30-12-2013, 22:04
(30-12-2013, 18:33)Der Tor schrieb: Also wenn ihr ein Video gugt, lasst das erste weg und gugt nur das zweite. Und dann verlinkt ein Experiment das die Evolutionstheorie beweist und im zweiten Video nicht bereits angesprochen wurde. Das würde mich überzeugen.
Ein Experiment kann dir vermutlich niemand liefern. Dafür sind die relevanten Zeitspannen einfach viel zu gewaltig. Aber es gibt zahlreiche Experimente, welche die Veränderlichkeit der Arten darstellen. Sieh dir nur einmal einen Pudel an und vergleiche ihn mit einem Wolf. Probier anstatt Blumenkohl mal einen Romanesco. Oder geh in einen Blumenladen und frag nach einer pinken Orchidee. Das sind zwar gewollte Züchtungen, aber sie machen deutlich, dass natürliche Variation ausreicht, eine Art mindestens einmal durch Willkür gänzlich umzugestalten.
Dass das auch in der Natur, ohne Steuerung, so passieren wird, kannst du mit der geeigneten Erklärung nachvollziehen. Davon bin ich überzeugt.
Stell dir einen Schmetterling vor, der 1000 Eier legt. Die Bäume im Lebensraum der Schmetterlinge sind an der Rinde wegen einem harten Winter eine Farbnuance dunkler als im Jahr zuvor. Die 1000 Nachkommen des Schmetterlings unterscheiden sich durch die natürliche Variation voneinander, sodass sie nicht alle exakt dieselbe Farbe haben. (Sowie ich und meine Geschwister nicht alle dieselbe Haarfarbe haben.) 500 Schmetterlinge der nächsten Generation haben eine sehr ähnliche Farbe wie der Mutterschmetterling, 250 sind ein klein bisschen dunkler, 250 sind ein klein bisschen heller. Die 250 hellen Schmetterlinge wedern im Durchschnitt nach 6 Monaten gefressen, weil sie auf der dunklen Baumrinde optisch hervorstechen und von ihren Fressfeinden sofort erkannt werden. Die 500 Schmetterlinge mit der ursprünglichen Farbe werden im Durchschnitt nach 10 Monaten gefressen, während dieser Zeit haben sie immerhin ein Mal die Gelegenheit zur Paarung und Eiablage, legen also, bevor sie gefressen werden, durchschnittlich 1000 Eier. Die dunkleren Schmetterlinge werden auf der dunklen Baumrinde kaum erkannt und überleben zwei oder sogar drei Paarungsperioden, sie legen also im Laufe ihres Lebens 2000-3000 Eier und vererben somit die dunklere Nuance entsprechend häufig.
Denke dieses Prinzip einmal ein paar tausend Generationen hinweg durch, und dann beantworte mir, ob eine Evolution stattfindet oder nicht.
Ich behaupte, unter den zwei Grundannahmen 1. Veränderlichkeit der Arten (was man diversen Beispielen anschaulich darstellen kann) und 2. sich verändernde Lebensbedingungen (was ja auch heute noch vorkommt und somit ebenfalls beobachtbar ist) kommt es ganz zwangsläufig zu einer Evolution. Selbst wenn die Lebewesen von einem Gott geschaffen worden wären, hätte danach unter Garantie eine Evolution der Arten stattgefunden. Denn wer lange genug lebt, um viele Nachkommen zu produzieren, gibt seine Überlebenschance eben auch an viele Nachkommen weiter - das halte ich für einleuchtend.
Wenn jetzt jemand sagt, das menschliche Gehirn hätte nicht durch Zufall entstehen können, dann weiß ich nicht wogegen er argumentiert, denn mit der Evolutionstheorie hat das nichts zu tun und derjenige hat sie wohl nicht begriffen. Solltest du spezifische Gegenargumente haben, die dir von solchen selbsterklärten Wissenschaftlern im Gedächtnis geblieben sind, kannst du sie ja äußern, dann überlegen wir, ob auch etwas dahinter steckt.
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen. (Friedrich Nietzsche)

