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Weinplauderei: Lasst uns doch mal ganz gemütlich über Wein plaudern ...
#31
Derzeit gilt für mich der Satz:

Le Beaujolais Nouveau n'est pas encore arrivé!

Also: Der Neue Beaujolais ist noch immer nicht angekommen!
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#32
Heute habe ich wieder dort angerufen, wo ich den Beaujolais Primeur kaufen wollte.
Und habe dieses erfahren:

Der Primeur aus Frankreich ist immer noch nicht da.
Vielleicht kommt er am nächsten Dienstag, oder auch nicht .....
Aber: Ein deutscher Primeur ist nun dort käuflich zu erwerben, aus der Heilbronner Gegend.
Gekeltert aus einer ganz speziellen besonderen Rebsorte: Wildmuskat!
Zitat:Wildmuskat ist eine Rotweinsorte (Vitis vinifera), die 1976 bei der Vermehrung von Lemberger-Reben durch Aussaat (im Gegensatz zur vegetativen Vermehrung durch Aufpfropfen) entstanden ist. Dabei wurden von rund 200 Rebstöcken zwei selektiert, deren Beeren ein deutliches Muskat-Aroma aufwiesen.

*https://de.wikipedia.org/wiki/Wildmuskat

Das finde ich hoch-interessant!
Da muss ich hin!
Inzwischen bin ich im Besitze einer Flasche mit deutschem Primeur!
Aus Heilbronn!
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#33
Soviel ich weiß, beginnt die Vermarktung des Beaujolais Nouveau in der Regel mit dem 3. Novemberdonnerstag. Dass er in deutschen Supermärkten noch nicht angekommen ist, sollte also nicht wundern.

Schleierhaft ist mir allerdings, was an diesem "überschlanken" Roten so besonders sein soll.
MfG B.
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#34
Anscheinend wird in Deutschland nicht mehr viel davon verkauft, wie aus einem heutigen SPON Artikel mit dem Titel "Primeur, aber nicht immer prima" hervorgeht. Jedenfalls steht da, dass die Exporte nach Deutschland sich im Vergleich zu den 90er Jahren um den Faktor 30 reduziert haben. Er wird oft nicht mehr gefuehrt, weil keine Nachfrage mehr da ist.

*http://www.spiegel.de/stil/beaujolais-nouveau-2017-primeur-aber-nicht-prima-a-1178465.html
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#35
Der Beaujolais Nouveau wurde in den 70-er-Jahren mit großem Werbeaufwand als fruchtiger, aber dünner Rotwein auf den Markt gebracht. Was den Erfolg des Weines ausgemacht hat, ist mir nicht erklärbar. Obwohl an dem Wein nichts Außergewöhnliches war, war  die Nachfrage groß. Insbesondere in den USA und in Japan war er der große Renner. Die alteingesessenen Beaujolaisweine, vor allem die ehemals renommierten Crus, hatten große Absatzeinbußen und verloren an Qualität.

Offenbar ist der internationalen Kundschaft überwiegend klar geworden, dass man mit dem Beaujolais Nouveau Wein von mäßiger Qualität um  teures Geld einkauft. Für das Anbaugebiet hatte der anfängliche Erfolg schlimme Folgen.
MfG B.
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#36
(20-11-2017, 01:26)Bion schrieb: Was den Erfolg des Weines ausgemacht hat, ist mir nicht erklärbar. Obwohl an dem Wein nichts Außergewöhnliches war ....

Mir schon.
Und natürlich ist an dem Wein was Außergewöhnliches.

Wer des Lesens mächtig ist, der kann es lesen.

Ich finde dieses ständige Primeur-Bashing ermüdend.

Es geht noch dem Motto: "Schaut mal her, was für ein toller toller Weinkenner ich doch bin, wenn ich andere Weine schlecht machen kann!"

Aber ich rede hier für taube Ohren - oder an die Wand.

Von mir aus könnt ihr auch diesen Thread schließen.
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#37
(20-11-2017, 01:26)Bion schrieb: um  teures Geld einkauft. 

Sorry, aber die Behauptung, dass der Primeur "teuer" sei, ist ein großer Twatsch, der auch durch das 10000000000000. Mal des Nachplapperns nicht wahrer wird.

