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Gott oder Mensch?
#1
Wie unterscheidet sich ein Gott von einem Menschen?

Welche Kriterien auf Basis (Grundlage) von was sind da maßgebend?

Viele Grüße
Herbert
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#2
(04-09-2019, 12:05)Herbert schrieb: Wie unterscheidet sich ein Gott von einem Menschen?


Nicht immer. Jesus ist Gott und Mensch

Nach "Kriterien" zu fragen die "maßgebend" sind, halte ich für unsinnig da es sich hier nicht um ein standardisiertes Aufnahmeverfahren mit einem Kriterienkatalog für eine Arztstelle in einem Krankenhaus handelt.

Der Gott der Thora ist unsichtbar

Dennoch ist in der Thora von "Götterbildern" (ein Übersetzungsfehler der Einheitsübersetzung ?) die Rede die von Rahel in die Satteltasche gelegt wurden
"Rahel hatte die Götterbilder genommen, sie in die Satteltasche des Kamels gelegt . . . " Gen 31,34 (Einheitsübersetzung)

"Dann nahm Michal das Götterbild, legte es in Davids Bett, umgab seinen Kopf mit einem Geflecht von Ziegenhaaren und deckte es mit einem Kleidungsstück zu." 1 Sam 19,13 (Einheitsübersetzung)

Die alten Griechen verstanden Götter als "Unsterbliche"

Manche vermuten, daß es Gründer und Gründerinnen von Sippen (Dynastien) waren, die dann später vergöttlicht wurden

--

Da Du nicht fragst "Wie unterscheidet sich Gott von einem Menschen?" sondern "Wie unterscheidet sich ein Gott von einem Menschen?" fragst Du aus der Sicht eines Polytheisten. Diese Frage ist überhaupt unbeantwortbar da es zahllose polytheistische Religionen mit Myriaden von Göttern und Göttinnen und Elfen und Geistern gibt

Der Totemismus verehrt Gottheiten in der Maske von Tieren (Bären, Wölfe, . . . )

Schließlich gibt es auch den Animismus, wo Quellen und Bäche verehrt werden
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#3
@'Sinai' (Zitat entfernt, Bezugsbeitrag steht unmittelbar darüber!)
Zu deiner Aussage "Jesus ist Gott und Mensch":

Dieser Kirchenlehre kann ich so nicht zustimmen: 
Denn wenn mit "Gott" der (oberste) Gott laut Bibel gemeint ist, so ist dieser Gott unsichtbar, unsterblich und Geist (Joh 4,24). 
"Gott ist ganz anders als diese Welt, er ist machtvoller Geist, und die ihn anbeten wollen, müssen vom Geist der Wahrheit erfüllt sein. Von solchen Menschen will der Vater angebetet werden" (Joh 4,24 lt. Gute Nachricht Bibel). Jesus dagegen war sichtbar, ist gestorben und war kein Geist. Und Jesus selbst sagte von sich: ""
Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes" (Lk 22,69). Wenn Jesus also der (höchste) Gott laut Bibel wäre, hätte sich demnach Gott neben sich selbst gesetzt. Was für ein (weitgehend geglaubter) Unsinn! 
 
Zu deinem Hinweis: '... "Wie unterscheidet sich ein Gott von einem Menschen?" fragst Du aus der Sicht eines Polytheisten'. 

Nun, es mag sein,dass ich auch aus der Sicht eines Polytheisten gefragt haben, wenn du mich in diese "Schublade" stecken willst. Aber ich fragte vorrangig aus der Kenntnis der Bibel, wonach die Bibel viele Götter kennt. Siehe dazu nur mal 
Ps 82,6-7:


"Ich sagte: Ihr seid Götter, Söhne des Höchsten seid ihr alle! Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, wie einer der Obersten werdet ihr fallen" 

und weiter Ps 82,1:

"Gott steht in der Gottesversammlung, inmitten der Götter richtet er".

Deshalb fragte ich bewusst "Wie unterscheidet sich ein Gott von einem Menschen?"


Zu Gen 31,34 
laut der Übersetzung von Buber & Rosenzweig (zwei Juden):

"Rachel aber hatte die Wunschlarven genommen und sie in den Sattelkorb des Kamels gelegt und sich darauf gesetzt".

Gen 31,34 laut Gute Nachricht Bibel:

"Sie hatte den Hausgott in den korbförmigen Sattel ihres Kamels gelegt und sich daraufgesetzt.

