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Priester die aufgeben wegen unverantwortlicher Arbeitsdichte ...
#46
(21-09-2019, 22:48)Sinai schrieb: Wenn ich mir das riesige Rußland am Globus ansehe und mit dem winzigen Balkan vergleiche dann sehe ich daß die Russisch Orthdoxe Kirche zahlenmäßig die größte ist !

Mal abgesehen davon, dass Du auf dem Globus keine Russisch-Orthodoxe Kirche siehst, bezog sich meine Aeusserung offensichtlich nicht auf die Anzahl der Mitglieder, wo Du gewiss sein kannst, dass mir nicht entgangen ist, dass dies die groesste Orthodoxe Kirche ist. Deine Bahauptung war, diese Kirche sei "tonangebend". Ich wies darauf hin, dass die Orthodoxie nicht so funktioniert. Das Verhaeltnis zu den meisten anderen orthodoxen Kirchen ist, im Gegenteil, recht angespannt, nicht zuletzt auch wegen des starken Einflusses des russischen Geheimdienstes auf die Kirchenfuehrung.

(21-09-2019, 22:48)Sinai schrieb: Vielleicht wußten die Russen im Jahre 1860 daß "mehr Bildung" nicht unbedingt "mehr Wohlstand" bringt

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war das fast ausnahmslos der Fall, so dass die von Dir angenommenen Russen da wohl einer Falschinformation aufgesessen waeren.

Dass wir uns einig sind, dass ein Dorfpfarrer nicht unbedingt Hebraeisch und Griechisch pauken muessen sollte, ist davon unberuehrt.
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#47
(22-09-2019, 13:18)Ulan schrieb:
(21-09-2019, 22:48)Sinai schrieb: Vielleicht wußten die Russen im Jahre 1860 daß "mehr Bildung" nicht unbedingt "mehr Wohlstand" bringt

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war das fast ausnahmslos der Fall, so dass die von Dir angenommenen Russen da wohl einer Falschinformation aufgesessen waeren.

Dass wir uns einig sind, dass ein Dorfpfarrer nicht unbedingt Hebraeisch und Griechisch pauken muessen sollte, ist davon unberuehrt.


Ich glaube, wir sind uns wirklich einig, daß ein Dorfpfarrer nicht unbedingt Hebräisch und Griechisch pauken müssen sollte.

Hätte ein russischer Dorfpfarrer im Jahre 1860 diese antiken Sprachen aufgezwungen bekommen so hätte er trotz "mehr Bildung" auch nicht mehr bezahlt bekommen

Die Russisch Orthodoxe Kirche hatte monatlich einen bestimmten Geldbetrag für Priestergehälter - wenn die Priester sieben Jahre auf der Universität gesessen wären, wäre dieser Geldbetrag auch nicht größer gewesen


--


Um zum Thema zurückzukehren: 
Vor 50 Jahren war ein Universitätsstudium auch für katholische Priester nicht vorgeschrieben, sondern ein gemütliches Priesterseminar das nicht einmal halb so lang dauerte und wo es keine Leute gab die nicht mitkamen.
Das war besser so.

Die Katholische Kirche wird irgendwann wieder umdenken müssen und den Weg zurück in die Zeit vor 1965 machen

Das Zweite Vatikanische Konzil hatte es zwar gut gemeint, den Priesterberuf durch ein obligatorisches Universitätsstudium aufzuwerten, aber das war wohl "zu viel des Guten"
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#48
Es ist natürlich an dieser Stelle sicherlich eine zeitgemäße Frage ob ein Pastor von heute in Sachen Organisationsmanagement gut geschult sein müsste. Es ist wegen der vielseitigen Anforderungen sicherlich wichtig, dass man sich hier auf ein gut eingespieltes Pfarrteam verlassen kann.

Da die Beerdigung für viele Katholiken noch einen hohen Stellenwert hat stellt eine Beerdigung durch den Diakon für einige Pfarrangehörige eine Entwertung dar. Am Ende kommt es aber darauf an, dass man die richtigen Worte findet im Hinblick auf die trauernden Angehörige.
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#49
(24-09-2019, 11:43)Kreutzberg schrieb: Es ist natürlich an dieser Stelle sicherlich eine zeitgemäße Frage ob ein Pastor von heute in Sachen Organisationsmanagement gut geschult sein müsste.


Da braucht es keinen besserwisserischen Kurs "Organisationsmanagement" - dorthin werden faule und chaotische Beamte geschickt, denen man kurz vor ihrem Rauswurf einen Wink mit dem Zaunpfahl geben will - sondern eben deutlich mehr Priester

Wie das geschehen könnte, habe ich angeregt


(24-09-2019, 11:43)Kreutzberg schrieb: Da die Beerdigung für viele Katholiken noch einen hohen Stellenwert hat stellt eine Beerdigung durch den Diakon für einige Pfarrangehörige eine Entwertung dar. Am Ende kommt es aber darauf an, dass man die richtigen Worte findet im Hinblick auf die trauernden Angehörige.