Dieses "Argument"  wird gerne von Leuten vorgebracht, die noch nie einen Primeur aus den Nähe gesehen  haben, geschweige denn einen Primeur schon mal getrunken haben.
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#38
(19-11-2017, 12:53)Ulan schrieb: Anscheinend wird in Deutschland nicht mehr viel davon verkauft, wie aus einem heutigen SPON Artikel mit dem Titel "Primeur, aber nicht immer prima" hervorgeht. Jedenfalls steht da, dass die Exporte nach Deutschland sich im Vergleich zu den 90er Jahren um den Faktor 30 reduziert haben. Er wird oft nicht mehr gefuehrt, weil keine Nachfrage mehr da ist.

*http://www.spiegel.de/stil/beaujolais-nouveau-2017-primeur-aber-nicht-prima-a-1178465.html

In dem zitierten Artikel stehen durchaus auch sehr positive Bewertungen des Primeur.

Lesbar für den, der ohne Vor-Urteile lesen kann.
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#39
Ich hatte gestern einen probiert, der war von Roland Bouchacourt, war unausgewogen, kratzig und mit Kohlensäure überladen. Die 7 Euro waren zu viel für diesen Wein.
MfG B.
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#40
(20-11-2017, 02:16)Mellnau schrieb: In dem zitierten Artikel stehen durchaus auch sehr positive Bewertungen des Primeur.

Lesbar für den, der ohne Vor-Urteile lesen kann.

Das tangiert doch gar nicht meine Aussage? An "Positivem" steht da, dass die zunaechst radikale Ueberbewertung des Beaujolais Primeurs heutzutage angeblich in eine zu schlechte Bewertung umgeschwenkt sei. Ich haette jetzt auch schon zuvor ein paar etwas informativere nichtdeutschsprachige Artikel zitieren koennen, aber die Infos daraus habe ich ja bereits geliefert.

(20-11-2017, 02:16)Mellnau schrieb: Ich finde dieses ständige Primeur-Bashing ermüdend.

Es geht noch dem Motto: "Schaut mal her, was für ein toller toller Weinkenner ich doch bin, wenn ich andere Weine schlecht machen kann!"

Ich denke mal, Du verwechselst hier Ursache und Wirkung. Du bist es doch, der hier mit einer ganzen Reihe von Beitraegen angefangen hatte, den Beaujolais Primeur-Hype zu schueren. Wie gesagt, das hatte so etwas Nostalgisches fuer mich an sich, da das einer dieser "Einsteigerweine" fuer Nicht-Weintrinker in meiner Studentenzeit gewesen war; Werbekampagnen sind auch an mir nicht unbedingt spurlos vorruebergegangen, vor allem, wenn man in jedem Lokal und jedem Supermarkt damit konfrontiert wird. Nur, ich habe ihn halt zurueckgelassen, weil ich vor allem eine Erinnerung an sauren Wein ohne viel Koerper, mit viel Schwefel und nachfolgenden Kopfschmerzen davon zurueckbehalten habe. Und das ist leider der Eindruck, der bei mir haften geblieben ist. Das ist der Grund, warum Du hier negative Meinungen bekommst, nicht Wein-Snobismus.

(20-11-2017, 02:16)Mellnau schrieb: Aber ich rede hier für taube Ohren - oder an die Wand.

Du hast doch bis jetzt lediglich den Hype versucht anzukurbeln. Wo steht denn, was Du spezifisch an diesem Wein schaetzt, also irgendetwas ueber das Marketing hinaus? Wenn Du erzaehlt haettest, was Du persoenlich am Geschmack dieses Weins besonders schaetzt und warum Du Dich darauf so freust, haettest Du immer noch von Bions oder meinen negativen Erfahrungen gehoert, aber ueber Geschmack laesst sich bekanntlich nicht streiten. Bordeaux-Weine waren mir z.B. in meiner Studentenzeit, als ich noch hin und wieder einen Beaujolais probiert habe, schlicht zu harsch. Geschmaecker aendern sich halt. Ich kann aber durchaus verstehen, was jemand meint, wenn er mir sagen wuerde, er faende Bordeaux-Weine scheusslich. Damit haette ich auch kein Problem.

Wenn ich irgendetwas vom "Start des Weinjahres"-Ritual mitbekommen will, hole ich mir uebrigens einen Sturm. Sturm oder Federweisser waren es uebrigens, die das Beaujolais-Primeur-Ritual mehr oder weniger abgeloest hatten (natuerlich auch von Werbung unterstuetzt).

