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Bildung und "Verbildung" in den Zeiten des Internets
#1
Hier auf dem Forum trifft man gar nicht so selten auf Ansichten zu wissenschaftlichen Themen, die, gelinde gesagt, von den Erkenntnissen der heutigen Wissenschaft weit entfernt sind. Nicht allzu oft ist das dann noch mit genereller Wissenschaftsfeindlichkeit gepaart, weil Differenzen in Einzelinterpretationen mit Problemen der Methode verwechselt werden. Ich habe ein wenig darueber nachgedacht, warum das, wie ich meine, in zunehmendem Ausmass so ist, und gerade vorgestern stiess ich dazu auf etwas, das ein wenig Licht auf ein Teil des Problems wirft.

Mit dem Absterben der Printmedien verschiebt sich die Informationsvermittlung immer mehr auf Internet und Fernsehen. Als ich vorgestern die Nachrichten bei SPON las, fiel mir ein Artikel namens "Gefiederter Räuber: Forscher entdecken größten Doppeldecker-Flugsaurier" auf. Da mich Palaentologie von Tetrapoden sehr interessiert, las ich das, und der Artikel endete mit den Saetzen...
Zitat:Dass vieles auf diesem Forschungsgebiet noch unsicher ist, zeigte diese Woche bereits eine andere Studie. Deren Autoren glauben, dass die verbreitete Ansicht, die heutigen Vögel stammten von Dinosauriern ab, falsch ist.

Ich bin dann auf die Suche gegangen, ob der verlinkte, eine Woche aeltere Artikel zur Abstammung der Voegel verlaesslich war. Von dort stiess ich auf eine Kontroverse, die sich daran aufhing, dass quasi mehr als die Haelfte aller Google-Suchergebnisse zur Tetrapoden-Palaeontologie durch eine Webseite bestimmt werden, die von einem Illustrator mit ein paar eigenwilligen Vorstellungen zu eben dieser Wirbeltier-Palaeontologie gefuehrt wird, der auf diiese Weise so quasi das gesamte oeffentliche Bild dieses Forschungsgebiets dominiert. Dies fuehrte zu einem langen Post im Blog des Scientific American durch einen Palaeontologen mit dem Titel "Why the world has to ignore ReptileEvolution.com" (*http://blogs.scientificamerican.com/tetrapod-zoology/2012/07/03/world-must-ignore-reptileevolution-com/).

Nun kann man sich natuerlich darueber beklagen, dass die heutige Geschichtsbildung aus Hollywood-Schinken und die wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Webseiten fragwuerdiger Provenienz bestimmt werden, aber zum Teil liegt das natuerlich auch daran, dass Wissenschaft oft genug ein Vermittlungsproblem hat. Die wenigsten Wissenschaftler schreiben so, dass man es gerne liest. Das Hauptproblem ist aber, dass viele der wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter Paywalls versteckt sind. Forscher muessen publizieren, und sie muessen das in "angesehenen" Publikationen machen, die in meinem Bereich von Unternehmen wie Nature Publishing Group oder Elsevier bestimmt werden, die natuerlich an freier Informationsverbreitung nicht interessiert sind, weil das die Einnahmen schmaelert.

Hier frage ich mich und Euch, was man da machen koennte. Kann man Peer Review retten und trotzdem die Vorgaenge oeffentlicher machen? Braucht man eine "Werbe"offensive populaerwissenschaftlicher Formate? Sollte Forscher bloggen lernen?
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#2
(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Hier frage ich mich und Euch, was man da machen koennte. Kann man Peer Review retten und trotzdem die Vorgaenge oeffentlicher machen? Braucht man eine "Werbe"offensive populaerwissenschaftlicher Formate? Sollte Forscher bloggen lernen?
Dafür gibt's eigentlich die Wissenschaftsjournalisten. Nur wird man nicht um kostenpflichtige Medien herum kommen. Neuerdings kann man ja einzelne Blogs oder Artikel per Mini-Pay-Methoden kaufen. Bei meinem Hoflieferanten "Spektrum-Verlag" ist es so, dass man aus allen wissenschaftlichen Zeitschriften populär aufgearbeitete (Kurz-) Berichte entweder abonnieren oder einzeln kaufen kann. Werden allzu forsche Studien referiert, kommt garantiert einige Wochen später die Gegenposition. Insofern sollte man diese Art des Journalismus schätzen (und honorieren).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
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#3
Guten Morgen,