Na ja. Wenn es um die "richtigen Worte im Hinblick auf die trauernden Angehörigen" ginge, dann könnte das der Ehegatte / der Sohn besser als jeder der Familie außenstehende

Die Städtische Bestattung bietet auch Telefonnummern von älteren Schauspielern an, die sehr schöne und würdige Grabreden halten
Sie erfragen den Lebenslauf des Verstorbenen von den Angehörigen und reden dann sehr gut

Gläubige Katholiken jedoch wollen den Priester - für den haben sie schließlich das ganze Leben Kirchensteuer gezahlt
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#50
Das ist ein schönes Beispiel wie konkret der überlastete Pastor entlastet werden kann ohne dass
die Arbeitsqualität darunter leidet. Dies geht sicherlich auch bei der Krankenkommunion durch den DIAKON bspw.

Da Taufen und kirchliche Heiratsanliegen ja auch deutlich zurückgegangen sind müsste es eigentlich machbar
sein, die Aktivitäten entsprechend auf Aufgabenbereiche zu beschränken, die man nur mit dem Pastor verbindet.

Dazu gehören m. E. auch öffentliche Veranstaltungen, die als "Werbung für die Ortskirche" gegenüber den Bürgern
zu verstehen sind.

[u]Aktivitäten um konfessionslose wieder in den "Schoß der Kirche" zu ermutigen, gibt es m. W. in der ländlichen Provinz[/u]
oder Diaspora ja leider relativ selten.
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#51
(26-09-2019, 12:29)Kreutzberg schrieb: Das ist ein schönes Beispiel wie konkret der überlastete Pastor entlastet werden kann ohne dass
die Arbeitsqualität darunter leidet.


Eben nicht! Gläubige Katholiken wollen zur Beerdigung den Priester - für den haben sie schließlich das ganze Leben Kirchensteuer gezahlt
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#52
Kirche ist doch nicht nur ein Serviceunternehmen für Taufe, Erstkommunion, Firmung, Trauung und einer kirchlichen Beerdigung. Das ist nur ein sehr kleiner Teil des kirchlichen Lebens. Wenn es nur das geben würde, davon könnten wir nicht leben. Wenn es nur das geben würde, dann gäb es keinen Priester, keinen Diakon, keine / keinen sonstigen in die Kirche berufenen Menschen.
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#53
(27-09-2019, 15:19)Gerhard schrieb: Kirche ist doch nicht nur ein Serviceunternehmen für Taufe, Erstkommunion, Firmung, Trauung und einer kirchlichen Beerdigung.


Sakramente haben mit dem privatwirtschaftlichen Gedanken eines "Serviceunternehmens" nichts zu tun

Die Sakramente spenden muß der Priester jedenfalls (wir reden von der Katholischen Kirche, siehe Baitrag # 1)
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#54
Ja, ich rede auch ganz konkret von der Katholischen Kirche.

Denn das gibt es auch nicht nur einmal sondern ziemlich oft:

Ein Kind wird getauft und sieht die Kirche dann erst zu Kommunionvorbereitung wieder.

Die erste heilige Kommunion ist dann auch der letzte Besuch der Kirche für lange Zeit.

Firmung, die Endgültige Aufnahme ich die Kirche kommt nur noch selten vor.

Dann ist die kirchliche Trauung noch wichtig.
(Eine Kollegin hat mir mal erklärt, dass sie sich noch kirchlich trauen lassen möchte
und dann anschließend aus der Kirche austreten würde.
Wozu dann überhaupt noch eine kirchliche Trauung?
Dann lässt man es doch am besten direkt ganz bleiben.)

Den Sinn einer Krankensalbung verstehen dann die meisten sowieso nicht mehr,
aber eine Kirchliche Beerdigung muss es dann schon geben.

Und dann kommst Du noch und sagst, dass der Priester die Sakramente spenden muss.

Reicht das aus für kirchliches Leben?

Wahrscheinlich nicht! Höchstens für ein paar schöne Feste.

Und zum Thema passt das, weil so etwas sicherlich nicht die Motivation von Priestern stärken wird
noch ein Gefühl von Wertschätzung herbeiführen kann,
dass wir doch alle so sehr brauchen.

Wir brauchen alle nicht das Gefühl, das unsere Arbeit nichts bringt
was sich sicher oft so anfühlen dürfte.

Trotz aller Anstrengung und Arbeit ist zum Schluss so gut wie nichts dabei herausgekommen.