(20-11-2017, 02:16)Mellnau schrieb: Von mir aus könnt ihr auch diesen Thread schließen.

An dem Thema selbst ist doch nichts verkehrt? Ich meine, Du koenntest ja mal irgendwann ueber Wein reden. Ich weiss weder, was Du am Beaujolais Primeur eigentlich schaetzt, noch, wie Dein Heilbronner Primeur denn nun gewesen ist.
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#41
Ich sehe nur, dass ich hier weiterhin total falsch verstanden werde.
Ich kurble hier keinen Hype an.
Und ich überschätze den Primeur nicht.
Ich sehe ihn nur als das, was er ist.
Nicht mehr und nicht weniger.

Ich möchte aber in diesem Thread nicht mehr schreiben, wie schon gesagt.
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#42
(20-11-2017, 02:08)Mellnau schrieb: Und natürlich ist an dem Wein was Außergewöhnliches.

Das halte jeder für sich, wie er will.

(20-11-2017, 02:08)Mellnau schrieb: Wer des Lesens mächtig ist, der kann es lesen.

Ich finde dieses ständige Primeur-Bashing ermüdend.

Es geht noch dem Motto: "Schaut mal her, was für ein toller toller Weinkenner ich doch bin, wenn ich andere Weine schlecht machen kann!"

Aber ich rede hier für taube Ohren - oder an die Wand.

Das sind keine Argumente für die Güte eines Produkts. Ich räume ein, dass ich gute acht Jahre keinen Beaujolais Nouveau mehr angerührt hatte. Die Diskussion hier hat mich ermutigt, wieder einmal einen zu probieren. An meiner Einstellungen zum "jungen Roten" aus Frankreich hat die in meinem vorhergehenden Beitrag erwähnte Weinprobe nichts geändert.

(13-11-2017, 20:19)Geobacter schrieb: Rotweine: da gibt es bei uns sehr viele und es hängt dann auch von der jeweiligen "Kellerei" ab, wie gut der Tropfen gekeltert wurde.

So ist es.

(13-11-2017, 20:19)Geobacter schrieb: Die ganzen Italienischen Edelweine.. Barbera.. Brunello...und und und..

Und selbst bei den großen Namen (zB beim Barolo) kann man unterschiedlichste Erfahrungen machen.

(13-11-2017, 22:45)Ulan schrieb: …; wobei ich sagen muss, dass ich nicht bereit bin, Unsummen fuer Wein auszugeben.

Ich auch nicht.

(13-11-2017, 22:45)Ulan schrieb: Ich glaube nicht, dass ich schon einen einzigen Zweigelt getrunken habe, den ich wirklich gerne trinken wuerde,…

Herr Dr. Zweigelt war es gewesen, der die Direkttägersorten in Österreich in Misskredit gebracht, ihnen allerlei gesundheitsschädigende Eigenschaften angedichtet und für ein Verbot gesorgt hatte. Was die Sorte "Zweigelt" angeht: Manche meiden die Sorte wegen der Nazi-Vergangenheit des Züchters.

(13-11-2017, 22:45)Ulan schrieb: …und Blaufraenkisch ist zwar etwas besser, aber trotzdem nicht so ganz mein Fall.

Im Mittelburgenland (Neckenmarkt, Deutschkreutz, Horitschon) gibt es davon vorzügliche reinsortige Produkte und Verschitte.

(13-11-2017, 22:45)Ulan schrieb: Reine Cabernet Sauvignons sind mir aber oft zu harsch, und Merlots neigen oft zu einem eher flachen Geschmack; da kann man durch Mischen viel "abrunden".

Cabernet-Merlots sind ja die geradezu "klassischen" Verschnitte. Übrigens: Die besten Jahrgänge von Pétrus werden als sortenreine Merlots in Verkehr gebracht.

(13-11-2017, 23:20)Geobacter schrieb: Aber eine besondere Delikatesse ist dieser "Hudler" aus dem Burgenland, der wird aber spezialbehandelt um den Methylalkoholanteil möglichst niedrig zu halten.

Der Uhudler wurde – vornehmlich auf Betreiben des Herrn Dr. Zweigelt, der zwischen 1938-1945 Direktor der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien gewesen war - 1936 verboten und erst 1992 nach wissenschaftlicher Begutachtung, die das Märchen von der Gesundheitsschädlichkeit des Produktes ausräumte, wieder als verkehrsfähig zugelassen.