aktuelle Wissensberichte gibt es auch kostenfrei, sortiert nach Fachgebieten.
Ich bin z.B. beim *http://idw-online.de/de/ angemeldet und erhalte täglich Mitteilungen die mein Fachbebiet betreffen.
Sollte nur ein Tip sein!

!Achtung, sucht euch nicht zuviel Fachgebiete aus es gibt sehr viel Pressemeldungen.
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#4
(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Das Hauptproblem ist aber, dass viele der wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter Paywalls versteckt sind.


1994
Wer sich informieren will, hat kostenlos Zutritt zur Nationalbibliothek NB
Dort liegt jedes Buch auf.

Eine sehr wichtige Sache, denn wissenschaftliche Publikationen erscheinen naturgemäß in sehr kleiner Auflage und sind daher extrem teuer. Unglaublich was so ein Buch kostet ! Und von 20 gekauften Büchern ist nur eines das, was man gesucht hat. Das weiß man aber erst zwei Wochen nach dem Kauf, wenn man es gelesen hat. Dann ist Umtausch ausgeschlossen, man hat einen weiteren teuren Schinken im Bücherregal, der wertvollen Platz verbraucht.

In der Nationalbibliothek kann man nach Belieben stundenlang schmökern, sinnlose Bücher wieder zurückgeben und so lange suchen, bis man findet was man sucht. Dieses eine Buch kann man sich ja kaufen, wenn man aber nur 20 Seiten (ein Kapitel) aus einem 1200 Seiten Buch braucht, kopiert man sich dieses Kapitel.


2014 (20 Jahre später)
Was früher kostenlos war, muß man heute zahlen. Da es sich um keine "Kostensteigerung" handelt, schlägt das auch nicht in der Inflation zu Buche. Es ist eben nicht so, daß das von 10 auf 14 Geldeinheiten gestiegen ist (das wären 40 %) sondern etwas, das früher selbstverständlich kostenlos war, muß man jetzt halt bezahlen. Wird von der Inflationszahl daher nicht erfaßt.

Einmalzutritt ist extrem teuer und offenbar unerwünscht. Eine Jahreskarte bei der Nationalbibliothek ist nicht jedermanns Sache.

Jetzt wird "Information" im Internet geboten. Oft sehr fragwürdiger Ramsch. Aber ehrlich gesagt wurden und werden auch wertlose Bücher gedruckt und lagen und liegen in der NB auf.

Jedenfalls ist das Internet kostenlos und auf alle Fälle sparen sich die Menschen die weite Anreise zur NB
Das ist ein enormer Anreiz, das Internet zu nutzen. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied, ob jemand hunderte Kilometer anreisen und eventuell ein Hotel buchen muß – oder ganz einfach vom Bildschirm aus, binnen einer halben Stunde etwas findet.

Jetzt kommt das große "Aber"
Forscher müssen auch leben, haben Familie, müssen Wohnung und Kleidung kaufen. Kein Mensch kann umsonst arbeiten, das tut nicht mal ein Klempner.
Eine Stunde einer Putzfrau kostet € 12. Und die hat nicht mal Fixkosten.
Forscher opfern tausende Stunden ihrem Forschungsgegenstand. Kein ernsthafter Forscher ist so blöd, seine Erkenntnisse vor die Schweine zu werfen. Er stellt das nicht gratis ins Internet, er füttert nicht das Wikipedia.
Ein Techniker, der einen neuen Automotor erfindet, läßt diesen patentieren, möglichst international – und füttert nicht gratis die japanische Konkurrenz.

