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Kehrt die Dominanz der Religion auch nach Westeuropa zurück?
#1
Man muss die Presseberichte zum Wiedererstarken der Religion in der islamischen Welt nicht besonders intensiv beobachten, um zur Auffassung zu gelangen, dass dort die Orientierung auf das gedachte Jenseits und damit der religiöse Einfluss auf Politik und Recht zunimmt - im Gegensatz zum Westeuropa der Gegenwart. Bei uns nimmt er ab, wie jüngst auch die Abstimmung zur Homoehe im nominal rk Irland bewies. Bleibt Westeuropa von der Rückkehr starken religiösen Einflusses auf Politik und Recht verschont? Ich hoffe es. Aber in Anbetracht der heute auf Spiegel Online veröffentlichten Prognose

*http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/infografik-der-woche-islam-waechst-staerker-als-christentum-a-1036969.html

kommen mir Zweifel. 

Zitat daraus:

Nur eine Religionsgruppe soll eine höhere Wachstumsrate erreichen als die Gesamtbevölkerung: Bei den Muslimen liegt sie bei 73 Prozent. Damit soll es 2050 fast genauso viele Muslime wie Christen geben. Zum prognostizierten Wachstum der schon jetzt zweitgrößten Weltreligion trägt neben Konvertiten vor allem die Verbreitung in Gebieten mit hohem Bevölkerungswachstum bei.

Ist auch im aufgeklärten Westeuropa so nach und nach die Rückkehr des geistigen Mittelalters zu erwarten? Ansätze dazu sind ja bereits heute zu beobachten (freiwillig in Anspruch zu nehmende Scharia-Gerichte in GB z.B.). Wie wird die Politik reagieren, wenn sich die Zahl der islamischen Wähler erhöht?
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#2
(04-06-2015, 14:33)Erich schrieb: Ist auch im aufgeklärten Westeuropa so nach und nach die Rückkehr des geistigen Mittelalters zu erwarten? Ansätze dazu sind ja bereits heute zu beobachten (freiwillig in Anspruch zu nehmende Scharia-Gerichte in GB z.B.). Wie wird die Politik reagieren, wenn sich die Zahl der islamischen Wähler erhöht?

Der Religionen schlimmster Feind sind Fanatismus und weltliche Bildung.

Fanatismus weckt Ablehnung und Ächtung..
Weltliche Bildung macht aus Ablehner und Ächter Atheisten..
Deswegen ist es wohl eher zu erwarten, dass Religionen im Allgemeinen und vor allem die mittelalterlichen Ableger der Religionen in den kommenden 20 Jahren so ziemlich auf den Pfad der "Verlierer" abrutschen.

Selbst wenn sich die Zahl der muslimischen Wähler "erhöht", wird das aus Europa keinen Gottesstaat machen.
Man muss immer auch mit den jungen nachfolgenden Generationen rechnen, die sich der "weltlichen" Bildung nicht länger entziehen können. Die Welt gehört heute schon denen die wissen wie sie funktioniert. Und morgen erst recht.
Ich habe überhaupt nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine vom Glauben an einen Gott  ab.
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#3
Wie wird die Politik reagieren, wenn sich die Zahl der islamischen Wähler erhöht?
[/quote]
Sie verbietet oder diskriminiert zusammen mit "ihren Medien", Demonstrationen die gegen "Islam in Gesetzen", sind.
Wollen ja schließlich am Fleischtopf bleiben.
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#4
(04-06-2015, 16:04)indymaya schrieb: Wie wird die Politik reagieren, wenn sich die Zahl der islamischen Wähler erhöht?
Sie verbietet oder diskriminiert zusammen mit "ihren Medien", Demonstrationen die gegen "Islam in Gesetzen", sind.
Wollen ja schließlich am Fleischtopf bleiben.
[/quote]
Wie , wo was?
Habe ich irgendwie eine Änderung § 1 GG verschlafen?
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#5
(04-06-2015, 19:23)Smiler schrieb: Habe ich irgendwie eine Änderung § 1 GG verschlafen?

