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nur 28 Prozent unter 30 Jahren religiös
#31
Zum Sub-Thema Bruno-Stiftung.

Ich persönlich finde die Namensgebung recht intelligent und in gewisser Weise passend. Denn unabhängig davon was man von einer betont atheistischen Organisation wider religiöse Auswüchse hält, oder positiver von einer rational-aufklärerisch-humanistischen Organisation, der Name suggeriert diverse Intentionen und schleift Kanten, unabhängig davon ob diese spezielle Stiftung dem auch gerecht wird.

Er entschärft durch den Namen eines Pantheisten den Schutzreflex der bei so manchen religiösen Menschen oder Religion sehr respektvoll eingestellten Agnostikern/Atheisten mitunter auftreten kann.
Er impliziert eine hehre Motivation weswegen das Konzept Religion kritisiert wird, die Auswüchse, die Unterdrückung die davon ausgeht und ausgehen kann, die Opfer die es forderte und fordert.
Er liefert eine gewisse Rechtfertigung für deutliche Sprache bei der Kritik, da sie im Namen eines Opfers von Glauben vorgebracht wird.
Er mildert den Eindruck es könnte das Ziel sein quasi eine Nicht-Religion missionieren zu wollen, da sich fanatische Religionshasser wohl kaum einen Pantheisten als Gallionsfigur ausgesucht hätten.

Unabhängig davon wie man tatsächlich dazu stehen mag, von einer PR-Seite aus betrachtet gäbe es definitiv schlechtere Möglichkeiten.
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#32
(04-07-2010, 12:55)nidschki schrieb: Daher seh' ich den Vorwurf des Etikettenschwindels als relativ unbegründet

In gewisser Weise stimmt das, und ich ziehe das hiermit auch zurück. Ein Etikettenschwindel setzt voraus, dass man bewusst täuschen will, um irgendein anderes Ziel zu erreichen. Das kann man (und möchte ich) der Brunostiftung nicht vorwerfen.

Gruss

DE
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#33
(03-07-2010, 22:02)humanist schrieb: Ist die Fragestellung der Namensgebung der GBS nicht völlig irrelevant? Wofür sie steht, ist bekannt.

dann könnte sie also genausogut "sparverein die unzertrennlichen" heißen?

(wer den witz versteht, bekommt von mir frucade oder eierlikör)
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
einen gott, den es nicht gibt, braucht es nicht (petronius)
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#34
(04-07-2010, 12:08)Steffen schrieb: Ist diese Quote nun als Abkehr religiöser Inhalte zu werten oder vielmehr ein Problem des allgemeinen Sittenverfalls? Ferner hat der jüngster Skandal der RKK sicherlich zu diesem Ergebnis beigetragen – so glaube ich zumindest.

den oft beschworenen "allgmeinen sittenverfall" gibt es nicht - oder aber er besteht seit anfang der zivilisation :icon_cheesygrin:

die "religiösen inhalte" haben nicht mehr jene bedeutung bzw. jene deutungsmacht, die die welt zufriedenstellend erklärt - die menschen stehen heute vor einer wesentlich gößeren palette an angebotenen deutungsmustern, und in dieser konkurrenz verlieren eben die traditionellen (bisher weithin unhinterfragt tradierten) religionsmuster an attraktivität

ich bin im übrigen überzeugt davon, daß im ganzen esoterik-bereich nicht weniger wein gesoffen und wasser gepredigt wird als in den kirchen, wo das halt heute grade groß in den medien gespielt wird. das reklamekonzept funktioniert eben (noch) besser
einen gott, den es gibt, gibt es nicht (bonhoeffer)
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#35
(04-07-2010, 14:32)petronius schrieb: den oft beschworenen "allgmeinen sittenverfall" gibt es nicht - oder aber er besteht seit anfang der zivilisation :icon_cheesygrin:

"Oh tempes oh mores" oder so ähnlich nicht? :icon_cheesygrin:

Ich glaube schon vor dem römischen Senator der da den Sittenverfall angemahnt hat haben sich die alten Griechen in ihren Heldengeschichten in Sozialkritik geübt, irgendetwas war da mit den 7 gegen Theben und den nachfolgenden dekadenten und schwächlichen Generationen.

Eigentlich müssten wir alle schon lange wieder in flohverseuchten Höhlen hausen und Frauen mit der Keule "erobern". :icon_cheesygrin:

Nachtrag:
Klugscheisser meint, dachte ichs mir doch Cicero und nicht Seneca wars, und "oh tempora..."
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