Das ist auch bei medizinischen Fachbüchern so. Die werden in einem medizinischen Fachverlag gedruckt und sind um viel Geld zu kaufen. Nach wie vor. Wer das billiger lesen will, kann nur zur NB fahren (manchmal sehr weite Anreise) und dort eine Jahreskarte lösen.

Die Leute jedoch, denen vom Computerhandel eingeredet wurde, daß sie kostenlos im Internet Forschungsarbeiten lesen können und in Foren "mit Fachleuten auf Augenhöhe diskutieren" können, sind auf dem Holzweg.

Kein ernsthafter Forscher stellt sein Werk kostenlos ins Internet ! Das machen Dilettanten und selbsternannte Möchtegern-Forscher, das sind meist Kurpfuscher ohne Medizinstudium, Winkeladvokaten ohne Jurastudium, Wichtigtuer, Bastler, Leute von Sekten

Wertloses Zeug halt, das kein Verlag drucken will. Der Schreiberling hat auch kein Interesse, das auf eigene Kosten drucken zu lassen um es dann in die NB zu stellen. Gerede und Gerüchte halt

Einzige sinnvolle Möglichkeit wäre
1.) Kostenpflichtige Seiten. Das tut sich aber kaum einer an, da man hier nicht mal das Buch vor dem Kauf durchblättern kann. In einer medizinischen oder juristischen oder theologischen oder was weiß ich Fachbuchhandlung kann man das Buch vor dem allfälligen Kauf jedenfalls durchblättern und wenn man 10 Minuten darin liest, hat der Verkäufer auch nichts dagegen.

2.) Teilnahme in wirklichen Fachforen
Die gibt es wirklich. Aber da kann nicht Hinz und Hunz mitreden, ist doch klar. Da gibt es keine anonymen Nicks, hinter denen sich einer verstecken kann.
Da sind echte Forscher registriert, die auf universitärer Ebene diskutieren und einander namentlich kennen. Irgendwelche Leute, die unter dem Phantasienick "Mickymaus" kecke Postings schreiben, sind da unerwünscht und haben keinen Zutritt. Ist doch klar, daß sich Forscher nicht mit irgendwelchen anonymen Stänkerern auf eine Stufe stellen. In einem solchen Forum ist man wirklich gut informiert, auf Letztstand, state of the art

- - - -

Völlig aussichtslos ist jedoch der Versuch, sich kostenlos und bequem vom Wohnzimmer aus mittels Bildschirm zu "informieren"

Das Medium "Internet" ist nämlich auch nur ein Medium, ein technischer Kanal, und sagt nichts über das Niveau des Inhalts aus.
Ja, man kann sich bequem vom Wohnzimmer aus mittels Bildschirm informieren, welches Kochrezept es für Forellen gibt oder wenn ein Schüler eine Liste mit allen Präsidenten der USA braucht. Aber so was hat mit Forschung nichts zu tun
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#5
(17-07-2014, 21:38)Ekkard schrieb: Dafür gibt's eigentlich die Wissenschaftsjournalisten. Nur wird man nicht um kostenpflichtige Medien herum kommen. Neuerdings kann man ja einzelne Blogs oder Artikel per Mini-Pay-Methoden kaufen.

Stimmt schon, aber diese "Mini-Pay-Methoden" haben eher Maxi-Pay-Preise.

(17-07-2014, 21:38)Ekkard schrieb: Bei meinem Hoflieferanten "Spektrum-Verlag" ist es so, dass man aus allen wissenschaftlichen Zeitschriften populär aufgearbeitete (Kurz-) Berichte entweder abonnieren oder einzeln kaufen kann. Werden allzu forsche Studien referiert, kommt garantiert einige Wochen später die Gegenposition. Insofern sollte man diese Art des Journalismus schätzen (und honorieren).

