17-10-2011, 22:58
Habt ihr schon mal diesen hebräischen Ausdruck „chattá’th“ gehört? Der entsprechende griechische Ausdruck lautet hamartía. Diese Ausdrücke werden für das Wort „Sünde“ wiedergegeben. Aber was ist Sünde?
Etwas, was mit Gottes Persönlichkeit, seinen Maßstäben, seinen Wegen und seinem Willen nicht in Harmonie ist; alles, was das Verhältnis des einzelnen zu Gott trübt. Sündigen kann man durch Worte (Hi 2:10; Ps 39:1) oder Taten (verkehrte Handlungen [3Mo 20:20; 2Ko 12:21] oder das Versäumnis, etwas zu tun, was man tun sollte [4Mo 9:13; Jak 4:17]) sowie in Gedanken oder durch die Herzenseinstellung (Spr 21:4; vgl. auch Rö 3:9-18; 2Pe 2:12-15). Der Unglaube ist eine große Sünde, da er Zweifel an Gott oder mangelndes Vertrauen in seine Fähigkeit, etwas zu tun, verrät (Heb 3:12, 13, 18, 19). Eine Betrachtung des Gebrauchs der hebräischen und der griechischen Wörter sowie entsprechende Beispiele werden das veranschaulichen.
In beiden Sprachen bedeuten die Verbformen (hebr.: chatá’; gr.: hamartánō) „verfehlen“, in dem Sinn: ein Ziel verfehlen oder nicht erreichen, einen Weg oder das Richtige verfehlen. In Richter 20:16 wird chatá’ mit einem Negationswort gebraucht, um die Benjaminiter zu beschreiben, die ‘aufs Haar genau und ohne zu fehlen mit Steinen schleuderten’. Griechische Schriftsteller verwandten hamartánō oft in Verbindung mit einem Speerwerfer, der sein Ziel verfehlte. Mit diesen beiden Wörtern bezeichnete man nicht nur das Verfehlen oder Nichttreffen eines gegenständlichen Zieles (Hi 5:24), sondern auch das Verfehlen moralischer oder geistiger Ziele. In Sprüche 8:35, 36 heißt es: „Wer mich [die göttliche Weisheit] findet, wird . . . Leben finden . . . Wer mich aber verfehlt [eine Form von chatá’], tut seiner Seele Gewalt an“, und das führt zum Tod. In der Bibel werden sowohl die hebräischen als auch die griechischen Ausdrücke vor allem auf das Sündigen der vernunftbegabten Geschöpfe Gottes angewandt, auf das Verfehlen des Zieles in bezug auf ihren Schöpfer.
Der Mensch wurde „im Bilde Gottes“ erschaffen (1Mo 1:26, 27). Er, wie alles andere, was Gott erschuf, existierte seines Willens wegen und wurde deshalb erschaffen (Off 4:11). Dass Gott ihm Arbeit zu tun gegeben hatte, zeigte, dass der Mensch Gottes Vorsatz auf der Erde dienen sollte (1Mo 1:28; 2:8, 15). Gemäß den Worten des inspirierten Apostels wurde der Mensch geschaffen, um „Gottes Bild und Herrlichkeit“ zu sein (1Ko 11:7), d. h., die Eigenschaften seines Schöpfers widerzuspiegeln, indem er sich so verhält, dass er Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. Als Gottes irdischer Sohn sollte der Mensch seinem himmlischen Vater gleichen oder so sein wie er. Wäre er anders, so wäre das im Widerspruch dazu, dass Gott sein Vater ist, und würde ihn schmähen.
Jesus zeigte das, als er seine Jünger anspornte, den Menschen Güte und Liebe zu erweisen, die die übertrifft, die „Sünder“ bekunden, Personen, von denen man weiß, dass sie sündig handeln. Er sagte, dass sich seine Jünger nur dadurch, dass sie Gottes Barmherzigkeit und Liebe nachahmten, ‘als Söhne ihres Vaters, der in den Himmeln ist, erweisen würden’ (Mat 5:43-48; Luk 6:32-36). Paulus bringt Gottes Herrlichkeit mit der menschlichen Sünde in Verbindung, wenn er sagt: „Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“. In 2. Korinther 3:16-18 und 4:1-6 zeigt der Apostel, dass diejenigen, die sich von der Sünde abwenden und zu Gott umkehren, „mit unverhülltem Angesicht wie Spiegel die Herrlichkeit Gottes widerstrahlen . . . (und) von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild umgewandelt“ werden, weil die herrliche gute Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, zu ihnen hindurchstrahlt. Der Apostel Petrus zeigt, welches der ausdrückliche Wille Gottes für seine irdischen Diener ist, indem er aus den Hebräischen Schriften zitiert. Er schreibt: „In Übereinstimmung mit dem Heiligen, der euch berufen hat, werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel, weil geschrieben steht: ‚Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin“.
Die Sünde bewirkt also, dass der Mensch Gottes Herrlichkeit und Gleichnis nicht mehr widerspiegelt; sie entheiligt den Menschen, d. h., sie verunreinigt, beschmutzt oder befleckt ihn in geistiger und moralischer Hinsicht.
Sünde ist demnach ein moralisches Fehlverhalten, ein Verfehlen des Ziels in allen diesen Aspekten.
