01-10-2012, 17:20
(01-10-2012, 14:36)schmalhans schrieb:(01-10-2012, 14:19)Lelinda schrieb:(01-10-2012, 14:15)schmalhans schrieb: Was haben MLK und Gandhi mit Atheismus zu tun?
Nichts. Habe ich doch gar nicht behauptet!
Du wolltest aber ein nicht-religiöses Beispiel bringen, und beide waren tiefreligiöse Menschen und ihre Handlungen daraus motiviert.
Na gut. Lassen wir King weg und beschränken wir uns auf Gandhi. Gandhi war Hindu, und seine Gegner waren Europäer, also sehr wahrscheinlich (anglikanische) Christen. Für diese waren seine evtl. religiösen Motive für den gewaltlosen Widerstand vollkommen unerheblich, weil der Hinduismus nicht ihre Religion war, sondern nur seine.
Trotzdem verbindet man Gandhi mit gewaltlosem Widerstand (genau wie Martin Luther King) und sieht ihn in dieser Hinsicht allgemein als Vorbild, auf den sich kein gewalttätiger Terrorist berufen könnte – gleichgültig, welche Religion man selber hat oder ob man überhaupt eine hat. Übrigens fühlte King sich von Gandhi inspiriert, obwohl Hinduismus und Christentum nichts miteinander zu tun haben.
(01-10-2012, 14:36)schmalhans schrieb: Die im NT überlieferten Worte Jesu sind nun mal nicht eindeutig pazifistisch, sondern zweideutig lesbar (insbesondere Mt 10,34) - von daher kann sie jeder interpretieren, wie er lustig ist. Es sei denn es gäbe eine Instanz, die die (Um-)Deutungshoheit hätte. Aber halt - die gibt es ja ... (zumindest behauptet diese das).
Ich bin nicht katholisch; die Deutungshoheit des Papstes ist für mich also irrelevant.
Was Matt. 10, 34 anbetrifft, musst du noch weiterlesen. Es ist keine Aufforderung zum Krieg, auch wenn der Satz so klingt, wenn man ihn aus dem Zusammenhang reißt. Sondern er weist darauf hin, dass das Bekennen zu Jesus große (private) Probleme mit sich bringen könnte.