Gut, was Fachbuecher angeht, waren die schon immer teuer, auch wenn da die Preise in den letzten Jahrzehnten unverhaeltnismaessig angestiegen sind. "Spektrum der Wissenschaften" (zumindest damals mehr oder weniger die deutsche Ausgabe des "Scientific American") hatte ich fuer Jahrzehnte abonniert. Das sollte ich eventuell wieder machen. Mich wuerde dabei interessieren, wieviele Nichtwissenschaftler das eigentlich lesen, also wie da die Breitenwirkung ist. Die einzigen Leute, die ich kenne, die das lesen, sind selbst Wissenschaftler, die einfach mal etwas ueber den Tellerrand schauen wollen und dabei eine aufgearbeitete Version von Fachfremden bevorzugen. Natuerlich ist meine Erfahrung hier jetzt keine repraesentative Aussage.

Fuer so etwas wie "Spektrum der Wissenschaft" im Netz wuerde ich Steuermittel eine gute Ausgabe halten. Wobei, wenn man der Regierung die Organisation ueberlaesst, dabei wahrscheinlich nur Murks herauskommt.

Natuerlich gibt's Wikipedia. Die Qualitaet ist etwa auf dem Niveau eines Konversationslexikons (Encyclopedia Britannica). Meist ist Wikipedia etwas knapp, und in wenig umkaempften Forschungsgebieten ist es recht informativ, wenn auch manchmal etwas wenig auf den Punkt. Bei dem Beispiel "Tetrapoden-Palaeontologie", das ich oben genannt hatte, ist die englische Wikipedia zumindest mittlerweile ganz gut; die deutsche Ausgabe ist aeusserst spartanisch im Vergleich.
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#6
(18-07-2014, 07:19)Wilhelm schrieb: ...aktuelle Wissensberichte gibt es auch kostenfrei, sortiert nach Fachgebieten. Ich bin z.B. beim *http://idw-online.de/de/ angemeldet und erhalte täglich Mitteilungen die mein Fachbebiet betreffen.

Danke fuer den Tipp. Muss ich mir mal anschauen, was da eigentlich gemeldet wird. Manchmal gibt's solche Angebote auch fachspezifisch.
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#7
(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Aber ehrlich gesagt wurden und werden auch wertlose Bücher gedruckt und lagen und liegen in der NB auf.

Das ist ein zunehmender Trend. Eine ISBN zu bekommen und ein Buch im Selbstverlag zu veroeffentlichen ist so billig wie noch nie. Amazon macht damit gute Geschaefte.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Jetzt kommt das große "Aber"
Forscher müssen auch leben, haben Familie, müssen Wohnung und Kleidung kaufen. Forscher opfern tausende Stunden ihrem Forschungsgegenstand. Kein ernsthafter Forscher ist so blöd, seine Erkenntnisse vor die Schweine zu werfen. Er stellt das nicht gratis ins Internet, er füttert nicht das Wikipedia.

Das mag in manchen Fachgebieten so sein, wenn es um Buecher geht, aber ansonsten ist das eine falsche Vorstellung davon, wer hier das Geld verdient. Ich kann Dir sagen, dass, was wissenschaftliche Artikel in meinem Fachgebiet angeht, weder mein Broetchengeber, meine Mitautoren noch ich irgendeinen Cent dafuer sehen. Ganz im Gegenteil, meist muss man fuer die Veroeffentlichung noch bezahlen, was frueher z.B. dazu fuehrte, dass viele wissenschaftliche Artikel als "Werbung" gekennzeichnet werden mussten.

Selbst bei Buechern in meinem Fachbereich gibt es selten irgendein Honorar fuer's Schreiben. Man bekommt ein paar Freiexemplare. Manchmal gibt's fuer ein Kapitel kleinere Betraege. Irgendein Verlag hatte mir mal $300 angeboten (habe ich aus Steuergruenden abgelehnt), und die Royal Society gab einen Buchgutschein ueber etwa 120 GBP (weiss den genauen Betrag nicht mehr).

