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Auswirkungen der Religion auf den Gläubigen und die Gesellschaft
#1
Question 
Hallo alle miteinander,

ich beschäftige mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit damit, welche Auswirkungen Religion und insbesondere der christliche Fundamentalismus (damit meine ich den die Bibel wörtlich auslegenden Glaube), auf ihre Gläubigen und die Gesellschaften, in denen diese leben, hat.

Meine These: Die Auswirkungen, die der christliche Fundamentalismus auf den Gläubigen hat, sind im gesamten Kontext der Entwicklung des Menschen betrachtet überwiegend negativ, und rechtfertigen höhere religionskritische öffentliche Bildung. Ein Beispiel: Wenn Religion in Schulen unterrichtet wird, müsste auch gewährleistet sein, dass Religionskritik in gleichen Anteilen ihren Platz in der Bildung findet.

Einige meiner Hauptargumente zusammengefasst:

- Das Christentum muss in den Menschen erst einmal ein Sündenbewusstsein schaffen, bevor es den Menschen davon erlösen kann. Die passiert oftmals in der Erziehung. Es ist fraglich wie förderlich ein ausgeprägtes Sündenbewusstsein für Kinder ist, und welche Auswirkungen dies für ihre Entwicklung hat. Außerdem bedient es sich fraglicher Methoden, wie der Erbsünde, um dieses Sündenbewusstsein zu erreichen. Es schafft einen unmöglichen Anspruch an den Menschen (Wer eine Frau nur begehrlich ansieht, hat bereits die Ehe gebrochen) um ihn dann daraus zu erlösen.

- Das Konzept von Himmel und Hölle macht immer noch Menschen Angst. Außerdem nimmt es den Menschen den freien Willen. Niemand, der an die Hölle glaubt, kann sich freiwillig gegen Gott entscheiden. Durch die Konsequenz der Hölle fordert Gott einen Glaube ein, der auf Angst vor Bestrafung gegründet ist.

- Der christliche Fundamentalismus trennt Menschen voneinander, genau wie andere Religionen das auch tun. Er trennt in die "Erlösten" und die "Unerlösten", welche es in den meisten Fällen zu bekehren gilt. Wenn es kein anderes Etikett zur Trennung gibt (gleiche Herkunft, gleiche Hautfarbe, gleiche kulturelle Prägung), dann dient Religion der Trennung und aufgrund unterschiedlicher Religionen entstehen Konflikte, welche teilweise mit Gewalt ausgetragen werden.

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit habe ich eine Umfrage für ehemals Gläubige Menschen zum Ausstieg aus ihrer Religion erstellt. Jeder, der diese Umfrage ausfüllt, hilft mir damit sehr weiter!

Hier ist der Link zu der Umfrage:
https://www.umfrageonline.com/s/ace08c5

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion!
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#2
Willkommen hier. Eigentlich haben Sie* ihre Fragen alle schon selbst (und auch richtig) beantwortet. Mit Fundamentalisten ist es schwer, argumentativ umzugehen. Sie sind nicht nur meistens schwerhörig sondern sogar auf beiden Ohren taub. Aber Sie sind hier in der Minderzahl, da ist es nicht zu anstrengend. Die Deutungshoheit haben hier andere.
MfG

Lassen Sie sich von meinem "Sie" nicht irritieren, ich bin ein Exot. Die anderen duzen sich alle vom ersten Moment an. Das sind die Forenregeln.
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#3
Hallo Benjamin,

sei gegrüßt, mit dem Wunsch, dass dir die Umfrage einiges Brauchbare für deine Arbeit bringt!

Wie schrecklich der christliche Fundamentalismus wüten konnte, ist besonders ausführlich in Deschners 10-bändiger (!) "Kriminalgeschichte des Christentums" nachzulesen. Deine Frage, wie es in unseren staatlichen Schulen mit dem Religionsunterricht bestellt ist, kannst du dir leicht selbst beantworten, indem du im Internet Einsicht in die Lehrpläne nimmst. Dort wirst du querbeet feststellen, dass nirgendwo indoktriniert werden darf. Religionsgeschichte mit ihren Vertretern wird so objektiv und vielseitig kritisch wie nur irgend möglich dargestellt.