Nur Pegida.
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#6
Pegida, ist das nicht eine Organisation die den Hass gegen den Islam schürt?
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#7
(04-06-2015, 19:32)Wilhelm schrieb: Pegida, ist das nicht eine Organisation die den Hass gegen den Islam schürt?
Medien beachtet?
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#8
(04-06-2015, 19:35)indymaya schrieb:
(04-06-2015, 19:32)Wilhelm schrieb: Pegida, ist das nicht eine Organisation die den Hass gegen den Islam schürt?
Medien beachtet?

Welche Medien meinst du?
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#9
(04-06-2015, 19:25)indymaya schrieb:
(04-06-2015, 19:23)Smiler schrieb: Habe ich irgendwie eine Änderung § 1 GG verschlafen?

Nur Pegida.
Nö, unsere Demokratie funktioniert doch der 3er ist wegen ein paar Vollpfosten, Mitläufern und Schafen nicht abgeschafft. Auch besser für Pegida Gläubige, da draußen gibt es genügend die auf das GG vereidigt sind in der einen oder anderen Form, welche ansonsten mit Waffengewalt gegen die Feinde des GG vorgehen müssten.
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#10
(04-06-2015, 20:05)Smiler schrieb: Auch besser für Pegida Gläubige, da draußen gibt es genügend die auf das GG vereidigt sind in der einen oder anderen Form, welche ansonsten mit Waffengewalt gegen die Feinde des GG vorgehen müssten.
Feinde des GG sind Politiker, die mit Hilfe der Medien einer friedlichen Demonstration den Krieg erklären.
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#11
Im GG steht Glaubensfreiheit, und wenn sich Pegida gegen den Isalam wendet ist das schn nicht mehr friedlich sonderverstößt gegen das GG.

Aber warum antwortest du nicht auf meine Frage. Welche Medien?
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#12
(04-06-2015, 20:51)Wilhelm schrieb: Im GG steht Glaubensfreiheit,
Steht aber nicht über Demonstrationsfreiheit.
Zitat:Aber warum antwortest du nicht auf meine Frage. Welche Medien?
Bist nicht der Einzige, der nicht gemerkt hat, dass sogar Büttenredner im Karneval noch einen Satz gegen Pegida einbauen mussten.
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#13
(04-06-2015, 15:24)Geobacter schrieb: Selbst wenn sich die Zahl der muslimischen Wähler "erhöht", wird das aus Europa keinen Gottesstaat machen.
Man muss immer auch mit den jungen nachfolgenden Generationen rechnen, die sich der "weltlichen" Bildung nicht länger entziehen können. Die Welt gehört heute schon denen die wissen wie sie funktioniert. Und morgen erst recht.

Vor noch gar nicht langer Zeit sah ich das wie Du es oben darstellst und ich bin auch heute noch der Auffassung, dass Religion auf lange Sicht nicht überlebensfähig ist, weltweit.

Mittelfristig kann sie aber durchaus auch die in Westeuropa im Wesentlichen durch geltendes Recht garantierte individuelle Freiheit bedrohen, was nicht notwendig zu einem "Gottesstaat" ähnlich Iran oder Saudi-Arabien führen muss. Der erscheint mir zwar auch möglich, aber relativ unwahrscheinlich. 

Aber bereits stattgefundene Schritte des ihren muslimischen Wählern gezeigten Entgegenkommens der demokratisch gewählten politischen Führung einiger westeuropäischer Staaten zeigen die Veränderungsmöglichkeiten einer Demokratie auch hin zu einem weniger liberalen Staat. Und man muss dabei auch beachten, dass es nicht immer die sich selbst in nahezu rein islamischen Stadtvierteln isolierenden Muslime sind, die nachdrücklich den Ruf nach mehr Berücksichtigung ihrer religiösen Vorstellungen erheben, nee, der Ruf wird auch von Muslimen erhoben, die westliche Bildung genossen, wie u.v.a. das Beispiel Mohammed Atta, einer der Piloten des 11.09.01, belegt. Auch fanden in Europa Schritte, wenigstens den europäischen Islam mit der Trennung von Staat und Religion kompatibel zu machen (sog. "Euroislam") wenig positive Resonanz unter den europäischen Muslimen. 

