![]() |
|
Ewige und unendliche Welt? - Druckversion +- Religionsforum (Forum Religion) (https://religionsforum.de) +-- Forum: Studium (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=29) +--- Forum: Naturwissenschaft (https://religionsforum.de/forumdisplay.php?fid=54) +--- Thema: Ewige und unendliche Welt? (/showthread.php?tid=10228) |
RE: Ewige und unendliche Welt? - Athon - 11-06-2021 (08-06-2021, 21:37)petronius schrieb:Zitat:das eben ist ja der unsinn. ereignisse können kausal begründet (fir folge einer kausalen ursagenau deshalb kannst du eben nicht vom "bloßen Vorhandensein von Bedingungen und Voraussetzungen" auf kausalität schließenche) sein, aber nicht umgekehrt RE: Ewige und unendliche Welt? - Ekkard - 11-06-2021 (11-06-2021, 12:58)Athon schrieb: Ich meinte, dass Ereignisse sich auf Kausalität gründen. Wenn einem Ereignis zu seinem Eintreten jedoch Kausalität zugrunde liegen muss, müsste doch auch bereits "Zeit" existieren. Weil zwischen dem Grund für ein Ereignis und dem Ereignis selbst Zeit vergeht. Selbst, wenn diese nur minimalst sein sollte.Korrekt, wenn die genannte Voraussetzung zutrifft. Doch es gibt auch nicht-kausale Ereignisse (Zufälle). Und es gibt die falsche Zuordnung von Ursachen bei Ereignissen, die aus ganz anderen Gründen oder zufällig gemeinsam auftreten. Jean-Luc Lehners schrieb:Wenn man mit den Einstein-Gleichungen den Beginn des sich ausdehnenden Babyuniversums berechnet, dann stellt man fest, dass viele Bereiche nicht in kausalem Kontakt gestanden haben können ....Auch wenn diese Hypothese (nicht Theorie!) plausibel klingt, muss nicht zutreffen, was sie behauptet. Erstens hat es kurz nach dem Urknall eine überlichtschnelle Expansion gegeben. Das ist durchaus möglich, wenn die Phase kurz genug war, um die im Raum bereits geltende Physik auf Grund quantenphysikalischer Phänomene zu "überlisten". Und genau dadurch reißt der Nachrichtenstrom der nunmehr größeren Welt auseinander und wird akausal. Zweitens gibt es keine Evidenz für mehrere Urknalle. Mathematische Hilfsüberlegungen (hier mehrere Explosionen) sind für sich genommen nicht real, nur weil man damit praktische Ergebnisse erzielt. Drittens ist die Gegenfrage zu stellen, warum aus einer sehr informationsarmen Expansion plötzlich größere Schwankungen entstehen sollen. Das Bild des Ur-Knalls ist absolut kontraproduktiv, weil es suggeriert, dass alles so durcheinander fliegt und sich "verknüddelt" wie das bei irdischen Explosionen der Fall ist. So funktionierte aber der Urknall offensichtlich nicht. Die Energie-Eruption geschah außerordentlich gleichmäßig in den jungen Raum hinein, und der dehnte sich nun auch außerordentliche gleichmäßig. Thermodynamisch gesehen erweiterte sich ein unter Druck stehendes Gefäß, ohne dass da Teile zerborsten wären. Erst in einer viel späteren Phase kondensierte aus der hochgespannten Energie ein Gemisch aus Wasserstoff- und Heliumkernen mit entsprechend vielen Elektronen, Mesonen und anderem Kleinkram aus (Plasma). Und wiederum - nämlich 380000 Jahre - später bildete sich aus dem Plasma Wasserstoff- und Heliumgas. Ich persönlich wüsste bis dahin keinen Mechanismus zu nennen, der irgendwelche größeren Dichteschwankungen erzeugt. Wie gesagt, das Gefäß hat sich sehr gleichmäßig erweitert nicht so, wie eine irdische Explosion. Bei den danach entstandenen Gasen und dem nun zur Verfügung stehenden Raum ist das anders. Da wirken Teilbereiche durch Gravitation aufeinander und beginnen Wirbel zu bilden und leere Stellen, aber auch erst ganz allmählich. Unendlichkeit, Multiversum (11-06-2021, 12:58)Athon schrieb: Frage an die hiesigen Experten: Lassen die derzeitigen Erkenntnisse der Wissenschaft es zu, ein solches Szenario als "unmöglich" zu betrachten? Selbst, wenn es niemals gelingen sollte, für meine Annahme Beweise vorzulegen, könnte man sich doch im Wege des Ausschlussverfahrens annähern. Und wenn dann ein Punkt erreicht ist, an dem meine Auffassung eben