Im Prinzip ist es aber so, dass ein Gutteil dieser Forschung aus Steuermitteln bezahlt wird. Buecher sind eine Ausnahme, da mein Arbeitsvertrag das Schreiben von Buechern waehrend der Arbeitszeit untersagte, aber fuer Artikel gilt, dass z.B. alle wissenschaftlichen Artikel, die irgendwie mit US-Steuermitteln mitfinanziert wurden, frei zugaenglich gemacht werden. Die bekommt man z.B. auf PubMed Central umsonst. Die Verlage, die die einzigen sind, die an dem Zirkus verdienen, haben sich nach langem Kampf dazu bereiterklaert, die Artikel nach 6 Monaten zugaenglich zu machen.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Die Leute jedoch, denen vom Computerhandel eingeredet wurde, daß sie kostenlos im Internet Forschungsarbeiten lesen können und in Foren "mit Fachleuten auf Augenhöhe diskutieren" können, sind auf dem Holzweg.

Das ist in dieser Pauschalitaet nicht wahr. Es gibt eine ganze Reihe von Forschern, die aktiv in der Blogosphaere taetig sind und mit denen man diskutieren kann. Das kostet aber mehr Zeit, als nach was es aussieht, weil man mit dem ganzen Muell (Spam, User mit Verhaltensstoerungen) umgehen muss.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Kein ernsthafter Forscher stellt sein Werk kostenlos ins Internet ! Das machen Dilettanten und selbsternannte Möchtegern-Forscher, das sind meist Kurpfuscher...

Das stimmt so auch nicht. Es gibt eine ganze Reihe ernsthafter Forscher, die ihre Artikel nach Ablauf der "Schonfrist" auf der eigenen Website zum kostenlosen Download bereitstellen. Das sind allerdings nur Wenige. Ich mach's auch nicht, allerdings gibt's alles, woran ich mitgewirkt habe und was die Verlage bereitstellen muessen, auf PubMed Central.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Wertloses Zeug halt, das kein Verlag drucken will.

Das ist so auch nicht immer richtig, und in manchen Faellen ist das Internet das bessere Medium. Die beste palaeontologische Seite im Netz war vor 10 Jahren eine, die, was Tetrapoden angeht, von einem Juristen betreut wurde. Viele Forscher hatten ihn auch mit Material versorgt, weil sie den Service gut fanden, und die Seite wurde auch in Uni-Kursen verwendet. So etwas aufrecht zu erhalten ist aber eine Menge Arbeit fuer einen berufstaetigen Amateur. Die Seite ist immer noch gut, aber koennte etwas Arbeit vertragen.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Einzige sinnvolle Möglichkeit wäre 1.) Kostenpflichtige Seiten. 2.) Teilnahme in wirklichen Fachforen Die gibt es wirklich. Aber da kann nicht Hinz und Hunz mitreden, ist doch klar.

Siehe Ekkard oben. Spektrum hat eine solche kostenpflichtige Seite. Was Fachforen angeht, geben Dir manche eine Chance, wie Listserver, wo ein Moderator Posts von Nichtfachleuten freischaltet. Bei manchen darf man eventuell mitlesen, aber nicht mitreden.

(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Völlig aussichtslos ist jedoch der Versuch, sich kostenlos und bequem vom Wohnzimmer aus mittels Bildschirm zu "informieren"

Kommt darauf an. Aeltere Buecher, wie das, was Du von Sigmund Freud angesprochen hattest, gibt's durchaus kostenlos im Internet, von ganz offiziellen Quellen. Ich hatte zwar nur die englische Ausgabe gefunden, aber die tat's auch. Allerdings geht's in diesem Thread eher um Angebote, die die Info verstaendlich aufarbeiten.
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#8
Zitat:
von 20 gekauften Büchern ist nur eines das, was man gesucht hat.
Leider wahr! Erst vor kurzem bin ich auf ein solches Fachbuch hereingefallen, das sehr gute Kritiken hatte, für mich persönlich aber kaum zu gebrauchen war. Zwar konnte man vor dem Kauf bei Amazon „hineinblättern“, doch erschöpft sich diese Vorschau meistens (wie auch bei dem genannten Buch) in Inhaltsverzeichnis und Vorwörter.