Quelle: Literatur der JZ
Etwas, was mit Gottes Persönlichkeit, seinen Maßstäben, seinen Wegen und seinem Willen nicht in Harmonie ist; alles, was das Verhältnis des einzelnen zu Gott trübt. Sündigen kann man durch Worte (Hi 2:10; Ps 39:1) oder Taten (verkehrte Handlungen [3Mo 20:20; 2Ko 12:21] oder das Versäumnis, etwas zu tun, was man tun sollte [4Mo 9:13; Jak 4:17]) sowie in Gedanken oder durch die Herzenseinstellung (Spr 21:4; vgl. auch Rö 3:9-18; 2Pe 2:12-15). Der Unglaube ist eine große Sünde, da er Zweifel an Gott oder mangelndes Vertrauen in seine Fähigkeit, etwas zu tun, verrät (Heb 3:12, 13, 18, 19). Eine Betrachtung des Gebrauchs der hebräischen und der griechischen Wörter sowie entsprechende Beispiele werden das veranschaulichen.
In beiden Sprachen bedeuten die Verbformen (hebr.: chatá’; gr.: hamartánō) „verfehlen“, in dem Sinn: ein Ziel verfehlen oder nicht erreichen, einen Weg oder das Richtige verfehlen. In Richter 20:16 wird chatá’ mit einem Negationswort gebraucht, um die Benjaminiter zu beschreiben, die ‘aufs Haar genau und ohne zu fehlen mit Steinen schleuderten’. Griechische Schriftsteller verwandten hamartánō oft in Verbindung mit einem Speerwerfer, der sein Ziel verfehlte. Mit diesen beiden Wörtern bezeichnete man nicht nur das Verfehlen oder Nichttreffen eines gegenständlichen Zieles (Hi 5:24), sondern auch das Verfehlen moralischer oder geistiger Ziele. In Sprüche 8:35, 36 heißt es: „Wer mich [die göttliche Weisheit] findet, wird . . . Leben finden . . . Wer mich aber verfehlt [eine Form von chatá’], tut seiner Seele Gewalt an“, und das führt zum Tod. In der Bibel werden sowohl die hebräischen als auch die griechischen Ausdrücke vor allem auf das Sündigen der vernunftbegabten Geschöpfe Gottes angewandt, auf das Verfehlen des Zieles in bezug auf ihren Schöpfer.
Der Mensch wurde „im Bilde Gottes“ erschaffen (1Mo 1:26, 27). Er, wie alles andere, was Gott erschuf, existierte seines Willens wegen und wurde deshalb erschaffen (Off 4:11). Dass Gott ihm Arbeit zu tun gegeben hatte, zeigte, dass der Mensch Gottes Vorsatz auf der Erde dienen sollte (1Mo 1:28; 2:8, 15). Gemäß den Worten des inspirierten Apostels wurde der Mensch geschaffen, um „Gottes Bild und Herrlichkeit“ zu sein (1Ko 11:7), d. h., die Eigenschaften seines Schöpfers widerzuspiegeln, indem er sich so verhält, dass er Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. Als Gottes irdischer Sohn sollte der Mensch seinem himmlischen Vater gleichen oder so sein wie er. Wäre er anders, so wäre das im Widerspruch dazu, dass Gott sein Vater ist, und würde ihn schmähen.
Jesus zeigte das, als er seine Jünger anspornte, den Menschen Güte und Liebe zu erweisen, die die übertrifft, die „Sünder“ bekunden, Personen, von denen man weiß, dass sie sündig handeln. Er sagte, dass sich seine Jünger nur dadurch, dass sie Gottes Barmherzigkeit und Liebe nachahmten, ‘als Söhne ihres Vaters, der in den Himmeln ist, erweisen würden’ (Mat 5:43-48; Luk 6:32-36). Paulus bringt Gottes Herrlichkeit mit der menschlichen Sünde in Verbindung, wenn er sagt: „Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“. In 2. Korinther 3:16-18 und 4:1-6 zeigt der Apostel, dass diejenigen, die sich von der Sünde abwenden und zu Gott umkehren, „mit unverhülltem Angesicht wie Spiegel die Herrlichkeit Gottes widerstrahlen . . . (und) von Herrlichkeit zu Herrlichkeit in dasselbe Bild umgewandelt“ werden, weil die herrliche gute Botschaft über den Christus, der das Bild Gottes ist, zu ihnen hindurchstrahlt. Der Apostel Petrus zeigt, welches der ausdrückliche Wille Gottes für seine irdischen Diener ist, indem er aus den Hebräischen Schriften zitiert. Er schreibt: „In Übereinstimmung mit dem Heiligen, der euch berufen hat, werdet auch ihr selbst heilig in eurem ganzen Wandel, weil geschrieben steht: ‚Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin“.
Die Sünde bewirkt also, dass der Mensch Gottes Herrlichkeit und Gleichnis nicht mehr widerspiegelt; sie entheiligt den Menschen, d. h., sie verunreinigt, beschmutzt oder befleckt ihn in geistiger und moralischer Hinsicht.
Sünde ist demnach ein moralisches Fehlverhalten, ein Verfehlen des Ziels in allen diesen Aspekten.
Quelle: Literatur der JZ