Das kann durchaus zu Problemen wie Burn Out führen, oder zumindest ein wichtiger Aspekt sein.
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#55
(27-09-2019, 22:42)Gerhard schrieb: Ja, ich rede auch ganz konkret von der Katholischen Kirche.

Denn das gibt es auch nicht nur einmal sondern ziemlich oft:

Ein Kind wird getauft und sieht die Kirche dann erst zu Kommunionvorbereitung wieder.

Die erste heilige Kommunion ist dann auch der letzte Besuch der Kirche für lange Zeit.

Firmung, die Endgültige Aufnahme ich die Kirche kommt nur noch selten vor.

Dann ist die kirchliche Trauung noch wichtig.

( . . . )



Die Katholische Kirche ist doch selber schuld, daß es so weit gekommen ist.
Sie hat vor dem Zeitgeist kapituliert und schaut zu, wie jede 2. Ehe von Richtern der Bundesrepublik geschieden wird. Sie protestiert nicht dagegen, agitiert nicht einmal mehr dagegen.
Sie will nur schöne Feste feiern, schöne Musik dazu machen und eine schöne Show machen

Gute Miene zum bösen Spiel machen !

Daß das den Menschen nicht genug ist und sie sich angeekelt abwenden, ist doch ganz klar
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#56
Hätte
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#57
Im Gegenteil kritisieren viele, dass die Katholische Kirche die staatliche Scheidung nicht anerkennt
und die allermeisten Ehen als weiter existent betrachtet. Eine kirchliche Ehe kann nicht geschieden werden.

In ganz wenigen speziellen Ausnahmefällen kann die Ungültigkeit von Anfang an festgestellt werden.

Es gibt in der Katholischen Kirche keine weitere kirchliche Trauung,
so lange die erste Trauung besteht. 
Diese könnte zum Beispiel durch Tod des Partners beendet sein.

Staatliches Recht ist eben der Kirche nicht unterworfen.

Das ist mit Sicherheit ein vielschichtiges schwieriges Thema
das es wahrscheinlich im Forum schon geben dürfte,
hier war es nur ein Punkt aus der Liste
die m. E. durchaus Belastung für Priester bedeuten dürften.
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#58
(28-09-2019, 11:29)Gerhard schrieb: Im Gegenteil kritisieren viele, dass die Katholische Kirche die staatliche Scheidung nicht anerkennt


Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst die keiner kann.

Hier gibt es zwei Seiten:
Klar gibt es viele Fälle wo Ehen durch staatliches Gericht geschieden werden und die Geschiedenen leiden darunter, nicht mehr kirchlich heiraten zu können

Aber es gibt auch den Vorwurf vieler Katholiken gegen den Staat, daß er allzu leichtfertig Ehen scheidet (Scheidungen sind das beste Geschäft für Anwälte, die Leidtragenden sind die Kinder aber deren Interessen werden nicht gewahrt, da sie nicht wählen dürfen)
Jede 2. christliche Ehe wird heute schon geschieden  - übrig bleiben die unglücklichen Scheidungskinder

Wegen jedem Ehekrach wird heute schon geschieden

Und die Kirche sieht untätig zu bei diesem gesellschaftlichen Mißstand

Nicht jeder ist ein Liberaler, der das allzu lockere Eherecht das um 1980 eingeführt wurde, mit Standing Ovations begrüßt

Katholiken empfinden es als Verrat, wenn die Kirche tatenlos zusieht, wenn die Gesellschaft den Bach hinuntergeht

Die Kirche hat sich aus der Gesellschaft zurückgezogen und braucht jetzt nicht jammern, wenn ihr die Massen abhandenkommen.

Es geht nicht um das unauflösliche Sakrament der katholischen Ehe - sondern darum, daß die staatliche Ehe allzu leichtfertig geschieden wird - und die Kirche tatenlos zusieht und manche Bischöfe noch stolz darauf sind, für ihr Wohlverhalten von den Liberalen gelobt zu werden
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#59
Nur mal so dahingesagt? Ich habe da ganz andere Aussagen gehört und gelesen.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#60
Auch ich habe schon ganz andere Aussagen gehört und gelesen.

Aber dennoch gibt nicht wenige Katholiken, die die erfolgte Aufweichung des staatlichen Eherechts ablehnen

Ehebruch ist in der Bundesrepublik völlig straflos.
Wer eine Tafel Schokolade stiehlt wird bestraft, eine Ehebrecherin die gezielt eine Familie zerstört um den Mann zu bekommen, jedoch nicht. Eine Ehefrau und Mutter muß tatenlos zusehen wenn sie von der Nebenbuhlerin provoziert wird

Die Nebenbuhlerin macht solange Nervenkrieg bis sie am Ziel ist. Dieses Problem kennt jeder Anwalt
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