten nicht nur Unzufriedene ihr Unwesen treiben, sondern auch viele die entweder zu träge und zu bequem sind, selber mal nach oben zu wachsen,.. und  was am aller wahrscheinlichsten zutrifft, einfach heillos zu dumm dafür sind.


(24-07-2019, 13:11)Kreutzberg schrieb: Ich kann nicht verstehen worauf man da noch wartet. Die Führung ist gespickt von Verwaltungsmenschen die nur Probleme beschreiben und verwalten können.
Das unterscheidet eine Demokratie von einer Diktatur. Eine funktionierende Demokratie basiert darauf, dass viele unterschiedliche Interessen mit einander rivalisieren und weswegen man miteinander Regeln und Vereinbarungen ausmachen muss.. die es keiner Partei ermöglicht, die absolute Oberhand zu gewinnen. Auch in allen andern gesunden Ökosystemen hat sich dieses Prinzip durchgesetzt.. Und die Natur hat diesbezüglich um einige Milliarden Jahre mehr Erfahrung vorzuweisen, als wir selbstgerecht unzufriedenen und zum Größenwahn neigenden Menschlein.


(24-07-2019, 13:11)Kreutzberg schrieb: Was jedoch auffällt ist der Umstand, dass die Kirchenleitungen regional Das  langsam einsehen, dass sie vielmehr von der Basis abhängig sind als umgekehrt. Basis=Fundament/Fundamentalismus.
Ne danke..Kreutzberg. Eine Kirchendikatur fehlt uns derzeit gerade am allerwenigsten.




(24-07-2019, 13:11)Kreutzberg schrieb: Die Kirche wird auch weiter auszehren, auch ohne Skandale - die Botschaften kommen einfach nicht mehr an und der Zug ist längst abgefahren.

Gott macht da vielleicht selbst den allergrößten Fehler.. Wenn er uns ständig die allerdümmsten fanatischen Fundamentalisten  auf den Hals hetzt, um uns zur "Wahrheit" zu bekehren, wenn wundert es da noch, dass der Schaden daraus letztendlich bei den Kirchen hängen bleibt.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#13
Im Prinzip spricht Geobacter ein anderes heißes Eisen an. Die Kirche, so der Vorwurf gilt seit Beginn der offenen Gesellschaft als im Kern ziemlich undemokratisch - das ist bestimmt im Islam nicht anders. In diesem Zusammenhang sind mir Kirchen-Gemeinden unbekannt, welcher  eine gewisse Form der Diskussionskultur zu eigen ist.

Es ist schwer zu begreifen, dass ein interreligiöser Austausch im übrigen konkret von den Kirchenführungen speziell autorisiert werden muss. Das ist leider auch heute noch so. Diese Verfahrensweise hemmt jedoch nicht zuletzt den Verständigungsprozess statt ihn zu fördern.

Es ist ferner nicht einsehbar, dass die ersten Schritte zu Verständigung erst auf leitender Ebene vollzogen werden müssen.
Diese Vorgehensweise ist m. E. immer noch Realität um einem gewissen Kontrollverlust vorzubeugen, vor dem Kirchenleitungen immer noch Angst haben.
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#14
Weil es um den "gelebten christlich-muslimischen Dialog" im Allgemeinen neben den Auswirkungen auf die Führungsebene geht, wurde der Titel des Threads auf Anregung von 'Kreutzberg' geändert und damit etwas allgemeiner gefasst.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#15
(24-07-2019, 17:40)Kreutzberg schrieb: Diese Vorgehensweise ist m. E. immer noch Realität um einem gewissen Kontrollverlust vorzubeugen, vor dem Kirchenleitungen immer noch Angst haben.

Kirche ist Gemeinschaft.. Die Kirche lebt von dieser Gemeinschaft. Seit jeher sind in die christliche Theologie alle heidnischen Bräuche eingeflossen, mit welchen die Theologe jemals in Berührung kam.. und das hat immer gut funktioniert.
Die Kirchenführung.. besteht aber aus "sonderbaren" Ewiggestrigen.. und die sterben so langsam alle aus..

Die Kirche verändert sich  aus der Gemeinschaft heraus.. ständig und jeden Tag ein bisschen.
Der fundamentalistische Versuch, diese Veränderungen aufzuhalten ist es, was die Menschen aus den Kirchen treibt. Nichts anderes.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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