Christlicher Fundamentalismus nimmt innerhalb der großen Kirchen immer mehr ab, wie etwa in den öffentlichen Verlautbarungen "Wort zum Sonntag" und anderen festzustellen ist. Das hat zur Folge, dass Gläubige, die "kein anderes Evangelium" hören wollen, austreten. Fundamentalistische Gemeinschaften haben großen Zulauf.
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#4
Hallo Benjamin,
ich habe mal mit deiner Umfrage begonnen und dort abgebrochen, wo es um die Frage ging, wann ich mich von meinem (ererbten) Glauben losgesagt habe.

Das kann ich gar nicht sagen. Habe ich mich überhaupt losgesagt? Ich bin immer noch Gemeindeglied. Nur: Es ist mir schon seit vielen vielen Jahren klar, dass das Neue Testament eine Sammlung von Mythen ist. Den Ideen der so genannten Bergpredigt folge ich durchaus, mache daraus aber bestenfalls eine Haltung kein strenges Regelkorsett. Ich bin also gar kein Fundamentalist, sehe die Hölle als etwas Diesseitiges (üble Nachrede, Unterdrückung, Hass, Verfolgung, Mord, ...) und nach meinem Tod (mehr) gilt alles das, was ich hinterlassen habe, bis es im Meer der Informationen aufgegangen (verdünnt) ist.

(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: Meine These: Die Auswirkungen, die der christliche Fundamentalismus auf den Gläubigen hat, sind im gesamten Kontext der Entwicklung des Menschen betrachtet überwiegend negativ, und rechtfertigen höhere religionskritische öffentliche Bildung. Ein Beispiel: Wenn Religion in Schulen unterrichtet wird, müsste auch gewährleistet sein, dass Religionskritik in gleichen Anteilen ihren Platz in der Bildung findet.
Das ist durchaus wünschenswert. Man muss aber auch bedenken, dass Kirche eine eigene Herrschaftsideologie entwickelt hat, so dass wenig spektakuläre Lebens- und Leidensverbesserungen (Lesen und Schreiben lernen, Kranken- und Altenversorgung, Lebensberatung) weit in den Hintergrund gerückt worden sind.

(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: Einige meiner Hauptargumente zusammengefasst:

- Das Christentum muss in den Menschen erst einmal ein Sündenbewusstsein schaffen, ... Es schafft einen unmöglichen Anspruch an den Menschen (Wer eine Frau nur begehrlich ansieht, hat bereits die Ehe gebrochen) um ihn dann daraus zu erlösen.
Das ist ein so genanntes Herrenwort und stammt nicht primär von der Kirche. Allerdings ist deren Interpretation als Lebensregel glatt gegen das, was der Wanderprediger Jesus wollte, nämlich den Legalismus aufzuheben und das mosaische Gesetz auf seinen Sinn zurück zu führen. Die Opposition waren damals Schriftgelehrte und Pharisäer, die sich fein säuberlich eine Reihe von Regeln zusammen gesucht hatten und nun glaubten vor Gott gerecht zu sein. Jesu Ansicht: Nein, kein Mensch kann vor Gott durch Einhaltung solcher "Gesetze" gerecht werden, sondern nur durch gerechtes Handeln (Gleichnis vom barmherzigen Samariter).