Zitat:
Völlig aussichtslos ist jedoch der Versuch, sich kostenlos und bequem vom Wohnzimmer aus mittels Bildschirm zu "informieren"
Nicht ganz. Wenn man sich ein bisschen mit einem bestimmten Fach auskennt und nach speziellen Fachbegriffen googlet, die ein Laie oft gar nicht kennt, kann man sehr wohl auf seriöse, von Fachleuten verfasste Seiten stoßen (leider oft auf englisch), und mit ein bisschen Glück sogar auf Seiten mit noch weiteren, genauso interessanten Fachinformationen.

Es gibt übrigens auch populärwissenschaftliche Zeitschriften, bei denen man einzelne Artikel kostenlos im Internet lesen kann, zum Beispiel auf spektrum.de. Das geht auch ohne Abo oder Registrierung.
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#9
Zitat:Es gibt übrigens auch populärwissenschaftliche Zeitschriften, bei denen man einzelne Artikel kostenlos im Internet lesen kann

Ist mir bekannt. Aber wenn ich einen neuen Kommentar zum Mietrecht brauche, ist mir mit einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift nicht gedient . . .
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#10
Interessante Bücher kosten halt Geld. Leider ist das so
Vor allem juristische Fachbücher, oder medizinische oder theologische

Ich habe mir unlängst einen kleinen Kommentar zum Talmud gekauft, ein kleines Büchlein, aber horrend teuer. Weil die Auflage so gering ist, sagte mir der Verkäufer. Aber mir war es das wert. Andere Leute verfressen ein Vermögen im Restaurant

Wenn Politiker falsche Hoffnungen wecken und daherfaseln, daß Information gratis sei, so ist das halt Schönfärberei und Propaganda. Wer gute Bücher will, zahlt ein Vermögen, außer er hat das Glück in der Nähe der Nationalbibliothek zu wohnen

Wenn jemand heute den Auto Führerschein machen will, legt er auch viel Geld auf den Tisch
Und da regt sich auch keiner auf, das zahlt jeder gern

Ich habe schon viel Geld für Bücher ausgegeben, und ich bereue das nicht.
Andere Leute geben viel Geld aus für Golf spielen, segeln, reiten, Konzerte, Theater, . . .

Was wäre schlecht daran, wenn jemand ein teures Buch kauft ? Ein anderer kauft sich jedes Jahr ein neues Tennis Racket um 200 Euro
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#11
Habe gerade diesen älteren Thread entdeckt und krame ihn mal wieder hervor.

(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Nun kann man sich natuerlich darueber beklagen, dass die heutige Geschichtsbildung aus Hollywood-Schinken und die wissenschaftlichen Erkenntnisse durch Webseiten fragwuerdiger Provenienz bestimmt werden, aber zum Teil liegt das natuerlich auch daran, dass Wissenschaft oft genug ein Vermittlungsproblem hat.

Das ist ein zweischneidiges Schwert.
Ja, die Wissenschaft hat ein Vermittlungsproblem. Leider ist auch der Wissenschaftsjournalismus nicht immer fachlich korrekt und generell gibt es imho schlicht auch zu wenig spannend vorgetragenen Wissenschaftsjournalismus.

Die andere Sache ist, dass Wissensaneignung imho nun mal auch immer ein Stück Arbeit ist. Berieseln lassen und bunte Bildchen sind ganz nett, mehr aber auch nicht. Man denke nur an die tollen Dinosaurierfilmchen, aufwendig animiert und tolle Story. Was bleibt aber fachlich beim Zuschauer hängen? Eher wenig.
Wenn man sich zu einem Thema bilden möchte kommt man nicht umhin, ein Stück weit Mühe auf sich zu nehmen.

(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Die wenigsten Wissenschaftler schreiben so, dass man es gerne liest.