Gen 31,34 laut Elberfelder Bibel von 1905:
"Rahel aber hatte den Teraphim genommen und ihn in den Kamelsattel gelegt und sich darauf gesetzt". 
(Als "Teraphim" bezeichnet man ein Bild oder eine leicht transportable Figur eines Familiengottes semitischer Nomaden.)

Mir ging es in meiner Frage nicht um Götterbilder (Skulpturen) wie beispielsweise auch Kruzifixe.


Viele Grüße
Herbert
.
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#4
(04-09-2019, 18:38)Herbert schrieb: Zu Gen 31,34 
laut der Übersetzung von Buber & Rosenzweig (zwei Juden):

"Rachel aber hatte die Wunschlarven genommen und sie in den Sattelkorb des Kamels gelegt und sich darauf gesetzt".


Das verschiebt die Frage nur. Was sind "Wunschlarven" ??
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#5
Da ich drei unterschiedlich übersetzte Texte der gleichen Bibelstelle zitiert hatte, sollte klar geworden sein, dass "Wunschlarven" eine Bezeichnung für von Menschen angefertigte kleine - wie junge "Larven" - (Haus)Götter-Skulpturen sind. Also "tote" Gegenstände gemäß den Wunschvorstellungen der Erschaffer dieser Skulpturen.

Viele Grüße
Herbert

.
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#6
(05-09-2019, 22:24)Herbert schrieb: Also "tote" Gegenstände gemäß den Wunschvorstellungen der Erschaffer dieser Skulpturen.


Larven sind aber nicht tot
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#7
Weil echte Larven nicht tot sind, setzte ich "Larven" extra für dich in Anführungszeichen, obschon es sich m. E. für geistig aufgeschlossenen Menschen offensichtlich erkennbar bei dem Ausdruck "Larven" um eine Metapher handelt.

Viele Grüße
Herbert

PS: Auf weitere die Sache vernebelnde Spitzfindigkeiten werde ich mehr antworten.
.
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#8
Das deutsche Wort "Larve" bedeutet "Maske" oder Fratze, wie das lateinische Ursprungswort halt unter anderem auch.

Was hier aber wahrscheinlich eher gemeint war, ist "Laren", also der lateinische Ausdruck fuer Hausgoetter. Als solche werden die Figuren, um die es hier ging, in der Bibel beschrieben.

Das Thema war hier aber wohl ein anderes, naemlich, was denn einen Gott von einem Menschen unterscheidet. Die Antwort darauf haengt offensichtlich vom religioes-kulturellen Umfeld ab. Die Vergoettlichung von Menschen war vor allem im griechischen Raum eine gaengige Praxis. Beispiele, die wohl jedermann bekannt sind, sind Herakles (Herkules) oder Asklepios (Äskulap), wobei dort auch goettliche Vaeter angenommen werden. Inweiweit wir hier auf Vergoettlichung von Menschen oder Vermenschlichung von Goettern schauen, ist umstritten. Die Vergoettlichung von tatsaechlichen Personen ist aber auch in geschichtlicher Zeit durchaus vielfach belegt. Die roemischen Kaiser hatten das durch griechische Anregung uebernommen. Hier ist der Unterschied zwischen Mensch und Gott nicht gross.

Dass das Alte Testament noch viele nicht bereinigte Textstellen aus polytheistischer Zeit hat, sollte eigentlich bekannt sein. Die Idee eines monotheistischen Judentums in der Zeit vor der babylonischen Gefangenschaft ist weitgehend Fiktion.
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#9
"Gott und ich - wir sind eins. Er wirkt und ich werde." Meister Eckhard 


Gott und Mensch ist Einheit.

Gott ist.

Gott ist Mensch und Gott zugleich, doch der Mensch empfindet diese Einheit als widersprüchlich.