(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: - Das Konzept von Himmel und Hölle macht immer noch Menschen Angst. Außerdem nimmt es den Menschen den freien Willen. Niemand, der an die Hölle glaubt, kann sich freiwillig gegen Gott entscheiden. Durch die Konsequenz der Hölle fordert Gott einen Glaube ein, der auf Angst vor Bestrafung gegründet ist.
Dem ist beizupflichten. Aber darüber kommt man leicht hinweg, wenn man die tatsächliche Relativität unserer Welt betrachtet. Es gibt keinen Ort für "Himmel und Hölle" weder im Universum noch im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse, also sind das alles nur Metaphern.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#5
(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: ich beschäftige mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit damit, welche Auswirkungen Religion und insbesondere der christliche Fundamentalismus (damit meine ich den die Bibel wörtlich auslegenden Glaube), auf ihre Gläubigen und die Gesellschaften, in denen diese leben, hat.
Bitte den "Zitieren"-Button benutzen und löschen, was man nicht braucht./Ekkard
edi meint:
du hast deinen standpunkt  als agnostiker oder atheist klar zusammmengefasst  und das finde ich gut so!
ich meine, es genügt  nicht  religionskritische bücher zu studieren,  so notwendig das auch ist.
in der katholischen kirche gilt karl heinz deschner, als der "gottseibeiuns" dieser kirche, während es im  modernen  protestantismus auch namhafte theologen  und kirchengeschichtler gibt,  die die durch die bücher von deschner angeregt, sogar überlegen,  ihre kirchengeschichte umzuschreiben. (der theologe und kirchengeschichtler fritz blanke)
entlarvend schreibt der extheologe joachim kahl: zum atheisten wurde ich durch das studium der theologie! angreifbar wird deschner durch sein  motiv: sein  motiv  begründet er mit seinem hass auf die katholische kirche.
notwendig halte ich es auch, sich mit der literatur von theologen zu befassen, denn in der verästelung der jeweiligen dogmatik  kennen sich nur insider wirklich aus.
was mich an der christentumskritik stört, ist, dass nicht unterschieden wird  zwischen römisch  katholischer kirche  und dem modernen protestantismus. der katholizismus hat bis vorgestern das christentum allein vertreten, deshalb spielt der protestantismus historisch eine geringere rolle. ausserdem ist die lehre im protestantismus zu vielfältig und neigt ausserdem dazu, das geschlechtliche sich selbst zu überlassen. nur die katholische kirche ist weltkirche. nur sie allein  hält die ehelosigkeit ihrer priester für eine "biblisch fundierte  und orientierte lebensform." (döpfner)
.
natürlich hat der fundamentalismus  der katholischen kirche auch noch im 20. jhdt eine verheerende  rolle gespielt.  ihre  lliebe zum faschismus  bis pinochet ist gut belegt. besonders  grausam wirkte sich das wirken dieser kirche unter franco aus, wo opus dei mitgleder fast alle minister stellten und sogar den protestantismus verboten.
auch die unterstützung des massenmörders   pavelic und seiner faschistischen ustascha durch pius XII ist gut belegt. 
allerdings meint der hamburger historiker wolfgang wippermann, dass der katholische fundamentalismus angeblich nicht mehr gefährlich ist.
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#6
ich wurde bereits vor kurzem heftig kritisiert, weil ich auch bei den fundamentalistischen zeugen  jehovas  positives fand.
auch christliche fundamentalisten  haben einen anspruch fair beurteilt zu werden.

die sich evangelikal  verstehenden gruppen  spielen  in den evangelischen landeskirchen eine wichtige rolle. das hat speziell mit der deutschen geschichte zu tun.

in der zeit des nationalsozialismus haben dessen abstruse rassenideologie  nur jene evangelischen christen widerstanden, die sich in fragen des glaubens, allein auf die bibel beriefen. einer der späteren wortführer  der evangelikale theologe  walter künneth, war mit seinem buch "antwort auf dem mythos" im jahr 1935 ein mutiger kämpfer gegen den ns chefideologen  alfred rosenberg  und dessen buch  "der mythos des 20. jhdts." gegründet wurde seine  "apologetische zentrale" zur abwehr des maxismus und vor allem der evolutionstheorie.
.
diese anti naturwissenschaftliche einstellung  haben die evangelikalen christen in aller welt  bis heute beibehalten. sie wird dadurch nicht richtiger, dass deutsche evangelikale in der ns zeit  auf der seite der anständigen  standen.
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#7
(19-04-2020, 21:47)edi schrieb: in der zeit des nationalsozialismus haben dessen abstruse rassenideologie  nur jene evangelischen christen widerstanden, die sich in fragen des glaubens, allein auf die bibel beriefen.

Dietrich Bonhoeffer war am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt.
Ich finde nicht, dass sich seine Theologie allein auf die Bibel berufen hat.
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#8
(19-04-2020, 20:02)Ekkard schrieb: Nur: Es ist mir schon seit vielen vielen Jahren klar, dass das Neue Testament eine Sammlung von Mythen ist. 