(14-11-2017, 15:11)Georg C. Peter schrieb: Weine aus Übersee muss man probieren und mögen: Für diese Weine (wie auch für die spanischen) gilt: nicht zu lange lagern, sie könnten sonst umkippen.

Die Lagerfähigkeit von Weinen wird vor allem durch ihre Beschaffenheit bestimmt. Extrakt- und säurereiche Weine sind in der Regel haltbarer als extraktarme Weine mit Säurewerten an der unteren Grenze. 

(14-11-2017, 17:45)Ulan schrieb: Rioja habe ich auch immer im Haus.

Ich auch. Und dazu einige Gewächse aus dem Duero-Tal.

(18-11-2017, 12:04)Mellnau schrieb: Der Primeur aus Frankreich ist immer noch nicht da.

Das war schon die achte Mitteilung gewesen, wonach die Ankunft des Beaujolais Nouveau sehnlichst erwartet werde.
Ich wollte festhalten, dass ich die Begeisterung nicht teile.

(16-11-2017, 22:15)Ulan schrieb: Allerdings bedeutet das auch, dass der fertige Wein oft schon nach drei Wochen anfaengt, in Essig umzukippen (was eventuell meine Saeure-Erfahrung erklaert).

Die Primeur-Weine verlieren allesamt sehr rasch von dem, was ihren Reiz ausmacht. Ihre Fruchtigkeit und gebundene Kohlensäure nehmen rasch ab und sind nach spätestens sechs Monaten so gut wie nicht mehr vorhanden. Das trifft für die meisten Jungen aus der Steiermark (vornehmlich Cuvée aus früh reifenden Sorten) und für jene aus Wien und Niederösterreich (vornehmlich Riesling/Sylvaner) zu.

Weiße Primeur-Weine kaufe ich gerne. Allerdings nur in einer Menge, die in absehbarer Zeit aufzubrauchen ist. Grundsätzlich halte ich es für mich so: Weiße Weine sprechen mich an, solange sie jung sind. Wenn ich einen im Restaurant Weißwein bestelle, verlange ich immer den letzten Jahrgang. Bei Rotweinen halte ich es umgekehrt. Da ziehe ich extraktreiche Weine, die zudem einige Zeit im kleinen Eichenfass zugebracht haben, den "schlanken" Produkten vor.
MfG B.
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#43
(14-11-2017, 15:11)Georg C. Peter schrieb: Weine aus Übersee muss man probieren und mögen: Für diese Weine (wie auch für die spanischen) gilt: nicht zu lange lagern, sie könnten sonst umkippen.

(Antwort Bion:) Die Lagerfähigkeit von Weinen wird vor allem durch ihre Beschaffenheit bestimmt. Extrakt- und säurereiche Weine sind in der Regel haltbarer als extraktarme Weine mit Säurewerten an der unteren Grenze. 

Hallo Bion,
sehr interessant Deine Erläuterungen, vielen Dank!

Zum Zitat: ich bin kein Weinexperte (wie gesagt: lerning by doing  Icon_cheesygrin  ), daher kann ich nur aus meinen Erfahrungen berichten. Und da kann ich sagen, dass französische und italienische Rotweine ab einem gewissen Niveau (sagen wir: ca. 8 Euro) nur sehr selten umkippen, sondern in der Regel verfärben sie sich leicht ins Bräunliche und bilden eine leichte Cherrynote, die mit der Zeit stärker wird (so dass sie irgendwann nicht mehr trinkbar sind). Bei spanischen Weinen und Weinen aus Südafrika habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie, nur wenige Wochen, nachdem sie noch wohlschmeckend waren, bereits völllig umgekippt sind und damit untrinkbar waren. So musste ich ganze Kisten - vor allem spanischer Weine - aus meinem Keller entsorgen.
Wie gesagt: nichts gegen diese Weine, insofern man sie schnell trinkt, denn sie sind häufig günstiger als Franzosen und Italiener.