Wie sich eine Rückentwicklung hin zu mehr religiöser Dominanz darstellen kann, sehen wir u.a. an der Türkei, die seit Mustafa Kemal geradezu mustergültig laizistisch verfasst ist, wirtschaftlich prosperiert und Bildung eine recht hohen Stellenwert einräumt.

Jedenfalls wende ich mich entschieden gegen die Zunahme des Einflusses einer Religion, gleich welcher, auf Politik, Recht und öffentliche Meinung. Selbst die noch vorhandenen Reste christlichen Einflusses sollten bald der Vergangenheit angehören - imho. Aber für eine bereits in ihren Fundamenten verankerte Intoleranz einer Religion gegenüber Weltanschauungen, die  ihrer eigenen widersprechen, wie das im Islam gegeben ist, verdient meiner Überzeugung nach kein Entgegenkommen durch die europäische Politik. 
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#14
Ich sags mal mit den Worten eines unserer Staatsgründer 1948, Carlo Schmid.
Da gings nicht um irgendwas Bestimmtes, sondern allgemein um Feinde der Demokratie,
was auch Religionen ihrer Anlage nach sind.

„Was heißt eigentlich: Grundgesetz?“
Rede des Abgeordneten Carlo Schmid im Parlamentarischen Rat, 8. September 1948 [StenBer. S. 70ff]
Abg. Dr. SCHMID (SPD)

"Soll diese Gleichheit und Freiheit völlig uneingeschränkt und absolut sein, soll sie auch
denen eingeräumt werden, deren Streben ausschließlich darauf ausgeht, nach der Ergreifung der Macht die Freiheit
selbst auszurotten?
Also: Soll man sich auch künftig so verhalten, wie man sich zur Zeit der Weimarer Republik zum
Beispiel den Nationalsozialisten gegenüber verhalten hat?
Auch diese Frage wird in diesem Hohen Hause beraten und
entschieden werden müssen.
Ich für meinen Teil bin der Meinung, daß es nicht zum Begriff der Demokratie gehört,
daß Sie selber die Voraussetzungen für ihre Beseitigung schafft.

Ja, ich möchte weiter gehen. Ich möchte sagen: Demokratie ist nur dort mehr als ein Produkt einer bloßen
Zweckmäßigkeitsentscheidung, wo man den Mut hat, an sie als etwas für die Würde des Menschen Notwendiges zu
glauben. Wenn man aber diesen Mut hat, dann muß man auch den Mut zur Intoleranz denen gegenüber aufbringen,
die die Demokratie gebrauchen wollen, um sie umzubringen"
*http://www.spd.de/linkableblob/5652/data/rede_carlo_schmid.pdf

Da bleibt nicht viel hinzuzufügen.
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#15
(04-06-2015, 22:09)Erich schrieb:
Zitat:Aber bereits stattgefundene Schritte des ihren muslimischen Wählern gezeigten Entgegenkommens der demokratisch gewählten politischen Führung einiger westeuropäischer Staaten zeigen die Veränderungsmöglichkeiten einer Demokratie auch hin zu einem weniger liberalen Staat.
Gibt es dafür auch irgendwelche greifbaren Beispiele, in denen ein Land seine Verfassung geändert hat?
Bzw. Liberalität per Gesetz geändert wurde?


Zitat:Und man muss dabei auch beachten, dass es nicht immer die sich selbst in nahezu rein islamischen Stadtvierteln isolierenden Muslime sind,
Das ist schlicht eine verfehlte Städtepolitik, bildungsfern/Unterschichten wurden ghettoisiert und nichts anderes geschah wohl mit den Einwandern deren Herkunft offensichtlich nicht ein westliches Land war.


Zitat:die nachdrücklich den Ruf nach mehr Berücksichtigung ihrer religiösen Vorstellungen erheben, nee, der Ruf wird auch von Muslimen erhoben, die westliche Bildung genossen, wie u.v.a.
Tja s. GG gleiches Recht für alle oder keinen.