(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: - Das Christentum muss in den Menschen erst einmal ein Sündenbewusstsein schaffen.... 

(19-04-2020, 15:35)Benjamin_Momo schrieb: - Das Konzept von Himmel und Hölle macht immer noch Menschen Angst. 
@ Benjamin Momo: Ehrlich - Wer kann heute noch Angst vor der Hölle haben? Und das Christentum muss kein Sündenbewusstsein schaffen. Es will es schaffen und damit den Menschen "gefügig" halten/machen. Davon lebte die Kirche Jahrhunderte lang.
@Ekkard: Und warum verschwenden Sie dann  noch Zeit und Energie auf eine (kostenpflichtige) Mitgliedschaft? Es wird Sie befreien. Ich spreche aus Erfahrung.

MfG
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#9
davut schreibt:
Benjamin Momo: Ehrlich - Wer kann heute noch Angst vor der Hölle haben? Und das Christentum muss kein Sündenbewusstsein schaffen. Es will es schaffen und damit den Menschen "gefügig" halten/machen. Davon lebte die Kirche Jahrhunderte
edi meint:
benjamin hat recht!
zwar wird im modernen protestantismus himmel und  hölle nur mehr mythologisch gedeutet, nicht jedoch  bei den  evangelikalen und der katholischen kirche. religiöse menschen neigen zu archaischen weltbildern, weil ihre religion selbst in dieser zeit entstanden ist.
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#10
(19-04-2020, 21:47)edi schrieb: ich wurde bereits vor kurzem heftig kritisiert, weil ich auch bei den fundamentalistischen zeugen  jehovas  positives fand.
auch christliche fundamentalisten  haben einen anspruch fair beurteilt zu werden.

Icon_smile .. tja.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#11
(19-04-2020, 21:47)edi schrieb: ich wurde bereits vor kurzem heftig kritisiert, weil ich auch bei den fundamentalistischen zeugen  jehovas  positives fand.
auch christliche fundamentalisten  haben einen anspruch fair beurteilt zu werden.

Ja sicher, die Anderen tragen wieder die Schuld hier, und nicht etwa jemand, der es mit den Nuancen nicht so hat und bei seinen Simplifizierungen oefter mal in das eine oder andere Fettnaepfchen tritt Icon_cheesygrin .


Ansonsten betrifft mich die Umfrage nicht wirklich. Ich wurde zwar katholisch aufgezogen, war mal Messdiener und hab auch schon mal den Engel Gabriel in der Weichnachtsmesse gesungen, aber dass ich aus einem religioesen Haushalt kaeme, kann man nicht gerade sagen. Die Frage, wieso meine Eltern es sich in den Kopf gesetzt hatten, ihre Kinder katholisch aufzuziehen, beantworten sie halt damit, dass sie wollten, dass wir uns in die Gesellschaft einfuegen sollten; nur, die Gesellschaft war sowieso schon auf einem anderen Weg.
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#12
(19-04-2020, 23:01)edi schrieb: benjamin hat recht!
katholischen kirche. religiöse menschen neigen zu archaischen weltbildern, weil ihre religion selbst in dieser zeit entstandar wird im modernen protestantismus himmel und  hölle nur mehr mythologisch gedeutet, nicht jedoch  bei den  evangelikalen und 

  Icon_rolleyes @Edi, woher wissen Sie eigentlich, dass religiöse Menschen besonders zu  einem "archaischen" Weltbild neigen und andere nicht? Warum hätten Sie es sonst erwähnen sollen? 

Archaische Weltbilder gründen sich auf viel ältere Kulturen, auf vorvergangene Zeiten. Sind Sie sicher, dass Sie die richtige Bedeutung des Wortes meinen? Mit Religion hat die nämlich zunächst mal nichts zu tun. Ich bestreite auch, dass irgend ein "Religiöser" im entferntesten  an die Zeiten denkt, als archaische Hochkulturen die Welt bestimmten.

Und dann wäre noch sehr interessant, was ein "moderner" Protestantismus ist. Gibt es auch einen modernen Islamismus?  Oder gar ein modernes Judentum auf dem Hintergrund der 3000 Jahre alten zehn Gebote? 