Zum Beaujolais:
Diesen Wein habe ich in meiner Jugend auch häufig und mit viel Begeisterung getrunken, später aber auch schlechte Erfahrungen gemacht.
Ich denke, dass sich der Weinanbau seit den 90- er Jahren hier in Deutschland ernorm verbessert hat. Durch den Vollernter ist man heute in der Lage, die Trauben stärker zu beschneiden und damit deutlich höhere Qualität (bei gleichem Preis) zu erzeugen. Dadurch ließ die Faszination für französische Weine stark nach.
Ein weiterer Punkt ist der, dass ich/wir inzwischen - in höherem Alter - einen säureempfindlicheren Magen haben (wenn ich da an die ganzen "Knoblauchfeten" von früher denke  Occasion14  ), so dass wir schon aus diesem Grund die sehr jungen Weine ehrer meiden.

Ich möchte aber niemandem seine Jugenderinnerungen madig machen!
Viele Grüße an alle,
Georg
KAISER BARBAROSSA RIEF AUF EINMAL "HOSSA"
(Infoverlag/ Georg C. Peter)
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#44
(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Und selbst bei den großen Namen (zB beim Barolo) kann man unterschiedlichste Erfahrungen machen.

Durchaus. Ich habe nur sehr selten Barolo getrunken, und das ging von grottenschlecht bis gut, wobei der Preis glaube ich gar nicht mal besonders unterschiedlich war.

(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Herr Dr. Zweigelt war es gewesen, der die Direkttägersorten in Österreich in Misskredit gebracht, ihnen allerlei gesundheitsschädigende Eigenschaften angedichtet und für ein Verbot gesorgt hatte. Was die Sorte "Zweigelt" angeht: Manche meiden die Sorte wegen der Nazi-Vergangenheit des Züchters.

Oh, die Details waren mir gar nicht bekannt. Wobei ich da jetzt nicht die Rebsorte "verantwortlich" machen will, sondern eher die Leute, die meinten, Zweigelt durch die Namensvergabe zu ehren. Ich habe gelesen, das waere es 1975 gewesen.

Was mich wie gesagt stoert, ist meist der Geschmack. Da ist eine Note dabei, die ich als "muffig" charakterisieren wuerde. Wohlwollender koennte man das eventuell als "schwarze Johannisbeere" beschreiben, wobei ich aber schwarze Johannisbeere eigentlich mag. Wie auch immer, man muss nicht alles trinken.

(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Im Mittelburgenland (Neckenmarkt, Deutschkreutz, Horitschon) gibt es davon vorzügliche reinsortige Produkte und Verschitte.

Der Blaufraenkische ist einem "normalen" Burgunder wohl sehr aehnlich, so dass ich da tatsaechlich schon mal einen besseren hatte.

(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Cabernet-Merlots sind ja die geradezu "klassischen" Verschnitte. Übrigens: Die besten Jahrgänge von Pétrus werden als sortenreine Merlots in Verkehr gebracht.

Das glaube ich gerne. Das duerfte aber preislich weit jenseits dessen liegen, was ich fuer Wein ausgebe. Das Thema, wo diese Art von Verschnitt aufkam, war, wie ein Kellermeister auch aus durchschnittlichen Weinen durch eben jenen Verschnitt oft genug Weine hinbekommt, die sehr ansprechend sein koennen; deshalb stoert mich Verschnitt auch gar nicht. Meine Erfahrungen mit Weinproben haben mich auch zur Erkenntnis gebracht, dass die Weine, die man im Supermarkt um die Ecke bekommt, oft genug besser sind.