Zitat:das Beispiel Mohammed Atta, einer der Piloten des 11.09.01, belegt.
Hm, Attentäter oder Terroristen gibt es auch genügend im Westen deren Herkunft das christlich geprägte Bildungsbürgertum ist.
*s://www.europol.europa.eu/ =>

Islamist, Separatist, Leftwing, Rightwing, Singleissue, Not specified, Total
Austria 0 1 1 0 0 0 2
Czech Republic 0 0 1 0 0 0 1
Denmark 2 0 0 0 0 0 2
France 0 84 0 0 0 0 84
Greece 0 0 20 0 1 0 21
Italy 0 1 7 0 0 0 8
Spain 0 74 16 0 0 0 90
Sweden 1 0 0 0 0 0 1
United Kingdom
- - - - - 40 40
Total 3 160 45 0 1 40 249


Zitat:Auch fanden in Europa Schritte, wenigstens den europäischen Islam mit der Trennung von Staat und Religion kompatibel zu machen (sog. "Euroislam") wenig positive Resonanz unter den europäischen Muslimen. 
Quelle und was sind denn die Inhalte was kompatibel gestaltet werden soll(te)?


Zitat:Wie sich eine Rückentwicklung hin zu mehr religiöser Dominanz darstellen kann, sehen wir u.a. an der Türkei, die seit Mustafa Kemal geradezu mustergültig laizistisch verfasst ist, wirtschaftlich prosperiert und Bildung eine recht hohen Stellenwert einräumt.
Grübel, schlechte Bsp. bzw. wiederholt sich überall immer wieder, aufgezwungen verfällt schnell wenn die militärische Macht nicht mehr mitmacht. Das die Türkei zu jeder Zeit weit weg von einer westlichen Demokratie war will wohl keiner bestreiten oder doch?
Zitat:[quote pid='179061' dateline='1433448583']
Jedenfalls wende ich mich entschieden gegen die Zunahme des Einflusses einer Religion, gleich welcher, auf Politik, Recht und öffentliche Meinung. Selbst die noch vorhandenen Reste christlichen Einflusses sollten bald der Vergangenheit angehören - imho. Aber für eine bereits in ihren Fundamenten verankerte Intoleranz einer Religion gegenüber Weltanschauungen, die  ihrer eigenen widersprechen, wie das im Islam gegeben ist, verdient meiner Überzeugung nach kein Entgegenkommen durch die europäische Politik. 
Mein Gott der Anteil aller Muslime beträgt 5% total, selbst deine Statistik rät ins blaue hinein. Solche Statistiken gab es zu jeder Zeit um von den echten Problemen abzulenken.
"Wir" deutschen sind schon dreimal ausgestorben in den letzten hundert Jahren, tja trotz 2er Weltkriege sind wir nicht am aussterben.
Nebenbei sollte man auch gewisse Ursachen und Wirkungen nicht vergessen. Wir der Westen sind schuld an dem was dort passiert und welch eine Überraschung wenn den Menschen nichts bleibt flüchten sie in den Glauben.
Wir haben Diktatoren der übelsten Sorte in diesen Ländern an der Macht gehalten, gilt auch für Afrika, wir haben diesen Staaten hunderte Jahre eigenständige Entwicklung vorenthalten und erwarten nun das diese in ein paar Jahren alles vergessen und aufholen...
Statt sich über die weitere Ausbreitung des "American way of life" Gedanken zumachen, welche deutlich und sehenden Auges für jeden unsere soziale Standards untergräbt werden Papiertiger gefaltet. Der Kapitalismus amerikanischer Prägung ist seit dem Ende des kalten Krieges die Gefahr. Der Tanz um das goldene Kalb sozusagen.
Wie auch immer, in welchen Ländern kehrt eigentlich die Dominanz wieder ein, in denen die Bevölkerungen nicht durch Regime in den letzten Jahrzehnten mehr oder weniger unterdrückt wurden?
Denn nur wenn es sich um mit westlichen Ländern vergleichbare handelt ist das "auch" korrekt ansonsten nur Panikmache...
Was die Intoleranz betrifft, nun das heutige Israel wird mit irgendwelchen uralten Texten begründet und hiesige Forenteilnehmer, welcher christlichen Strömung auch immer, würden wenn sie die Macht hätten von Toleranz und Liberalität nichts mehr wissen wollen. Aber auch hier hilft ein Blick über den großen Teich und dortiger Toleranz/Liberalität der Christen wenn man sie lässt.
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