26-08-2011, 16:39
(26-08-2011, 16:07)petronius schrieb:(25-08-2011, 18:02)Ekkard schrieb: Sie bietet genau das, was man das schlechte Gewissen der Staatsgebilde nennen könnte. Das Richtige und Wahre, abgesetzt vom Verwerflichen ist eine Frage der Werteordnung. Diese dürfte uns allen bestens als das bekannt sein, was man darf oder sollte aber dennoch tut bzw. unterlässt. Die Ökumene-Bewegung schaut auf die staatlichen Strukturen und macht wenigstens den Versuch, deren negative Auswirkungen zu benennen oder zu umgehen. Manches gelingt, vieles scheitert leider an der Selbstherrlichkeit angeblich politischer Sachzwänge.
welche theologien genau bieten denn das "Richtige und Wahre" (das allein ja schon ein höchst fragwürdiger ansatz!) als korrektiv zu den "negativen Auswirkungen staatlicher Strukturen"?
ganz konkret, über bloßes jammern hinaus und wohlfeile appelle ans brav sin hinaus?
sollte es eine solche theologie tatsächlich geben, dann versteckt sie sich aber gut vor der öffentlichkeit. was aber an theologie unters volk geschmissen wird, erfüllt diesen deinen anspruch imho nicht
Im Grunde bietet nahezu jede Theologie solche Ideen.
Sei es Nächstenliebe, Helfen bei Armut, das Verzeihen von Ungerechtigkeiten...
Das sind teilweise durchaus Dinge die vom Staat selber weniger oder gar nicht aufgegriffen werden (vieleicht auch nicht werden können).
Allerdings kann Religion mMn. auch durchaus als Bremse für gesellschaftliche Veränderungen betrachtet werden, in der Vergangenheit mehr als heute. Das Vertrauen auf das nächste Leben lädt dazu ein, einfach auszuhalten.