nicht mehr haltbar ist, dann ist das so. Meine ich...Wir müssen uns immer klar machen, dass wir über unsere Raumzeit reden und nicht über Zeit allein oder Raum allein. Unsere(!) Raumzeit ist schon deshalb nicht unendlich, weil sie von einem Ereignishorizont umgeben ist, der uns prinzipiell Informationen von außerhalb vorenthält. Rein spekulativ kann unsere(!) Raumzeit in jeder räumlichen Richtung ohne Ende sein, bei zugleich endlichem Volumen (aus dessen ferneren Teilen wir aber keine Informationen gewinnen können). Also wir wissen es nicht. Selbstverständlich können weitere Raumzeiten existieren. Nur Vorsicht: Es gibt keinen übergeordneten Raum, in dem sich das Multiversum befände. Sondern jede Raumzeitblase kann sich genau hier befinden aber ohne jede Information darüber. Es ist viel zu wenig bekannt, dass gegebene oder nicht vorhandene Information der Schlüssel zu all den scheinbaren Problemen unserer Anschauungen ist. RE: Ewige und unendliche Welt? - Holmes - 11-06-2021 (29-05-2021, 09:32)Athon schrieb: Man sollte sich darauf einigen können, dass nichts aus NICHTS entstehen kann, da für den Entstehungsprozess von ETWAS Voraussetzungen vorliegen müssen. Ein NICHTS, dass Voraussetzungen aufweist, wäre jedoch kein NICHTS, sondern bereits schon ETWAS. Alles andere wäre aus meiner Sicht unlogisch. Das wäre "philosophisch" gesehen nur richtig, wenn die Kategorien in denen wir "denken" ontologisch wahr sind. Ich habe jetzt nicht die ganze Diskussion gelesen, aber von dieser Annahme ging man zwar zur Zeit von Aristoteles aus, aber nach Kant und Hume verlor diese Sichtweise stark an Glaubwürdigkeit, deshalb müsste man etwas begründen warum dem so sein sollte und dafür spricht meiner Meinung nach nichts. RE: Ewige und unendliche Welt? - Holmes - 11-06-2021 (29-05-2021, 10:49)Ulan schrieb: Na ja, an dem Punkt zuecken Theisten dann halt die "Gott"-Karte, also ihre Art, eine Antwort auf eine nicht beantwortbare Frage zu geben. Im Prinzip sind solche Ueberlegungen ein Verschiebebahnhof fuer moegliche Antworten auf die "Warum"-Frage, die hier dadurch "entsorgt" wird, dass einfach ewiges Bestehen angenommen wird (wobei der Mensch die "Warum"-Frage wohl trotzdem nicht lassen koennen wird). Dabei gehen auch schon andere Annahmen in dieses Konstrukt ein, die selbst auch nicht wirklich belegt sind, z.B. die Existenz mehrer "Universen" in der Welt (also ein Multiversum-Modell) oder alternativ ein zyklisches Universum. Dafür muss man kein Theist sein, sondern Rationalist. Wenn die Kategorien wirklich ontologisch wahr wären, dann wäre ein Gottesbeweis ohne Zweifel gültig. Es kam damals keinen Grund für die Menschen an dieser Annahme zu zweifeln, denn bis zum heutigen Tage sind Denkgesetzte uneingeschränkt gültig. Die "klassische" Logik ist ja nicht umsonst Grundlage für jede Wissenschaft. Eine Wissenschaft die ohne Logik funktioniert gibt es nicht. RE: Ewige und unendliche Welt? - Ulan - 11-06-2021 Fuer die Antwort "Gott" muss man Theist sein. Fuer die Antwort "das Universum existierte ewig und ist ungeschaffen" nicht. Das war der Punkt. Welchen Platzhalter man da als vorlaeufige Loesung fuer die unbeantwortbare Frage nimmt, ist letztlich egal. Das weiss eh niemand. Es geht ja nur darum, das Gruebeln abzustellen und etwas Produktiveres mit dem Leben anzustellen. RE: Ewige und unendliche Welt? - Geobacter - 11-06-2021 (11-06-2021, 18:26)Ulan schrieb: Fuer die Antwort "Gott" muss man Theist sein. Fuer die Antwort "das Universum existierte ewig und ist ungeschaffen" nicht. Das war der Punkt. Gibt natürlich auch solche und solche Theisten ............ von denen gar einige auf die ihre Antwort als die einzig "universell" gültige pochen, weil wir eben nicht wissen/wüssten, und von daher in der Pflicht stünden, unsern Willen ihrer transzendenten Meinung / ihrem, auf allerhand Autoritäten - (selektiv danach ausgewählt) - gestützten Glauben zu unterwerfen. Man muss also schon unterscheiden...... zwischen den gewöhnlichen (die ihr Seelenheil der Hand der Geistlichen anvertrauen) und jenen pathologischen Theisten, deren ganzem Selbstwert-Empfinden - nach göttlichem Bilde, aller höherer Sinn abhanden käme, wenn es wirklich so etwas wie diesen billigen und minderwertigen Zufall, oder gar noch eine ziellose und von daher einfach nur opportunistische Evolution gäbe. RE: Ewige und unendliche Welt? - petronius - 11-06-2021 (11-06-2021, 12:58)Athon schrieb: Ich meinte, dass Ereignisse sich auf Kausalität gründen meistens - aber eben nicht immer und zwingend Zitat:Zitat:ok - dann sagt er das also so. aber warum sagt er das? woraus leitet er es ab? auch an dich: ich bin nicht dein internetdepp, der sich selber zusammensucht, was du dann vielleicht gesagt haben willst entweder du bist fähig und bereit, das, was du sagen willst, auch selber zu formulieren - oder ich muß davon ausgehen, daß du eben nichts zu sagen hast Zitat:Wenn man mit den Einstein-Gleichungen den Beginn des sich ausdehnenden Babyuniversums berechnet, dann stellt man fest, dass viele Bereiche nicht in kausalem Kontakt gestanden haben können. Es blieb nicht genug Zeit, um zwischen diesen Bereichen Information auszutauschen, was grundsätzlich nur maximal mit Lichtgeschwindigkeit möglich ist ok - er setzt also voraus, daß das universum kausal entstanden ist (deshalb ja meine frage: warum sagt er das? woraus leitet er es ab?) eine völlig willkürliche prämisse, aus der dann selbstverständlich alles folgerichtig folgt - nur sind die folgerungen eben falsch, wenn schon die prämisse falsch ist Zitat:"Meine" hier thematisierte Unendlichkeit: Räumliche unbegrenzte ( das dürfte auf unser universum zutreffen, so weit wir wissen Zitat:Offenbar wird allgemein zwischen "unser" und "das" Universum unbemerkt ein Unterschied impliziert: DAS Universum kann demnach nur einmal existieren, UNSER Universum lässt den Schluss zu, dass noch weitere existieren könnten korrekt wir kennen nur unser universum, und können nicht wissen, ob es das einzige ist. mathematisch wären ja die multiuniversen drin (ich habe, glaub ich, schon mal auf everett-wheeler-graham verwiesen). das problem ist halt, daß quantenphysik, relativität und vor allem unser "gesunder menschenverstand auf mittelerde" nicht (in allem) übereinstimmen, sodaß wir in vielem nur sagen können "es könnte oder dürfte so sein, aber mit sicherheit wissen können wir das nicht" Zitat:"Mein" als unendlich angenommenes Universum nenne ich deshalb Welt, weil ich innerhalb dieser unendlich viele Universen als existent ansehe, jew. bestehend aus Milliarden Galaxien. Jedes (endliche!) Universum ist aus meiner Sicht im unendlichen Raum genauso entstanden wie das unsrige und sollte deshalb den gleichen universellen Naturgesetzen unterliegen: Es dehnt sich aus und die Massenverteilung wirkt sich auf die Raumzeit aus klar - könnte so sein RE: Ewige und unendliche Welt? - Athon - 11-06-2021 (11-06-2021, 19:50)petronius schrieb:Zitat:auch an dich: ich bin nicht dein internetdepp, der sich selber zusammensucht, was du dann vielleicht gesagt haben willst Und vielleicht wäre dies auch der einfachere Weg, ohne dass sich mehr als nötig Fragen auftürmen. Und Gott bräuchte man dafür auch nicht. Aber, das nur am Rande... RE: Ewige und unendliche Welt? - Holmes - 12-06-2021 (11-06-2021, 18:26)Ulan schrieb: Fuer die Antwort "Gott" muss man Theist sein. Fuer die Antwort "das Universum existierte ewig und ist ungeschaffen" nicht. Das war der Punkt. Das stimmt nicht, weil man auch "Deist" sein kann oder Pantheist, das sind verschiedene Kategorien. Ein Theist glaubt an einen persönlichen Gott. Die Frage ist zu beantworten, eben wenn man davon ausgeht, dass die logischen Kategorien ontologisch wahr sind. Wenn Logik sich nicht auf Erfahrung zurückführen lässt und damit die "Welt" beschreibt, dann kann ich Beweise führen die "ewig" gelten. Wer behauptet die Logik gilt eingeschränkt der muss das erkenntnistheoretisch