Die groesste Farce einer Weinprobe hatte ich uebrigens mal im Napa Valley erlebt. Da gibt es viele Etablissements, die nur darauf aus sind, die Gaeste so weit zu beschwipsen, dass sie kastenweise den Kram kaufen, der dort verkostet wird. Da braucht man leider jemanden, der ein wenig Ahnung hat, wo es sich lohnt hinzugehen. Wie auch immer, wir landeten irgendwo, wo man einen gewissen Obulus entrichtete und dann auf einer Liste ankreuzte, welche Weine man probieren wollte. Ich hatte unter anderem dabei auch einen Merlot ausgewaehlt. Als ich am Glas roch, war da absolut nichts. Wie man einen absolut geruchlosen Rotwein hinbekommt, weiss ich nicht, aber da war er. Der Geschmack war auch sehr fluechtig. Wir waren zu viert, und natuerlich tauschten wir uns untereinander aus. Als ich meine Meinung zu dem Merlot aeusserte und auch meine Begleiter ihrer Auswahl zum Grossteil nur wenig abgewinnen konnten, rief ploetzlich mein Sitznachbar zur Rechten, den ich nicht kannte, den Ausschenker und widerrief seine Bestellung von 2 Kisten des Merlots, den ich gerade probiert hatte. Das kam mir zwar absurd vor (er hatte ihn doch selbst verkostet), aber der Ausschenker bekam die Panik, nahm mir meine Auswahlliste weg und aenderte von sich aus einige der Weine, die ich kosten wollte, da "die wohl meinem Geschmack eher entsprechen wuerden". Da stand dann auch ein neuer Merlot. Der schmeckte zwar nicht nach nichts, war aber sauer und hatte auch keinen Abgang. Jetzt wurde mir das Glas weggenommen, der Ausschenker erklaerte, die Probierflasche sei wohl umgekippt, und dann bekam ich einen neuen Wein, der angeblich derselbe sein sollte. Dieser neue Merlot (wenn es denn einer war) war richtig gut. Er roch schon angenehm, war aromatisch im Geschmack und hatte einen guten Abgang. Nur, ich konnte beim besten Willen keine Aehnlichkeit zu dem ausmachen, was ich zuvor bekommen hatte.

Ich hatte dann hinterher erfahren, dass auf diesen Weinproben im Prinzip nur der Ausschuss verhoekert wird, den nicht mal die Supermaerkte abnehmen, jedenfalls in den meisten dieser Napa Valley-Etablissements. Das Weingut, wo wir waren, produzierte wohl recht viele nicht besonders gute Weine und nur einige wenige Spitzenweine. Ich vermute mal, ich bekam dann zum Schluss einfach ein Glas von einem ihrer wirklich guten Weine, damit ich den Mund hielt.

(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Der Uhudler wurde – vornehmlich auf Betreiben des Herrn Dr. Zweigelt, der zwischen 1938-1945 Direktor der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg bei Wien gewesen war - 1936 verboten und erst 1992 nach wissenschaftlicher Begutachtung, die das Märchen von der Gesundheitsschädlichkeit des Produktes ausräumte, wieder als verkehrsfähig zugelassen.

Da scheint dieser Herr ja nachhaltigen Schaden angerichtet zu haben. Wieso wurde der dann trotzdem noch geehrt, indem man Oesterreichs haeufigste Rotweinsorte nach ihm benannte? Er hatte wohl viele Freunde in einflussreichen Positionen.

(20-11-2017, 12:21)Bion schrieb: Weiße Primeur-Weine kaufe ich gerne. Allerdings nur in einer Menge, die in absehbarer Zeit aufzubrauchen ist. Grundsätzlich halte ich es für mich so: Weiße Weine sprechen mich an, solange sie jung sind. Wenn ich einen im Restaurant Weißwein bestelle, verlange ich immer den letzten Jahrgang. Bei Rotweinen halte ich es umgekehrt. Da ziehe ich extraktreiche Weine, die zudem einige Zeit im kleinen Eichenfass zugebracht haben, den "schlanken" Produkten vor.

Hmm, da sollte ich eventuell mal einen weissen Primeur aus der Gegend ausprobieren. Beim Sturm waehle ich eigentlich auch den weissen.
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#45
Weintrinken u. Weinschätzen..  alles eine Frage des Er-Lernens(der Geschmacks-Bildung). Es kommt sogar vor das sich auch große Sommelier manchmal irren und einen grottenschlechten Wein für einen besonders edlen Tropfen halten.

Mein Freund Ernst (er hieß wirklich so) war schon im zarten Alter von 23 Jahren  Sommelier 2. Grades.. leider ist er aber dann auch schon mit 30. an "Organverschiebung" gestorben.. der hat zu den damaligen Zeiten öfters mal hier in der Gegend (im Meranerland) Weinverkostungen für Selbstkelterer veranstaltet, welche natürlich alles Bauersleute mit eigenem Weinberg waren.. Jedenfalls hat er hierzu zur Bewertung auch wirkliche Fachleute aus fern und nah eingeladen - die sich nur bei den ganz extremen Fällen von Untrinkbarkeit immer sehr einig waren...
Ich weis das, weil ich für meinen Freund die Plakate zu diesen alljährlich sehr beliebten Veranstaltungen gemalt habe.. und dafür immer mitsaufen durfte.
Der Mensch erschuf sich Gott nach seinem "Bilde" der ihn dafür zu einem Auserwählten machte.
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