02-01-2005, 13:08
Nagarjuna schrieb:...Wie ist aber dann das protestantische Prinzip sola fide zu verstehen? Glaube ohne Werke wäre so etwas wie eine billige Gnade. Wenn ich die Paulus-Briefe lese, dann habe ich den Eindruck, dass Glaube allein schon genügen würde und gute Werke nur die Größe der Belohnung, die Stellung im Himmel bestimmen würden.Die Gegenüberstellung von Glaube und Werken, Nagarjuna,
() Nagarjuna
ist eine Angelegenheit der aktuellen Diskussion.
Luther kam vom Kampf gegen den Ablass-Handel und die sog. Werke-Gerechtigkeit seiner damaligen Kirche her,
nach der man sich mit "Werken" das Himmelreich "verdiente".
Luther geht es um das "Sein" des Menschen
statt des "Habens" von Ansehen durch gute Werke.
So wie es Jesus (siehe das Matthäus 22-Zitat von Gerhard!) um "Gott lieben von ganzem Herzen und ganzer Seele" geht,
das ohne angewandte Nächstenliebe gar nicht möglich ist.
Die Trennung ist rein theoretisch und in der Praxis für Jesus und auch Luther indiskutabel.
Wenn du den schönsten Text von Paulus dazu lesen willst, dann nimm
1. Korintherbrief, Kapitel 13
Das Hohelied der Liebe
1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis
und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir' s nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern,
sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.
8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird
und die Erkenntnis aufhören wird.
9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk.
10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene,
so wird das Stückwerk aufhören.
11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.
12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche!" (Gustav Mahler nach Thomas Morus)