begründen. RE: Ewige und unendliche Welt? - Ulan - 12-06-2021 Der "Deist" war mir kurz durch den Kopf gegangen, als ich die Antwort schrieb, aber ich hatte das nicht geaendert, da ich das fuer den gemachten Punkt als zweitrangig ansah. Man kann alle moeglichen Formen von Beweisen fuehren. Das bedeutet nicht, dass sie uns notwendigerweise irgendetwas Sinnvolles vermitteln. RE: Ewige und unendliche Welt? - Ekkard - 12-06-2021 (12-06-2021, 12:08)Holmes schrieb: Wer behauptet die Logik gilt eingeschränkt der muss das erkenntnistheoretisch begründen.Ich behaupte nicht, die ganze philosophische Tragweite hiervon zu überblicken. Aus der Physik weiß ich aber, dass verkettete Verknüpfungen gelegentlich Brüche aufweisen. Schon die Kausalkette weist zumindest einen Bruch, nämlich den Weltbeginn auf. Richtig ist, dass unsere Schlussweisen sich an den kontinuierlichen Verknüpfungen von "Mittelerde" orientieren: "wennn ... dann ...". Doch schon bei chemisch-physikalischen Phasenübergängen gilt diese einfache Logik nicht mehr. Sei's drum! Es ging letztlich darum, dass unsere Welt aus logischen Gründen unendlich sein müsse. Das ist schon aus Gründen der endlichen Signallaufzeit und dem Alter der Welt Unsinn. Denn es gibt da draußen einen Ereignishorizont, eine Art natürlichen Vorhang, der buchstäblich alles verbirgt, was jenseits davon sein kann. Die Welt kann also durchaus unendlich sein, doch wir brauchen nur den diesseitigen, viel kleineren Teil zu beachten. Ich verstehe das ganze Ansinnen nicht, warum unsere Welt unendlich sein müsse. M. E. ist das ein regressives Verhalten nach dem Motto des Kindergartens: Ich will aber ... RE: Ewige und unendliche Welt? - Ulan - 12-06-2021 Ich dachte jetzt, es ginge einfach darum, eine Alternativantwort zur Antwort "Gott" zu entwickeln; also irgendetwas, das das Schoepferprinzip ersetzen kann, aber trotzdem unsere Art der Logik auf irgendeine Art und Weise befriedigt. Du kannst ja hier schon reihenweise sehen, dass diese Sollbrueche in unseren Kausalketten schlicht nicht akzeptiert werden - auch dort wo sie gut belegt sind - weil es unsere "Mittelerde"-Logik nicht befriedigt. Da hilft dann halt das "Zuckerle". RE: Ewige und unendliche Welt? - Ekkard - 12-06-2021 Nun, ja ...
RE: Ewige und unendliche Welt? - Holmes - 12-06-2021 (12-06-2021, 16:28)Ekkard schrieb:(12-06-2021, 12:08)Holmes schrieb: Wer behauptet die Logik gilt eingeschränkt der muss das erkenntnistheoretisch begründen.Ich behaupte nicht, die ganze philosophische Tragweite hiervon zu überblicken. Aus der Physik weiß ich aber, dass verkettete Verknüpfungen gelegentlich Brüche aufweisen. Schon die Kausalkette weist zumindest einen Bruch, nämlich den Weltbeginn auf. Richtig ist, dass unsere Schlussweisen sich an den kontinuierlichen Verknüpfungen von "Mittelerde" orientieren: "wennn ... dann ...". Doch schon bei chemisch-physikalischen Phasenübergängen gilt diese einfache Logik nicht mehr. Damit wäre die Kausalkette innerhalb der Welt ja trotzdem immer gültig, abgesehen von der Kopenhagener-Deutung, welche erstmal nur eine "Möglichkeit" darstellt. Ich denke die Welt ist innerhalb von "Mittelerde", so wie du sie nennst "unendlich", weil wir halt nicht aus ihr heraus kommen, aber beim physikalischen Teil würde ich zustimmen. RE: Ewige und unendliche Welt? - Holmes - 12-06-2021 (12-06-2021, 16:44)Ulan schrieb: Ich dachte jetzt, es ginge einfach darum, eine Alternativantwort zur Antwort "Gott" zu entwickeln; also irgendetwas, das das Schoepferprinzip ersetzen kann, aber trotzdem unsere Art der Logik auf irgendeine Art und Weise befriedigt. Es gibt keinen eindeutigen Beleg für einen bruch der Kausalkette in "Mittelerde" die Kopenhagenerdeutung bleibt eine Deutung. Sie wird zwar von knapp über 60% der Physiker geteilt, aber die Physik ist ja keine Demokratie. Wenn wir das Prinzip der Kausalität aufgeben müssten, also etwa den Satz des zureichenden Grunds, dann hätten wir es mit ganz viel "Unsinn" zu tun. |