08-02-2005, 22:58
innere Stimme schrieb:Sie haben hörende Ohren und hören nicht, sie haben sehende Augen und sehen nicht. / Warum sagte Jesus dies?Das hat nicht nur Jesus gesagt. Wenn man in der Hl. Schrift nach "nicht hören" sucht, kommen zunächst einmal viele Stellen aus dem Alten Testament.
Beispiel:
Jeremia 5,21 schrieb:Hört doch dieses, törichtes Volk ohne Verstand, die Augen haben und nicht sehen, die Ohren haben und nicht hören.
Hesekiel 12,2 schrieb:Menschensohn, du wohnst mitten in dem widerspenstigen Haus,So konnte Jesus (nach Matthäus) kritisieren:die Augen haben zu sehen und nicht sehen, die Ohren haben zu hören und nicht hören; denn ein widerspenstiges Haus sind sie.
Mt 13,17 schrieb:denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr anschaut, und haben es nicht gesehen; und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehörtDen Wortlaut, wie Du ("innere Stimme") ihn zitierst gibt es so nicht. Die Stelle, die dem noch am nächsten kommt lautet:
Mt 13,13 schrieb:Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch verstehenDamit bietet sich eine Interpretation an: Dinge des Glaubens spielen sich in uns ab. Sie können weder äußerlich angenommen noch indoktriniert werden. In diesen Fällen "hört" man nichts, obwohl man physisch gut hört. Aufgrund seines Studiums der Tora war Jesus mit diesem Problem vertraut (s. o. Stellen des AT). Die Menschen ändern ihre Haltung nur, wenn sie vom Herzen her gewissermaßen sich selbst überzeugen. Und das kann ein weiter Weg sein.
innere Stimme schrieb:Reinkanation:Ich (persönlich) halte diese zyklische Argumentation für ziemlich schwach, weil sie sich auf sich selbst bezieht (Tautologie) und mich deshalb misstrauisch macht. Sie relativiert die Aufgaben, die uns gestellt werden, die wir sehen oder die wir wollen und verschiebt sie sacht ins nächste Leben. Dadurch lockert sie unsere existentielle Verbindlichkeit hier und jetzt. Wenn wir eine Aufgabe erkennen, dann müssen wir sie jetzt lösen. "Wir" heißt natürlich durchaus auch: Jemand aus unseren Reihen, der dazu in der Lage ist. Wenn ich erkenne, dass ich es kann, umso besser!
Frühling, Sommer, Herbst und Winter und was kommt dann?
Morgen, Mittag, Abend und Nacht und was folgt dann?
Geburt, Jugend, Alter und Tod und was folgt dann?
Ich will den Gedanken der Reinkarnation nicht rundheraus ablehnen. Er ist eine Antwort auf das Rätsel der Existenz. Eine ander Antwort ist folgende: Wir erleben mit unserem Leben den Beginn der Ewigkeit, die in Gottes Hand beginnt und dorthin wieder zurückkehrt. Machen wir das Beste aus diesem Abschnitt der Ewigkeit!
innere Stimme schrieb:Warum glaubt ihr an Gott? Hast du ihn gesehen? Oder glaubst du an Ihn ohne Beweise?- eine FAQ! Antwort: Glaube ist Zutrauen, der Wille zur Gemeinde Gottes zu gehören, die Alternative zu den Einflüsterungen des Zeitgeistes, liebende Haltung gegenüber Mensch und Umwelt, um einige Beispiele aufzuzählen. Wer im Glauben die merkwürdigen Fügungen des Himmels erlebt hat, wird schwerlich einen Beweis brauchen. Aber Glaube, recht verstanden, braucht so wenig einen Beweis, wie irgend eine Vereinbarung zwischen Menschen (z. B. Axiome der Mathematik, Grundgesetz).
Mit freundlichen Grüßen
Ekkard
Ekkard


