09-12-2012, 13:52
(09-12-2012, 10:36)indymaya schrieb: Mit der Lehre Christi, werden "böse" Menschen gerufen um "gut" zu werden und "gute" Menschen angeleitet "gut" zu bleiben.
Leider hat das bisher nicht so richtig geklappt. Liegt das an dem Zuckerbrot-und-Peitsche-System? Früher, als noch die meisten Menschen extrem gläubig und im wahrsten Sinne des Wortes gottesfürchtig waren, war unsere "Zivilisation" viel barbarischer als heute. Liegt es an der Konkurrenz der modernen Welt und anderer Religionen, die dem Menschen noch andere Möglichkeiten eröffnen? Die Wissenschaft hat zum Beispiel medizinische Fortschritte anzubieten. Sind Buddhisten moralisch besser, oder ist das nur eine westliche Idealisierung?
Oder liegt der Grund dafür, dass das Christentum die Menschen (noch) nicht verbessert hat, vielleicht darin, dass dem Menschen gewisse "böse" Neigungen angeboren sind und es überhaupt nicht möglich ist, negative Impulse immer zu unterdrücken - wie man es tun müsste, um Gottes Ansprüchen zu genügen?
Und wer ist nun gut, und wer böse? Wenn man das Beispiel vom Pharisäer und dem Zöllner in der Synagoge nimmt: Wer ist dann der Böse? Der Zöllner, der die Leute ausbeutet, sich aber bewusst ist, dass das eine Sünde ist, oder der Pharisäer, der meint, er wäre besser als andere Leute? Nach Jesu Behauptung ist der Zöllner vor Gott "gerechtfertigt", der Pharisäer aber nicht.
Muss der Mensch also ständig ein schlechtes Gewissen haben, um von Gott anerkannt zu werden?