Imho ist es nicht Aufgabe der Wissenschaftler, für die breite Masse zu schreiben, sondern für Fachkollegen. Und mal ehrlich: Wenn man einen wissenschaftlichen Artikel ließt, möchte man doch vor allem Fakten und Argumente auf engstem Raum, möglichst nachvollziehbar und logisch erklärt. Von einem wissenschaftlichen Artikel erwarte ich ganz persönlich weder Entertainment noch Kreativität oder besondere Ausschmückungen.
Derlei spricht dann aber natürlich nur Fachkollgen an, welche den Terminus kennen und mit dem trockenen Text etwas anfangen können.

Dies nun in allgemeinverständliche und unterhaltsame Weise neu niederzuschreiben und somit einem breiteren Publikum öffentlich zu machen ist eine schwere Aufgabe und bedarf Wissenschaftsjournalisten, die sowohl fachlich als auch didaktisch gut aufgestellt sind.

(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Das Hauptproblem ist aber, dass viele der wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter Paywalls versteckt sind. Forscher muessen publizieren, und sie muessen das in "angesehenen" Publikationen machen,

Das ist in der Tat ein kritikwürdiges Problem, insbesondere dann, wenn die Forschung aus öffentlicher Hand finanziert wird. Derlei Publikationen sollten imho generell jedem zugänglich sein, ohne erst Mitglied einer Vereinigung oder dergleichen sein zu müssen.

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#12
(22-03-2017, 19:30)Gundi schrieb:
(17-07-2014, 20:32)Ulan schrieb: Die wenigsten Wissenschaftler schreiben so, dass man es gerne liest.

Imho ist es nicht Aufgabe der Wissenschaftler, für die breite Masse zu schreiben, sondern für Fachkollegen. Und mal ehrlich: Wenn man einen wissenschaftlichen Artikel ließt, möchte man doch vor allem Fakten und Argumente auf engstem Raum, möglichst nachvollziehbar und logisch erklärt. Von einem wissenschaftlichen Artikel erwarte ich ganz persönlich weder Entertainment noch Kreativität oder besondere Ausschmückungen.

Ich meinte durchaus Fachartikel. Ich koennte Dir schon sagen, Artikel von wem ich in meinem Fachgebiet gerne lese und welche einfach nur eine Qual sind, sich durchzuackern, schlicht wegen der Art, wie die Autoren ihre Argumente aufbauen. Die wenigsten Journale haben so einen Service wie Nature, die das eigene Geschreibsel so umschreiben, dass es lesbar wird (natuerlich mit Gegenkontrolle des Autors).
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#13
(17-07-2014, 21:38)Ekkard schrieb: Nur wird man nicht um kostenpflichtige Medien herum kommen. Neuerdings kann man ja einzelne Blogs oder Artikel per Mini-Pay-Methoden kaufen.
...Insofern sollte man diese Art des Journalismus schätzen (und honorieren)

Ein Honorar ist m.E. selbstverständlich, doch das führt eben auch dazu, dass Menschen mit wenig Geld nicht an dieses bessere Wissen kommen können.
Was zur Folge hat, dass ein Einkommensschwacher mehr über die freien  weniger guten Medien, seine gewünschte Information suchen muß.
Was wiederum zur Folge hat, dass sich das schlechtere Wissen deutlich schneller verbreiten wird.
Wenn eine gut informierte Gesellschaft erwünscht ist, muß sich da gewiss etwas ändern.

Die Frage ist, wie kann es ein Honorar für ein öffentlich gemachtes Wissen geben?
Über das Model von Radio und Rundfunkgebühren oder Gema, das jedoch für Einkommensschwache frei zugänglich ist und für Besserverdienende kostenpflichtig ist wie die GEZ ?

Zumindest sollte es m.E. zunächst auch deutlich leichter gemacht werden die besseren Informationsseiten überhaupt zu finden.
Die Qualität einer Information müsste m.E. schneller und deutlicher erkennbar sein.

Eine weitere Frage ist, wie kann ein Mensch überhaupt über die Existenz einer guten Information bescheid wissen?
Zufall!
Warum müssen leider die meisten guten Informationen zufällig gefunden werden?