Die Religionen sind alle alt und nicht modern. Unsere christliche, von der hier die Rede ist, seit 2000 Jahren. Es sei denn, sie meinen Scientology. Die wurde in der Tat erst vor gut 60 Jahren gegründet.
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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#13
(20-04-2020, 12:18)Davut schrieb: Und dann wäre noch sehr interessant, was ein "moderner" Protestantismus ist.

Schaut man auf die USA, so ist Protestantismus von Fundamentalisten gepraegt (sie machen zwei Drittel der Protestanten aus), und es sind die fundamentalistischen Protestanten, die grosse Zuwaechse verzeichnen, waehrend die liberalen protestantischen Kirchen an galoppierender Schwindsucht leiden. "Moderner" Protestantismus kommt also in vielen Weltgegenden fundamentalistisch daher, da auch Suedamerika in die Ecke kippt.

Aus der Ecke kommen auch reale politische Gefahren. Diese Faszination, unbedingt Armageddon ausloesen zu wollen, was diese staendigen Einmischungen in die Nahost-Politik erklaert (die Wiedererstehung Gross-Israels ist in den Szenarien eine Voraussetzung), wirkt eher beaengstigend  (ausser auf Fundamentalisten selbst). Von der Sorte haben wir auf diesem Forum wohl nur ein Mitglied, das oefter postet.

Benutzt man Kategorien der Religionswissenschaften:
Von den historischen protestantischen Kirchen sind die Baptisten weltweit zahlenmaessig die bedeutendsten, gefolgt von Lutheranern, Methodisten, Reformierten und Siebenten-Tags-Adventisten.

Bei den modernen protestantischen Kirchen ist die Pfingstbewegung ganz vorne, die alleine fast so viele Mitglieder hat (etwa 280 Millionen Menschen) wie alle historischen Protestanten zusammen (300-400 Millionen). In Deutschland hatte in der Kategorie "moderner Protestantismus" vor Jahrzehnten die Neuapostolische Kirche die Nase ganz vorn (heute weltweit noch 10 Millionen Mitglieder), aber die hat wohl arg Federn gelassen. Hier gilt meist natuerlich die woertliche Richtigkeit der Bibel. Das Gros des modernen Protestantismus laesst also die Katholische Kirche fast schon als liberal erscheinen.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Ch...of_members
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#14
(20-04-2020, 13:30)Ulan schrieb: Bei den modernen protestantischen Kirchen ist die Pfingstbewegung ganz vorne, die alleine fast so viele Mitglieder hat (etwa 280 Millionen Menschen) wie alle historischen Protestanten zusammen (300-400 Millionen). In Deutschland hatte in der Kategorie "moderner Protestantismus" vor Jahrzehnten die Neuapostolische Kirche die Nase ganz vorn (heute weltweit noch 10 Millionen Mitglieder), aber die hat wohl arg Federn gelassen. Hier gilt meist natuerlich die woertliche Richtigkeit der Bibel. Das Gros des modernen Protestantismus laesst also die Katholische Kirche fast schon als liberal erscheinen.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Ch...of_members

Diesen Zustand einfach nur als "fürchterlich" zu benennen, ist wahrscheinlich immer noch Ausdruck von großzügiger Ignoranz.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" und hat noch immer schwer daran zu schaffen. 
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#15
(20-04-2020, 13:30)Ulan schrieb: Schaut man auf die USA, so ist Protestantismus von Fundamentalisten gepraegt (sie machen zwei Drittel der Protestanten aus), und es sind die fundamentalistischen Protestanten, die grosse Zuwaechse verzeichnen, waehrend die liberalen protestantischen Kirchen an galoppierender Schwindsucht leiden. "Moderner" Protestantismus kommt also in vielen Weltgegenden fundamentalistisch daher, da auch Suedamerika in die Ecke kippt.
 

Genau, das ist es in/mit der Religion: fundamentalistisch oder liberal.


Hört sich doch viel besser an als: moderne Religion. George W. Bush war bestimmt ein moderner amerikanischer Präsident. Trotzdem führte er "einen Kreuzzug" an im Irak.
Der vorletzte war,  glaube ich 1229.

MfG
Gott ist der einzige Herr der Welt, der weniger zu sagen hat als seine Diener (Deschner)
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