Liebe Grüße

Bernhard
Das vermeintlich Bedeutungslose ist das Bedeutendste, und das Bedeutendste ist das Bedeutungsloseste im ganzen Sein.
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#10
Ich habe zwar auch das Gefühl, Gott sei Mensch im Sinne des Gattungsbegriffes "alle Menschen, gemeinsam". Aber dies widerspricht dem "persönlichen Gott" der Hl. Schrift als menschliches Gegenüber und Idealbild eines (menschlichen) Herrschers.
Dass der auferstandene Christus zum Gott wurde, halte ich für einen historischen Unfall.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#11
(07-09-2019, 10:25)Bernhard schrieb: "Gott und ich - wir sind eins. Er wirkt und ich werde." Meister Eckhard 


Hallo 'Bernhard'

Immer wieder liest man den Namen Meister Eckhart
Er muß ein berühmter katholischer Theologe gewesen sein.
Man weiß aber wenig über ihn - ich zumindest

Ich eröffne einen Thread im Bereich Christentum und Theologie: Meister Eckhart

PS: Eckhart schreibt sich am Wortende mit t
Dies bitte beachten, sonst funktioniert die Suchfunktion des Forums in Zukunft nicht bei diesem Thread !
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#12
(07-09-2019, 10:25)Bernhard schrieb: Gott ist Mensch und Gott zugleich, doch der Mensch empfindet diese Einheit als widersprüchlich.
So langsam wird mir "Angst und Bange"..

Der Mensch ist weder ein Gott, noch ist irgend ein gearteter Gott ein Mensch, Bernhard. Und die allermeisten Mädchen lassen sich heutzutage von solchen Sprüchen auch nicht mehr an den Herd zwingen.

Der Mensch ist ein Problemfall der Evolution. Nicht als Einzelner, aber im Schwarm. Als "ein Zwischending" zwischen opportunistischen Sammler (Räuber) und einem sehr eitlen, wählerischen Raubtier, das seine "Überlebnsnische" im Hals hat..  (Sprache) ist "der Mensch" vergleichbar mit jenem Himmelskörper, welcher vor ca 65 Millionen  Jahren unseren Planten ziemlich gewalttätig "umgestaltet" hat. Und überhaupt nicht so, wie das ein Gott nach biblischen Maßstäben tun würde... gut und wohl überlegt.

"WIR" sind "der Mensch" und "Ich" ist eine vorübergehende Einbildung.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#13
(06-09-2019, 01:43)Ulan schrieb: Was hier aber wahrscheinlich eher gemeint war, ist "Laren", also der lateinische Ausdruck fuer Hausgoetter. Als solche werden die Figuren, um die es hier ging, in der Bibel beschrieben.



So etwas klingt sehr plausibel, aber ich kann mir schwer vorstellen daß Martin Buber einen Schreibfehler oder der Verlag einen Druckfehler machte und statt "Laren" irrtümlich "Larven" schrieb

Er wird schon Larven im Sinne der Metamorphose gemeint haben:
Larve - Wikipedia
"Larve (von lat. larva Pl. larvae) bezeichnet in der Zoologie eine Zwischenform in der Entwicklung vom Ei zum Erwachsenenstadium. Sie tritt bei Tieren auf, die eine Metamorphose durchlaufen. Ursprünglich bezeichnete Larve eine Maske oder ein Gespenst."

Aus orthodox jüdischer Sicht waren und sind Figurinen (der deutsch klingende Begriff "Götterbilder" in der Einheitsübersetzung verweist auf Götter im Plural) ein schroffer Verstoß gegen den Monotheismus, eine Verehrung von Dämonen - ich kann mir gut vorstellen, daß aus orthodox jüdischer Sicht diese Dämonen von den Figurinen "Besitz ergreifen", in ihnen wohnen und auf ihre Stunde warten

Klar war der griechische Begriff der Metamorphose Moses und den altbiblischen Schriftgelehrten nicht bekannt - aber daß Heuschrecken unbewegliche "Puppen" bilden, die tot zu sein scheinen aber schlummerndes Leben enthalten, hatten die Menschen wohl schon vor Jahrtausenden erkannt
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#14
Nun, "Larve im Sinne von Metamorphose" war ganz offensichtlich nicht gemeint, da es da keinerlei inhaltlichen Zusammenhang zu den juedischen Hausgoettern gibt.

Ansonsten zum Thema zurueck.
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#15
(08-09-2019, 01:11)Ulan schrieb: . . . den juedischen Hausgoettern . . .


Was hat hier in der Zeit von Rahel der Begriff "jüdisch" zu suchen ??

Hier bewegst Du Dich in der falschen Epoche !

Die Geschichte von Rahel und den "Götterbildern" handelt in einer viel früheren Zeit

Die jüdische Epoche begann erst viel später !
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