Googel funktioniert ja nur wenn ich bereits eine gewisse Information habe, da ich diese im Suchfeld ja eingeben muß.
Alles was ich mir bereits nicht annähernd irgendwie bekannt ist, kann ich niemals als Suche eingeben!
Ein Vorwissen ist leider notwendig um an weiteres Wissen kommen zu können.

Da die Internetnutzer sicherlich auch alle eine Email Seite besietzen, ist dies der erste Ort wo zumindest Hinweise zu finden sein müssten.
Hinweise um eine qualitative hochwertigere Information diese wenigigstens annähernd mehr in Augenschein bringen zu können.
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#14
(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Unglaublich was so ein Buch kostet ! Und von 20 gekauften Büchern ist nur eines das, was man gesucht hat. Das weiß man aber erst zwei Wochen nach dem Kauf, wenn man es gelesen hat.

Zeit und Geld verschwendung.
Da wäre eine GEZ-Methode billiger, oder?
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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#15
(18-07-2014, 13:18)Sinai schrieb: Kein ernsthafter Forscher ist so blöd, seine Erkenntnisse vor die Schweine zu werfen. Er stellt das nicht gratis ins Internet, er füttert nicht das Wikipedia.
...Kein ernsthafter Forscher stellt sein Werk kostenlos ins Internet !

So werden auch nützliche Weiterentwicklungen verhindert, weil ggf. ein Forscher seine eigene Entwicklung nicht selber produzieren kann.
Zu jeder Entwicklung gehört Geld. Und es müssen andere Menschen im WIRKUNGSkreis des Erfinders sein.
Wenn nun ein Forscher jahrelang auf eine Verbesserung seiner Lage warten muß, um diese finanzieren zu können oder durch andere gepfrüft und kritisiert werden muß, so kann er, so ist das Leben nun mal, in dieser Zeit sterben.
Eine nützliche Erfindung oder Entdeckung für die Menscheheit wird somit niemals oder ggf zu spät, für die Menschen erschaffen werden.

Manche Erfindungen benötigen nicht nur Geld sonderen einen weiteren anderen Menschen, niemand der je etwas erfunden hat, war allein!
Wenn nun kein Mensch da ist, was bleibt einem der etwas entdeckt hat übrig?
Behält er seine Entdeckung für sich und nimmt sie irgendwann mit ins Grab oder wirft er sie lieber vor die Säue?

Eine Erfindung mit ins Grab nehmen ODER vor die Säue werfen? Was würdet ihr tun?

Da muß ich nun an Jesus denken. Der Sohn der von Gott (dem Erschaffer/Erfinder) geopfert wurde.
Jesus das Opfer von Gott, für die Menschenheit.
Das ist genauso wie wenn jemand seine Erfindung ins Internet wirft und sich dort die Schweine über diese Erfindung stürzen, ohne Danke und ohne Lohn.
DAS ist der Mensch!
Leider!

Die Bibel hat also RECHT!
Alles ist noch immer so wie damals.
Der Mensch ist immernoch nicht human, er ist ein Schwein!

Wer kann für Gerechtigkeit sorgen?
Gott? Der Mensch? Welcher Mensch? Wie muß er sein? Wie ist sein Wesen, sein Charakter?

Der Glaube hilft?! Der Erfinder kann ja seinen gerechten Lohn im Jenseits erhoffen! Oder?
Nun zumindest ist das eine Möglichkeit, solange die Atheisten das Glauben nicht ausgerechnet bei einem Erfinder verdorben haben. Denn würde er sich noch für die Menschheit opfern und freiwillig und kostenfrei sein Wissen zur Verfügung stellen?
Er würde sicherlich seine Erfindungen aufschreiben und in einem Testament für die Kinder erwähnen.
Doch was wenn das Testament und die Erfindung verloren geht?

Liebe Menschheit, lasst nicht zu dass der Glaube zugrunde geht.

LG
Das ist meine Meinung, Gedanken, ggf notwendige Vorvorurteile, die ich so gut es mir derzeit möglich ist, ausgedrückt habe.
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